Foren » Forum » Was - wäre - wenn ? » 20. Juli 1944 - Stauffenberg bombt Hitler weg
Ruiz
Wie wäre es gekommen wenn das Stauffenberg Attentat auf Hitler damals geglückt wäre ?
Wäre der Krieg aus gewesen? Oder hätte Deutschland mit den Amerikanern und Briten gegen die Sowjetunion gekämpft?
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.07 19:11 ]
Wäre der Krieg aus gewesen? Oder hätte Deutschland mit den Amerikanern und Briten gegen die Sowjetunion gekämpft?
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.07 19:11 ]
The Real Blaze
Da war großes Aufatmen angesagt bei den Alliierten, als Hitler das überlebt hatte. Stauffenberg wollte eine Militätdikatur, es war keinerlei Rede von irgendwelchen westlichen Demokratiegebilden, schließlich hatte er das selbst auch bekämpft als Soldat.
Stauffenberg war strammer Nationalsozialist.Wäre es nach seinen Willen gegangen, hätte es also nie einen Konrad Adenauer als Kanzler gegeben und alle seine Nachfolger.
Die "Gleichheitslüge" verachtete er, der Weimarer Republik weinte er keine Träne nach. Er wollte den Krieg beenden, von Deutschland retten, was noch zu retten war, und den Vormarsch der Roten Armee auf Reichsgebiet unter allen Umständen verhindern...

Es gibt sogut wie kaum öffentliche Diskusionen, wie ein gerettetes "Stauffenberg" - Großdeutschland sich entwickelt hätte.Man ziert sich weil plötzlich auch die Demokratie wieder als Frage diskutiert werden könnte...
Wohl auch weil es dafür keinerlei Chance gab.Es gibt dutzende Vorkriegszitate von Deutschlands Feinden, die belegen ,um was es wirklich ging. Es ging einzig darum Deutschland als Machtfaktor auszuschalten.
Ja es gab antibolschewistische Pläne, und in der Schweiz wurde über diplomatische Kanäle etwas Richtung Deutschland verlautbart.Insgesamt muß man das aber als Scheinverhandlungen ansehen, um den Widerstandswillen gegen die Russen zu erhalten.
1944/45 war die Niederlage unumstößlich. Politisch hätte sich nichts geändert.Wenn die Alliierten ganz Deutschland behalten hätten, weil es Stauffenberg politisch/militärisch so inszenierte, hätten die Russen gebrochen, der Krieg wäre weitergegangen, weil sie um ihre Beute gebracht worden wären.
Vertragsbruch kann man also mit Fortsetzung des Krieges gleichsetzen.
Die Westalliierten hätten wohl mit Stauffenberg verhandeln müßen, wenn er etwas angeboten hätte.Dieses Angebot lief aber so oder so auf einen Bruch der "Antihitlerkoalition" hinaus. Und mit den Russen zu brechen, wollte man aber nicht , weil stragisch nicht absehbar war, wie dann die Neuordnung Europas ausgesehen hätte.
Man muß davon ausgehen, daß irgendwelche Verhandlungen mit den Westalliierten gescheitert wären, wenn es um den Erhalt des Reiches gegangen wäre.
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.07 19:14 ]
Stauffenberg war strammer Nationalsozialist.Wäre es nach seinen Willen gegangen, hätte es also nie einen Konrad Adenauer als Kanzler gegeben und alle seine Nachfolger.
Die "Gleichheitslüge" verachtete er, der Weimarer Republik weinte er keine Träne nach. Er wollte den Krieg beenden, von Deutschland retten, was noch zu retten war, und den Vormarsch der Roten Armee auf Reichsgebiet unter allen Umständen verhindern...

