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Sternenstaub >> Eingangshalle >> Festtage und andere besondere Tage im Jahreskreis > Nikolaus
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Callaina Weiblich

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#1 | Sonntag, 06. Dezember 2009 (11:53)  | Mitgliederprofil | eMail | nMail - Private Nachricht | IP-Adresse | Suchen |


Nikolaus und Weihnachtsmann

Der Ursprung: Nikolaus von Myra

Der Weihnachtsmann ist auf Bischof Nikolaus von Myra (Lykien/Türkei) zurückzuführen. Dieser wurde der Legende nach im Jahre 270 in der kleinasiatischen Stadt Patras geboren und starb am 6. Dezember 343. (Möglicherweise spielt für die Legenden um den Heiligen Nikolaus auch ein zweiter Bischof namens Nikolaus von Pinora eine Rolle, der allerdings erst im 6. Jahrhundert lebte.)

Nikolaus von Myra war angeblich bereits mit 17 Jahren Bischof und nahm am Ersten Konzil von Nicäa 325 teil. Allerdings gibt es keine sicheren Belege für Nikolaus’ Teilnahme – genauso wenig wie für seine Existenz überhaupt.

Auf jeden Fall aber wird Nikolaus von Myra von der Ostkirche etwa seit dem vierten Jahrhundert als Heiliger verehrt. Bei den Christen im Westen wurde der Nikolaus-Tag - der Todestag des Bischofs am 6. Dezember - etwa drei Jahrhunderte später ein Feiertag.

Ihm wurde nachgesagt, er habe sich immer sehr um die Armen und besonders die Kinder gekümmert und ihnen nachts heimlich Geschenke gebracht. Im Mittelalter wurde deshalb das Beschenken der Kleinen, der Armen und auch der Dienstboten am 6. Dezember ein Teil des Kultes - und ist es bis heute.

Luthers Erfindung: Der "Heilige Christ"

Mit Martin Luther aber wurde es kompliziert. Der große Reformator schaffte um das Jahr 1535 die Bescherung am Nikolausabend für die deutschen Protestanten ab.

Statt dessen sollte nun der "Heilige Christ“ - später als Christkind verniedlicht und als kindlicher Jesus missverstanden - an Weihnachten Geschenke bringen. Anhänger fand dieser demnach ursprünglich protestantische Brauch in Deutschland seit 1900 dann auch unter den Katholiken.

In den folgenden 30 Jahren wechselten Christkind und Nikolaus zunehmend die Seiten, sodass Kinder im überwiegend katholischen Süden und Westen schließlich dem Christkind den Vorzug gaben, im Osten und Norden dagegen dem Nikolaus – allerdings in seiner neuen Gestalt: dem Weihnachtsmann.

Aus zwei mach eins: Der Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann hatte sich während des 19. Jahrhunderts entwickelt. Der ursprünglich als Bischof dargestellte Nikolaus verschmolz zunehmend mit seinem Begleiter und Gehilfen (zum Beispiel Knecht Ruprecht oder Krampus) und übernahm dessen Stiefel, den Sack und die Rute, behielt jedoch den Mantel und den - allerdings zunehmend abgewandelten - Bischofshut.

Entstanden ist dadurch der Weihnachtsmann, auf den sich zum Beispiel August Heinrich Hoffmann von Fallersleben in seinem Lied "Morgen kommt der Weihnachtsmann“ 1835 bezieht.

Doch die Aufmachung, die der moderne Weihnachtsmann/Nikolaus heute trägt, lässt sich so noch nicht verstehen.

Bis der Gabenbringer diese Form angenommen hatte, musste der Nikolaus erst nach Amerika auswandern. Das tat er als Sinterklaas von den Niederlanden aus. In Neu Amsterdam beziehungsweise New York entwickelte er sich zu Santa Claus - und verschmolz zunehmend mit dem Father Christmas, den die Briten importiert hatten. Und die Bescherung wurde auf den 25. Dezember verlegt.

Der ausgewanderte Sinterklaas

Während Nikolaus (oder Sinterklaas) noch als ein eher asketisch wirkender Heiliger in der Tracht eines Bischofs (Mitra, Stab, Kreuz, Chormantel, Stola) aufgetreten war, wechselte Santa Claus in den USA als Father Christmas nun in mehr dem Winterwetter angepasste Kleidung.

