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Kurzgeschichten-Forum >> Gemeinsame Schreibprojekte >> Schreibprojekt: In den Zeiten der Seuche > Die Waffe des Schwarzen Todes
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Mindfreak86
Release the Freak
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#41 | Donnerstag, 11. Dezember 2008 (7:30) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Hey Aramesh

Zitat:

Geschichte ist für mich persönlich immer spannend. Ich brauche dafür keine aufreißerischen Einlagen. Aber wie gesagt, es ist ja der Eindruck des Einzelnen, wie sie rüberkommt.


Klar, aber ich kannte die Geschichte schon aus dem geschichtsunterricht, jedenfalls den teil mit den Pestopfern katapultieren. Und wie ich schon sagte, deine Sprache passt. Es ist auch nicht dein fehler, dass ich es nicht so spannend fand, aber ich bewege mich Genre technisch in ganz anderen Gebieten und wie sagt man immer: " Mann schreibt selbst das, was man lesen will".
Ich bin da eher der Spannungsverliebte Thiller liebhaber. Das was du bissher von mir gelesen hast waren eher Genre ausrutscher /images/tongue.gif
Aber ich stelle nachher Mal was anderes rein, vllt gefällt dir das auch.
So ich werde dann mal zum Arzt humpeln, vllt kann der meinen Fuß flicken =)
Dir noch einen schönen Tag.


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Aramesh Weiblich
Orient und Okzident
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#42 | Donnerstag, 11. Dezember 2008 (7:49) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Hallo Mindfreak,

oh, auch ich mag Krimis sehr gern. Ich kann mich dabei herrlich entspannen und mal alle Viere von mir strecken.
Allerdings sehe ich sie mir lieber im Fernsehen an.
Nach wie vor zählen Geschichtsbücher historische Romane zu meinen Favorieten und Monographien, die sich mit einer sozialen Gesellschaft auseinandersetzen. /images/smile.gif

Ich hoffe, du hast keine Schmerzen. Drücke dir die Daumen, dass es beim Arzt nicht so schlimm wird und freue mich, bald wieder eine Geschichte von dir zu lesen.

Liebe Grüße
Aramesh

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Mindfreak86
Release the Freak
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#43 | Donnerstag, 11. Dezember 2008 (8:40) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Hey Aramesh

Ja ich finde Geschichte auch interesant, aber es gibt auch klasse Thriller, die in der Vergangenheit spielen, oder auf Historischen tatsachen basieren =)

Jo war ganz okay, war ja nur ne Nachbehandlung, bin mit den Fuß umgeknickt. Ist ne Stauchung nicht schlimm tut aber sehr weh /images/tongue.gif naja in 5 Tagen solls wieder gehen *hoff*
Story ist on. Viel spaß.
Bin auf deine Kritik bespannt


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ElSedl Männlich

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#44 | Donnerstag, 11. Dezember 2008 (18:43) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Liebe Aramesh,

kann mich dem vielfachen Lob nur anschließen, eine wunderbare Geschichte, in ihren historischen Bezügen gut recherchiert, in ihren fiktionalen Bereichen jederzeit im Bereich des Wahrscheinlichen/Möglichen, die Charaktere und das Geschehen sind glaubwürdig, die Dramatik ist packend und dabei nicht zuviel des "Guten", alles in allem: eine sehr sehr gute Geschichte!

Ein paar, wenn angesichts der vorliegenden Reife des Texts auch nur vereinzelte sprachliche Verbesserungsvorschläge hätte ich noch:

I, Absatz2: "...und er glaubte, das Leid käme..."
"glaubte" finde ich in dem Zusammenhang nicht so passend, eher wohl "spürte"
"Doch er nimmt es nicht wahr." Das "Doch" würde ich weglassen.

Absatz3: Hier kommt das "Doch" zu häufig vor, solltest Du ein paarmal ersetzen.
"Die die Kinder..." doppelt gemoppelt

Absatz4: WH: Vielleicht mal "Blume" durch "Blüte" ersetzen?
"wie ein Schmetterling über dem (nicht "den") Boden"
"...überschwinglich, so dass..." oder "...so überschwinglich, dass..."

II, Absatz1: "...übertrug dieser die Krankheit..."
"...Leichenberge, und wenn..."