Es gibt sogut wie kaum öffentliche Diskusionen, wie ein gerettetes "Stauffenberg" - Großdeutschland sich entwickelt hätte.Man ziert sich weil plötzlich auch die Demokratie wieder als Frage diskutiert werden könnte...
Wohl auch weil es dafür keinerlei Chance gab.Es gibt dutzende Vorkriegszitate von Deutschlands Feinden, die belegen ,um was es wirklich ging. Es ging einzig darum Deutschland als Machtfaktor auszuschalten.
Ja es gab antibolschewistische Pläne, und in der Schweiz wurde über diplomatische Kanäle etwas Richtung Deutschland verlautbart.Insgesamt muß man das aber als Scheinverhandlungen ansehen, um den Widerstandswillen gegen die Russen zu erhalten.
1944/45 war die Niederlage unumstößlich. Politisch hätte sich nichts geändert.Wenn die Alliierten ganz Deutschland behalten hätten, weil es Stauffenberg politisch/militärisch so inszenierte, hätten die Russen gebrochen, der Krieg wäre weitergegangen, weil sie um ihre Beute gebracht worden wären.
Vertragsbruch kann man also mit Fortsetzung des Krieges gleichsetzen.
Die Westalliierten hätten wohl mit Stauffenberg verhandeln müßen, wenn er etwas angeboten hätte.Dieses Angebot lief aber so oder so auf einen Bruch der "Antihitlerkoalition" hinaus. Und mit den Russen zu brechen, wollte man aber nicht , weil stragisch nicht absehbar war, wie dann die Neuordnung Europas ausgesehen hätte.
Man muß davon ausgehen, daß irgendwelche Verhandlungen mit den Westalliierten gescheitert wären, wenn es um den Erhalt des Reiches gegangen wäre.
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.07 19:14 ]
The Real Blaze
Alle diejenigen, die noch heute glauben, daß ein erfolgreiches Stauffenbergattentat, irgendetwas verhandlungstechnisches für Deutschland bewirkt hätte, sollte sich diesen Satz aus der Times, vom 8.8.1978 durchlesen: "Kein Teil im Plan der Verschwörer enthielt eine tragischere Fehlkalkulation als ihr Glaube, daß die westlichen Alliierten bereit gewesen wären zu verhandeln."
Was die Stauffenberg Gruppe politisch wollte, ist eigentlich keinerlei Diskusion mehr würdig, weil die Grundlage fehlt, daß sie was bei Erfolg erreicht hätte. So denkt jedenfalls das offizielle Deutschland. Wenn man aber hinter der Stauffenbergfassade schaut, wäre er heute ein Rechtsradikaler, der an Nationalsozialismus und das Großdeutsche Reich glaubte und auch dafür kämpfte.
Am 16.9.1989 schreibt deshalb auch der Londoner Correspondent:" Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor den Faschismus zu retten.Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft nicht akzeptieren konnten."
Na wer will jetzt noch behaupten ,daß der 1.Weltkrieg und auch der 2.Weltkrieg ein anderer Krieg war? Laßt Engländer sprechen, sie sind so frei uns nach dem Krieg die Wahrheit zu erzählen.
Aus diesen Zeitungsartikeln egeben sich nur noch zwei Szenarios:
Erstes Szenario: Stauffenberg bombt Hitler weg, alles läuft nach Plan in Berlin...bis auf Himmler, der putscht Stauffenberg weg und nimmt grausame Rache---> das wohl übelste Szenario, aber genau vor diesem Fall hatte der Bendlerblock Bammel.
zweites Szenario: Stauffenberg bombte Hitler weg, nimmt Verhandlungen mit dem Westen auf und erfährt eine Abfuhr: Deutschland soll bedingungslos kapitulieren und soll zerstückelt und aufgeteilt werden, Siegerjustiz droht, Russen und Alliierte werden plündern, was nicht niet und nagelfest ist. "Was machen dann Stauffenberg?" Denn zu diesem Szenario gabs keine Alternative, weil alles so unumstößlich beschlossen war!
Hätte Strauffenberg mit der Last der Verantwortung dann auch kapituliert, der nur mit dem Westen verhandeln wollte, um die Russen aufzuhalten? Njet! Er wäre gezwungen gewesen weiterzukämpfen, wohl aber mit einer anderen Taktik.Und von Juli 1944 bis Kriegsende gab es noch genug Möglichkeiten ein besseres Kriegsende herbeizuführen, als das reale Kriegsende. Dabei geht es nur um die Gestaltung der Niederlage, also wie man Deutschland und Mitteleuropa vor den Russen bewahrt und so die Amerikaner dazu motiviert, den "Renkenplan" zu verwirklichen.
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.07 19:27 ]
Was die Stauffenberg Gruppe politisch wollte, ist eigentlich keinerlei Diskusion mehr würdig, weil die Grundlage fehlt, daß sie was bei Erfolg erreicht hätte. So denkt jedenfalls das offizielle Deutschland. Wenn man aber hinter der Stauffenbergfassade schaut, wäre er heute ein Rechtsradikaler, der an Nationalsozialismus und das Großdeutsche Reich glaubte und auch dafür kämpfte.
Am 16.9.1989 schreibt deshalb auch der Londoner Correspondent:" Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor den Faschismus zu retten.Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft nicht akzeptieren konnten."
Na wer will jetzt noch behaupten ,daß der 1.Weltkrieg und auch der 2.Weltkrieg ein anderer Krieg war? Laßt Engländer sprechen, sie sind so frei uns nach dem Krieg die Wahrheit zu erzählen.
Aus diesen Zeitungsartikeln egeben sich nur noch zwei Szenarios:
Erstes Szenario: Stauffenberg bombt Hitler weg, alles läuft nach Plan in Berlin...bis auf Himmler, der putscht Stauffenberg weg und nimmt grausame Rache---> das wohl übelste Szenario, aber genau vor diesem Fall hatte der Bendlerblock Bammel.
zweites Szenario: Stauffenberg bombte Hitler weg, nimmt Verhandlungen mit dem Westen auf und erfährt eine Abfuhr: Deutschland soll bedingungslos kapitulieren und soll zerstückelt und aufgeteilt werden, Siegerjustiz droht, Russen und Alliierte werden plündern, was nicht niet und nagelfest ist. "Was machen dann Stauffenberg?" Denn zu diesem Szenario gabs keine Alternative, weil alles so unumstößlich beschlossen war!
Hätte Strauffenberg mit der Last der Verantwortung dann auch kapituliert, der nur mit dem Westen verhandeln wollte, um die Russen aufzuhalten? Njet! Er wäre gezwungen gewesen weiterzukämpfen, wohl aber mit einer anderen Taktik.Und von Juli 1944 bis Kriegsende gab es noch genug Möglichkeiten ein besseres Kriegsende herbeizuführen, als das reale Kriegsende. Dabei geht es nur um die Gestaltung der Niederlage, also wie man Deutschland und Mitteleuropa vor den Russen bewahrt und so die Amerikaner dazu motiviert, den "Renkenplan" zu verwirklichen.
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.07 19:27 ]
Merlin61
Ich habe im Netz eine interessante Seite gefunden, auf der das Attentat / die Folgen vom 20. Juli 1944 sehr ausführlicher und plausibel angesprochen werden:
Zitat:
Diese "Verbrecher", die dem Krieg ein Ende setzen wollten
1944 verhöhnten die Alliierten das fehlgeschlagene Attentat auf Hitler als ein von Verrätern begangenes Verbrechen.
Der Hintergrund enthüllt divergierende "Befreiungs"-Verständnisse sowie die Eisbrecherfunktion des Faschismus für die "Großen Drei"
von Wolfgang Eggert
Die Regie der Sieger
Eine Bande von Verbrechern hat ein Attentat auf Hitler verübt. Der zum Glück unversehrt gebliebene Führer konnte den Putsch einer kleinen Bande von Verbrechern vereiteln, die versucht hatte, ihn umzubringen. Die Hinrichtung der verhafteten Vaterlandsverräter wird bald stattfinden. So lauteten zeitgenössische Berichte über den am 20. Juli 1944 begangenen Versuch, den berüchtigten Naziführer zu beseitigen. Sie würden kaum mehr Aufmerksamkeit verdienen - wenn da nicht der Umstand wäre, daß es nicht die Nazi-Propaganda war, die das legendäre Attentat des deutschen Widerstands auf diese Weise abtat, sondern die angloamerikanische Presse. Sie gab damit die einhellige Meinung der allierten Kriegsführung wieder: die Nazis, so ließ etwa Churchill verlautbaren, hätten ihnen nur die Arbeit abgenommen; sie hätten mit den Verschwörern ebenfalls abrechnen müssen, auch sie waren ihre Feinde.
Tatsächlich musste den Alliierten das Scheitern des 20. Juli 1944 mehr als gelegen kommen. Man stelle sich vor: Hitler stirbt mitten im Sommer 1944. Ein breitgefächertes Bündnis von Widerstandskämpfern übernimmt die Regierung, auf deren Geheiß hin die deutschen Truppen die Waffen niederlegen. Die Kampfhandlungen enden jenseits der Grenzen einer großdeutschen Nation, die das von Britannien so eifersüchtig überwachte Gleichgewicht auf dem Kontinent aus der Waagschale geworfen hat. Doch Besatzung oder gar Teilungen sind unter den gegebenen Umständen nicht in Sicht. Mehr noch, den gerade erst an den Stränden der Bretagne angelandeten Amerikanern bleibt es verwehrt, ihre militärische Präsenz nach Westeuropa zu tragen. Und die Sowjets erhalten keinen Zugriff auf die Länder Osteuropas, die bald hinter einem "Eisernen Vorhang" verschwinden werden: Polen, Ungarn, Bulgarien, die Tschechei, Rumänien, das Baltikum. Dieses Szenario konnte unmöglich im Interesse der Alliierten liegen. Und so musste der Krieg andauern, bis die siegreichen Armeen Stalins, Churchills und Roosevelts ihre längst untereinander abgesteckten "Claims" besetzt hatten. Bis zum Handschlag von Torgau und der Besetzung Berlins musste fanatisch gekämpft werden. Die Regie der Sieger rief nach SS-Truppen, nach Volksstürmen, nach Parteibonzen, die Hitlerjungen mit Hakenkreuzfahnen im Arm ins letzte Gefecht schickten.
Vor dem Hintergrund diente der Nationalsozialismus London, Washington und Moskau auch als psychologisches weil plakatives Feindbild - ein Feigenblatt, das mit einer Machtübernahme von Nazigegnern, demokratischen zudem, fortgeweht worden wäre. So mag sich vielleicht insgesamt besser verstehen lassen, wieso die Versuche der deutschen Widerständler, ausländische Verbündete für ihre Pläne zum Umsturz und zur anschließenden Neuordnung zu finden, ständig frustriert werden mussten. Und zwar an alleroberster Stelle.
Goerdeler - der "Verräter"
Tatsächlich verfügte der "abenteuerliche Widerstand der Junker" fernab alliierter Kriegspropaganda in Wirklichkeit über ganz vorzügliche Referenzen. Vor allem im angloamerikanischen Raum, wohin die Verschwörer des 20. Juli und des Kreisauer Kreises ob ihrer konservativen Grundhaltung auch hin tendierten. Fabian von Schlabrendorff, dem wir das Buch "Offiziere gegen Hitler" verdanken, wurde bereits 1939 von Winston Churchill empfangen. Der Diplomat Adam von Trott zu Solz, Sohn einer englischen Mutter und ehemaliger Rhodes-Stipendiat in Oxford, hatte Zugang zur gesellschaftlichen und intellektuellen Elite der Insel. Er traf 1939 mit dem britischen Premier Chamberlain und Außenminister Lord Halifax zusammen. Trott war es auch, der gemeinsam mit Hans Bernd Gisevius, den Leiter des amerikanischen Geheimdienstes in Bern Allan W. Dulles über die Pläne des Widerstandes informierte. Alexander Kirk, der amerikanische Geschäftsträger in Berlin, war mit dem Organisator des Kreisauer Kreises Helmuth, James Graf von Moltke, bekannt und vermittelte die Verbindung zu dem Diplomaten George F. Kennan, der später als Historiker über die Gespräche berichtete. Die Kontakte des deutschen Widerstandes ins Ausland waren also vielfältig. Und ernüchternd. Vor und nach Ausbruch des Krieges.
Als sich der zivile Führer des 20. Juli, Karl Friedrich Goerdeler, im März 1938 mit den Alliierten in Kontakt setzte, bereiteten ihm diese einen mehr als kühlen Empfang. In London bezichtigte ihn der Erste Ratgeber des britischen Außenministers, Robert Vansittart, sogar des Verrats. Dasselbe galt auch für den Oberleutnant Ulrich von Schwerin, der vor dem Einmarsch in Polen nach London entsandt wurde, um die Engländer davon zu überzeugen, daß die Invasion vereitelt werden könnte, wenn die Engländer Hitler zu verstehen geben würden, daß sie bereit waren, die slawische Nation zu verteidigen. "Nur die Gefahr eines Krieges an zwei Fronten kann Hitler bremsen," lautete seine Botschaft. Die auch dieses Mal auf taube Ohren fiel.
Nach Kriegsausbruch versuchte Trott zu Solz am Rande einer Konferenz in Washington Präsident Roosevelt zur Unterstützung einer Denkschrift zu bewegen. Diese sollte die sich formierende Opposition gegen Hitler ermutigen. Vergeblich. Ab 1942 wurden seitens Emissären des Kreisauer Kreises Versuche unternommen, den Alliierten klarzumachen, daß es durchaus andersdenkende Kreise gab, die den Nazismus zutiefst verachteten und daß die Alliierten den Nazismus keinesfalls mit dem deutschen Volk gleichsetzen dürften. Aber eine solche Unterscheidung wurde von den Alliierten nicht akzeptiert. Chamberlain zeigte eine "eisige" Haltung, Roosevelt hielt Gespräche für "untunlich" und 1942 ließ er einen Mittelsmann wissen, daß seine Bitte um Fühlungnahme die "offizielle Politik" in "Größte Verlegenheit" bringe. Die Friedensangebote des deutschen Widerstands blockte Außenamtschef Eden mit der Bemerkung, daß die Angelegenheit zu den Akten gelegt worden sei, während Churchill mit der Erklärung konterte, daß die Atlantik-Charta nicht für die Achsenmächte gelte.
=> Bedingungslose Kapitulation als Garant des Totalen Krieges
Und als nach dem Kriegseintritt Amerikas die Friedensbemühungen von deutscher Seite (der nazistischen und der widerständlerischen gleichermaßen) verstärkt wurden, da erhoben die Alllierten im Januar 1943 auf der Casablanca-Konfernez die Forderung der bedingunglosen deutschen Kapitulation. Um gleich darauf in aller Öffentlichkeit geradezu katastrophische Kriegsziele zu diskutierten, die für keine deutsche Regierung annehmbar sein konnten. Damit setzte die bedingungslose Kapitulation, wenn sie durch eine verantwortungsbewußte Regierung in Berlin verkündet werden sollte, eine totale Niederlage voraus. Im Umkehrschluß hieß das, daß jetzt aus deutscher Perspektive nur mehr ein schmaler Türausschnitt übrig war, an dessen Pfosten die blutigen Parolen "Totaler Krieg" und "Endsieg" angeschlagen standen.
Die Folgen waren für die Männer des 20. Juli, die jetzt nur noch sehr schwer Unterstützung für Ihre Widerstandsarbeit finden konnten, fatal. Dies zumal die Alliierten in Casablanca einem "besseren Deutschland" die kalte Schulter zeigten. Es wäre leicht gewesen, die verhängnisvolle Forderung nach "bedingungsloser Kapitulation" mit dem zur Opposition ermutigenden Nebensatz zu verbinden: "...so lange Hitler und sein Naziregime an der Macht sind". Unzweifelhaft hätten auf diesem Wege eine ganze Reihe führender Generäle - darauf hoffend, daß eine Umsturzregierung in diesem aussichtlosen Kräftemessen bessere Friedensbedingungen erhielte als die bestehende - den Weg zum Widerstand gefunden. Anstelle dessen wurde nun die bedingungslose Kapitulation vom deutschen Staat verlangt, was - ohne das direkt zu benennen - die Männer um Stauffenberg mit Hitlers Schergen auf ein und dieselbe Stufe stellte. Während das alliierte Lager den Widerstand in sämtlichen außerdeutschen Ländern unterstützte, untergrub es zugleich in geradezu herausfordernder Art und Weise jenen im direkten Feindesland.[...]
Zitat Ende.
.
..
...
....
.....
Weitere Informationen, inklusive umfangreicher Literaturquellen (evtl. zum Ausdrucken) hier => Diese "Verbrecher", die dem Krieg ein Ende setzen wollten
P.S.
Man sollte zum Zeitpunkt Mitte 1944 u.a. berücksichtigen, dass die Rüstungsindustrien der Alliierten auf Hochtouren liefen
und "erst" ca. 30% aller insgesamt abgeworfenen Bomben auf Deutschland gefallen waren - 70% kamen erst noch danach!
Was hätte man bei Mitte-1944-Kriegsende damit gemacht: An nicht anwesende Bündnispartner verteilt oder im Meer versenkt ?
Zitat:
Diese "Verbrecher", die dem Krieg ein Ende setzen wollten
1944 verhöhnten die Alliierten das fehlgeschlagene Attentat auf Hitler als ein von Verrätern begangenes Verbrechen.
Der Hintergrund enthüllt divergierende "Befreiungs"-Verständnisse sowie die Eisbrecherfunktion des Faschismus für die "Großen Drei"
von Wolfgang Eggert
Die Regie der Sieger
Eine Bande von Verbrechern hat ein Attentat auf Hitler verübt. Der zum Glück unversehrt gebliebene Führer konnte den Putsch einer kleinen Bande von Verbrechern vereiteln, die versucht hatte, ihn umzubringen. Die Hinrichtung der verhafteten Vaterlandsverräter wird bald stattfinden. So lauteten zeitgenössische Berichte über den am 20. Juli 1944 begangenen Versuch, den berüchtigten Naziführer zu beseitigen. Sie würden kaum mehr Aufmerksamkeit verdienen - wenn da nicht der Umstand wäre, daß es nicht die Nazi-Propaganda war, die das legendäre Attentat des deutschen Widerstands auf diese Weise abtat, sondern die angloamerikanische Presse. Sie gab damit die einhellige Meinung der allierten Kriegsführung wieder: die Nazis, so ließ etwa Churchill verlautbaren, hätten ihnen nur die Arbeit abgenommen; sie hätten mit den Verschwörern ebenfalls abrechnen müssen, auch sie waren ihre Feinde.
Tatsächlich musste den Alliierten das Scheitern des 20. Juli 1944 mehr als gelegen kommen. Man stelle sich vor: Hitler stirbt mitten im Sommer 1944. Ein breitgefächertes Bündnis von Widerstandskämpfern übernimmt die Regierung, auf deren Geheiß hin die deutschen Truppen die Waffen niederlegen. Die Kampfhandlungen enden jenseits der Grenzen einer großdeutschen Nation, die das von Britannien so eifersüchtig überwachte Gleichgewicht auf dem Kontinent aus der Waagschale geworfen hat. Doch Besatzung oder gar Teilungen sind unter den gegebenen Umständen nicht in Sicht. Mehr noch, den gerade erst an den Stränden der Bretagne angelandeten Amerikanern bleibt es verwehrt, ihre militärische Präsenz nach Westeuropa zu tragen. Und die Sowjets erhalten keinen Zugriff auf die Länder Osteuropas, die bald hinter einem "Eisernen Vorhang" verschwinden werden: Polen, Ungarn, Bulgarien, die Tschechei, Rumänien, das Baltikum. Dieses Szenario konnte unmöglich im Interesse der Alliierten liegen. Und so musste der Krieg andauern, bis die siegreichen Armeen Stalins, Churchills und Roosevelts ihre längst untereinander abgesteckten "Claims" besetzt hatten. Bis zum Handschlag von Torgau und der Besetzung Berlins musste fanatisch gekämpft werden. Die Regie der Sieger rief nach SS-Truppen, nach Volksstürmen, nach Parteibonzen, die Hitlerjungen mit Hakenkreuzfahnen im Arm ins letzte Gefecht schickten.
Vor dem Hintergrund diente der Nationalsozialismus London, Washington und Moskau auch als psychologisches weil plakatives Feindbild - ein Feigenblatt, das mit einer Machtübernahme von Nazigegnern, demokratischen zudem, fortgeweht worden wäre. So mag sich vielleicht insgesamt besser verstehen lassen, wieso die Versuche der deutschen Widerständler, ausländische Verbündete für ihre Pläne zum Umsturz und zur anschließenden Neuordnung zu finden, ständig frustriert werden mussten. Und zwar an alleroberster Stelle.
Goerdeler - der "Verräter"
Tatsächlich verfügte der "abenteuerliche Widerstand der Junker" fernab alliierter Kriegspropaganda in Wirklichkeit über ganz vorzügliche Referenzen. Vor allem im angloamerikanischen Raum, wohin die Verschwörer des 20. Juli und des Kreisauer Kreises ob ihrer konservativen Grundhaltung auch hin tendierten. Fabian von Schlabrendorff, dem wir das Buch "Offiziere gegen Hitler" verdanken, wurde bereits 1939 von Winston Churchill empfangen. Der Diplomat Adam von Trott zu Solz, Sohn einer englischen Mutter und ehemaliger Rhodes-Stipendiat in Oxford, hatte Zugang zur gesellschaftlichen und intellektuellen Elite der Insel. Er traf 1939 mit dem britischen Premier Chamberlain und Außenminister Lord Halifax zusammen. Trott war es auch, der gemeinsam mit Hans Bernd Gisevius, den Leiter des amerikanischen Geheimdienstes in Bern Allan W. Dulles über die Pläne des Widerstandes informierte. Alexander Kirk, der amerikanische Geschäftsträger in Berlin, war mit dem Organisator des Kreisauer Kreises Helmuth, James Graf von Moltke, bekannt und vermittelte die Verbindung zu dem Diplomaten George F. Kennan, der später als Historiker über die Gespräche berichtete. Die Kontakte des deutschen Widerstandes ins Ausland waren also vielfältig. Und ernüchternd. Vor und nach Ausbruch des Krieges.
Als sich der zivile Führer des 20. Juli, Karl Friedrich Goerdeler, im März 1938 mit den Alliierten in Kontakt setzte, bereiteten ihm diese einen mehr als kühlen Empfang. In London bezichtigte ihn der Erste Ratgeber des britischen Außenministers, Robert Vansittart, sogar des Verrats. Dasselbe galt auch für den Oberleutnant Ulrich von Schwerin, der vor dem Einmarsch in Polen nach London entsandt wurde, um die Engländer davon zu überzeugen, daß die Invasion vereitelt werden könnte, wenn die Engländer Hitler zu verstehen geben würden, daß sie bereit waren, die slawische Nation zu verteidigen. "Nur die Gefahr eines Krieges an zwei Fronten kann Hitler bremsen," lautete seine Botschaft. Die auch dieses Mal auf taube Ohren fiel.
Nach Kriegsausbruch versuchte Trott zu Solz am Rande einer Konferenz in Washington Präsident Roosevelt zur Unterstützung einer Denkschrift zu bewegen. Diese sollte die sich formierende Opposition gegen Hitler ermutigen. Vergeblich. Ab 1942 wurden seitens Emissären des Kreisauer Kreises Versuche unternommen, den Alliierten klarzumachen, daß es durchaus andersdenkende Kreise gab, die den Nazismus zutiefst verachteten und daß die Alliierten den Nazismus keinesfalls mit dem deutschen Volk gleichsetzen dürften. Aber eine solche Unterscheidung wurde von den Alliierten nicht akzeptiert. Chamberlain zeigte eine "eisige" Haltung, Roosevelt hielt Gespräche für "untunlich" und 1942 ließ er einen Mittelsmann wissen, daß seine Bitte um Fühlungnahme die "offizielle Politik" in "Größte Verlegenheit" bringe. Die Friedensangebote des deutschen Widerstands blockte Außenamtschef Eden mit der Bemerkung, daß die Angelegenheit zu den Akten gelegt worden sei, während Churchill mit der Erklärung konterte, daß die Atlantik-Charta nicht für die Achsenmächte gelte.
=> Bedingungslose Kapitulation als Garant des Totalen Krieges
Und als nach dem Kriegseintritt Amerikas die Friedensbemühungen von deutscher Seite (der nazistischen und der widerständlerischen gleichermaßen) verstärkt wurden, da erhoben die Alllierten im Januar 1943 auf der Casablanca-Konfernez die Forderung der bedingunglosen deutschen Kapitulation. Um gleich darauf in aller Öffentlichkeit geradezu katastrophische Kriegsziele zu diskutierten, die für keine deutsche Regierung annehmbar sein konnten. Damit setzte die bedingungslose Kapitulation, wenn sie durch eine verantwortungsbewußte Regierung in Berlin verkündet werden sollte, eine totale Niederlage voraus. Im Umkehrschluß hieß das, daß jetzt aus deutscher Perspektive nur mehr ein schmaler Türausschnitt übrig war, an dessen Pfosten die blutigen Parolen "Totaler Krieg" und "Endsieg" angeschlagen standen.
Die Folgen waren für die Männer des 20. Juli, die jetzt nur noch sehr schwer Unterstützung für Ihre Widerstandsarbeit finden konnten, fatal. Dies zumal die Alliierten in Casablanca einem "besseren Deutschland" die kalte Schulter zeigten. Es wäre leicht gewesen, die verhängnisvolle Forderung nach "bedingungsloser Kapitulation" mit dem zur Opposition ermutigenden Nebensatz zu verbinden: "...so lange Hitler und sein Naziregime an der Macht sind". Unzweifelhaft hätten auf diesem Wege eine ganze Reihe führender Generäle - darauf hoffend, daß eine Umsturzregierung in diesem aussichtlosen Kräftemessen bessere Friedensbedingungen erhielte als die bestehende - den Weg zum Widerstand gefunden. Anstelle dessen wurde nun die bedingungslose Kapitulation vom deutschen Staat verlangt, was - ohne das direkt zu benennen - die Männer um Stauffenberg mit Hitlers Schergen auf ein und dieselbe Stufe stellte. Während das alliierte Lager den Widerstand in sämtlichen außerdeutschen Ländern unterstützte, untergrub es zugleich in geradezu herausfordernder Art und Weise jenen im direkten Feindesland.[...]
Zitat Ende.
.
..
...
....
.....
Weitere Informationen, inklusive umfangreicher Literaturquellen (evtl. zum Ausdrucken) hier => Diese "Verbrecher", die dem Krieg ein Ende setzen wollten
P.S.
Man sollte zum Zeitpunkt Mitte 1944 u.a. berücksichtigen, dass die Rüstungsindustrien der Alliierten auf Hochtouren liefen
und "erst" ca. 30% aller insgesamt abgeworfenen Bomben auf Deutschland gefallen waren - 70% kamen erst noch danach!
Was hätte man bei Mitte-1944-Kriegsende damit gemacht: An nicht anwesende Bündnispartner verteilt oder im Meer versenkt ?
The Real Blaze
Es ging doch alles nur nach diesen Fahrplan:
US-Generalstab am 26. April 1945"Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist ... die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu verwirklichen."
Widerstand gegen Hitler spielte keinerlei Rolle, niemand sprach vom Holocaust, die Zerschlagung des Nationalsozialismus wurde erst während des Krieges propagiert , der Bombenkrieg gegen Deutschland schon Jahre vor 1939 geplant und getestet, schon frühzeitig mitten im Frieden den Russen strategische Ressourcen geliefert und so weiter und so fort.
"gewisse alliierte Absichten" waren die Zerschlagung des deutschen Einheitsstaates, als politischer und wirtschaftlicher Faktor, die Vernichtung der Infrastruktur, die geplante und begonnene Ausrottung der Deutschen mit Millionen Bomben auf deutsche Städte, die Vorbereitung ultimativer Vernichtungsschläge mittels Giftgas und Atombomben. Die Alliierten kamen nicht als "Befreier"(US Generalstab) sondern als Plünderer und Vollstrecker "alliierter Absichten" in einen besiegten Feindstaat. Ja und da alles so richtig passt, dürfen wir auch nicht die weiter existente "Feindstaatenklausel" vergessen, gegen deren Tilgung weiterhin USA und GB sind.
Die "atlantische Freundschaft" verstehe ich nicht als Freundschaft, wahre Freunde sehen sich nicht als Feinde an. Das ist absurd und schon lange nicht mehr nachvollziehbar!! Bis heute wird über den "Teich" nur geheuchelt!!
US-Generalstab am 26. April 1945"Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist ... die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu verwirklichen."
Widerstand gegen Hitler spielte keinerlei Rolle, niemand sprach vom Holocaust, die Zerschlagung des Nationalsozialismus wurde erst während des Krieges propagiert , der Bombenkrieg gegen Deutschland schon Jahre vor 1939 geplant und getestet, schon frühzeitig mitten im Frieden den Russen strategische Ressourcen geliefert und so weiter und so fort.
"gewisse alliierte Absichten" waren die Zerschlagung des deutschen Einheitsstaates, als politischer und wirtschaftlicher Faktor, die Vernichtung der Infrastruktur, die geplante und begonnene Ausrottung der Deutschen mit Millionen Bomben auf deutsche Städte, die Vorbereitung ultimativer Vernichtungsschläge mittels Giftgas und Atombomben. Die Alliierten kamen nicht als "Befreier"(US Generalstab) sondern als Plünderer und Vollstrecker "alliierter Absichten" in einen besiegten Feindstaat. Ja und da alles so richtig passt, dürfen wir auch nicht die weiter existente "Feindstaatenklausel" vergessen, gegen deren Tilgung weiterhin USA und GB sind.
Die "atlantische Freundschaft" verstehe ich nicht als Freundschaft, wahre Freunde sehen sich nicht als Feinde an. Das ist absurd und schon lange nicht mehr nachvollziehbar!! Bis heute wird über den "Teich" nur geheuchelt!!
The Real Blaze
Wäre Deutschland gerettet worden, wenn das Attentat gegen Hitler geglückt wäre?
von Dr. Gerhard Frey
Quelle: National-Zeitung
Oberst Graf Stauffenberg, von Kopf bis Fuß auf ein nationales Deutschland eingestellt und ein erbitterter Gegner jeder Form von Schuldkult-Politik, wird heute als „Kronzeuge“ von antideutschen Kreisen in Anspruch genommen, die das exakte Gegenteil seiner ganzen Bestrebungen repräsentieren und die ihn durch den „Verfassungsschutz“ mit allen nur möglichen Repressionen verfolgen würden, hätte er am 20. Juli 1944 überlebt.
Die Aufregung ist groß, dass der Hollywood-Schauspieler Tom Cruise, ein Scientologe, bei den Dreharbeiten ab 19. Juli den Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg spielen soll. Denn der sich ausgerechnet „Verfassungsschutz“ nennende Geheimdienst klagt, Scientology lehne „das demokratische Rechtssystem“ ab und agiere mittels „eines Geheimdienstes“ gegen den Rechtsstaat, ja diffamiere gar Kritiker. Umso passender ist also der vom „Verfassungsschutz“ beschimpfte Tom Cruise als Stauffenberg. Denn der Hitler-Attentäter, hätte er den 20. Juli überlebt, stünde heute rechts von der deutschen Rechten auf der Abschussliste von Leuten wie Schäuble und Beckstein. Dass es für den Stauffenberg-Film im Berliner Bendlerblock, wo Stauffenberg den Tod fand, ein Drehverbot gibt, kennzeichnet die „Toleranz“ der Herrschenden.
Was wollte Stauffenberg wirklich?
Was aber wollte Stauffenberg wirklich und was wäre aus Deutschland geworden, hätte der Oberst am 20. Juli 1944 Erfolg gehabt? Darüber weiß niemand besser Bescheid als der promovierte Historiker Wolfgang Venohr, der nach jahrzehntelangen Studien seine Kenntnisse in dem Buch „Stauffenberg“ zusammengefasst hat (Herbig Verlag, München, 384 Seiten, viele hochinteressante Bilder und Dokumente, Euro 24,90).

