Deutsche Agentenoperationen in Südamerika

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The Real Blaze
Die deutschen Positionen in Südamerika

1939 lebten in einigen südamerikanischen Ländern hundertausende Deutsche in zahlreichen Kolonien. In Argentinien zählten sie ca 200000 Deutsche in den Gebieten Formosa, Cordoba, Cordier, im Gran Chaco, in Buenos Aires und Umland, den entlegenen Parana Missionen sowie in San Carlos de Bariloche. In Brasilien lebten 380000 Deutsche im Raum Blumenau und Florianopolis im Bundesstaat Santa Catarina. In Paraguay hatten nach Ende des 1.Weltkrieges zehntausende deutsche Einwanderer wildes jungfräuliches Gebiet kultiviert und den Städten deutsche Namen gegeben, wie etwa Hohenau.
In Chile gab 130000 Deutsche. Dort wurde massenhaft der Süden des Landes kolonisiert mit den Zentren um die Stadt Valdivia, die Insel Chilve und der Hauptstadt Santiago.
Peru ,Kolumbien und in Venezuela waren ebenfalls Einwanderungsländer für Deutsche und hatten dort landesweit deutsche Verbände und Kolonien gegründet.

Die Ideen des Nationalsozialismus fielen in dieser Zeit auf fruchtbaren Boden. Bei offiziellen Anläßen trug man deutsche Uniformen der jeweiligen NSDAP Organisationen. Hakenkreuzbinden prägten das öffentliche Bild in den deutschen Kolonialstädten. Es gab die Partei NSDAP in den Ländern, eine nationalsozialistische Arbeitsfront, Frontkämpferverbände aber auch BDM und Hitlerjugend.

In den dreißiger Jahren existierte sogar ein Plan eines gewissen Arnold Fuhrmann, Uruguay als Kolonie für Deutschland zu erobern.Er geht dabei auf das Werk von Richard Tenneberg zurück mit den Titel" Großdeutschland- das Werk des zwanzigsten Jahrhunderts". Davon abgesehen gab es auch deutsche Kolonien in Uruguay, aus denen zum Beispiel später freiwillige Helfer kamen, um die beschädigte "Graf Spee" in Montevideo wieder zu reparieren.

Von allen Ländern war es besonders Argentinien, daß den deutschen Geheimdienst wirkungsvoll unterstützte.US amerikanische Agenten hatten dort die allerschlechtesten Karten und wurden vielerorts überwacht und an deutsche Agenten verraten. In Verhören wurden die Amerikaner dann meistens zum Reden gebracht, dazu bediente man sich der Picana electrica- der elektrisch geladene Stachel.


brachte fast jeden zu Sprechen: die Picana electrica

Koordinator der deutschen Agenten auf dem südamerikanischen Kontinent war der Marineattache´ Kapitän zur See Dietrich Niebuhr, der hauptsächlich von der deutschen Botschaft in Buenos Aires aus agierte.
Niebuhr unterstand direkt dem Chef des Deutschen- Lateinamerikanischen Institutes in Berlin General Faupel.


Wilhelm von Faupel(1873 bis 1945)

General Faupel war wiederum der Kopf des gesamten Südamerika- Sektors, ein Mann der in diesen Ländern Staatspräsidenten machen konnte.

Mit Hilfe der deutscher Helfer in den Deutschenkolonien hatte also der deutsche Geheimdienst beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit, die sich in vielerlei Hinsicht entfaltete. Politisch um südamerikanische Länder an die Seite Deutschlands zu führen oder diese Länder mindestens als Rohstofflieferanten zu erhalten. Für den Kriegsfall wollte man mit Sabotageeinsätzen, die Feinde Deutschlands bekämpfen.

Für alle Agentenoperationen dieser Art stand ein Netz von deutschen Banken in ganz Südamerika bereit, um die Finanzierung zu sichern. Aber auch hunderte Industriebetriebe wurden gegründet und erfolgreich geführt.