Eine der frühesten Beschreibungen des neuen Santa Claus, der der modernen Form des Weihnachtsmannes schon ähnelt, stammt aus einem Gedicht des New Yorkers William Gilley. Der beschrieb 1821 "Santeclaus“ als ganz in Fell gekleidet und auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten fahrend.

Erheblich größeren Einfluss hatte allerdings 1822 das Gedicht "’Twas before Christmas“ (A Visit from St. Nicholas) von Clement C. Moore aus New York. Moore beschrieb den Nikolaus hier als rundlichen, lustigen Elf mit rundem kleinen Bauch, ganz in Fell gekleidet, mit glitzernden Augen, rosigen Bäckchen, einer Nase wie eine Kirsche, einem langen schneeweißen Bart und einer Pfeife.

Auftritt eines Karikaturisten

Während des amerikanischen Bürgerkriegs, im Jahre 1863, zeichnete Thomas Nast, der bekannteste politische Karikaturist der USA im 19. Jahrhundert, erstmals Santa Claus für das Wochenmagazin Harper’s Weekly – und legte damit gewissermaßen fest, wie der Nikolaus von nun an aussehen würde:

Ganz ähnlich wie von Moore beschrieben trat Father Christmas bei ihm nun auf: mollig, lustig und mit langem Rauschebart. Zunehmend verdrängte diese Figur nun alle anderen Darstellungen des Weihnachtsmannes. (Nast, ein deutscher Einwanderer, steckte übrigens auch hinter den Maskottchen der US-Parteien, dem Esel für die Demokraten und dem Elefanten für die Republikaner.)

Und sogar die Santa-Farben gehen auf Nast zurück. Als der Zeichner gebeten wurde, einige seiner Werke zu kolorieren, wählte er für den Weihnachtsmann die Farben weiß und rot. Und auch andere Eigenschaften des neuen Santa Claus sind Erfindungen des Karikaturisten. So siedelte Nast ihn zum Nordpol um, wo der Weihnachtsmann nun Spielzeuge herstellt.

Auch machte er den europäischen Gefährten des ehemaligen Bischofs, Knecht Ruprecht, Krampus oder wie er auch heißen mag, überflüssig. Denn Santa führt seit Nast eine eigene Liste von braven und bösen Kindern, anhand derer er entscheidet, wer beschenkt wird, und wer nicht.

Überschätzt: Die Rolle eines Getränkeherstellers

Als in den zwanziger Jahren Coca Cola den Weihnachtsmann für die Werbung einsetzen wollte, konnten die Designer demnach auf eine bereits sehr erfolgreiche Vorlage zurückgreifen.

Nach Angaben des Unternehmens ließ sich 1931 dann Werbezeichner Haddon Sundblom erneut von Moores Gedicht aus dem Jahre 1822 inspirieren. Und zusammen mit Coca Cola eroberte der moderne Weihnachtsmann die Welt.


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Callaina Weiblich

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Ist seit dem 03.08.08


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#2 | Sonntag, 06. Dezember 2009 (11:57)  | Mitgliederprofil | eMail | nMail - Private Nachricht | IP-Adresse | Suchen |


Es gibt auch noch eine andere Interpretation, die auf vorchristliche Zeit zurückgeht:

