Foren » Verlustangst und Eifersucht » Eifersucht und Verlustangst » Das nächste Mal wird alles besser?

Hallo,

als ich vor ein paar Monaten auf diese Seite gestoßen bin, da steckte meine Beziehung in einer Krise.
Ich war eifersüchtig, das erste mal in meinem Leben. Und ich hatte fürchterliche Angst, meine Freundin zu verlieren.
Es gab natürlich Anläße und Gründe für meine Eifersucht.
Und trotzdessen weiß ich, daß ich unangemessen und falsch reagiert habe.
Vielleicht war das nicht Ursache, wieso unsere Beziehung zu guter Letzt in die Brüche gegangen ist, aber ich denke schon, daß es seinen Beitrag geleistet hat.

Im Moment ist der Verlust und der Schmerz natürlich viel zu groß, als daß ich ernsthaft über eine neue Beziehung nachdenken könnte, aber trotzdem frage ich mich manchmal: wird es beim nächsten Mal wieder genauso sein?
Werde ich da vielleicht auch wieder meinen Teil zum Scheiern beitragen? Werde ich wieder der Person nicht glauben können, wenn sie mir sagt: Du und nur Du bist es die ich will?

Lernt man aus solchen Erfahrungen? Ich meine, wenn ich gelernt hätte meine Eifersucht unter Kontrolle zu halten - und alles hätte ein gutes Ende genommen, dann wäre das ja sowas wie ein Erfolgserlebnis. Aber so?

Kann man ein durchaus destruktives Beziehungsverhalten irgendwann wirklich ablegen?

anotherDay
Hallo AnotherDay,

hmm, oh man. Das tut mir leid, dass es jetzt so geehndet ist. Vielleicht hat es aber auch seinen Sinn?.

Aber ob dieses destruktive Verhalten wieder aufkommt? Ich weiss es nicht, denn ich kann nicht in die Zukunft sehen. Doch ich kann es mir vorstellen, denn die Eifersucht und das Misstrauen hat ja mit Dir und nicht unbedingt mit dem Partner zu tun.

Ich kann nur empfehlen, dass Du weiter für Dich danach suchst, aus welchem Grund dieses MIsstrauen entstanden ist.

Ich glaube aber auch, dass die Zeit, die Du jetzt ganz für Dich hast, neben dem Schmerz und dem Verlust auch ihre verdammt gute Seiten hat: Du sorgst nun wieder nur für Dich und das wird umso wertvoller, je länger Du erstmal keinen PArtner hast.

Die traurigen und einsamen Phasen vergehen mit der Zeit. Und danach wirst Du an Stärke und Eigeninitiative gewinnen und DIch damit vielleicht in der nächsten Partnerschaft vor destruktiven Bindungen schützen können.

Ich für mich freue mich mittlerweile grenzenlos darüber, dass meine Freundin in Spanien ist. Denn ohne Ihr Weggehen hätte ich nie so viel Zeit mit mir nur für mich verbringen (erst müssen, dann) können.

Mittlerweile geniesse ich es, mir den Tag ganz frei einteilen zu können, machen zu können, was ich will. Und das gebe ich auch nicht mehr auf.

Also nutze die Zeit für Dich und freu Dich über eine Freiheit, die Du in der nächsten Beziehung nicht mehr aufgeben musst.

Behalte Deine Ängste im Auge und versuche, Dich weiter zu stärken. Dann klappt es sicherlich auch viel besser beim nächsten Mal :)

Liebe Grüße

Malte
Hallo Malte,

ich habe "Deine Geschichte" verfolgt, und es war schön zu sehen, wie Du fast von Tag zu Tag ein wenig mehr zu Dir selbst gefunden hast. Du bist, denke ich mal, sowas wie ein Vorbild für uns alle hier ;)

Sicher ist es gut, wenn man viel Zeit hat um an sich selbst zu arbeiten, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist.
Aber müssen es denn immer unbedingt so "schlimme" Umstände sein, die einen dazu zwingen?

Im Moment kann ich an der Trennung (und am wieder Single-Sein) nichts, aber überhaupt nichts positives erkennen.
Ich bekomme in den letzten Tagen oft gesagt, ich solle froh sein, daß ich sie los bin...sie war nicht gut für mich usw.
Das mag alles sein, aber trotzdessen liebe ich sie nach wie vor, fehlt sie mir in jeder Sekunde...

Ich habe ein großes Problem mit dem Alleine-Sein. Also nicht mit dem physischen Zustand, sondern mit dem Wissen, da ist niemand der dich liebt. Und das ist, so denke ich mal, das Grundproblem meiner Verlustangst. Wenn ich jemadnen habe, dann habe ich einfach Angst davor, diesen Menschen und damit meinen "Anker" wieder zu verlieren. Und diese Angst führt dann eben genau in die Umstände, die zu einer Trennung führen (können)...

Wenn ich nun längere zeit allein bin (was ja gut ist - um mich selbst zu stärken, um ein autarker Mensch zu werden), umso mehr gerate ich aber wieder in Gefahr, mich an die nächste Beziehung, an den nächsten Menschen zu klammern und ihn dadurch nur wieder zu vertreiben...

mhhh...ein ganz blöder Teufelskreis...
Huhu AnotherDay,

danke für das Kompliment :) Aber das kann jeder packen und ich hab ja auch noch so meine Tage. Heute bin ich zum Beispiel voll auf Nähe eingestellt....aber Frau nich da und ich nix fröhlich. Aber das gibts eben auch.

Nur Ängste bewältigen und sich trotz der unangenehmen Wahrheiten diese zu ertragen zeigt einem dann doch, wie stark man wirklich ist.

Dass Du sie jetzt in jeder Sekunde vermisst und Dich wegen ihrer fehlenden Präsenz an ihr gedanklich festbeisst, ist völlig normal und leider wird das bestimmt noch ne Weile anhalten.

Da hab ich n Buchtipp. Die Doris Wolf hat so n Buch rausgebracht, ich glaube die is auch irgendwie mit dem Merkle zusammen, das heisst "Wenn der Partner geht".

Das hat mir vor fast 3 Jahren sehr geholfen, meine Gefühle zu verstehen und enthält auch echt ein paar praktische Tipps, wie damit umzugehen ist.

Ob es immer so schlimme Umstände sein müssen? Ich weiss es nicht, aber ich glaube sie sind letztlich hilfreich.

Wir sprechen ja nicht umsonst von "Abhängigkeit". Wie kommt denn ein Alkoholiker von dem Zeug weg? In dem er ihm nicht begegnet. Und das schlichte Nicht-Vorhanden sein unserer Droge Partner ist zwar sehr sehr hart, aber effektiv glaube ich. Ich vermute, dass es für zusammenlebende Paare um einiges schwerer ist als für Menschen, die keine andere Möglichkeit haben. Du hast keine Wahl. Ich hatte nur die Wahl, selbst zu gehen oder mich der Situation zu stellen wie sie ist.

Und wenn Du weisst, dass die Gefahr besteht, Dich an die nächstbeste zu klammern, dann ist das doch auch schon mal hilfreich. Stell Dir vor Du machtest das einfach ohne es zu wissen. So kannst Du Dich doch selbst schützen und vernünftig entscheiden, ob DU jemanden nur der Nähe halber wolltest oder weil Du sie schätzt.

Auch wenn Du noch nicht froh über das Ende sein kannst, das kommt noch. Und es ist verständlich, dass Du jetzt enorm drunter leidest.

Aber Du weisst auch, dass das irgendwann vorüber geht.

Liebe Grüße und mach Dich nicht verrückt,

Malte
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