Nach dem 1.Weltkrieg gingen hunderte deutsche Generalstabsoffiziere nach Südamerika, um in allen 11 Ländern!! neue Armeen aufzustellen und diese nach dem preußischen Drill und Dienstreglement zusammenzufassen.
Ausbildung und Einsatz wurden geübt. Die argentinische Armee trug den preußischen Pickelhelm noch bis zum Ende des 2.Weltkrieges. Chilenische Kadetten marschierten anläßlich der alljährlichen Militärparaden im preußischen Stechschritt.

Einer der jungen argentinischen Offiziere, der vor dem Kriege an einem Generalstabsausbildungskurs in Italien teilnahm und auch einige Wochen in Deutschland verbrachte, war Juan Peron. Er wurde zum glühenden Hitlerverehrer.

Bis vor Ausbruch des 2.Weltkrieges wurden viele Organisationen in ganz Südamerika errichtet. Alle wurden straff von Berlin geführt und erfreuten sich ganz besonderen Wohlwollens , besonders der Bankwirtschaft.
Mit Kriegsbeginn reisten viele Deutsch- Südamerikaner nach Deutschland, um am Krieg teilzunehmen. Die nicht nach Deutschland kommen konnten, reihten sich in die deutschen Hilfsorganisationen ein , um wichtige Rohstoffe für Deutschland sicherzustellen.
Südamerika wurde also im großen Stil wie eine riesige Kolonie durchorganisiert. Immerhin zählte die Gesamtzahl aller jemals nach Südamerika eingewanderten Deutschen 5 Millionen Kolonisten. Von Berlin aus wurden Grundlagen geschaffen, daß man nach einem gewonnenen Krieg, die meisten Ländern bündnistechnisch auf ihre Seite zu ziehen. Besonders Argentinien, gefolgt von Chile wären mit Abstand jene Staaten gewesen, die mit großer Wahrscheinlichkeit Achsenverbündete geworden wären.


ein kolumbianischer Platinnugget

Eine der wichtigsten Aufgaben während des Krieges war für das deutsche Agentennetz die Beschaffung von Platin aus Kolumbien, wo eine starke Gruppe operierte: Der Ring der Sechzehn
Beschaffung und Transport des Platins aus Kolumbien über Ekuador zu den Schmelzanlagen nach Argentinien war die Hauptaufgabe dieser Gruppe, zu der später auch noch die bewaffnete Sicherung gegen amerikanische Agenten kam.

Die ersten Befehle für die deutschen Agentenringe in Südamerika liefen zuerst über Madrid. Der Chef des Deutsch- Lateinamerikanischen Instituts, General Faupel war gleichzeitig Botschafter in Spanien. Von dort konnte er hervorragend die Infiltration deutscher Agenten in Südamerika leiten.

Eine beliebte deutsche Beinflussungsmaßnahme in Argentinien war das sogenannte "Pokerspiel". Ort die deutsche Botschaft und Oranisator der offizielle deutsche Botschafter Thermann.


Dr. Edmund Freiherr v. Thermann

Bei diesen Pokerspielen waren waren auf deutschen Seite in wechselnder Folge ein deutsche Prinz mit Gemahlin, Godofredo Sanstede ,ein Gestapo Agent und Presseattache der Deutschen Botschaft, der Graf von Luxemburg, Ricardo von Leute, Walter F.Stad, Ludwig Freude und gewisser von Simon.
Gäste dieser Pokerrunden waren stehts prodeutsche argentinische Militärs, die gerne mit einen Putsch sich auf die Seite Deutschlands gestellt hätten. An ihrer Spitze waren die Generale Ramirez, Perine und Farell, die Admirale Scasso und teissaire, Oberst Brickmann(Deutsch-Argentinier) und weitere Deutsche wie Heblin,Mittelbach, Tauber und Gilbert, sowie Gonzales und Oberst Juan Peron


Oberst Juan Peron verehrte Hitler

Die Spiel hatten immer nur eine Gewinnerseite: die Argentinier Botschafter Thermann nach dem Krieg: Wir wollten, daß unsere Freunde zufrieden waren und für ihr Wirken genügend Geld hatten. Deshalb ließen wir sie stehts gewinnen."