Großdeutschland und nichts anderes war das Ziel der Bendlerblock-Putschisten
Venohr stellt seiner Dokumentation voraus: „Oberst Graf Stauffenberg war weder pro-östlich noch pro-westlich“. Ihm sei es widersinnig erschienen, „sich an die amerikanische Politik anzuschließen, die in solchem Grad ihr Unverständnis zeigt, und nicht auch jede Gesprächsmöglichkeit mit Russland zu prüfen, das doch nun einmal Nachbar Deutschlands ist“.
Warum aber haben Mitverschwörer keine der vielen Gelegenheiten ergriffen, Hitler zu beseitigen, sondern überlassen diesen Versuch dem schwerversehrten Stauffenberg?
Venohr: „Seine Mitverschwörer im OKH, im Oberkommando des Heeres, haben in dieser Frage eklatant versagt. Sie alle wollten Hitler töten, und da sie jahrelang dienstlich Zutritt zu ihm hatten, konnten sie es ohne weiteres tun. Denn jeder Offizier musste sich vorschriftsmäßig, umgeschnallt mit Dienstpistole, beim Obersten Befehlshaber melden. Doch keiner von ihnen war bereit, ein Risiko auf sich zu nehmen. Niemand fand sich, das Attentat auszuführen.“
Venohr befasst sich mit der zentralen Frage, die viele Patrioten bis heute bewegt, ob ein erfolgreiches Attentat zum Bruderkrieg in Deutschland geführt hätte. „Bei solcher Frage wird gern auf die Waffen-SS verwiesen. Ganz abgesehen davon, dass die Divisionen der Waffen-SS seit Ende des Jahres 1941 alles andere als NS-Prätorianergarden, sondern hochgeschätzte Eliteverbände der deutschen Fronttruppe waren, hält eine derartige Betrachtungsweise keiner sachlichen Nachprüfung stand. Die zehn beweglichen Divisionen der Waffen-SS standen am 20. Juli 1944 ausnahmslos im schwersten Einsatz an den Abwehrfronten: Sechs in der Normandie, drei an der Ostfront, eine in Italien.“
Nach der Überzeugung des Autors hätten die Offiziere und Soldaten der SS-Divisionen, sobald Hitler tot war, nur ihrem Vorgesetzten gehorcht. „Die militärische Disziplin der deutschen Soldaten blieb bis zum letzten Kriegstag unerschüttert. Sie hätten dem Nachfolger wie dem Vorgänger gehorcht. Und keine Division, kein Regiment, keine Kompanie hätte kehrtgemacht und die Kameraden an der Front im Stich gelassen.“
Was aber wäre geschehen, hätte die Offiziersrevolte „Erfolg“ gehabt?
Möglicherweise würde sich dann bis heute die Legende halten, nur Hitlers Tod habe zur Niederlage Deutschlands geführt. Von jenen, die den 20. Juli 1944 heute als „Deutschlands Ehrenrettung“ feiern, wird in aller Regel vergessen, dass die Putschisten der äußersten Rechten entstammen und in der politischen Landschaft der damaligen wie der heutigen Zeit als „erzreaktionär“ zuzuordnen sind.

Stauffenbergs Idee war ein real existierendes Großdeutschland und die NSDAP hätte es als nationale Volkspartei nachwievor gegeben.
Im Gegensatz zur freiheitlichen Rechten hatten sie mit der Demokratie nichts im Sinne.
So ergibt sich die aparte Tatsache, dass der Nationalsozialismus, der übrigens von Historikern wie Prof. Diwald als „links“ eingestuft wird, nur einen einzigen gefährlichen Anschlag erdulden musste, nämlich von ganz rechts.
Andererseits wiegten sich NS-kritische Politiker und Offiziere in dem Glauben, es könne nach dem Tod Hitlers eine Chance geben, mit den Westmächten zu einem Waffenstillstand oder gar einem Kompromissfrieden zu gelangen.
Venohr weist das zurück. „Auch wenn die neue Reichsregierung nach dem 20. Juli 1944 aus den himmlischen Heerscharen Gottes gebildet worden wäre, hätten die Alliierten niemals von dem Ziel gelassen, das Reich zu vernichten und Deutschland für immer zu entmachten.“ Eine antifaschistische Reichsregierung wäre nicht besser behandelt worden, da die Alliierten auf bedingungsloser Kapitulation und Totalbesetzung Deutschlands bestanden.
Nach Meinung des Autors hätte sich Graf Stauffenberg leidenschaftlich gegen eine Unterwerfung unter den alliierten Rachewillen gewehrt, doch „irgendwann, vielleicht am 1. September 1944, wäre es doch zur Kapitulation der Wehrmacht gekommen“.
Hier wird in der wirklich sensationellen Ausarbeitung Venohrs ins Feld geführt: „Aber was hätte das für das deutsche Volk bedeutet! Acht furchtbare Kriegsmonate wären ihm erspart geblieben. 175 Schwerstbombardements deutscher Städte hätten nicht mehr stattgefunden. Dresden, Potsdam, Darmstadt, Würzburg ständen noch unversehrt; Berlin, die Reichshauptstadt, wäre nicht halb so schwer zerstört worden. Vor allem: Kein Feind hätte kämpfend deutschen Boden betreten.“
Weniger glaubwürdig ist Venohrs Hoffnung: „Sehr wahrscheinlich wären Frauen und Mädchen von den furchtbaren Gräueltaten verschont geblieben.“
Der Erfolg der alliierten Invasion des 6. Juni 1944 spielt in der Darstellung Venohrs eine entscheidende Rolle. „Vom 10. Juni 1944 an, von dem Tag also gerechnet, an dem es jedem militärischen Fachmann klar sein musste, dass es nicht gelingen konnte, die alliierte Invasion ‚ins Wasser zu schmeißen‘, gab es nicht die geringste Rechtfertigung mehr, den Krieg fortzusetzen. Jeder Tag früher, an dem er zu Ende ging, musste von nun an als unschätzbarer Gewinn für das deutsche Volk und für das Reich betrachtet werden.“
Im Gegensatz zur heutigen freiheitlichen Rechten in Deutschland war Stauffenberg allerdings kein Verfechter einer Demokratie, wie sie im Grundgesetz verankert ist.
Was wollte der Attentäter?
Er habe mit den Ideen des nationalen Sozialismus aufrichtig sympathisiert, sei sich aber bewusst gewesen, dass die Anti-Hitler-Verschwörung im deutschen Volk völlig isoliert war.

SS im Bendlerblock - der andersdenkende Nationalsozialist Stauffenberg wurde hier erschossen.
Venohr: „Die deutsche Bevölkerung stand auch 1944 in überwältigender Mehrheit zu Adolf Hitler.
Die Alliierten hatten mit ihrem planmäßigen Flächenbombardement, ihrem verbrecherischen Luftterror, Führer und Volk zu einer trotzigen Schicksalsgemeinschaft zusammengeschweißt. Die Wehrmacht, vom Gefreiten bis zum General, stemmte sich verzweifelt gegen die entehrende Forderung der Alliierten nach ‚bedingungsloser Kapitulation‘.“
Hierzu bringt der Autor unwiderlegbare Beweise vor: „Kurz nach dem Attentat, Anfang August 1944, führten die Amerikaner Meinungsbefragungen bei ihren deutschen Kriegsgefangenen durch. Auf die Frage nach dem Vertrauen zu Hitler antworteten 68 Prozent mit ja und nur 17 Prozent mit nein. Auf die Frage nach einem deutschen Endsieg antworteten 55 Prozent mit ja und nur 11 Prozent mit nein.“

Venohrs Buch "Stauffenberg"
Stauffenberg war kein Monarchist, aber ganz gewiss auch kein Demokrat, jedoch ganz und gar auf Deutschlands Freiheit und Wiederaufstieg ausgerichtet. Dabei war er „weit von jener närrischen Vorliebe für England entfernt, die viele Deutsche bis hinauf zu Hitler, kultivierten und deren letzter Ursprung nationale Minderwertigkeitskomplexe waren. Mit erstaunlicher historischer Sehkraft verglich er die Zukunft des britischen Weltreiches mit dem Bilde einer ‚verlöschenden Glut‘.“
Im Mittelpunkt der Überlegungen Stauffenbergs sei die Überwindung des Versailler Diktats gestanden. „Am 30. April 1937 erlebte Stauffenberg vielleicht den glücklichsten Tag seines Lebens, als er im Radio hörte, wie Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag erklärte: ‚Ich ziehe hiermit die deutsche Unterschrift feierlich zurück von jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres Wissen abgepressten Erklärung, dass Deutschland die Schuld am Krieg besitzt‘.“
Man vergleiche einmal die aufrechte und ganz und gar am Lebensrecht der deutschen Nation ausgerichtete Haltung Stauffenbergs mit den immerwährenden Schuldanklagen und Erbsünde-Thesen von Merkel und Gesinnungsgenossen, womit die Deutschen Generation um Generation um die Gleichberechtigung in Völkerfamilie und Staatenwelt gebracht werden.
Besonders begeistert habe Stauffenberg der Anschluss Österreichs. „Stauffenberg hat die Wiedervereinigung der Reichsdeutschen und der Österreicher jubelnd, ja aus vollem Herzen begrüßt. Wie sollte er auch nicht? Aufgewachsen in der geistigen Tradition des Stauffer-Reiches war er von Kopf bis Fuß großdeutsch eingestellt. Damit stand er in der Überlieferung aller patriotischen und fortschrittlichen Kräfte der deutschen Geschichte, nicht zuletzt auch in der der großdeutschen Revolution von 1848/49. Darüber hinaus entsprach ja die Wiedervereinigung der Deutschen in Österreich, die seit vielen Jahrhunderten Bestandteil der deutschen Nation gewesen waren, mit den Deutschen im Reich der Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, die seit 1918 ihren Siegeszug über die Welt angetreten hatten.“
Hier gibt allerdings Venohr zu bedenken: „Was niemand wusste, auch der Rittmeister Stauffenberg nicht, war die Tatsache, dass sich Hitlers Hoffnungen auf ein engeres Zusammengehen mit Großbritannien nicht erfüllen, dass vor allem die amerikanische Presse das Münchner Abkommen scharf verurteilte und die englische Öffentlichkeit im antideutschen Sinne unter Druck setzte.“
Wenig begeistert habe sich Stauffenberg im Polenkrieg gezeigt: „Der Eindruck war unvergesslich. Das Hervorstechendste an diesem Land ist die Verwahrlosung. Nicht nur eine unendliche Armut und Verschlamptheit, sondern der Eindruck des Heruntergekommenen... Ich muss jetzt schon lachen beim Gedanken an die Verbrüderung der Deutschen und der Roten Armee, wenn wir uns die Hände reichen.“
Mit aufrichtigem Zorn registrierte Stauffenberg als „kriegsentscheidenden“ Fehler, dass man das englische Heer bei Dünkirchen entkommen ließ.
Welchen Kriegsausgang Stauffenberg anstrebte, war eindeutig. „Dass er in den ersten beiden Kriegsjahren, von 1939 bis 1941, nichts als ein pflichtbewusster Offizier war, der leidenschaftlich den Sieg der deutschen Waffen wünschte, ist deutlich geworden.“
Entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges war, dass sich nun von Tag zu Tag mehr die gewaltigen Hilfslieferungen der USA und Großbritanniens an die Sowjetunion auswirkten. „Das Bild, das sich Stauffenberg Ende September 1942 von der deutschen Kriegslage machen konnte, sah entschieden anders aus als jenes, das die Heimat und vielleicht auch die Welt vor Augen hatten.
Scheinbar stand Hitler auf dem Höhepunkt seiner Erfolge: Ganz Europa – von der Wolga bis zum Atlantik – lag ihm zu Füßen, seine Soldaten standen bei Stalingrad und an der spanischen Grenze, am Nordkap und vor den Toren Alexandrias in Ägypten. Deutschland hatte die größte Machtentfaltung in seiner tausendjährigen Geschichte erreicht. Doch erhob sich hinter dieser glänzenden Fassade bereits das Gespenst einer schrecklichen Niederlage.”
Im Gegensatz zu heute in Deutschland führenden Politikern war Stauffenberg voller grenzenloser Bewunderung für den deutschen Soldaten, wie sie auch der ehemalige Oberstleutnant der Sowjetstreitkräfte, Leon Volkow in „News Week“ zum Ausdruck brachte: „Wir Russen mussten im letzten Krieg eine erschütternde Erfahrung nationalen Ausmaßes hinnehmen. Wir erhielten das Gefühl, den Deutschen nicht gewachsen zu sein. Selbst in unserem schließlichen Triumph haben wir uns nicht völlig von diesem Gefühl der militärischen Unterlegenheit erholen können. Wohl setzten wir Vertrauen in die Tapferkeit unserer Soldaten und auf die Fähigkeit unserer Heerführer. Aber wir sahen weiterhin in der deutschen Armee und ihrer absoluten Disziplin etwas Übermenschliches! Dafür gab es Grund genug. Die Deutschen besaßen in ihrem ersten Ansturm 2.400 Panzer, um sie gegen 20.000 sowjetische zu werfen. In der Verteidigung wurde die deutsche Armee manchmal im Verhältnis 12:1 von der Roten Armee an Zahl übertroffen. Doch die Deutschen zögerten nicht anzugreifen, selbst wenn sie wussten, dass sie einer dreifachen Übermacht gegenüberstanden.“
Auf der Konferenz zwischen Roosevelt und Churchill vom 14. bis 25. Januar 1943 in Casablanca wurde die „ungeheuerliche Forderung“ nach bedingungsloser Kapitulation der Wehrmacht proklamiert. Nun hatten die westlichen Alliierten „unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass der Kampf nicht nur Hitler, sondern vor allem Deutschland galt.“ Der Eid auf Hitler habe sich unter dem Druck der Gegner in ein Gelöbnis für Deutschland verwandelt. „Es war eine Nibelungensituation von namenloser Ausweglosigkeit.“
In Afrika wurde Stauffenberg das Opfer alliierter Tiefflieger, denen wir nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Den Schwerstverwundeten schaffte man in ein deutsches Lazarett in Karthago. Gesicht, Hände und Knie waren zerschossen. Ein Auge konnte gerettet werden.
Trotz und nach ungeheueren Verlusten der Wehrmacht „war im März/April 1943 an der Ostfront eine Art militärisches Wunder geschehen, als neu aufgestellte Panzergrenadierdivisionen (‚Leibstandarte‘ – ‚Großdeutschland‘ – ‚Das Reich‘ – ‚Totenkopf‘) unter Mansteins Führung den Sowjets in der Ukraine eine schwere Niederlage beigebracht und Charkow sowie Belgorod zurückerobert hatten. Die Vernichtung der deutschen Heeresgruppe Süd war dem sowjetischen Oberkommando damit misslungen. Seitdem stand die Ostfront wieder, und es war zu vermuten, dass der östliche Gegner drei, vier Monate benötigen würde, um zu neuem Atem zu kommen.“
Wo aber fand sich ein Weg zur Rettung Deutschlands? „Seit dem 26. August 1941 hat der Premierminister Churchill die totale Entmachtung Deutschlands als westliches Kriegsziel festgelegt und in einer Kabinettsitzung erklärt, die besiegten Deutschen sollten ‚fett, aber impotent‘ gemacht werden. Im Februar und August 1942 waren bereits erhebliche Gebietsamputationen und die Vertreibung von Millionen Deutschen aus dem preußischen Osten im Foreign Office festgelegt worden.“
Denn im Westen sei es primär „gar nicht um den Kampf gegen Hitler und den Faschismus“ gegangen, „sondern in Wahrheit um die Vernichtung Deutschlands als Staat und Großmacht“. Die Konsequenz: „Die deutsche antifaschistische Opposition kam deshalb als Verhandlungspartner für die Westmächte überhaupt nicht infrage, sondern war für sie lediglich als innerer Störfaktor der deutschen militärischen Abwehrkraft von Interesse. Die Sowjetunion hingegen hatte in der ersten Jahreshälfte 1943 auf verdeckten Wegen (via Stockholm) wiederholt Gesprächsbereitschaft in Richtung Berlin signalisiert.“
Wie also sah die große Sehnsucht des Attentäters aus?
„Dass alle Deutschen Mitteleuropas in einem geschlossenen Nationalstaat leben, dass also auch Österreich und das Sudetenland Teile des Reiches bleiben sollten, entsprach nicht nur seinen politisch-historischen Überzeugungen, sondern deckte sich ja überdies vollkommen mit dem demokratischen Selbstbestimmungsrecht der Völker. Hatte nicht selbst Stalin die deutsche Anschlusspolitik von 1938, ja selbst das Münchner Abkommen desselben Jahres ausdrücklich legitimiert?“
Stauffenbergs Credo schon Ende 1943 lautete: „Der Krieg geht verloren, wenn die Kriegführung nicht erheblich verschärft wird. Es wird immer vom totalen Krieg gesprochen; aber wo ist in Wirklichkeit der totale Krieg?“
Der Allfrontenkrieg erwies sich als das ganz große Unglück.
Die Situation im Frühjahr 1944 laut Venohr: „Es hätte durchaus genügt, 25 kampfkräftige deutsche Divisionen, davon die Hälfte Panzerverbände, mit 1.000 bis 1.500 schweren Panzern an den Südflügel der deutschen Ostfront zu führen, um die Sowjets zu stoppen, ja sie auf die Dnjepr-Linie zurückzuwerfen. Und in der Tat existierten diese Kräfte. Sie standen aber Gewehr bei Fuß in Frankreich, in Erwartung der westalliierten Invasion, und hatten nur sehr begrenzte Spritvorräte.“ Von nun an habe der deutsche Russlandkämpfer, der nun seit zweieinhalb Jahren im permanenten Großkampf stand, keinerlei Chance mehr. Ja, er musste durch eine doppelte Hölle gehen, da der sowjetische Gegner jetzt auch noch die absolute Luftherrschaft gewann.