Absatz2: "...beteten den Rosenkranz, ("wie auch" raus, sonst denkt man die Muslime beten auch den Rosenkranz) die Muslime riefen nach Osten gewandt Allah an"

Absatz5: "...hatte, der geriet nun in ihre Klauen"


Einen schönen Abend und viele Grüße

Thomas


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Aramesh Weiblich
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#45 | Freitag, 12. Dezember 2008 (11:49) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Lieber Thomas,

vielen lieben Dank für dein Lob und für deine Verbesserungsvorschläge. Ich habe alle übernommen und die Fassung editiert.
Das Wort 'doch' klebt irgendwie an mir - vielleicht noch aus Kindertagen. Ich benutze es nur allzu gerne, was sich jedoch in Geschichten nicht gut macht. /images/smile.gif
Zitat:

Absatz2: "...beteten den Rosenkranz, ("wie auch" raus, sonst denkt man die Muslime beten auch den Rosenkranz) die Muslime riefen nach Osten gewandt Allah an"

Übrigens einen Rosenkranz - wie im Christentum - gibt es bei Muslimen tatsächlich. Es ist ein Tasbi, eine Kette, für deren Perlen man jeweils ein Gedicht spricht. Frage mich aber nicht, wieviele es sind. Die müsste ich zu Hause erst einmal nachzählen. Habe noch eines von meinem Vater.

Herzliche Grüße
Aramesh

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Pickinese Männlich

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#46 | Montag, 02. März 2009 (21:47) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Hey Barbara,

endlich komme ich dazu, etwas zu deiner Geschichte zu schreiben. Ich bin schwer begeistert. Unabhängig von dem gründlich recherchierten Inhalt und der sauberen Montage findest du eine eigene Erzählstimme, der man anmerkt, das sie zum einen schon länger erzählt und zum anderen nicht nur in einer Kultur wurzelt. Du schichtest wirklich unglaublich dichte Bilder. Diesbezüglich gilt für dich das gleiche wie für Patricia und Bettina: Obwohl ich die Gattung des historischen Romans eigentlich nicht schätze, weil viele Autoren ihre Unzulänglichkeiten hinsichtlich des Schreibens hinter Fakten und Historizismen verbergen, würde ich von euren Texten gerne mehr lesen.

Und euch drei betrifft zugleich auch das einzige, was ich an Kritik überhaupt vorzubringen hätte:
Das Ganze sprengt den Rahmen dessen, was ich mir unter Kurzgeschichte vorstelle. Vielleicht ist mein Begriff davon zu sehr von der Short Story geprägt, aber ihr liefert eher Erzählungen oder Romanfragmente.
Solange ihr drei, und eben auch insbesondere du, das aber so gut macht, brauche ich mich auch nicht irgendwie künstlich daran zu stören, sondern kann einfach die guten Texte genießen.

Liebe Grüße


Nils
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C79 Männlich

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#47 | Montag, 16. März 2009 (18:11) | profil | eMail | nMail | homepage | ip | suchen |


Hallo Aramesh!

Nun habe ich auch endlich die Zeit gefunden, Deine feine Geschichte zu lesen. Pflichtlektüre, möchte ich meinen, schließlich beackern wir ja irgendwie ein ähnliches Feld. /images/wink.gif Vorneweg: Du hast eine sehr blumige Schreibe. Deine Geschichte wirkt dadurch sehr farbenfroh und lebendig, insbesondere was die Darstellung der Stadt angeht. Viele Menschen, viel urbanes Treiben, man bekommt ein tolles Bild in den Kopf gesetzt. In meinen Augen ist es Deine Geschichte wert, gedruckt zu werden.

Das als Einstieg, um das Nachfolgende ins richtige Licht zu rücken. Es sind Tipps, Anregungen, die Dir helfen sollen, Deine Geschichte noch besser zu machen. Benutz' davon, was Du magst, den Rest wirft über Bord.

Erster Absatz: Heißt es "sie hatten niedergekniet" oder "sie waren niedergekniet"? Oder kann man beides sagen? Bin mir grad nicht sicher... Würde ich checken.

Szene auf dem Sklavenmarkt: Diese Szene hat mir nicht so gut gefallen. Leonardo kauft eine ihm bis dato völlig fremde, offensichtlich sehr attraktive Frau für einen ganzen Beutel Gold. Danach lässt er sie sofort frei, äußert kleinlaut die Bitte, sie möge bei ihm bleiben. Sie sagt "Ja!", einen Absatz später sind sie verheiratet. Ähem. Mir ist das eine Spur zu romantisch.