Neben diesen Geldsegen für bestimmter Argentinier wurden noch mit großen Summen argentinische Zeitungen unterstützt. Das organisierte Godofredo Sanstede, der Agent der Gestapo.
"El Pampero" bekam vom 24. bis 27. Juni einen Scheck von 66500 Pesos, der bei der Deutschen Bank ausgestellt wurde.
Die deutsche "La-Plata-Zeitung" wurde mit rund 33000 Pesos bedacht und die "Clarinda" erhielt 24000 Pesos.
Deutsche Banken und Großgesellschaften investierten bis 1938 ca 300 Millionen Pesos in Argentinien. Das Gesamtinvestitionsvolumen Deutschlands in Argentinien erreichte bis 1945 3 Billionen Pesos Dies bestätigte
Silvano Santander ein argentinischer Parlamentär(später Botschafter in Mexiko.


Evita lies es sich mit deutschen Geld gut gehen

Angesehene argentinische Persönlichkeiten bekamen immer wieder deutsche Geldgeschenke. Darunter waren Miguel Viancarlos(Polizei) oder gar Eva Duarte(Evita), die später General Juan Peron heiratete! Der Scheck mit 33000 Pesos war auf dem 26.Juni datiert. Oberst Peron selbst bekam sogar einen Scheck von 200000 Pesos.

Argentinien war also politisch prodeutsch eingestellt und maßßgebliche Personen standen im engen Kontakt zu deutschen Geheimdiensten. Jede deutsche Operation geschah deshalb auch unter Duldung der argentinischen Sicherheitsorgane. Als die Beschaffung des kolumbianischen Platins kritisch wurde, wurden deshalb auch von Argentinien aus Gegenmaßnahmen vorbereitet, um den Platinfluß wenigstens zu erhalten. Es begann der deutsch amerikanische Platinkrieg

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 11.11.07 14:04 ]
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Agentenringe und ihre Aktivitäten

Die Filialen der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr wurden bereits im Februar 1940 in Süd und Mittelamerika durch deutsche Agenten (Abteilung Ausland)infiltriert und erkundeten von dort alles wissenswerte in den betroffenen Ländern.


Ziel deutscher Agenten: Tankerbewegungen zu den Öl Raffinerien von Trinidad

In Uruguay wurden Agentensender eingerichtet, mit deren Hilfe man die Bewegung britischer Kriegsschiffe vor Südamerika und Tankerlinien vor den Ölraffinerien von Trinidat und der restlichen Karibik erkunden und melden wollte.
Das OKW Amt Ausland/Abwehr begann Ende 1940 Mexiko als Ausgangsbasis für Spionageeinsätze und Sabotageanschläge in den USA zu benutzen. Als die Abwehr ,in Mexiko geduldet, zu unvorsichtig auftrat, beschwerte sich der deutsche Gesandte in Mexiko- Stadt Anfang 1941 besorgt beim Auswärtigen Amt in Berlin über diese fast freiwillige Enttarnung der Agenten.

Rüdt von Collenberg, deutscher Gesandter in Mexiko, meldete bereits im Frühjahr 1941, daß nunmehr sechs deutsche Agentengruppen mit zahlreichen Mitarbeitern in Mexiko tätig seien. Eine Reihe davon betrieben in Mexiko und den USA Spionage.

Agent Wolf 1, wie der Agent Rekowski genannt wurde, war in den USA eingeschleust worden und betrieb mit einigen irischen Bombenlegern in amerikanischen Munitionfabriken und auf US Schiffen Sabotageakte.

Eine der Hauptnachrichtenquellen in Peru war die deutsche Presseagentur Transocean News Service. Als diese im Frühjahr 1941 auf Betreiben der USA geschlossen wurde, wichen die Agenten auf Kolumbien aus. Schon um auch den sich anbahnenden Agentenkrieg um die Versorgung des reiches mit Platin zu unterstützen.

In den USA waren die leiter der Sabotagegruppen Manfred Zapp und Günther Tonn an der Arbeit. Sie wurden im Mai 1941 enttarnt und verhaftet, weil sie sich nicht als Doppelspione umdrehen ließen.

Als man in El Salvador einen Geheimsendern der leitstelle für Agenten nach Mexiko ortete und im Handstreich auslöschte, wurde auch dem Leiter der Militärschule in El Salvador ,Major Bohnstedt, der Boden zu heiß. Man hatte Material gefunden, das ihn kompromoittierte. Major Bohnstedt wurde ausgewiesen.