Wenn die Invasion gescheitert wäre, wie fast am Omaha Beach, und auch noch das Stauffenberg Attentat geglückt wäre, hätte es die Lage des Reiches merklich verbessert!
Es war kein Sieg mehr drin, aber ein besseres Kriegsende für Deutschland.
Als im Morgengrauen des 6. Juni 1944 die westlichen Alliierten in der Normandie landeten, war der für die Abwehr der Invasion zuständige Feldmarschall Rommel zu einer Geburtstagsfeier seiner Ehefrau in das 1.800 Kilometer entfernte Herrlingen gereist, obwohl der Geburtstag auch würdig im feudalen Schloss in der Normandie begangen hätte werden können, in dem Rommel residierte. Als der Feldmarschall am Abend des 6. Juni in sein Hauptquartier zurückgekehrt war, hatten sich die Invasionstruppen bereits festgesetzt.
Stauffenberg ging davon aus, „dass die Eliteverbände der Waffen-SS, des Heeres und der Fallschirmjäger in unübertrefflicher Tapferkeit kämpfen würden“. Aber was nütze das auf die Dauer schon, wenn die Treibstoffvorräte zur Neige gingen und die deutsche Luftwaffe im Invasionsraum kaum vorhanden war.
Bei Fortsetzung des gegenwärtigen Kurses „ist eine Niederlage und Vernichtung der materiellen und blutsmäßigen Substanz unausbleiblich. Das drohende Verhängnis kann nur durch Beseitigung der jetzigen Führung abgewendet werden. Das derzeitige Regime hat kein Recht, das ganze deutsche Volk mit in seinen Untergang hineinzuziehen.“ Stauffenberg kurz vor dem Attentat: „Es geht jetzt nicht mehr um den Führer, nicht um das Vaterland, nicht um meine Frau und meine vier Kinder, sondern es geht jetzt um das ganze deutsche Volk.“
Venohr: „Das Reich, um dessen Existenz seine Gedanken kreisten, befand sich in Todesnot! Dass die Front in der Normandie, ungeachtet der totalen Luftherrschaft der Alliierten, nach vier Wochen blutigster Abwehrschlacht noch hielt, glich einem Wunder. Im Osten aber stießen die sowjetischen Panzerkeile bereits auf Wilna und Brest-Litowsk vor, existierte kaum noch eine geschlossene Abwehrfront. Und warum fand sich keiner seiner Mitverschworenen, die so häufig Zutritt zu den Lage- und Spezialbesprechungen Adolf Hitlers hatten, zum Attentat bereit?“
Stauffenbergs Schwur: „Wir glauben an die Zukunft der Deutschen. Wir wissen im Deutschen die Kräfte, die ihn berufen, die Gemeinschaft der abendländischen Völker zu schönerem Leben zu führen. Wir bekennen uns im Geist und in der Tat zu den großen Überlieferungen unseres Volkes, das durch die Verschmelzung hellenischer und christlicher Ursprünge in germanischem Wesen das abendländische Menschentum schufen. Wir wollen eine Neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt, verachten aber die Gleichheitslüge und fordern die Anerkennung der naturgegebenen Ränge.“
Der Oberst starb mit dem Ruf: „Es lebe Deutschland!“
von Dr. Gerhard Frey
Quelle: National-Zeitung
Oberst Graf Stauffenberg, von Kopf bis Fuß auf ein nationales Deutschland eingestellt und ein erbitterter Gegner jeder Form von Schuldkult-Politik, wird heute als „Kronzeuge“ von antideutschen Kreisen in Anspruch genommen, die das exakte Gegenteil seiner ganzen Bestrebungen repräsentieren und die ihn durch den „Verfassungsschutz“ mit allen nur möglichen Repressionen verfolgen würden, hätte er am 20. Juli 1944 überlebt.
Die Aufregung ist groß, dass der Hollywood-Schauspieler Tom Cruise, ein Scientologe, bei den Dreharbeiten ab 19. Juli den Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg spielen soll. Denn der sich ausgerechnet „Verfassungsschutz“ nennende Geheimdienst klagt, Scientology lehne „das demokratische Rechtssystem“ ab und agiere mittels „eines Geheimdienstes“ gegen den Rechtsstaat, ja diffamiere gar Kritiker. Umso passender ist also der vom „Verfassungsschutz“ beschimpfte Tom Cruise als Stauffenberg. Denn der Hitler-Attentäter, hätte er den 20. Juli überlebt, stünde heute rechts von der deutschen Rechten auf der Abschussliste von Leuten wie Schäuble und Beckstein. Dass es für den Stauffenberg-Film im Berliner Bendlerblock, wo Stauffenberg den Tod fand, ein Drehverbot gibt, kennzeichnet die „Toleranz“ der Herrschenden.
Was wollte Stauffenberg wirklich?
Was aber wollte Stauffenberg wirklich und was wäre aus Deutschland geworden, hätte der Oberst am 20. Juli 1944 Erfolg gehabt? Darüber weiß niemand besser Bescheid als der promovierte Historiker Wolfgang Venohr, der nach jahrzehntelangen Studien seine Kenntnisse in dem Buch „Stauffenberg“ zusammengefasst hat (Herbig Verlag, München, 384 Seiten, viele hochinteressante Bilder und Dokumente, Euro 24,90).

Großdeutschland und nichts anderes war das Ziel der Bendlerblock-Putschisten
Venohr stellt seiner Dokumentation voraus: „Oberst Graf Stauffenberg war weder pro-östlich noch pro-westlich“. Ihm sei es widersinnig erschienen, „sich an die amerikanische Politik anzuschließen, die in solchem Grad ihr Unverständnis zeigt, und nicht auch jede Gesprächsmöglichkeit mit Russland zu prüfen, das doch nun einmal Nachbar Deutschlands ist“.
Warum aber haben Mitverschwörer keine der vielen Gelegenheiten ergriffen, Hitler zu beseitigen, sondern überlassen diesen Versuch dem schwerversehrten Stauffenberg?
Venohr: „Seine Mitverschwörer im OKH, im Oberkommando des Heeres, haben in dieser Frage eklatant versagt. Sie alle wollten Hitler töten, und da sie jahrelang dienstlich Zutritt zu ihm hatten, konnten sie es ohne weiteres tun. Denn jeder Offizier musste sich vorschriftsmäßig, umgeschnallt mit Dienstpistole, beim Obersten Befehlshaber melden. Doch keiner von ihnen war bereit, ein Risiko auf sich zu nehmen. Niemand fand sich, das Attentat auszuführen.“
Venohr befasst sich mit der zentralen Frage, die viele Patrioten bis heute bewegt, ob ein erfolgreiches Attentat zum Bruderkrieg in Deutschland geführt hätte. „Bei solcher Frage wird gern auf die Waffen-SS verwiesen. Ganz abgesehen davon, dass die Divisionen der Waffen-SS seit Ende des Jahres 1941 alles andere als NS-Prätorianergarden, sondern hochgeschätzte Eliteverbände der deutschen Fronttruppe waren, hält eine derartige Betrachtungsweise keiner sachlichen Nachprüfung stand. Die zehn beweglichen Divisionen der Waffen-SS standen am 20. Juli 1944 ausnahmslos im schwersten Einsatz an den Abwehrfronten: Sechs in der Normandie, drei an der Ostfront, eine in Italien.“
Nach der Überzeugung des Autors hätten die Offiziere und Soldaten der SS-Divisionen, sobald Hitler tot war, nur ihrem Vorgesetzten gehorcht. „Die militärische Disziplin der deutschen Soldaten blieb bis zum letzten Kriegstag unerschüttert. Sie hätten dem Nachfolger wie dem Vorgänger gehorcht. Und keine Division, kein Regiment, keine Kompanie hätte kehrtgemacht und die Kameraden an der Front im Stich gelassen.“
Was aber wäre geschehen, hätte die Offiziersrevolte „Erfolg“ gehabt?
Möglicherweise würde sich dann bis heute die Legende halten, nur Hitlers Tod habe zur Niederlage Deutschlands geführt. Von jenen, die den 20. Juli 1944 heute als „Deutschlands Ehrenrettung“ feiern, wird in aller Regel vergessen, dass die Putschisten der äußersten Rechten entstammen und in der politischen Landschaft der damaligen wie der heutigen Zeit als „erzreaktionär“ zuzuordnen sind.

Stauffenbergs Idee war ein real existierendes Großdeutschland und die NSDAP hätte es als nationale Volkspartei nachwievor gegeben.
Im Gegensatz zur freiheitlichen Rechten hatten sie mit der Demokratie nichts im Sinne.
So ergibt sich die aparte Tatsache, dass der Nationalsozialismus, der übrigens von Historikern wie Prof. Diwald als „links“ eingestuft wird, nur einen einzigen gefährlichen Anschlag erdulden musste, nämlich von ganz rechts.
Andererseits wiegten sich NS-kritische Politiker und Offiziere in dem Glauben, es könne nach dem Tod Hitlers eine Chance geben, mit den Westmächten zu einem Waffenstillstand oder gar einem Kompromissfrieden zu gelangen.
Venohr weist das zurück. „Auch wenn die neue Reichsregierung nach dem 20. Juli 1944 aus den himmlischen Heerscharen Gottes gebildet worden wäre, hätten die Alliierten niemals von dem Ziel gelassen, das Reich zu vernichten und Deutschland für immer zu entmachten.“ Eine antifaschistische Reichsregierung wäre nicht besser behandelt worden, da die Alliierten auf bedingungsloser Kapitulation und Totalbesetzung Deutschlands bestanden.
Nach Meinung des Autors hätte sich Graf Stauffenberg leidenschaftlich gegen eine Unterwerfung unter den alliierten Rachewillen gewehrt, doch „irgendwann, vielleicht am 1. September 1944, wäre es doch zur Kapitulation der Wehrmacht gekommen“.
Hier wird in der wirklich sensationellen Ausarbeitung Venohrs ins Feld geführt: „Aber was hätte das für das deutsche Volk bedeutet! Acht furchtbare Kriegsmonate wären ihm erspart geblieben. 175 Schwerstbombardements deutscher Städte hätten nicht mehr stattgefunden. Dresden, Potsdam, Darmstadt, Würzburg ständen noch unversehrt; Berlin, die Reichshauptstadt, wäre nicht halb so schwer zerstört worden. Vor allem: Kein Feind hätte kämpfend deutschen Boden betreten.“
Weniger glaubwürdig ist Venohrs Hoffnung: „Sehr wahrscheinlich wären Frauen und Mädchen von den furchtbaren Gräueltaten verschont geblieben.“
Der Erfolg der alliierten Invasion des 6. Juni 1944 spielt in der Darstellung Venohrs eine entscheidende Rolle. „Vom 10. Juni 1944 an, von dem Tag also gerechnet, an dem es jedem militärischen Fachmann klar sein musste, dass es nicht gelingen konnte, die alliierte Invasion ‚ins Wasser zu schmeißen‘, gab es nicht die geringste Rechtfertigung mehr, den Krieg fortzusetzen. Jeder Tag früher, an dem er zu Ende ging, musste von nun an als unschätzbarer Gewinn für das deutsche Volk und für das Reich betrachtet werden.“
Im Gegensatz zur heutigen freiheitlichen Rechten in Deutschland war Stauffenberg allerdings kein Verfechter einer Demokratie, wie sie im Grundgesetz verankert ist.
Was wollte der Attentäter?
Er habe mit den Ideen des nationalen Sozialismus aufrichtig sympathisiert, sei sich aber bewusst gewesen, dass die Anti-Hitler-Verschwörung im deutschen Volk völlig isoliert war.