In dem Werk Oosthoeks Encyclopedia heißt es: „Ursprung des [Nikolaus-]Festes zu Hause war das Kirchenfest (einschließlich der Überraschungen für die Kinder), das sich wiederum aus vorchristlichen Elementen zusammensetzte. Sankt Nikolaus, der über die Dächer reitet, ist der heidnische Gott Wodan [Odin]. . . . Sankt Nikolaus war auch der Anführer der Wilden Jagd, in der die Seelen der Verstorbenen die Erde besuchten.“ Die Germanen glaubten, daß ihr Hauptgott, Odin oder Wodan, während der „Zwölf Nächte“ — die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest (6. Januar) — die Seelen der Verstorbenen auf einem wilden Ritt durch die Lande anführte. Der darauf folgende Sturm trug nach ihrer Vorstellung den Samen der Feldfrüchte mit sich und förderte die Fruchtbarkeit. Was bedeuten die Äpfel, die Nüsse und die anderen Herbstfrüchte, die am „Nikolaustag“ verschenkt werden? Es sind tatsächlich Fruchtbarkeitssymbole. In alter Zeit glaubten die Menschen, sie könnten ihre Götter günstig stimmen, wenn sie ihnen während der kalten, dunklen Wintertage Geschenke machten; dadurch würde die Fruchtbarkeit der Menschen und Tiere sowie des Erdbodens gesteigert. Odin wurde von seinem Diener Eckart begleitet, der ebenfalls eine Rute trug und das Vorbild für den Schwarzen Piet war. Bis ins Mittelalter hielt sich der Volksglaube, daß bestimmte Bäume und Pflanzen Menschen fruchtbar machen könnten und daß eine Frau, die mit dem Zweig eines solchen Baumes geschlagen wurde, schwanger werde. Das Buch Feest-en Vierdagen in kerk en volksgebruik (Fest- und Feiertage in Kirche und Brauchtum) erwähnt weitere Parallelen zwischen Odin und „Sankt“ Nikolaus: „Auch Wodan füllte die Stiefel und Holzschuhe, die an den Schornstein gestellt wurden — allerdings mit Gold. Für Wodans Roß wurden Heu und Stroh in die Holzschuhe gelegt. Die letzte Garbe des Feldes war ebenfalls für das Pferd bestimmt.“ In dem Werk Sint Nicolaas von B. S. P. van den Aardweg wird auf einige andere auffallende Parallelen hingewiesen: „St. Nikolaus: eine große, kräftige Gestalt auf einem weißen Pferd. Er hat einen langen weißen Bart, trägt einen Bischofsstab in der Hand, hat eine Bischofsmütze auf dem Kopf . . . und ist mit einem weiten Bischofsgewand bekleidet. Wodan: eine Person von großer Statur mit einem weißen Bart. Er trägt einen Hut mit breiter Krempe, den er tief über die Augen gezogen hat. In der Hand hält er seine Zauberlanze. Bekleidet ist er mit einem weiten Mantel, und er reitet auf seinem treuen grauen Pferd Sleipnir. Es gibt noch weitere offensichtliche Parallelen: Wodan ritt auf seinem grauen Pferd durch die Luft, und die furchtsamen Menschen boten ihm gefüllte Kuchen sowie Fleisch und Feldfrüchte an. St. Nikolaus reitet über die Dächer, und die Kinder stellen Heu, Karotten und Wasser für das Pferd bereit. Ingwerwaffeln und die Rute waren schon Fruchtbarkeitssymbole, lange bevor das Nikolausfest eingeführt wurde.“ Warum haben diese Riten in das sogenannte Christentum Eingang gefunden? Weil die Missionare der Kirche in früheren Jahrhunderten von ihren Bekehrten nicht verlangten, das biblische Gebot zu befolgen: „Geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab . . ., und hört auf, das Unreine anzurühren“ (2. Korinther 6:17). Statt heidnische Praktiken auszumerzen, haben die Missionare der Christenheit sie sogar beibehalten und weiterhin gepflegt, wenn auch in veränderter Form. Diese Bräuche haben sich dann über die ganze Welt verbreitet. So brachten niederländische Auswanderer das Nikolausfest mit nach Nordamerika. Im Laufe der Zeit wurde „Sankt Nikolaus“ in „Santa Claus“ abgeändert. Aus dem stattlichen Bischof wurde ein rotwangiger, beleibter Bursche in einem leuchtendroten Anzug. Die Bischofsmütze wurde gegen eine Zipfelmütze ausgetauscht und das weiße Pferd gegen einen von Rentieren gezogenen Schlitten. Santa Claus blieb ein Gabenbringer, auch wenn sein Besuch auf den Weihnachtsabend verschoben wurde. In protestantischen Gebieten Deutschlands ersetzte der neutralere „Weihnachtsmann“ den katholischen „Heiligen“ Nikolaus. Die heidnischen Elemente sind aber bis auf den heutigen Tag deutlich zu erkennen.


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