Leonardo: Das bringt mich zum nächsten Punkt: Deine Hauptfigur Leonardo scheint mir zu sehr von heutigen Moralvorstellungen geprägt zu sein. In zwei Szenen scheint mir das besonders deutlich.
(1) Szene auf dem Sklavenmarkt. Leonardo ist ein abendländischer Kaufmann. Er kann offensichtlich mit Geld umgehen, sonst kann ich mir seinen Reichtum nicht erklären. Insbesondere wird er wissen, welchen Wert Dinge in Caffa besitzen. Auch Sklaven gehören dazu. Außerdem ist er der Sohn eines "Pioniers" im Osten. So ein Kerl weiß, was Geld wert ist. Das ist kein barmherziger Samariter. Trotzdem kauft er für eine übertrieben hohe Summe eine Sklavin, weil er sich bei ihrem Anblick Hals über Kopf in sie verliebt hat. Gut, wo die Liebe hinfällt, bis hierhin nehme ich's Dir noch ab. Aber ihr sofort (!) die Freiheit zu schenken!!? Wenn sie jetzt bloß "Danke" sagt und einfach geht, hat er einen Beutel Gold zum Fenster rausgeschmissen. Sorry, aber das ist Sozialromantik von heute und nicht das übliche Verhalten eines Händlers im 14. Jahrhundert.
(2) Streit in Tana. Genueser vs. Tataren. Leonardo äußert zu diesem Konflikt seine Meinung: "Ein Ehrenmann bezahlt seine Schuld." Der Leser weiß zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht, worum es bei dem Streit ging. Es gab Tote bei den Tataren. Aber sonst..? Vielleicht haben die Tataren betrogen? Oder sie haben zuerst das Schwert gezogen? Vielleicht haben sie die Genueser beleidigt, wer weiß? Offensichtlich übt Leonardo Kritik am Verhalten seiner Landsleute, ohne dass man den Grund dafür erfährt. Er ist wohl einfach nur über das Morden empört. Er wirkt dadurch ungeheuer liberal und humanistisch, aber man bedenke: Den Humanismus als Denkschule gab es damals noch gar nicht. Also: Warum sagt er nicht: "Scheiß auf die paar toten Tataren, wahrscheinlich haben sie's verdient, ich stehe zu meinen Leuten!" ? Ich würde hier nicht scheuen, eine für unsere Zeit untypische Geisteshaltung bei Deiner Hauptfigur zu zeigen. Das gibt ihr mehr Ecken und Kanten, mehr Schärfe.

Leonardos Traum: Du könntest in Leonardos Traum die Sprache verändern, um dem Leser mehr das Traumhafte zu vermitteln. Traumsequenzen haben ja oft etwas Fließendes, Schattiges, schwer Greifbares. Könnte man hier bestimmt machen.

Struktur Anfang: Über den Aufbau Deines Anfangs würde ich noch einmal nachdenken. Könnte sein, dass das einfacher hinzubekommen ist. Bisher sehe ich das: Zitat - Rückblende - Gegenwart - Rückblende. Erscheint mir etwas kompliziert. Ich würde vielleicht mit der erzählten Gegenwart anfangen (Leonardo ist ein alter Mann und erinnert sich), dann die eigentliche Geschichte erzählen (Pestattacke in Caffa), dann zurück zur Gegenwart. Und fertig. So hättest Du einen schönen, klaren Rahmen. Außerdem würde ich die erzählte Gegenwart auch im Präteritum schreiben. Über das Präsens bin ich ziemlich gestolpert.

Szene auf dem Sklavenmarkt: Könnte man komplett weglassen. Für die Geschichte über den Pestangriff auf Caffa braucht der Leser nicht unbedingt zu wissen, wie sich die Hauptfigur und seine Ehefrau kennen gelernt haben. Du nimmst darauf ja später keinen Bezug mehr.

Pest: Ich habe gelesen, dass die Beulenpest oft bei Lymphknoten anfängt, also am Hals, an der Hüfte und unter den Armen. Die abfaulenden Finger des Sohnes lassen mich eher an Lepra denken.

Sprache vs. Sprechen: Ist jetzt eine Geschmacksfrage: Mir würde ein deutlicher Unterschied zwischen der erzählten und der gesprochenen Sprache sehr gefallen. Leonardo tritt ja als Chronist auf. Seine geschriebene Sprache ist sicherlich anders als seine gesprochene Sprache, kürzer, lebendiger, umgangssprachlicher.