Auch im deutschfreundlichen Argentinien mußte der deutsche Geheimdienst einige Niederlagen einstecken. Im Sommer 1941 wurden neben deutschen Armeeoffizieren 36 deutsche Spione verhaftet. Fast gleichzeitig wurde auch in Bolivien ein deutscher Agentenring ausgehoben. In Peru gelang der peruanischen Geheimpolizei in einem überschweren Gepäck eines deutschen Diplomaten einen Agentensender zu entdecken und sicherzustellen.

Auch das ebenfalls deutschfreundliche Chile reagierte allergisch auf deutsche Geheimdienstler. Das deutsche Hauptagentennetz wurde im Juli 1941 aufgerollt und 13 deutsche Agenten verhaftet.

Geheimdienstchef Generalmajor Faupel nahm diese Gegenschläge zum Anlaß, die weitere Agententätigkeiten zu verfeinern. Die Gruppe Technische Abwehrmittel des Amtes Ausland/Abwehr, als Referat I G4 getarnt, brachte völlig neue Möglichkeiten ins Spiel. Über das Referat li -Funknetze, Funkbetriebsstellen und Loboratorien für Geheimapparate - wurden alle Register gezogen um immer bessere Möglichkeiten der Mikrofilmtechnik, der Infrarotfotografie und der Fotokopierer zu erlangen.
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Der Platinkrieg in Kolumbien

Größte Priorität aller deutschen Agentenoperationen in Südamerika, war die weitere Versorgung des Deutschen Reiches mit Platin aus Kolumbien. Bereits 1936 war ein Kolumbien lebender Deutscher, Theodor A. Barth damit beauftragt worden, die Platinproduktion der in Kolumbien arbeitenden Platinwäscher für Deutschland sicherzustellen.
Alle anderen schon erwähnten in Frage kommenden Platinlieferanten wurden bereits zu dieser Zeit als potentiell feindlich eingestuft.
Theodor A. Barth hatte nach dem Ende des 1.Weltkrieges in Kolumbien als Smaragdaufkäufer begonnen. Danach war es ihm gelungen eine Kette von Platinwäschern unter 30000 Eingeborenen zu rekrutieren, die mit primitivsten Setzkästen Gold und Platin aus den vielen Seitenflüssen des Rio Sabn Juan und des oberen Rio Cauca herauswuschen.
Binnenweniger Jahre gelang es ihm, über 16 Anlaufstellen das Monopol der Platingewinnung auf sich zu vereinigen. Dabei zahlte er den Wäschern immer 20% mehr als bei den staatlichen Ankaufstellen. Bezahlt wurde mit echten Dollars von deutschen Guthaben in den USA.


Platinfluß Rio Atrato

Von San Pablo im Norden bis hinunter nach Guapi an der Küste verteilte sich sein Platinring. Schwerpunkte waren die Platinfundstellen am oberen Rio Atrato mit seinen Nebenflüssen. Vom Rio Cacarica im Norden angefangen, über La Honda als nördliche Sammelstelle bis zu den vier Flüßen Rio Salaqui, Rio Salaquicito, Rio Ciego und Rio El Guineo die alle bei Riosucio in den Rio Atrato mündeten. Riosucio war die zweite Sammelstelle der Platinausbeute.

Die seenartige Erweiterung des Rio Chintado mit seinen sieben kleinen Nebenflüssen(aus der Serrania de los Saltos kommend) waren ebenfall reich an Goldseifenlager, wo man immer auch das Platin fand.

Im Verlaufe der Zeit verlegte Theodor A. Barth seine Aktivitäten immer weiter nach Süden. Seine Aufkäufer fuhren bis hinunter nach Boca de Bebara und der Ansiedlung Bebara am Rio Bebara , einem östlichen Seitenfluß des Rio Quito.

