Gerhard Falk
Outdoorfreak

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#1 | Dienstag, 11. Januar 2011 (11:12)
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"Privatisierung" nennt sich die Formel der letzten Jahrzehnte. "Entsolidarisierung" ist die Folge. Das ist so gewollt, denn nun lässt sich das Ergebnis von Leistung besser abschöpfen. Das ist die "Neue soziale Marktwirtschaft", wo nicht mehr das drinnen ist, was außen drauf steht. Den Menschen werden Chancen vorgegaukelt, die nicht wirklich bestehen, weil das Prinzip "Gier" sie verführt, sich gegenseitig aufzufressen.
Mit Verzückung haben die Politiker aller Parteien bis hinunter in die Gemeinden in den 80er und 90er Jahren auf die vermeintlichen Vorbilder in der Wirtschaft geschaut. Man müsse nur alles nach wirtschaftlichen Prinzipien ausrichten, dann werde alles besser! Noch heute sind sie in diesem Wahn verfangen, obwohl sie schon längst hätten erkennen können, dass der Weg in die falsche Richtung führt. Sie reden von sozialer Verantwortung und werden gerade dieser nicht gerecht. Das erinnert mich fatal an die Betonköpfe im real existierenden Sozialismus der DDR. Statt den begonnenen Mittelweg zwischen der reinen Marktwirtschaft und verantwortlicher Sozialstaatlichkeit weiter zu entwickeln, hat man sich dem vermeintlichen Systemsieger "Kapitalismus" völlig ergeben. Sie wiederholen die gleichen Fehler nur mit anderen Vorzeichen.
Nimmersatt
Es frisst und frisst in unsrer Stadt
ein immer hungrig Nimmersatt.
Er nimmt die Stadt, er will das Land,
und hat er dann die Welt besessen,
raubt ihm die Gier noch den Verstand,
am End’ hat er sich selbst gefressen.
Copyright Gerhard Falk, 2008
Gigantismus
Höher, schneller, weiter,
Werbung immer breiter,
lohnend jede Qual
fürs Beifallsritual.
Den höchsten Turm
Den stärksten Sturm
Den höchsten Gipfel
Den längsten Zipfel
Die größte Rendite
Die dickste Titte
Das größte Wachstum
Der größte Irrtum
Nichts ist da ausgenommen,
auch nicht die weltweit Frommen.
Jeder bietet jedem feil
das garantierte Seelenheil.
Da gibt es kein Entrinnen,
jeder will gewinnen!
Was ist das für ein Wollen,
was ist das für eine Kraft,
die alles was wir sollen,
dann irgendwie auch schafft?
Copyright Gerhard Falk, 2008
Börsenfieber
Ein Virus hat die Welt befallen,
es nennt sich Börsenfieber.
Als Moloch wächst es in uns allen
und lähmt der Menschen Glieder.
Was Hände Arbeit einst erschuf
folgt heute einem neuen Ruf.
Das Kapital gibt die Belehrung
für profitable Geldvermehrung.
Im Globalisierungsjammertal,
lebt Mensch nur noch als Zahl.
Ist Platzhalter in Quartalsberichten,
die seinen Arbeitsplatz vernichten.
Wie soll das Werk den Meister loben,
ist’s vorher schon weltweit verschoben?
Da bleibt ihm nur der bare Lohn,
so wird aus Arbeit schließlich Fron.
Komm, mach mit bei diesem Spiel,
es wird dir Freude bringen.
Kauf unsre Aktien, möglichst viel,
lass uns gemeinsam singen.
Des Kapitals Gefräßigkeit
vernichtet jede Mäßigkeit.
Die Gier als Virus hat mutiert
vielleicht auch dich schon infiziert?
Copyright Gerhard Falk, 2008
Solidarität
Ich bin dagegen,
will mich regen,
auf und ab,
fall’ hinab,
komm’ nach oben,
mit wildem Toben,
das Wasser still,
die Schreie schrill,
niemand hört,
keiner stört,
alles bleibt,
jeder treibt,
nur sein Spiel,
ohne Ziel.
Ich bin dafür,
was seid ihr?
Ist’s zu spät
für Solidarität?
Copyright Gerhard Falk
Traumsterben
Es ist der ganze Lebenslauf
ein stetiges Bergab-Bergauf.
Rennen, rasen – nichts versäumen,
von der großen Liebe träumen.
Auf der Überholspur leben,
den Gewinnen gilt das Streben.
Keine Chance je versäumen,
von der großen Liebe träumen.
Der Turm wächst himmelhoch empor.
Dort wo die Liebe stets erfror.
Da unten sterben Bäume.
Da unten sterben Träume.
Copyright Gerhard Falk
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„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. “
Mahatma Gandhi
www.falk-dautphetal.eu
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