So, das waren die Punkte, die mir beim ersten Lesen aufgefallen sind. Noch einmal: Ich möchte Dich dabei unterstützen, Deine Geschichte besser zu machen. Gut ist sie nämlich schon. /images/wink.gif

Zum Schluss: Habe mich beim Lesen an den Roman "Pompeji" erinnert gefühlt, ein guter Historienroman, Bestseller sogar, glaub ich. Inhaltlich natürlich was ganz anderes. Aber Deine Geschichte hat bei mir ein ähnliches Lesegefühl erzeugt.

Beste Grüße,
C
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#48 | Montag, 16. März 2009 (23:54) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Lieber Nils,

eben erst habe ich deinen Beitrag entdeckt. Darum sieh es mir bitte nach, dass ich erst jetzt darauf antworte. Mich freut außerordentlich, dass dir meine Geschichte gefällt. Ich habe allerdings auch immer wieder neu daran gewerkelt, und die Freude, wie sie sich weiter entwickelte war auch ganz auf meiner Seite. Mich kurz zu fassen, fällt mir nicht immer leicht, besonders bei diesem Thema. Darum freut es mich umso mehr, dass ich Dich mit meiner Geschichte fesseln konnte.

Einen lieben Gruß zur Nacht
Barbara

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#49 | Dienstag, 17. März 2009 (0:10) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Lieber Christopher,

herzlichen Dank für die Mühe, die Du Dir mit meiner Geschichte gemacht hast. Darüber habe ich mich sehr gefreut und auch über Dein Lob, das mir Rosen auf die Wangen gezaubert hat. /images/smile.gif

Der Satz mit dem Knien hat mich unsicher gemacht. Darum habe ich ihn sofort geändert.

Deine anderen wertvollen Anreize muss ich erst einmal sacken lassen und noch mal im Wachzustand sichten, denn mir fällt gleich die Nase auf die Tastatur. Vorerst danke ich Dir dafür recht herzlich und gebe Laut, sobald ich etwas verändert habe. Die Zeit wird knapp. Der 31. März ist Stichtag und ich flieg am Donnerstag für einen Monat im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste. Aber I do my very best!

Mitternächtliche Grüße /images/smile.gif
Aramesh

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Aramesh Weiblich
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#50 | Dienstag, 17. März 2009 (12:00) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Da bin ich wieder. Ein wenig nachdenken konnte ich heute Vormittag noch, bevor ich mich nun an meine Reisevorbereitungen mache.
Zitat:

Gepostet von C79
Diese Szene hat mir nicht so gut gefallen. Leonardo kauft eine ihm bis dato völlig fremde, offensichtlich sehr attraktive Frau für einen ganzen Beutel Gold. Danach lässt er sie sofort frei, äußert kleinlaut die Bitte, sie möge bei ihm bleiben. Sie sagt "Ja!", einen Absatz später sind sie verheiratet. Ähem. Mir ist das eine Spur zu romantisch.

Das bringt mich zum nächsten Punkt: Deine Hauptfigur Leonardo scheint mir zu sehr von heutigen Moralvorstellungen geprägt zu sein. In zwei Szenen scheint mir das besonders deutlich.
(1) Szene auf dem Sklavenmarkt. Leonardo ist ein abendländischer Kaufmann. Er kann offensichtlich mit Geld umgehen, sonst kann ich mir seinen Reichtum nicht erklären. Insbesondere wird er wissen, welchen Wert Dinge in Caffa besitzen. Auch Sklaven gehören dazu. Außerdem ist er der Sohn eines "Pioniers" im Osten. So ein Kerl weiß, was Geld wert ist. Das ist kein barmherziger Samariter. Trotzdem kauft er für eine übertrieben hohe Summe eine Sklavin, weil er sich bei ihrem Anblick Hals über Kopf in sie verliebt hat. Gut, wo die Liebe hinfällt, bis hierhin nehme ich's Dir noch ab. Aber ihr sofort (!) die Freiheit zu schenken!!? Wenn sie jetzt bloß "Danke" sagt und einfach geht, hat er einen Beutel Gold zum Fenster rausgeschmissen. Sorry, aber das ist Sozialromantik von heute und nicht das übliche Verhalten eines Händlers im 14. Jahrhundert.