Im Jahr 1940 war das gesamte Gebiet von der Küste an der Bahia de baudo nach Osten bis Dipurdu am Rio San Juan hinzugekommen. In diesen Raum gab es dann mehrere Anlaufstationen für wild gewaschenes Platin. Das waren Panamacito, Portedo; Noanama und Dipurdu.
Der Hauptsitz von Theodor A. Barth wurde nach Buenaventura verlegt. Von hier aus nahmen seine "Commandantes" ihre Inspektionsfahrten über den Rio Baudo und den Rio San Juan ins Landesinnere zu den Abholestellen.


eine Ar 196 war mit das wichtigste Transportmittel für den deutschen Platinring- natürlich ohne deutsche Kennzeichen

Das Flugzeug, das ihm dabei zur Verfügung stand, war eine Arado Ar 196, ein umgebautes Seeflugzeug deutscher Produktion. Es wurde in Einzelteile aus Deutschland nach Barranquilla gebracht und flog innerhalb Kolumbiens mit privater Kennung.

Als im Juni 1941(noch Monate vor dem Krieg!) die deutschen Guthaben in den USA gesperrt wurden, schien zunächst der kolumbianische Platinmarkt für das Deutsche Reich wegzubrechen. Doch recht schnell gelang es, über argentinische Banken das benötigte Geld zu beschaffen. Erneut begann eine weitere Phase ungehinderter Platinversorgung für das Deutsche Reich.

Erst im Oktober 1941, als die Wehrmacht erneut gegen Moskau antrat, wurden mit einem Schlag die deutschen Platinaufkäufe gestoppt. Die USA hatte dazu die gesamte Platinproduktion der Choco Pacific Company die mit ihren Großbaggern die Platinproduktion betrieb durch Kauf dieser Company an sich gebracht.
Zwei Drittel der Bergwerksförderung waren jetzt für Deutschland nicht mehr zu haben. Es blieb also nur noch der Platinring der wilden Wäscher übrig! Dieser wurde deshalb mit deutscher Hilfe vergrößert. Über die Schleusenlinie Madrid -Bogota wurden an Theodor A. Barths Organisation weitere Helfer(Agenten) und Ausrüstung geschickt, wie Funkgeräte,Schnellbootmotoren ,Waffen(MGs, 2cm Flak) oder gar ein italienisches Kleinst U Boot.

Die neu angekommenen deutschen Abwehrleute wurden dann auch sehr schnell und reibungslos in den Platinring eingebaut.Unter den Agenten der Abwehr war auch ein Flugzeugführer der Luftwaffe dabei.

Nach Ankauf der Choco Pacific Company durch die USA folgte noch ein Vertrag zwischen Kolumbien und den USA, wonach sämtliches kolumbianische Platin die USA erhalten sollen.
Damit war aus das Platin der wilden Wäscher gemeint, die jetzt dem Staatsterror ausgesetzt waren. Den Wäschern wurde schwerste Strafen angedroht, falls man sie erwischte, wenn sie das Platin weiter an die Deutschen weiterverkauften.
Theodor A. Barths Gruppe baute deshalb geheime Sammelstellen im Hinterland auf und zahlten immer im Schnitt 20 - 30% mehr als der kolumbianische Staat. Die wilden Wäscher verkauften deshalb auch das Platin weiter an den deutschen Sammelring.Binnen weniger Wochen entspannte sich wieder die Platinversorgung und Barths Schmuggler hatten wieder genug Platin eingesammelt. Allerdings zu ständig höheren Aufkaufpreisen. Im Frühjahr 1942 kostete 1 Kilo Platin 4600 Dollar. Ein Würfel von 10 x 10cm Kantenlänge (21,45 Kilo) kostete deshalb 98670 Dollar.

Um dieser Zeit begann nun der Einsatz der amerikanischen SIS Agenten in Kolumbien, um den deutschen Platinring zu vernichten. Platin wurde in der Flugzeugindustrie und auch anderen Rüstungsindustrien Deutschland gebraucht. Ein Ausfall der Platinlieferungen hätte zu entscheidenten Produktionsausfällen geführt.

Die amerikanischen SIS Agenten hatten deshalb auch den Auftrag: "Zerschlagung des Platinringes und Vernichtung der deutschen Sammelstellen mit allen Mitteln auch mit illegalen." Im Falle eines Versagens waren sie auf sich allein gestellt und konnten nicht auf die Hilfe der USA zählen. Mitunter kam es sogar vor das die Deutschen in Kolumbien mit der amerikanischen SIS einen Gefangenenaustausch vereinbarten und gefangene Agenten austauschten. Das war aber auch eher die Ausnahme, den normal wurden von beiden Seiten nie Gefangene gemacht.