SS im Bendlerblock - der andersdenkende Nationalsozialist Stauffenberg wurde hier erschossen.
Venohr: „Die deutsche Bevölkerung stand auch 1944 in überwältigender Mehrheit zu Adolf Hitler.
Die Alliierten hatten mit ihrem planmäßigen Flächenbombardement, ihrem verbrecherischen Luftterror, Führer und Volk zu einer trotzigen Schicksalsgemeinschaft zusammengeschweißt. Die Wehrmacht, vom Gefreiten bis zum General, stemmte sich verzweifelt gegen die entehrende Forderung der Alliierten nach ‚bedingungsloser Kapitulation‘.“
Hierzu bringt der Autor unwiderlegbare Beweise vor: „Kurz nach dem Attentat, Anfang August 1944, führten die Amerikaner Meinungsbefragungen bei ihren deutschen Kriegsgefangenen durch. Auf die Frage nach dem Vertrauen zu Hitler antworteten 68 Prozent mit ja und nur 17 Prozent mit nein. Auf die Frage nach einem deutschen Endsieg antworteten 55 Prozent mit ja und nur 11 Prozent mit nein.“

Venohrs Buch "Stauffenberg"
Stauffenberg war kein Monarchist, aber ganz gewiss auch kein Demokrat, jedoch ganz und gar auf Deutschlands Freiheit und Wiederaufstieg ausgerichtet. Dabei war er „weit von jener närrischen Vorliebe für England entfernt, die viele Deutsche bis hinauf zu Hitler, kultivierten und deren letzter Ursprung nationale Minderwertigkeitskomplexe waren. Mit erstaunlicher historischer Sehkraft verglich er die Zukunft des britischen Weltreiches mit dem Bilde einer ‚verlöschenden Glut‘.“
Im Mittelpunkt der Überlegungen Stauffenbergs sei die Überwindung des Versailler Diktats gestanden. „Am 30. April 1937 erlebte Stauffenberg vielleicht den glücklichsten Tag seines Lebens, als er im Radio hörte, wie Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag erklärte: ‚Ich ziehe hiermit die deutsche Unterschrift feierlich zurück von jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres Wissen abgepressten Erklärung, dass Deutschland die Schuld am Krieg besitzt‘.“
Man vergleiche einmal die aufrechte und ganz und gar am Lebensrecht der deutschen Nation ausgerichtete Haltung Stauffenbergs mit den immerwährenden Schuldanklagen und Erbsünde-Thesen von Merkel und Gesinnungsgenossen, womit die Deutschen Generation um Generation um die Gleichberechtigung in Völkerfamilie und Staatenwelt gebracht werden.
Besonders begeistert habe Stauffenberg der Anschluss Österreichs. „Stauffenberg hat die Wiedervereinigung der Reichsdeutschen und der Österreicher jubelnd, ja aus vollem Herzen begrüßt. Wie sollte er auch nicht? Aufgewachsen in der geistigen Tradition des Stauffer-Reiches war er von Kopf bis Fuß großdeutsch eingestellt. Damit stand er in der Überlieferung aller patriotischen und fortschrittlichen Kräfte der deutschen Geschichte, nicht zuletzt auch in der der großdeutschen Revolution von 1848/49. Darüber hinaus entsprach ja die Wiedervereinigung der Deutschen in Österreich, die seit vielen Jahrhunderten Bestandteil der deutschen Nation gewesen waren, mit den Deutschen im Reich der Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, die seit 1918 ihren Siegeszug über die Welt angetreten hatten.“
Hier gibt allerdings Venohr zu bedenken: „Was niemand wusste, auch der Rittmeister Stauffenberg nicht, war die Tatsache, dass sich Hitlers Hoffnungen auf ein engeres Zusammengehen mit Großbritannien nicht erfüllen, dass vor allem die amerikanische Presse das Münchner Abkommen scharf verurteilte und die englische Öffentlichkeit im antideutschen Sinne unter Druck setzte.“
Wenig begeistert habe sich Stauffenberg im Polenkrieg gezeigt: „Der Eindruck war unvergesslich. Das Hervorstechendste an diesem Land ist die Verwahrlosung. Nicht nur eine unendliche Armut und Verschlamptheit, sondern der Eindruck des Heruntergekommenen... Ich muss jetzt schon lachen beim Gedanken an die Verbrüderung der Deutschen und der Roten Armee, wenn wir uns die Hände reichen.“
Mit aufrichtigem Zorn registrierte Stauffenberg als „kriegsentscheidenden“ Fehler, dass man das englische Heer bei Dünkirchen entkommen ließ.
Welchen Kriegsausgang Stauffenberg anstrebte, war eindeutig. „Dass er in den ersten beiden Kriegsjahren, von 1939 bis 1941, nichts als ein pflichtbewusster Offizier war, der leidenschaftlich den Sieg der deutschen Waffen wünschte, ist deutlich geworden.“
Entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges war, dass sich nun von Tag zu Tag mehr die gewaltigen Hilfslieferungen der USA und Großbritanniens an die Sowjetunion auswirkten. „Das Bild, das sich Stauffenberg Ende September 1942 von der deutschen Kriegslage machen konnte, sah entschieden anders aus als jenes, das die Heimat und vielleicht auch die Welt vor Augen hatten.
Scheinbar stand Hitler auf dem Höhepunkt seiner Erfolge: Ganz Europa – von der Wolga bis zum Atlantik – lag ihm zu Füßen, seine Soldaten standen bei Stalingrad und an der spanischen Grenze, am Nordkap und vor den Toren Alexandrias in Ägypten. Deutschland hatte die größte Machtentfaltung in seiner tausendjährigen Geschichte erreicht. Doch erhob sich hinter dieser glänzenden Fassade bereits das Gespenst einer schrecklichen Niederlage.”
Im Gegensatz zu heute in Deutschland führenden Politikern war Stauffenberg voller grenzenloser Bewunderung für den deutschen Soldaten, wie sie auch der ehemalige Oberstleutnant der Sowjetstreitkräfte, Leon Volkow in „News Week“ zum Ausdruck brachte: „Wir Russen mussten im letzten Krieg eine erschütternde Erfahrung nationalen Ausmaßes hinnehmen. Wir erhielten das Gefühl, den Deutschen nicht gewachsen zu sein. Selbst in unserem schließlichen Triumph haben wir uns nicht völlig von diesem Gefühl der militärischen Unterlegenheit erholen können. Wohl setzten wir Vertrauen in die Tapferkeit unserer Soldaten und auf die Fähigkeit unserer Heerführer. Aber wir sahen weiterhin in der deutschen Armee und ihrer absoluten Disziplin etwas Übermenschliches! Dafür gab es Grund genug. Die Deutschen besaßen in ihrem ersten Ansturm 2.400 Panzer, um sie gegen 20.000 sowjetische zu werfen. In der Verteidigung wurde die deutsche Armee manchmal im Verhältnis 12:1 von der Roten Armee an Zahl übertroffen. Doch die Deutschen zögerten nicht anzugreifen, selbst wenn sie wussten, dass sie einer dreifachen Übermacht gegenüberstanden.“
Auf der Konferenz zwischen Roosevelt und Churchill vom 14. bis 25. Januar 1943 in Casablanca wurde die „ungeheuerliche Forderung“ nach bedingungsloser Kapitulation der Wehrmacht proklamiert. Nun hatten die westlichen Alliierten „unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass der Kampf nicht nur Hitler, sondern vor allem Deutschland galt.“ Der Eid auf Hitler habe sich unter dem Druck der Gegner in ein Gelöbnis für Deutschland verwandelt. „Es war eine Nibelungensituation von namenloser Ausweglosigkeit.“
In Afrika wurde Stauffenberg das Opfer alliierter Tiefflieger, denen wir nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Den Schwerstverwundeten schaffte man in ein deutsches Lazarett in Karthago. Gesicht, Hände und Knie waren zerschossen. Ein Auge konnte gerettet werden.
Trotz und nach ungeheueren Verlusten der Wehrmacht „war im März/April 1943 an der Ostfront eine Art militärisches Wunder geschehen, als neu aufgestellte Panzergrenadierdivisionen (‚Leibstandarte‘ – ‚Großdeutschland‘ – ‚Das Reich‘ – ‚Totenkopf‘) unter Mansteins Führung den Sowjets in der Ukraine eine schwere Niederlage beigebracht und Charkow sowie Belgorod zurückerobert hatten. Die Vernichtung der deutschen Heeresgruppe Süd war dem sowjetischen Oberkommando damit misslungen. Seitdem stand die Ostfront wieder, und es war zu vermuten, dass der östliche Gegner drei, vier Monate benötigen würde, um zu neuem Atem zu kommen.“
Wo aber fand sich ein Weg zur Rettung Deutschlands? „Seit dem 26. August 1941 hat der Premierminister Churchill die totale Entmachtung Deutschlands als westliches Kriegsziel festgelegt und in einer Kabinettsitzung erklärt, die besiegten Deutschen sollten ‚fett, aber impotent‘ gemacht werden. Im Februar und August 1942 waren bereits erhebliche Gebietsamputationen und die Vertreibung von Millionen Deutschen aus dem preußischen Osten im Foreign Office festgelegt worden.“
Denn im Westen sei es primär „gar nicht um den Kampf gegen Hitler und den Faschismus“ gegangen, „sondern in Wahrheit um die Vernichtung Deutschlands als Staat und Großmacht“. Die Konsequenz: „Die deutsche antifaschistische Opposition kam deshalb als Verhandlungspartner für die Westmächte überhaupt nicht infrage, sondern war für sie lediglich als innerer Störfaktor der deutschen militärischen Abwehrkraft von Interesse. Die Sowjetunion hingegen hatte in der ersten Jahreshälfte 1943 auf verdeckten Wegen (via Stockholm) wiederholt Gesprächsbereitschaft in Richtung Berlin signalisiert.“
Wie also sah die große Sehnsucht des Attentäters aus?
„Dass alle Deutschen Mitteleuropas in einem geschlossenen Nationalstaat leben, dass also auch Österreich und das Sudetenland Teile des Reiches bleiben sollten, entsprach nicht nur seinen politisch-historischen Überzeugungen, sondern deckte sich ja überdies vollkommen mit dem demokratischen Selbstbestimmungsrecht der Völker. Hatte nicht selbst Stalin die deutsche Anschlusspolitik von 1938, ja selbst das Münchner Abkommen desselben Jahres ausdrücklich legitimiert?“
Stauffenbergs Credo schon Ende 1943 lautete: „Der Krieg geht verloren, wenn die Kriegführung nicht erheblich verschärft wird. Es wird immer vom totalen Krieg gesprochen; aber wo ist in Wirklichkeit der totale Krieg?“
Der Allfrontenkrieg erwies sich als das ganz große Unglück.
Die Situation im Frühjahr 1944 laut Venohr: „Es hätte durchaus genügt, 25 kampfkräftige deutsche Divisionen, davon die Hälfte Panzerverbände, mit 1.000 bis 1.500 schweren Panzern an den Südflügel der deutschen Ostfront zu führen, um die Sowjets zu stoppen, ja sie auf die Dnjepr-Linie zurückzuwerfen. Und in der Tat existierten diese Kräfte. Sie standen aber Gewehr bei Fuß in Frankreich, in Erwartung der westalliierten Invasion, und hatten nur sehr begrenzte Spritvorräte.“ Von nun an habe der deutsche Russlandkämpfer, der nun seit zweieinhalb Jahren im permanenten Großkampf stand, keinerlei Chance mehr. Ja, er musste durch eine doppelte Hölle gehen, da der sowjetische Gegner jetzt auch noch die absolute Luftherrschaft gewann.

Wenn die Invasion gescheitert wäre, wie fast am Omaha Beach, und auch noch das Stauffenberg Attentat geglückt wäre, hätte es die Lage des Reiches merklich verbessert!
Es war kein Sieg mehr drin, aber ein besseres Kriegsende für Deutschland.
Als im Morgengrauen des 6. Juni 1944 die westlichen Alliierten in der Normandie landeten, war der für die Abwehr der Invasion zuständige Feldmarschall Rommel zu einer Geburtstagsfeier seiner Ehefrau in das 1.800 Kilometer entfernte Herrlingen gereist, obwohl der Geburtstag auch würdig im feudalen Schloss in der Normandie begangen hätte werden können, in dem Rommel residierte. Als der Feldmarschall am Abend des 6. Juni in sein Hauptquartier zurückgekehrt war, hatten sich die Invasionstruppen bereits festgesetzt.
Stauffenberg ging davon aus, „dass die Eliteverbände der Waffen-SS, des Heeres und der Fallschirmjäger in unübertrefflicher Tapferkeit kämpfen würden“. Aber was nütze das auf die Dauer schon, wenn die Treibstoffvorräte zur Neige gingen und die deutsche Luftwaffe im Invasionsraum kaum vorhanden war.
Bei Fortsetzung des gegenwärtigen Kurses „ist eine Niederlage und Vernichtung der materiellen und blutsmäßigen Substanz unausbleiblich. Das drohende Verhängnis kann nur durch Beseitigung der jetzigen Führung abgewendet werden. Das derzeitige Regime hat kein Recht, das ganze deutsche Volk mit in seinen Untergang hineinzuziehen.“ Stauffenberg kurz vor dem Attentat: „Es geht jetzt nicht mehr um den Führer, nicht um das Vaterland, nicht um meine Frau und meine vier Kinder, sondern es geht jetzt um das ganze deutsche Volk.“
Venohr: „Das Reich, um dessen Existenz seine Gedanken kreisten, befand sich in Todesnot! Dass die Front in der Normandie, ungeachtet der totalen Luftherrschaft der Alliierten, nach vier Wochen blutigster Abwehrschlacht noch hielt, glich einem Wunder. Im Osten aber stießen die sowjetischen Panzerkeile bereits auf Wilna und Brest-Litowsk vor, existierte kaum noch eine geschlossene Abwehrfront. Und warum fand sich keiner seiner Mitverschworenen, die so häufig Zutritt zu den Lage- und Spezialbesprechungen Adolf Hitlers hatten, zum Attentat bereit?“
Stauffenbergs Schwur: „Wir glauben an die Zukunft der Deutschen. Wir wissen im Deutschen die Kräfte, die ihn berufen, die Gemeinschaft der abendländischen Völker zu schönerem Leben zu führen. Wir bekennen uns im Geist und in der Tat zu den großen Überlieferungen unseres Volkes, das durch die Verschmelzung hellenischer und christlicher Ursprünge in germanischem Wesen das abendländische Menschentum schufen. Wir wollen eine Neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt, verachten aber die Gleichheitslüge und fordern die Anerkennung der naturgegebenen Ränge.“
Der Oberst starb mit dem Ruf: „Es lebe Deutschland!“
The Real Blaze
Das Gestapo Untersuchungsprotokoll zum Stauffenberg-Attentat

die zerstörte Lagebaracke mit dem massiven Kartentisch, der die Wirkung von Stauffenbergs Bombe auf Hitler fast neutralisierte
Reichssicherheitshauptamt - IV Sonderkommission
20.7.1944
Berlin, den 26. Juli 1944
Bericht über den Attentatsversuch gegen den Führer am 20. Juli 1944.
I.
Am 20. Juli 1944, etwa gegen 12.50 Uhr, ereignete sich in der Wolfsschanze, eingeschränkter Bereich ›A‹, Besuchergebäude, während der Lagebesprechung eine Explosion.
Der Führer erlitt nur leichte Verletzungen, obwohl er sich in unmittelbarer Nähe des Explosionszentrum befand.
Von Stauffenbergs Bombe getötet:

General Günther Korten
Hauptmann Heinz Brandt
Stenograph Dr. Heinrich Berger

Generalleutnant Rudolf Schmundt

Hitler bei Generalleutnant Rudolf Schmundt in Rastenburg, Schmundt erlag zwei Tage später den schweren Verletzungen
Schwer verletzt wurden... General Korten, Hauptmann Brandt und der Stenograph Berger, die inzwischen ihren Verletzungen erlegen sind, General Bodenschatz, General Schmundt, General Scherff und Oberstleutnant Borgmann.
Nicht so schwerverletzt waren... General Buhle, General Heusinger, Konteradmiral v. Puttkamer und Kapitän zur See Assmann.
Weitere Anwesende erlitten leichtere Verwundungen.
II.
Sofort nachdem der Reichsführer-SS vom Attentatsversuch erfahren hatte, berief er eine Sonderkommission des Reichssicherheitshauptamtes, die noch am gleichen Tag mit den Nachforschungen begann.
In seinem Bericht an das RSHA vermerkte der Reichsführer-SS, daß es sich beim Attentäter vermutlich um Oberst Graf von Stauffenberg, Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres handelte. Er war bei der Lagebesprechung anwesend, ging dann kurz vor der Explosion weg, ohne etwas zu sagen. Unmittelbar darauf flog er nach Berlin.
III.
Der Ort des Vorfalles befindet sich im Besprechungsraum, in dem die täglichen Lagebesprechungen abgehalten wurden. Der Raum ist 12,5 Meter lang und 5 Meter breit. In der Mitte befindet sich ein großer Kartentisch, rechts ist ein kleiner runder Tisch, links ein Schreibtisch und ein Phonograph (Tonaufnahmegerät). Die unmittelbare Umgebung und das Mobiliar sind stark beschädigt. Rechts vom Eingang befand sich ein 55 cm großes Loch im Fußboden. In einem weiteren Umkreis ist der Boden beschädigt und verkohlt. Einschläge von Metallteilen sind nicht zu entdecken, aber Holzsplitter und Lederteile sind in das Holz eingedrungen.
Das Bombenloch zeigt, daß die Explosion über dem Boden erfolgt ist. Die Wiederherstellung des rechten Teils der drei Teile des Tisches zeigt deutlich die Richtung der Explosionswelle. Dies wird auf Bildern und Skizzen wiedergegeben.
Die geringere Druckwelle der Explosion pflanzte sich in den Hohlräumen unter dem Boden des ganzen Gebäudes fort. Dies zeigt sich an den Verwerfungen des Fußbodens. Die obere Druckwelle zerstörte den Besprechungsraum in hohem Maße und entwich durch Fenster und Türen sowie Trennungswände. Die genaue Untersuchung des Schutts hat zum Fund von überaus kleinen Leder- und Metallteilen geführt, die offensichtlich von einer Aktentasche stammen. Weiterhin zur Entdeckung von zwei Blechteilen und zwei Druckfedern eines englischen Zeitzündern auf chemisch-mechanischer Grundlage; zudem Teile einer flachen Kombizange. Das übrige entdeckte Material hat offensichtlich mit diesen Funden nichts zu tun.
IV.
Die entdeckten Lederteile wurden von Zeugen als Teile der Aktentasche Stauffenbergs erkannt. Kleine Teile des Zünders im Raum stammen von zwei Zündern der Art der zwei englischen Zeitzünder auf chemisch-mechanischer Grundlage, wie sie längs des Weges gefunden wurden. Da zwei Druckfedern aus einem Zeitzünder am Explosionsort gefunden wurden, muß die Bombe zwei solcher Zünder gehabt haben. Die Bombe, die man längs des Weges fand, besaß auch zwei solcher Zünder. Daher war die Ladung, die für das Attentat benutzt wurde, wahrscheinlich von der gleichen Art wie die, die man später fand. Dem Bericht eines Bombensachverständigen zufolge entspricht das Ausmaß der Zerstörung der Explosionskraft der aufgefundenen Bombe. Der Fahrer, der Stauffenberg zum Flughafen fuhr, bemerkte, wie er einen Gegenstand in dem Gebiet aus dem Fenster warf, in dem Sprengstoff gefunden wurde. Der Fahrer hat dies zu Protokoll gegeben. Insofern ist die Täterschaft Stauffenbergs objektiv erwiesen.
V.
Als Stabschef unter General Fromm nahm Stauffenberg wiederholt an den Besprechungen im Führerhauptquartier teil. Er kannte insofern die Örtlichkeiten sehr gut. Stauffenberg landete am 20. Juli 1944 um 10.15 Uhr auf dem Flugplatz Rastenburg. Generalmajor Stieff, Chef der Organisationsabteilung des Generalstabes der Wehrmacht, und Oberleutnant von Haeften, Stauffenbergs Ordonnanzoffizier, kamen zur gleichen Zeit an. Stauffenberg ging direkt zur Wolfsschanze, Stieff zum Gebäude des Wehrmachtoberkommandos; ihm schloß sich von Haeften an, der sich später mit Stauffenberg in der Wolfsschanze treffen sollte.
Stauffenberg frühstückte mit dem Chef des Hauptquartieres in der Offiziersmesse und wurde später zu einer geplanten Besprechung mit General Buhle gerufen. General von Thadden, Chef des Wehrbezirkes I, Königsberg, nahm ebenfalls an dieser Besprechung teil. Danach gingen Buhle, von Thadden und Stauffenberg zu einer Besprechung mit Generalfeldmarschall Keitel.
Stauffenberg hatte die ganze Zeit über die Aktentasche bei sich. Als alle erwähnten Personen um 12.30 Uhr von Keitels Bunker auf dem Weg zur täglichen Lagebesprechung waren, ging Stauffenberg mit der Aktentasche für kurze Zeit in einen Raum nebenan, so daß die anderen auf ihn warten mußten. Während er in diesem Raum war, hat er vermutlich die Zeitzünder mit einer Kombizange aktiviert, da seine rechte Hand und zwei Finger an der linken Hand fehlten. Es wäre für ihn schwierig gewesen, die Zeitzünder ohne ein solches Hilfsmittel zu aktivieren. Im Besprechungsraum wurde Stauffenberg dem Führer als Teilnehmer der Einsatzbesprechung vorgestellt und von ihm willkommen geheißen. Danach ging Stauffenberg zum Kartentisch und stellte die Aktentasche rechts neben Hauptmann Brandt unter den Tisch. Nach kurzer Zeit verließ er den Besprechungsraum und auch den Sicherheitsbereich A.
Stauffenbergs Abwesenheit wurde kurz vor der Explosion bemerkt, da er Auskünfte liefern sollte. General Buhle suchte nach ihm. Nach der Explosion sagte der Telephonist, Feldwebel Adam, er habe gesehen, wie Stauffenberg kurz nach Beginn der Lagebesprechung gegangen sei. Wahrscheinlich sei er der Attentäter, sagte der Feldwebel. Auf Grund weiterer Befragungen und Nachforschungen ergab sich folgendes Bild: Gegen Mittag erschien General Fellgiebel, Chef des militärischen Fernmeldewesens im Büro des Fernmeldeoffiziers des Hauptquartieres (Oberst Sander), um einige dienstliche Fragen mit ihm zu besprechen. Fellgiebel und Sander gingen dann wegen Fragen in Sachen Fernmeldetechnik zu Oberst Waizenegger im Stab von General Jodl. Später gingen dann Fellgiebel und Sander zu Sanders Büro im Bunker 88 zurück.
Sie bemerkten, wie gegen 12.30 Uhr Feldmarschall Keitel in Begleitung von Stauffenberg und anderen zur Lagebesprechung gingen. Um sicher zu gehen, daß Stauffenberg mit General Fellgiebel nach der Besprechung zusammentraf, rief Sander Feldwebel Adam an und sagte ihm, er möge veranlassen, daß Stauffenberg nach Ende der Lagebesprechung zum Bunker 88 kommen solle.
Kurz danach kam Oberleutnant von Haeften in Sanders Büro und bat Fellgiebel um Hilfe bei der Beschaffung eines Fahrzeuges, da Oberst Stauffenberg sofort aufbrechen müsse. Sander rief demzufolge das Hauptquartier an, um ein Auto zu besorgen. Zur gleichen Zeit wurde er vom Hauptquartier aufgefordert, Stauffenberg daran zu erinnern, daß man ihn zum Mittagessen mit Oberstleutnant Streve erwarte, und daß General von Thadden auch anwesend sein werde.
Während dieses Anrufs kam Stauffenberg ins Büro und teilte General Fellgiebel mit, er stehe für das Gespräch zur Verfügung. Fellgiebel und Stauffenberg verließen dann den Bunker, um draußen die Verteidigungsanlagen im Osten zu erörtern. Sander schloß sich ihnen an und teilte mit, das Auto komme, und fügte hinzu, man erwarte Stauffenberg zum Mittagessen beim Kommandanten. Stauffenberg sagte daraufhin zu Oberstleutnant Sander, er müsse zuerst noch einmal zur Lagebesprechung und komme dann zum Mittagessen. Erwies auch daraufhin, ihm stehe nun ein Auto zur Verfügung. Als Sander das Hauptquartier entsprechend unterrichtet hatte und vor den Bunker gegangen war, erfolgte die Explosion. Da bemerkte Sander ein sehr nervöses Verhalten bei Stauffenberg. In Erwiderung auf Fellgiebels Frage, was geschehen sei, antwortete Sander, ohne über den Vorgang groß nachzudenken, jemand habe wohl ein Gewehr abgeschossen oder eine Landmine sei explodiert.
Da sagte Stauffenberg, er wolle nicht zur Lagebesprechung zurückkehren, sondern zum Mittagessen mit Oberstleutnant Streve gehen. Er fuhr dann mit von Haef-ten weg, wohl um zum Flugplatz zu fahren.
Der Vorfall im Besucherbunker wurde vom Wachposten I bemerkt, so daß der diensthabende Offizier die Schranken schließen ließ. Dementsprechend wurde Stauffenberg vom Wachtposten aufgehalten. Er teilte dem diensthabenden Offizier mit, er müsse dringend zum Flugplatz. Da sein Paß in Ordnung war, und der diensthabende Offizier ihn zudem noch kannte, ließ ihn der Letztere durch, zumal noch kein allgemeiner Alarm gegeben worden war. Dieser kam eineinhalb Minuten später. Am südlichen Außenposten wurde Stauffenberg wieder angehalten. Er ging zu Feldwebel Kolbe, dem Chef der Wache. Er sagte ihm, er müsse unbedingt sofort zum Flugplatz. Anstatt überzeugt zu sein, deutete Kolbe auf die geschlossenen Schranken. Dann rief Kolbe auf Stauffenbergs Drängen das Hauptquartier an und sprach mit dem Adjutanten, Hauptmann der Kavallerie von Möllendorf. In Abwesenheit des Kommandanten, der an der Explosionsstelle war, war er zuständig. Stauffenberg sagte von Möllendorf, er habe vom Kommandanten die Erlaubnis, den Sicherheitsbereich zu verlassen. Er müsse auf jeden Fall um 13.15 Uhr fliegen. Der Adjutant, der den Grund für den Alarm nicht kannte, wußte, daß Oberst Stauffenberg Zugang zur Wolfsschanze hatte. Er stimmte in Anbetracht der gewichtigen Argumente Stauffenbergs zu, daß er fahren könne. Er teilte dies Feldwebel Kolbe mit.
In dieser Lage sollte beachten werden, daß...
1. ziemlich häufig Alarm ausgelöst wird;
2. Stauffenbergs Papiere in Ordnung waren;
3. von Möllendorf keinen Grund hatte, anfangs mißtrauisch zu sein, da Stauffenberg als schwerbehindert und als Offizier von Format bekannt war. Stauffenberg gelangte auch durch das äußerste Tor und flog um 13.15 Uhr von Rastenburg nach Berlin-Rangsdorf. Nachforschungen nach der Herkunft der Maschine haben ergeben, daß Stauffenberg sie auf Anordnung von General Wagner, dem Generalquartiermeister der Wehrmacht, in Absprache mit der l. Luftstaffel (2) Berlin, vom Flugplatz Lötzen erhielt. Die Maschine sollte auf jeden Fall nach Berlin fliegen.
VI.
Im Licht dieses Berichtes kann man davon ausgehen, daß die Umstände des Attentatsversuches und die Ankunft wie der Abflug des Attentäters richtiggehend geplant waren.
Es kann nicht daraus gefolgert werden, daß die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen als Schutz gegen solche Versuche in diesem Fall zusammengebrochen sind, da die Möglichkeit, daß ein Generalstabsoffizier, der zu einer Lagebesprechung befohlen war, sich zu einem solchen Verbrechen hergeben würde, nicht berücksichtigt wurde. Der Vorfall erfordert indes Überlegungen für die künftigen Sicherheitsmaßnahmen, die zum Schutz des Führers unter allen Umständen zu ergreifen sind. Dementsprechend werden Vorschläge für Sicherheitsmaßnahmen in Absprache mit dem RSHA getrennt unterbreitet.

die zerstörte Lagebaracke mit dem massiven Kartentisch, der die Wirkung von Stauffenbergs Bombe auf Hitler fast neutralisierte
Reichssicherheitshauptamt - IV Sonderkommission
20.7.1944
Berlin, den 26. Juli 1944
Bericht über den Attentatsversuch gegen den Führer am 20. Juli 1944.
I.
Am 20. Juli 1944, etwa gegen 12.50 Uhr, ereignete sich in der Wolfsschanze, eingeschränkter Bereich ›A‹, Besuchergebäude, während der Lagebesprechung eine Explosion.
Der Führer erlitt nur leichte Verletzungen, obwohl er sich in unmittelbarer Nähe des Explosionszentrum befand.
Von Stauffenbergs Bombe getötet:

General Günther Korten
Hauptmann Heinz Brandt
Stenograph Dr. Heinrich Berger

Generalleutnant Rudolf Schmundt

Hitler bei Generalleutnant Rudolf Schmundt in Rastenburg, Schmundt erlag zwei Tage später den schweren Verletzungen
Schwer verletzt wurden... General Korten, Hauptmann Brandt und der Stenograph Berger, die inzwischen ihren Verletzungen erlegen sind, General Bodenschatz, General Schmundt, General Scherff und Oberstleutnant Borgmann.
Nicht so schwerverletzt waren... General Buhle, General Heusinger, Konteradmiral v. Puttkamer und Kapitän zur See Assmann.
Weitere Anwesende erlitten leichtere Verwundungen.
II.
Sofort nachdem der Reichsführer-SS vom Attentatsversuch erfahren hatte, berief er eine Sonderkommission des Reichssicherheitshauptamtes, die noch am gleichen Tag mit den Nachforschungen begann.
In seinem Bericht an das RSHA vermerkte der Reichsführer-SS, daß es sich beim Attentäter vermutlich um Oberst Graf von Stauffenberg, Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres handelte. Er war bei der Lagebesprechung anwesend, ging dann kurz vor der Explosion weg, ohne etwas zu sagen. Unmittelbar darauf flog er nach Berlin.
III.
Der Ort des Vorfalles befindet sich im Besprechungsraum, in dem die täglichen Lagebesprechungen abgehalten wurden. Der Raum ist 12,5 Meter lang und 5 Meter breit. In der Mitte befindet sich ein großer Kartentisch, rechts ist ein kleiner runder Tisch, links ein Schreibtisch und ein Phonograph (Tonaufnahmegerät). Die unmittelbare Umgebung und das Mobiliar sind stark beschädigt. Rechts vom Eingang befand sich ein 55 cm großes Loch im Fußboden. In einem weiteren Umkreis ist der Boden beschädigt und verkohlt. Einschläge von Metallteilen sind nicht zu entdecken, aber Holzsplitter und Lederteile sind in das Holz eingedrungen.
Das Bombenloch zeigt, daß die Explosion über dem Boden erfolgt ist. Die Wiederherstellung des rechten Teils der drei Teile des Tisches zeigt deutlich die Richtung der Explosionswelle. Dies wird auf Bildern und Skizzen wiedergegeben.
Die geringere Druckwelle der Explosion pflanzte sich in den Hohlräumen unter dem Boden des ganzen Gebäudes fort. Dies zeigt sich an den Verwerfungen des Fußbodens. Die obere Druckwelle zerstörte den Besprechungsraum in hohem Maße und entwich durch Fenster und Türen sowie Trennungswände. Die genaue Untersuchung des Schutts hat zum Fund von überaus kleinen Leder- und Metallteilen geführt, die offensichtlich von einer Aktentasche stammen. Weiterhin zur Entdeckung von zwei Blechteilen und zwei Druckfedern eines englischen Zeitzündern auf chemisch-mechanischer Grundlage; zudem Teile einer flachen Kombizange. Das übrige entdeckte Material hat offensichtlich mit diesen Funden nichts zu tun.
IV.
Die entdeckten Lederteile wurden von Zeugen als Teile der Aktentasche Stauffenbergs erkannt. Kleine Teile des Zünders im Raum stammen von zwei Zündern der Art der zwei englischen Zeitzünder auf chemisch-mechanischer Grundlage, wie sie längs des Weges gefunden wurden. Da zwei Druckfedern aus einem Zeitzünder am Explosionsort gefunden wurden, muß die Bombe zwei solcher Zünder gehabt haben. Die Bombe, die man längs des Weges fand, besaß auch zwei solcher Zünder. Daher war die Ladung, die für das Attentat benutzt wurde, wahrscheinlich von der gleichen Art wie die, die man später fand. Dem Bericht eines Bombensachverständigen zufolge entspricht das Ausmaß der Zerstörung der Explosionskraft der aufgefundenen Bombe. Der Fahrer, der Stauffenberg zum Flughafen fuhr, bemerkte, wie er einen Gegenstand in dem Gebiet aus dem Fenster warf, in dem Sprengstoff gefunden wurde. Der Fahrer hat dies zu Protokoll gegeben. Insofern ist die Täterschaft Stauffenbergs objektiv erwiesen.
V.
Als Stabschef unter General Fromm nahm Stauffenberg wiederholt an den Besprechungen im Führerhauptquartier teil. Er kannte insofern die Örtlichkeiten sehr gut. Stauffenberg landete am 20. Juli 1944 um 10.15 Uhr auf dem Flugplatz Rastenburg. Generalmajor Stieff, Chef der Organisationsabteilung des Generalstabes der Wehrmacht, und Oberleutnant von Haeften, Stauffenbergs Ordonnanzoffizier, kamen zur gleichen Zeit an. Stauffenberg ging direkt zur Wolfsschanze, Stieff zum Gebäude des Wehrmachtoberkommandos; ihm schloß sich von Haeften an, der sich später mit Stauffenberg in der Wolfsschanze treffen sollte.
Stauffenberg frühstückte mit dem Chef des Hauptquartieres in der Offiziersmesse und wurde später zu einer geplanten Besprechung mit General Buhle gerufen. General von Thadden, Chef des Wehrbezirkes I, Königsberg, nahm ebenfalls an dieser Besprechung teil. Danach gingen Buhle, von Thadden und Stauffenberg zu einer Besprechung mit Generalfeldmarschall Keitel.
Stauffenberg hatte die ganze Zeit über die Aktentasche bei sich. Als alle erwähnten Personen um 12.30 Uhr von Keitels Bunker auf dem Weg zur täglichen Lagebesprechung waren, ging Stauffenberg mit der Aktentasche für kurze Zeit in einen Raum nebenan, so daß die anderen auf ihn warten mußten. Während er in diesem Raum war, hat er vermutlich die Zeitzünder mit einer Kombizange aktiviert, da seine rechte Hand und zwei Finger an der linken Hand fehlten. Es wäre für ihn schwierig gewesen, die Zeitzünder ohne ein solches Hilfsmittel zu aktivieren. Im Besprechungsraum wurde Stauffenberg dem Führer als Teilnehmer der Einsatzbesprechung vorgestellt und von ihm willkommen geheißen. Danach ging Stauffenberg zum Kartentisch und stellte die Aktentasche rechts neben Hauptmann Brandt unter den Tisch. Nach kurzer Zeit verließ er den Besprechungsraum und auch den Sicherheitsbereich A.
Stauffenbergs Abwesenheit wurde kurz vor der Explosion bemerkt, da er Auskünfte liefern sollte. General Buhle suchte nach ihm. Nach der Explosion sagte der Telephonist, Feldwebel Adam, er habe gesehen, wie Stauffenberg kurz nach Beginn der Lagebesprechung gegangen sei. Wahrscheinlich sei er der Attentäter, sagte der Feldwebel. Auf Grund weiterer Befragungen und Nachforschungen ergab sich folgendes Bild: Gegen Mittag erschien General Fellgiebel, Chef des militärischen Fernmeldewesens im Büro des Fernmeldeoffiziers des Hauptquartieres (Oberst Sander), um einige dienstliche Fragen mit ihm zu besprechen. Fellgiebel und Sander gingen dann wegen Fragen in Sachen Fernmeldetechnik zu Oberst Waizenegger im Stab von General Jodl. Später gingen dann Fellgiebel und Sander zu Sanders Büro im Bunker 88 zurück.
Sie bemerkten, wie gegen 12.30 Uhr Feldmarschall Keitel in Begleitung von Stauffenberg und anderen zur Lagebesprechung gingen. Um sicher zu gehen, daß Stauffenberg mit General Fellgiebel nach der Besprechung zusammentraf, rief Sander Feldwebel Adam an und sagte ihm, er möge veranlassen, daß Stauffenberg nach Ende der Lagebesprechung zum Bunker 88 kommen solle.
Kurz danach kam Oberleutnant von Haeften in Sanders Büro und bat Fellgiebel um Hilfe bei der Beschaffung eines Fahrzeuges, da Oberst Stauffenberg sofort aufbrechen müsse. Sander rief demzufolge das Hauptquartier an, um ein Auto zu besorgen. Zur gleichen Zeit wurde er vom Hauptquartier aufgefordert, Stauffenberg daran zu erinnern, daß man ihn zum Mittagessen mit Oberstleutnant Streve erwarte, und daß General von Thadden auch anwesend sein werde.
Während dieses Anrufs kam Stauffenberg ins Büro und teilte General Fellgiebel mit, er stehe für das Gespräch zur Verfügung. Fellgiebel und Stauffenberg verließen dann den Bunker, um draußen die Verteidigungsanlagen im Osten zu erörtern. Sander schloß sich ihnen an und teilte mit, das Auto komme, und fügte hinzu, man erwarte Stauffenberg zum Mittagessen beim Kommandanten. Stauffenberg sagte daraufhin zu Oberstleutnant Sander, er müsse zuerst noch einmal zur Lagebesprechung und komme dann zum Mittagessen. Erwies auch daraufhin, ihm stehe nun ein Auto zur Verfügung. Als Sander das Hauptquartier entsprechend unterrichtet hatte und vor den Bunker gegangen war, erfolgte die Explosion. Da bemerkte Sander ein sehr nervöses Verhalten bei Stauffenberg. In Erwiderung auf Fellgiebels Frage, was geschehen sei, antwortete Sander, ohne über den Vorgang groß nachzudenken, jemand habe wohl ein Gewehr abgeschossen oder eine Landmine sei explodiert.
Da sagte Stauffenberg, er wolle nicht zur Lagebesprechung zurückkehren, sondern zum Mittagessen mit Oberstleutnant Streve gehen. Er fuhr dann mit von Haef-ten weg, wohl um zum Flugplatz zu fahren.
Der Vorfall im Besucherbunker wurde vom Wachposten I bemerkt, so daß der diensthabende Offizier die Schranken schließen ließ. Dementsprechend wurde Stauffenberg vom Wachtposten aufgehalten. Er teilte dem diensthabenden Offizier mit, er müsse dringend zum Flugplatz. Da sein Paß in Ordnung war, und der diensthabende Offizier ihn zudem noch kannte, ließ ihn der Letztere durch, zumal noch kein allgemeiner Alarm gegeben worden war. Dieser kam eineinhalb Minuten später. Am südlichen Außenposten wurde Stauffenberg wieder angehalten. Er ging zu Feldwebel Kolbe, dem Chef der Wache. Er sagte ihm, er müsse unbedingt sofort zum Flugplatz. Anstatt überzeugt zu sein, deutete Kolbe auf die geschlossenen Schranken. Dann rief Kolbe auf Stauffenbergs Drängen das Hauptquartier an und sprach mit dem Adjutanten, Hauptmann der Kavallerie von Möllendorf. In Abwesenheit des Kommandanten, der an der Explosionsstelle war, war er zuständig. Stauffenberg sagte von Möllendorf, er habe vom Kommandanten die Erlaubnis, den Sicherheitsbereich zu verlassen. Er müsse auf jeden Fall um 13.15 Uhr fliegen. Der Adjutant, der den Grund für den Alarm nicht kannte, wußte, daß Oberst Stauffenberg Zugang zur Wolfsschanze hatte. Er stimmte in Anbetracht der gewichtigen Argumente Stauffenbergs zu, daß er fahren könne. Er teilte dies Feldwebel Kolbe mit.
In dieser Lage sollte beachten werden, daß...
1. ziemlich häufig Alarm ausgelöst wird;
2. Stauffenbergs Papiere in Ordnung waren;
3. von Möllendorf keinen Grund hatte, anfangs mißtrauisch zu sein, da Stauffenberg als schwerbehindert und als Offizier von Format bekannt war. Stauffenberg gelangte auch durch das äußerste Tor und flog um 13.15 Uhr von Rastenburg nach Berlin-Rangsdorf. Nachforschungen nach der Herkunft der Maschine haben ergeben, daß Stauffenberg sie auf Anordnung von General Wagner, dem Generalquartiermeister der Wehrmacht, in Absprache mit der l. Luftstaffel (2) Berlin, vom Flugplatz Lötzen erhielt. Die Maschine sollte auf jeden Fall nach Berlin fliegen.
VI.
Im Licht dieses Berichtes kann man davon ausgehen, daß die Umstände des Attentatsversuches und die Ankunft wie der Abflug des Attentäters richtiggehend geplant waren.
Es kann nicht daraus gefolgert werden, daß die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen als Schutz gegen solche Versuche in diesem Fall zusammengebrochen sind, da die Möglichkeit, daß ein Generalstabsoffizier, der zu einer Lagebesprechung befohlen war, sich zu einem solchen Verbrechen hergeben würde, nicht berücksichtigt wurde. Der Vorfall erfordert indes Überlegungen für die künftigen Sicherheitsmaßnahmen, die zum Schutz des Führers unter allen Umständen zu ergreifen sind. Dementsprechend werden Vorschläge für Sicherheitsmaßnahmen in Absprache mit dem RSHA getrennt unterbreitet.
The Real Blaze
Der 20.Juli im Westheer
Primärquelle: Georg, Verrat in der Normandie
Um Mitternacht des 18. Juli 1944 beendete Feldmarschall von Kluge die drohende Gefahr, daß es im Westen zu einem Bürgerkrieg zwischen hitlerfeindlichen und hitlerfreundlichen deutschen Truppenteilen nach einem Putsch kommen könnte.

Rommel, General Eberbach und OB West von Kluge (von links). Beide Marschälle strebten eine Auflösung der Westfront an, trotzdem gab es Meinungsverschiedenheiten. Bei ihrer ersten Begegnung hatte der neue OB West Rommel gesagt: »Von nun an müssen auch Sie sich daran gewöhnen, Befehle auszuführen wie alle anderen.«
Nach dem deutschen Abwehrsieg gegen die Engländer bei Caen hielt es von Kluge für dringend geboten, die geschwächten deutschen Linien wieder aufzufüllen.
Feldmarschall von Kluge hatte eigene Pläne im Westen, wußte aber über den Termin des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 nicht Bescheid. Er telefonierte deshalb, ohne General Speidel zu konsultieren, mit dem OKW und verlangte von General Jodl die Verlegung von Graf von Schwerins bisher untätiger 116. Panzerdivision nach Caen.
Er konnte nicht wissen, daß die Verschwörer im Westen sie dort für ihren Putsch gegen Hitler aufgespart und die intakte schlagkräftige Panzerdivision zur Abschirmung ihres Hauptquartiers in Paris vorgesehen hatten.
Ohne daß Speidel eingreifen konnte, genehmigte General Jodl wenige Minuten später Kluges Antrag, und die Hausmacht der Pariser Verschwörer rollte in die Normandie, wo sich die harten Kämpfer später hervorragend bewährten.
Der Abzug der 116. Panzerdivision hatte für die Verschwörer in Paris größte Konsequenzen, denn sie hatten nun keine ihnen unterstehende Truppenmacht mehr, als es am 20. Juli 1944 zum fehlgeschlagenen Attentat gegen Hitler kam.
Ohne eigene Truppen konnten sie nur darauf hoffen, Feldmarschall von Kluge zum Mitmachen zu bewegen, nachdem Feldmarschall Rommel, der ein Attentat auf Hitler persönlich ablehnte, schwerverletzt im Lazarett lag.
Kurz vor dem Anschlag des 20. Juli befanden sich die Mitglieder der Verschwörung beim Westheer in höchster Aufregung. Nirgendwo war der Anteil von Verschwörern und Widerstandskämpfern in höchsten Positionen so hoch wie an der Westfront zum Zeitpunkt der alliierten Landung.
Bereits vor dem Anschlag war in den Stäben der Heeresgruppe B in La Roche-Guyon und im Hauptquartier des OB West in St. Germain den Mitgliedern der Verschwörung in versiegelten Befehlen Anweisungen für ihr Verhalten nach Durchführung und Gelingen des Attentats und nach Durchführung des Stichworts Walküre übergeben worden.
Auch Generalfeldmarschall von Kluge war einer dieser versiegelten Befehle übergeben worden.
Als am Nachmittag des 20. Juli Generalfeldmarschall von Kluge in La Roche-Guyon bei General Speidel eintraf, erhielt er kurz nacheinander zwei telefonische Anrufe aus Berlin, daß Hitler tot sei und er sich rasch entscheiden müsse. Kurz danach hörte von Kluge auch den Aufruf von Reichspropagandaminister Goebbels über den Reichsrundfunk, daß Hitler noch lebte. Ergänzend traf ein Fernschreiben des Generalfeldmarschalls Wilhelm von Witzleben ein, der nach Hitlers Tod als neuer Oberbefehlshaber der Wehrmacht eingesetzt werden sollte. Auch hierin wurde bestätigt, daß Hitler tot sei.
Nach diesem Fernschreiben äußerte von Kluge zu seinem Generalstabschef General Blumentritt: »Wissen sie, dies ist ein historischer Augenblick. Ich möchte Befehl geben, sofort die Beschießung von England mit der V-l einzustellen. Wenn der Führer tot ist, sollten wir eigentlich sogleich mit der Führung auf der anderen Seite Fühlung nehmen.« Dies war gegen 20:00 Uhr am 20. Juli 1944.

General Major Helmuth Stieff bei seinem späteren Hochverratsprozeß, er wurde in Berlin-Plötzensee gehängt
Erst ein späteres Telefonat mit General Major Helmuth Stieff, einem weiteren Verschwörer im Oberkommando des Heeres in Ostpreußen, brachte Gewißheit darüber, daß Hitler das Attentat überlebt hatte. Daraufhin entschloß sich Generalfeldmarschall von Kluge, sich nicht der Verschwörung anzuschließen. Schon vorher hatte er das Gefühl gehabt, daß er von den anderen Verschwörern reingelegt werden sollte.

Der Putschist Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim wurde noch am 20. Juli zusammen mit Stauffenberg im Hof des Bendlerblocks exekutiert
Und als ein Telefongespräch mit Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim, einem anderen Verschwörer in der Bendlerstraße, gestört wurde, ließ Kluge vorsichtigerweise die Verbindung nicht wiederherstellen.
Zwischenzeitlich hatte General von Stülpnagel in Paris bereits Alarmmaßnahmen gemäß dem Walküre -Befehl durchführen lassen und die Spitzen von SS und SD durch das Sicherungsregiment 1 beim Stadtkommandanten von Paris festsetzen lassen.
Alles lief reibungslos ab, weil Offiziere wie Truppe der Begründung dieser Maßnahme Glauben schenkten, daß ein Putschversuch der Gestapo gegen Hitler stattgefunden hätte.
In der Unterkunft des Sicherungsregimentes wurden bereits die Exekutionsplätze mit Sandsäcken hergerichtet, wo die zum Tode Verurteilten unter den Verhafteten später hingerichtet werden sollten.
Die Verhaftung der SS-Führer war aber militärisch bedeutungslos, da ein Teil der jüngeren Offiziere entkommen konnte. Sie benachrichtigten sofort den im Fronteinsatz befindlichen Oberführer Kurt Meyer von der SS-Division Hitlerjugend, der seinerseits seinen Vorgesetzten Sepp Dietrich über das »eigenartige Geschehen« in Paris umgehend informierte. Als Folge gingen Fernschreiben zu den SS-Divisionen an der Front, die ein Herauslösen aus der Kampflinie beinhalteten. Der Spuk in Paris sei also nur von kurzer Dauer gewesen.
Tatsächlich war die Lage aber nicht ganz so klar, da Hinweise bestehen, daß eine Reihe von hohen und höchsten Befehlsträgern wie Guderian und Model, aber auch die SS-Generale Dietrich und Bittrich nach Sondierungen, wie sie sich zu einem Staatsstreich stellen würden, keine Meldungen nach oben gemacht hatten. Man hielt sich bedeckt und wartete ab, wer Sieger des Machtkampfs werden würde.
Generalfeldmarschall von Kluge war nach dem Überleben Hitlers klar, daß nun höchste Gefahr für seine eigene Existenz bestand. Als dann der Verschwörer General von Stülpnagel, aus Paris kommend, gegen 20:15 Uhr bei von Kluge eintraf und ihn zum versprochenen Losschlagen aufforderte, wurde er bereits mit den Worten empfangen: »Es ist nichts mehr zu machen. Der Führer lebt!« Gegen 23:00 Uhr entschloß sich Feldmarschall von Kluge endgültig, von der Verschwörung Abstand zu nehmen, und enthob General von Stülpnagel seines Postens, gab ihm aber Gelegenheit zur Flucht.
Kurz nachdem Hitler nach Mitternacht selbst über den Rundfunk gesprochen hatte, muß es von Kluge wegen seiner eigenen Verwicklungen mit der Angst bekommen haben. Sein Generalstabschef Tempelhoff hörte mit, wie von Kluge seinen Schwiegersohn Dr. Udo Esch, der als Militärarzt in einem Pariser Lazarett tätig war, anrief und ihn um die sofortige Überbringung einer gewissen Sache bat. Es handelte sich dabei um sieben Ampullen Zyankali, die Esch während seines Urlaubs aus einem Laboratorium in Leipzig besorgt hatte, die im Falle des Mißlingens den Hauptverschworenen dienen sollten. Mit einem Pionier-Sturmboot wurde Esch noch während der Nacht über die Seine gebracht, um dem Feldmarschall das Giftpäckchen zu überbringen.
Für die kämpfende Truppe war der 20. Juli 1944 ohne jegliche Bewandtnis. Als die Nachricht über den Fehlschlag des Attentats später an der Front eintraf, stießen die Meldungen auf völliges Unverständnis bis Abscheu bei den Fronttruppen.
Englands Soldatensender posaunt Verräternamen in die Welt hinaus
Am 12. und 15. Juli 1944 informierte Allan Dulles Präsident Roosevelt über die bevorstehende Beseitigung Adolf Hitlers durch die deutsche Opposition, und als am 20. Juli 1944 die Bombe in Hitlers Hauptquartier >Wolfsschanze< gezündet wurde, befand sich kein einziges alliiertes Flugzeug über dem Reichsgebiet, um den Putschversuch nicht durch Bombenangriffe zu behindern. Das wiederum ist ein eindeutiges Indiz, daß die alliierte Seite wußte, daß in Berlin ein Putschversuch unternommen wurde!
Auch General Eisenhower hat die ursprünglich für den 20. Juli 1944 angesetzte Durchbruchsschlacht auf den 25. Juli verschieben lassen! Man wußte also was ablief und alles war mit der Feindseite abgestimmt!
Allan Dulles wurde der Vollzug des Anschlags gegen 16:00 Uhr am 20. Juli mitgeteilt, aber schon bald wurde den Alliierten bekannt, daß das Attentat auf den Führer mißlungen war.
Wilhelm Hoegner, ein ehemaliger Reichstagsabgeordneter der SPD, war in die Schweiz immigriert und hatte dort enge Verbindung zu Allan Dulles aufgenommen. Wilhelm Hoegner schrieb, daß er Dulles noch nie so niedergeschlagen gesehen habe wie nach der Nachricht vom Scheitern des Attentats auf Hitler: »Die amerikanische Politik hatte eine furchtbare Niederlage erlitten.«
Als eindeutiges Zeichen an die Alliierten nach dem gescheiterten Attentat hatte das deutsche Oberkommando in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli den V-l Einheiten den Befehl gegeben, mit »maximalem Vergeltungsfeuer« auf London zu antworten. Nun war klar, daß der Krieg weitergehen würde!
Am 22. Juli 1944 berief der Oberkommandierende General Eisenhower eine Beratung über die entstandene Lage ein, wobei nach Augenzeugenberichten neben der militärischen Situation auch die politische Situation eine wichtige Rolle spielte.
Was nun aber von Seiten Großbritannien erfolgte, ist bis heute unverständlich.
Nach dem fehlgeschlagenen Attentat und dem Staatsstreichversuch vom 20. Juli 1944 ereignete sich eines der dunkelsten und zugleich rätselhaftesten Kapitel in den Beziehungen zwischen Westalliierten und dem deutschen Widerstand.
Churchill erklärte am 2. August 1944 im Unterhaus, daß der 20. Juli und die darauffolgenden Massenexekutionen für England nur das Interesse hätten mitanzusehen, wie sich die Machthaber des Dritten Reiches gegenseitig an die Kehle fuhren.
Und die New York Times verglich am 9. August 1944 das Attentat, um das Oberhaupt des Staates und den Oberkommandierenden der eigenen Armee mit einer Bombe zu töten, mit einer typischen Methode aus der Verbrecherwelt, unwürdig für das Offizierskorps eines Kulturstaats. Aber es sollte noch viel schlimmer kommen...
Englische Propagandasender für die deutsche Seite wie der Soldatensender Calais und Soldatensender I nannten in Rundfunkmeldungen direkt und öffentlich die Namen der beteiligten Verschwörer.
Hinzu kam, daß ein namhafter englischer Geheimdienstoffizier deutschen Agenten in Bern Listen mit Namen, Amtsstellungen und Adressen der Verschwörer übergab, mit denen die alliierten Regierungen schon vor dem Krieg in Kontakt waren. Darunter habe sich auch der Außenpolitiker des deutschen Widerstands, Trott zu Solz, befunden.
Es ist von grundsätzlicher Bedeutung, daß diejenigen Verräter, die zum direkten Umkreis des 20. Juli 1944 gehörten, nach dem Fehlschlag des Attentats für die Alliierten keine Verhandlungspartner mehr waren. Sie hatten ihr Versprechen, einen Umsturz in Deutschland herbeizuführen und danach die Fronten für die Westalliierten zu öffnen, nicht erfüllen können.
Außerdem hatte man die Leute um Oberst von Stauffenberg im Verdacht, in Wirklichkeit Sympathien für die Sowjets zu haben und ein »Arbeiter-und-Bauern-Regime« anzustreben.
Es sieht so aus, als wollte man sich alliierterseits nach dem 20. Juli der Gruppe der >Ideologen< des deutschen Widerstandes entledigen.
Dies galt aber nicht für die >Praktiker<, deren gute Dienste man bis Kriegsende gern in Anspruch nahm. Auch das Spionagenetz Werther im OKW überstand die Säuberungen nach dem 20. Juli 1944 völlig unbeschadet!
Primärquelle: Georg, Verrat in der Normandie
Um Mitternacht des 18. Juli 1944 beendete Feldmarschall von Kluge die drohende Gefahr, daß es im Westen zu einem Bürgerkrieg zwischen hitlerfeindlichen und hitlerfreundlichen deutschen Truppenteilen nach einem Putsch kommen könnte.