Gegen etwas Romantik finde ich persönlich nichts einzuwenden. Das habe ich bewusst getan. Jeder hat ja seine Sicht von einer Geschichte. Übrigens, ich kannte meinen Mann drei Wochen, dann haben wir geheiratet und sind es heute nach 15 Jahren immer noch. Auch für die heutige Zeit nicht üblich, oder? /images/smile.gif

Bedenke den Ort der Handlung. Kultur und Mentalität spielt eine weitere Rolle. Im Orient war man - trotz Sklavenhandel - kulturell und philosophisch schon etwas anders drauf. Ich denke an die alten Schriften orientalischer Gelehrter und Dichter des 13. Jahrhunderts. Sie dachten ihrer Zeit weit voraus, wie der persische Dichter und Wissenschaftler Chayyam. Gefühle und Sensibilitäten verbarg man nicht voreinander, vor allen Dingen galten sie nicht als Schwäche. Darum passt die blumenhafte Romantik des Orients auch hinein. Es hat immer Menschen gegeben, die den Sklavenhandel verabscheuten. Dazu gehört auch Leonardo, den ich hier als sensiblen Mann und nicht als Haudegen schildere. Auf der Krim in dem bunten Völkergemisch hat er zudem eine andere Sicht bekommen. Historiker sprachen von toleranten Lebensformen und blühender Kultur, bevor die Pest dort ausbrach.
Nicht jeder muss den Sklavenhandel schätzen. Leonardos ererbtes Vermögen wurde durch sein Denken nicht geschmälert, denn er handelte nicht mit Menschen, sondern mit Gewürzen.
Ich denke zudem, humane Gedanken sind kein Privileg der heutigen Menschheit, die sich mit vielem brüstet, vor allem mit humanem Gedankengut, das mehr schlecht als recht in die Tat umgesetzt wird. Trotz Technik und Fortschritt sind wir Barbaren geblieben und der moderne Sklavenhandel blüht in bestimmten Bereichen immer noch, auch wenn er auch heute anders betitelt wird. Hauptsache die Wirtschaft floriert.
So denke ich, dass Herzensgüte, indem er der Sklavin die Freiheit schenkt, nicht zeitgebunden ist, sondern in jedem Menschen zu jeder Zeit geschlummert hat.

Über Tana denke ich nochmal nach. Diesem Anreiz kann ich mich nicht ganz verschließen. Historisch wird zwar berichtet, dass der Konflikt von Genueser Kaufleuten ausging. Aber Leonardo könnte dennoch schon aus Solidarität (gab es die denn schon damals?/images/smile.gif ) Partei ergreifen und nicht aus Rechtsempfinden. Nur passt das nicht zu dem bestimmten Menschen Leonardo, den ich vor Augen habe, einen Menschen, der sanft und friedlich ist. Mal schauen.

Zitat:

Leonardos Traum: Du könntest in Leonardos Traum die Sprache verändern, um dem Leser mehr das Traumhafte zu vermitteln. Traumsequenzen haben ja oft etwas Fließendes, Schattiges, schwer Greifbares. Könnte man hier bestimmt machen.

Das ist ein Anreiz, über den ich mir Gedanken machen werde.
Die Struktur der Geschichte möchte ich nicht verändern und den Sklavenmarkt belassen. Die Krim war zu dieser Zeit der wichtigste Umschlagort für Sklaven und Zwistigkeiten darum waren nicht selten. Die Tataren wollten schon aus diesem Grund ihr Monopol nicht aufgeben, lebten sie doch ebenfalls davon. Man spricht sogar davon, dass die Pest durch Sklaven, die man von überall herbrachte, ausgelöst wurde.

Zitat:

Pest: Ich habe gelesen, dass die Beulenpest oft bei Lymphknoten anfängt, also am Hals, an der Hüfte und unter den Armen. Die abfaulenden Finger des Sohnes lassen mich eher an Lepra denken.

Auf der Krim herrschte zuerst die Beulenpest und wurde im Verlauf von ihrer gefährlichen Schwester, der Lungepest, eingeholt. Die Symptome rühren daher, denn die Durchblutung wird innerhalb kürzester Zeit unterbrochen. Gliedmaßen sterben rasend schnell ab.

Lieber Christopher, ich möchte Dir noch einmal herzlich für Deine Mühe danken. Wenn ich zurück bin, werde ich meine Geschichte noch einmal lesen und über deine Anreize erneut nachdenken.

Einen lieben Gruß an Dich
Aramesh

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C79 Männlich

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#51 | Dienstag, 17. März 2009 (14:33) | profil | eMail | nMail | homepage | ip | suchen |


Zitat:

Gegen etwas Romantik finde ich persönlich nichts einzuwenden.

Ich auch nicht. Ist halt nicht so mein Ding. Tue ich mich beim Schreiben schwer mit. Aber Du kriegst das klasse hin, bitte nicht falsch verstehen.

Zitat:

Jeder hat ja seine Sicht von einer Geschichte.

Ja, aber es gibt auch einen großen gemeinsamen Nenner. /images/wink.gif

Zitat:

Übrigens, ich kannte meinen Mann drei Wochen, dann haben wir geheiratet und sind es heute nach 15 Jahren immer noch. Auch für die heutige Zeit nicht üblich, oder? /images/smile.gif

Das ist ja auch richtiges Leben. In der Literatur jedoch sollten Unwahrscheinlichkeiten begründet werden, damit ich sie als Leser akzeptieren kann. Und Leonardos Verhalten auf dem Sklavenmarkt empfinde ich als unwahrscheinlich. Das soll nicht heißen, dass es nicht geschehen kann, sondern dass es mir in der Geschichte nicht glaubwürdig genug begründet wird.

Zitat:

Ich denke an die alten Schriften orientalischer Gelehrter und Dichter des 13. Jahrhunderts. Sie dachten ihrer Zeit weit voraus, wie der persische Dichter und Wissenschaftler Chayyam.

Wenn Du aus Leonardo einen Dichter oder Gelehrten machst, sehe ich kein Problem. Aber bisher ist er ein Kaufmann. Der Mann arbeitet wahrscheinlich den ganzen Tag über mit Geld und Zahlen, An- und Verkaufspreisen.

Zitat:

Historiker sprachen von toleranten Lebensformen und blühender Kultur, bevor die Pest dort ausbrach.

Bevor ich nichts anderes gelesen habe, würde ich annehmen, dass sich die Toleranz in erster Linie auf den Bereich der Religion bezogen hat. Das schilderst Du ja auch. Moslems, Juden und Christen friedlich in einer Stadt. Aber mit Toleranz hat Leonardos Verhalten auf dem Sklavenmarkt eigentlich nichts zu tun. Mehr mit Verliebtheit. /images/wink.gif

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich die Szene auf dem Sklavenmarkt märchenhaft. Sie: Arme Sklavin. Er: Reicher Prinz und Retter. /images/wink.gif Vielleicht ist es gut so, dass diese frühe Szene so ist, romantisch und ein bisschen unwahrscheinlich, weil sie so als Gegensatz zu dem Pestangriff funktionieren kann. Quasi: Märchenhafte Liebesgeschichte versus Grauenhafte Kriegsführung. Just thinking...
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Evelin Rühle Weiblich

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#52 | Mittwoch, 18. März 2009 (12:00) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


>Noch heute klingt Leonardo jenes verzweifelte Stoßgebet in den Ohren, als sie Caffa verließen.<

Was klingt ihm noch heute in den Ohren?
Jenes verzweifelte Stoßgebet!
Wann hatte er es gesprochen?
Als sie Caffa verließen.

Sprach er ein Stoßgebet, als sie Caffa verließen?
Klang es ihm in den Ohren, als sie Caffa verließen?


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Azady
Benutzer gelöscht







#53 | Mittwoch, 18. März 2009 (13:02) | ip | suchen |


auch Märchen werden manchmal wahr! /images/smile.gif
Romantik ist sicher nicht jedermanns Sache. Aber mir gefällt es so. Übrigens, auch ein Kaufmann muss nicht nur in Zahlen denken.

Liebe Grüße
Azady


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haldier Männlich

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#54 | Freitag, 20. März 2009 (3:45) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Eine wircklich spannende und gut erzählte Geschichte...

Ich bewundere deinen Schreibstiel...

Ich kann die Kretik hier auch wircklich nicht nachvollziehen.
Ich finde die Geschichte in ihrer Gesamtheit hervorragend.

Ein großes Kompliement von mir an dich.

Auch finde ich die handlung weder Löchrig noch Unrealistisch.
Ich würde sogar soweit gehen, sie mit einigen Geschichten bekannter Schriftsteller auf die selbe Stufe zu stellen.