Rommel, General Eberbach und OB West von Kluge (von links). Beide Marschälle strebten eine Auflösung der Westfront an, trotzdem gab es Meinungsverschiedenheiten. Bei ihrer ersten Begegnung hatte der neue OB West Rommel gesagt: »Von nun an müssen auch Sie sich daran gewöhnen, Befehle auszuführen wie alle anderen.«
Nach dem deutschen Abwehrsieg gegen die Engländer bei Caen hielt es von Kluge für dringend geboten, die geschwächten deutschen Linien wieder aufzufüllen.
Feldmarschall von Kluge hatte eigene Pläne im Westen, wußte aber über den Termin des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 nicht Bescheid. Er telefonierte deshalb, ohne General Speidel zu konsultieren, mit dem OKW und verlangte von General Jodl die Verlegung von Graf von Schwerins bisher untätiger 116. Panzerdivision nach Caen.
Er konnte nicht wissen, daß die Verschwörer im Westen sie dort für ihren Putsch gegen Hitler aufgespart und die intakte schlagkräftige Panzerdivision zur Abschirmung ihres Hauptquartiers in Paris vorgesehen hatten.
Ohne daß Speidel eingreifen konnte, genehmigte General Jodl wenige Minuten später Kluges Antrag, und die Hausmacht der Pariser Verschwörer rollte in die Normandie, wo sich die harten Kämpfer später hervorragend bewährten.
Der Abzug der 116. Panzerdivision hatte für die Verschwörer in Paris größte Konsequenzen, denn sie hatten nun keine ihnen unterstehende Truppenmacht mehr, als es am 20. Juli 1944 zum fehlgeschlagenen Attentat gegen Hitler kam.
Ohne eigene Truppen konnten sie nur darauf hoffen, Feldmarschall von Kluge zum Mitmachen zu bewegen, nachdem Feldmarschall Rommel, der ein Attentat auf Hitler persönlich ablehnte, schwerverletzt im Lazarett lag.
Kurz vor dem Anschlag des 20. Juli befanden sich die Mitglieder der Verschwörung beim Westheer in höchster Aufregung. Nirgendwo war der Anteil von Verschwörern und Widerstandskämpfern in höchsten Positionen so hoch wie an der Westfront zum Zeitpunkt der alliierten Landung.
Bereits vor dem Anschlag war in den Stäben der Heeresgruppe B in La Roche-Guyon und im Hauptquartier des OB West in St. Germain den Mitgliedern der Verschwörung in versiegelten Befehlen Anweisungen für ihr Verhalten nach Durchführung und Gelingen des Attentats und nach Durchführung des Stichworts Walküre übergeben worden.
Auch Generalfeldmarschall von Kluge war einer dieser versiegelten Befehle übergeben worden.
Als am Nachmittag des 20. Juli Generalfeldmarschall von Kluge in La Roche-Guyon bei General Speidel eintraf, erhielt er kurz nacheinander zwei telefonische Anrufe aus Berlin, daß Hitler tot sei und er sich rasch entscheiden müsse. Kurz danach hörte von Kluge auch den Aufruf von Reichspropagandaminister Goebbels über den Reichsrundfunk, daß Hitler noch lebte. Ergänzend traf ein Fernschreiben des Generalfeldmarschalls Wilhelm von Witzleben ein, der nach Hitlers Tod als neuer Oberbefehlshaber der Wehrmacht eingesetzt werden sollte. Auch hierin wurde bestätigt, daß Hitler tot sei.
Nach diesem Fernschreiben äußerte von Kluge zu seinem Generalstabschef General Blumentritt: »Wissen sie, dies ist ein historischer Augenblick. Ich möchte Befehl geben, sofort die Beschießung von England mit der V-l einzustellen. Wenn der Führer tot ist, sollten wir eigentlich sogleich mit der Führung auf der anderen Seite Fühlung nehmen.« Dies war gegen 20:00 Uhr am 20. Juli 1944.

General Major Helmuth Stieff bei seinem späteren Hochverratsprozeß, er wurde in Berlin-Plötzensee gehängt
Erst ein späteres Telefonat mit General Major Helmuth Stieff, einem weiteren Verschwörer im Oberkommando des Heeres in Ostpreußen, brachte Gewißheit darüber, daß Hitler das Attentat überlebt hatte. Daraufhin entschloß sich Generalfeldmarschall von Kluge, sich nicht der Verschwörung anzuschließen. Schon vorher hatte er das Gefühl gehabt, daß er von den anderen Verschwörern reingelegt werden sollte.

Der Putschist Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim wurde noch am 20. Juli zusammen mit Stauffenberg im Hof des Bendlerblocks exekutiert
Und als ein Telefongespräch mit Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim, einem anderen Verschwörer in der Bendlerstraße, gestört wurde, ließ Kluge vorsichtigerweise die Verbindung nicht wiederherstellen.
Zwischenzeitlich hatte General von Stülpnagel in Paris bereits Alarmmaßnahmen gemäß dem Walküre -Befehl durchführen lassen und die Spitzen von SS und SD durch das Sicherungsregiment 1 beim Stadtkommandanten von Paris festsetzen lassen.
Alles lief reibungslos ab, weil Offiziere wie Truppe der Begründung dieser Maßnahme Glauben schenkten, daß ein Putschversuch der Gestapo gegen Hitler stattgefunden hätte.
In der Unterkunft des Sicherungsregimentes wurden bereits die Exekutionsplätze mit Sandsäcken hergerichtet, wo die zum Tode Verurteilten unter den Verhafteten später hingerichtet werden sollten.
Die Verhaftung der SS-Führer war aber militärisch bedeutungslos, da ein Teil der jüngeren Offiziere entkommen konnte. Sie benachrichtigten sofort den im Fronteinsatz befindlichen Oberführer Kurt Meyer von der SS-Division Hitlerjugend, der seinerseits seinen Vorgesetzten Sepp Dietrich über das »eigenartige Geschehen« in Paris umgehend informierte. Als Folge gingen Fernschreiben zu den SS-Divisionen an der Front, die ein Herauslösen aus der Kampflinie beinhalteten. Der Spuk in Paris sei also nur von kurzer Dauer gewesen.
Tatsächlich war die Lage aber nicht ganz so klar, da Hinweise bestehen, daß eine Reihe von hohen und höchsten Befehlsträgern wie Guderian und Model, aber auch die SS-Generale Dietrich und Bittrich nach Sondierungen, wie sie sich zu einem Staatsstreich stellen würden, keine Meldungen nach oben gemacht hatten. Man hielt sich bedeckt und wartete ab, wer Sieger des Machtkampfs werden würde.
Generalfeldmarschall von Kluge war nach dem Überleben Hitlers klar, daß nun höchste Gefahr für seine eigene Existenz bestand. Als dann der Verschwörer General von Stülpnagel, aus Paris kommend, gegen 20:15 Uhr bei von Kluge eintraf und ihn zum versprochenen Losschlagen aufforderte, wurde er bereits mit den Worten empfangen: »Es ist nichts mehr zu machen. Der Führer lebt!« Gegen 23:00 Uhr entschloß sich Feldmarschall von Kluge endgültig, von der Verschwörung Abstand zu nehmen, und enthob General von Stülpnagel seines Postens, gab ihm aber Gelegenheit zur Flucht.
Kurz nachdem Hitler nach Mitternacht selbst über den Rundfunk gesprochen hatte, muß es von Kluge wegen seiner eigenen Verwicklungen mit der Angst bekommen haben. Sein Generalstabschef Tempelhoff hörte mit, wie von Kluge seinen Schwiegersohn Dr. Udo Esch, der als Militärarzt in einem Pariser Lazarett tätig war, anrief und ihn um die sofortige Überbringung einer gewissen Sache bat. Es handelte sich dabei um sieben Ampullen Zyankali, die Esch während seines Urlaubs aus einem Laboratorium in Leipzig besorgt hatte, die im Falle des Mißlingens den Hauptverschworenen dienen sollten. Mit einem Pionier-Sturmboot wurde Esch noch während der Nacht über die Seine gebracht, um dem Feldmarschall das Giftpäckchen zu überbringen.
Für die kämpfende Truppe war der 20. Juli 1944 ohne jegliche Bewandtnis. Als die Nachricht über den Fehlschlag des Attentats später an der Front eintraf, stießen die Meldungen auf völliges Unverständnis bis Abscheu bei den Fronttruppen.
Englands Soldatensender posaunt Verräternamen in die Welt hinaus
Am 12. und 15. Juli 1944 informierte Allan Dulles Präsident Roosevelt über die bevorstehende Beseitigung Adolf Hitlers durch die deutsche Opposition, und als am 20. Juli 1944 die Bombe in Hitlers Hauptquartier >Wolfsschanze< gezündet wurde, befand sich kein einziges alliiertes Flugzeug über dem Reichsgebiet, um den Putschversuch nicht durch Bombenangriffe zu behindern. Das wiederum ist ein eindeutiges Indiz, daß die alliierte Seite wußte, daß in Berlin ein Putschversuch unternommen wurde!
Auch General Eisenhower hat die ursprünglich für den 20. Juli 1944 angesetzte Durchbruchsschlacht auf den 25. Juli verschieben lassen! Man wußte also was ablief und alles war mit der Feindseite abgestimmt!
Allan Dulles wurde der Vollzug des Anschlags gegen 16:00 Uhr am 20. Juli mitgeteilt, aber schon bald wurde den Alliierten bekannt, daß das Attentat auf den Führer mißlungen war.
Wilhelm Hoegner, ein ehemaliger Reichstagsabgeordneter der SPD, war in die Schweiz immigriert und hatte dort enge Verbindung zu Allan Dulles aufgenommen. Wilhelm Hoegner schrieb, daß er Dulles noch nie so niedergeschlagen gesehen habe wie nach der Nachricht vom Scheitern des Attentats auf Hitler: »Die amerikanische Politik hatte eine furchtbare Niederlage erlitten.«
Als eindeutiges Zeichen an die Alliierten nach dem gescheiterten Attentat hatte das deutsche Oberkommando in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli den V-l Einheiten den Befehl gegeben, mit »maximalem Vergeltungsfeuer« auf London zu antworten. Nun war klar, daß der Krieg weitergehen würde!
Am 22. Juli 1944 berief der Oberkommandierende General Eisenhower eine Beratung über die entstandene Lage ein, wobei nach Augenzeugenberichten neben der militärischen Situation auch die politische Situation eine wichtige Rolle spielte.
Was nun aber von Seiten Großbritannien erfolgte, ist bis heute unverständlich.
Nach dem fehlgeschlagenen Attentat und dem Staatsstreichversuch vom 20. Juli 1944 ereignete sich eines der dunkelsten und zugleich rätselhaftesten Kapitel in den Beziehungen zwischen Westalliierten und dem deutschen Widerstand.
Churchill erklärte am 2. August 1944 im Unterhaus, daß der 20. Juli und die darauffolgenden Massenexekutionen für England nur das Interesse hätten mitanzusehen, wie sich die Machthaber des Dritten Reiches gegenseitig an die Kehle fuhren.
Und die New York Times verglich am 9. August 1944 das Attentat, um das Oberhaupt des Staates und den Oberkommandierenden der eigenen Armee mit einer Bombe zu töten, mit einer typischen Methode aus der Verbrecherwelt, unwürdig für das Offizierskorps eines Kulturstaats. Aber es sollte noch viel schlimmer kommen...
Englische Propagandasender für die deutsche Seite wie der Soldatensender Calais und Soldatensender I nannten in Rundfunkmeldungen direkt und öffentlich die Namen der beteiligten Verschwörer.
Hinzu kam, daß ein namhafter englischer Geheimdienstoffizier deutschen Agenten in Bern Listen mit Namen, Amtsstellungen und Adressen der Verschwörer übergab, mit denen die alliierten Regierungen schon vor dem Krieg in Kontakt waren. Darunter habe sich auch der Außenpolitiker des deutschen Widerstands, Trott zu Solz, befunden.
Es ist von grundsätzlicher Bedeutung, daß diejenigen Verräter, die zum direkten Umkreis des 20. Juli 1944 gehörten, nach dem Fehlschlag des Attentats für die Alliierten keine Verhandlungspartner mehr waren. Sie hatten ihr Versprechen, einen Umsturz in Deutschland herbeizuführen und danach die Fronten für die Westalliierten zu öffnen, nicht erfüllen können.
Außerdem hatte man die Leute um Oberst von Stauffenberg im Verdacht, in Wirklichkeit Sympathien für die Sowjets zu haben und ein »Arbeiter-und-Bauern-Regime« anzustreben.
Es sieht so aus, als wollte man sich alliierterseits nach dem 20. Juli der Gruppe der >Ideologen< des deutschen Widerstandes entledigen.
Dies galt aber nicht für die >Praktiker<, deren gute Dienste man bis Kriegsende gern in Anspruch nahm. Auch das Spionagenetz Werther im OKW überstand die Säuberungen nach dem 20. Juli 1944 völlig unbeschadet!
Copyright © 1998 - 2010 www.nexusboard.net - Eigenes Forum kostenlos anmelden