Also wäre die Geschichte etwas ausfürlicher, und als Buch erhältlich, wäre ich nach dem lesen nicht enteuscht gewesen, dieses erworben zu haben...

Und wenn ich mir so ansehe, was heutzutage alles in Bücher gedruckt wird, so müsste deine Geschichte ein Bestseller werden/images/wink.gif

Du schreibst das so toll, das ich mir das regelrecht als Film vorstellen konnte...
Also mit dem richtigen Regieseur und einer guten besetzung, würde ich mir deine Geschichte gerne als Film im Kino ansehen.

Der schreibstiel bietet eine Verfilmung ja regelrecht an.
Ich kann mir das jetzt schon bildlich vorstellen, wie Leonardo als alter Mann am anfang des Films mit traurigen Augen und begleitet von einer Erzählerstimme beginnt seine geschichte zu schreiben.
Dann der schwennk auf die Geschichte.
Der junge Leonarde gespielt von Brad Pit/images/happy.gif
Zum schluss sieht man Leonardo als gebrochnen Mann mit den wenigen überlebenden die Stadt verlassen, wärend der Prister sein Gebet spricht.
Dann wieder ein schwenk ins jetzt, und man sieht den Alten Leonardo, mit tränen in den alten Augen seine geschichte beenden.
Um die Tragig vollkommen zu machen, könnte er ja dann nach beendigung seiner Niederschrift Tot auf den Tisch sinken...

Aber ich schweife ab...

Wircklich deine Geschichte hat mir auserordentlich Gut gefallen.


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Aramesh Weiblich
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#55 | Dienstag, 24. März 2009 (14:59) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Lieber haldier,

wie sehr freue ich mich ueber dein Lob. Ich gebe zu, ich hatte Traenen in den Augen. Traenen der Freude. Dein Lob ist mein schoenstes Noruzgeschenk. Diese Geschichte ist eine meiner Geschichten, dir mir besonders am Herzen liegt.

Das Internet in Teheran funkuionierte ein paar Tage nicht, sonst haette ich dir gewiss schon frueher geantwortet. Wir feiern hier gerade das Noruzfest, das ganze 13 Tage dauert. Darum geht hier alles drunter und drueber. Alles tanzt und lacht.

Mich macht gluecklich, dass meine Geschichte vor deinen Augen an Leben gewinnt und welche Ideen fuer einen Film vor deinen Augen entstehen. Wunderschoen. Ja, das waere in der Tat ein Traum.

Einen lieben Gruss aus Teheran
Aramesh

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Evelin Rühle Weiblich

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#56 | Mittwoch, 25. März 2009 (12:14) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Zitat:

Gepostet von Evelin Rühle
>Noch heute klingt Leonardo jenes verzweifelte Stoßgebet in den Ohren, als sie Caffa verließen.<

Was klingt ihm noch heute in den Ohren?
Jenes verzweifelte Stoßgebet!
Wann hatte er es gesprochen?
Als sie Caffa verließen.

Sprach er ein Stoßgebet, als sie Caffa verließen?
Klang es ihm in den Ohren, als sie Caffa verließen?



Was mich wundert ist, dass alle über diesen unstimmigen ersten Satz hinweglesen.


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Emiti

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#57 | Samstag, 18. Juni 2011 (18:52) | profil | eMail | nMail | ip | suchen |


Hallo Aramesh,

Warum soll es sich hier um die Waffen des Schwarzen Todes handeln und was speziell ist damit gemeint?
Verfolgt dieser damit ein ihm genehmes Ziel?
Oder tritt er nur als Begleitumstand auf?

Auf den Plan gerufen durch die Waffen und die Absichten der verschiedenen Protagonisten.
Ist es nicht ein bisschen einfach, alles auf einen mysteriösen Schwarzen Tod zu schieben?

Zu fragen wäre, wo und warum die Händler sich infiziert hatten.
So wie man damals mit kostbaren Gewürzen viel Geld machte, tat man es erst recht mit dem Purpur - gewonnen aus einem Drüsenextrakt der Purpurschnecken. Zur Gewinnung gingen Berge und Berge von diesen drauf.
Und der Sud, mit den unglaublichsten weiteren Zutaten, der verbreitete einen pestilenziellen Gestank ...

Gruß
Emiti


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