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 11.11.07 14:02 ]
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Der Verlauf des Platinkrieges

Durch das verräterische Abspringen eines Gruppenchefs des Platinringes, konnte der amerikanische SIS in das Verteilersystem des südlichen Ringes eindringen und die deutsche Platinversorgung beeinträchtigen. Der fahnenflüchtige Gruppenchef der aus purer Gier sich absetzen wollte, tötete bei seinen Absetzen auch noch einen deutschen Verteilerchef, um sich dessen gesammeltes Platin anzueignen. Durch Funk konnte gerade noch die letzte deutsche Basis gewarnt werden, die das Wasserflugzeug des flüchtigen Gruppenchefs unter Feuer nahm. Er lies abdrehen(der Pilot war eingeschleuster SIS Agent) und wurde später von SIS und kolumbianischer Polizei festgenommen.

Zum weiteren Schicksal dieses fahnenflüchtiges Gruppenchefs: Als seine Flucht bekannt wurde löste der deutsche Chef des Rings der Sechszehn, Theodor A. Barth, den Sonderfall "Cäsar" aus, ein Plan um Verräter aus den eigenen Reihen zu stoppen. Der Gruppenchef gehörte später zu jenen Personen die man mit gefangenen SIS Agenten eintauschte. Er endete als Haifischfutter, um damit auch den eingeborenen Platinwäschern die deutsche Stärke zu zeigen.

Da jetzt die Südroute des Platinrings in Gefahr war , mußten geheime Ausweichposten bezogen werden. Die jetzt der SIS bekannten Basen wurden als Scheinposten weiter betrieben, aber stark armiert, um SIS Kommandos Fallen zu stellen.

Die große Stärke des deutschen Platinringes war das sofortige Zurückschlagen, wenn irgendwo SIS Agenten im Dschungel auftauchten. So wurde beschlossen den SIS Stützpunkt auf der Insel El Morro anzugreifen, um wichtige Geheimunterlagen zu erbeuten, wenn es geht ein paar Agenten gefangenzunehmen , aber auch von der SIS erobertes Wäscherplatin auf einen Schlag zurückzuholen.
Um in die bewaffnete Basis einzudringen, die früher eine Kokaplantage zur Rauschgiftgewinnung war, benutzte man den umgebauten italienischen "Maiali" Torpedoreiter.


"Maiali" Torpedoreiter wurde von deutschen Agenten in Kolumbien eingesetzt

Ein deutscher Agent und sein eingeborener Helfer drangen auch gekonnt in die Basis ein, erbeuteten wertvolle Unterlagen. In der Zwischenzeit landete ein SIS Wasserflugzeug ,zwei SIS Agenten wollten das Platin abholen. Als einer nochmal in das Haupthaus zurückkehrte, schnappten sich die beiden Ringagenten den PKW mit den schon verladenen Platin und der noch wartenden SIS Agentin.
Der Plan mit dem Maiali Torpedoreiter zurückzukehren wurde wegen Schußwechsel fallengelassen, man kaperte sich das das angekommene Wasserflugzeug und entkam. Bevor man aber sich endgültig verabschiedete , gelang es noch ein SIS Schnellboot mit Bordwaffen zu vernichten.

Das erbeutete Platin nahm mit weiteren Wäscherplatin noch einmal die Route über Ekuador nach Argentinien, wurde in der Florinstraße in Buenos Aires raffiniert und landete als "Tuch" deklariert auf den Dampfer " General Montez" im Hafen der argentinischen Hauptstadt. Ziel dieses Dampfers war Cadiz in Spanien, wo bereits LKWs der deutschen Abwehr warteten. Alles klappte bis zum Verstauen des Platins auf den Dampfer, nur hatte das alles einen Haken. Der SIS hatte alles überwacht und war über das Platin, seinen Weg und auch über die "General Montez" im Bilde. Was der SIS aber nicht wußte: die deutschen Agenten des Platinrings wußten von der Beschattung und schleusten drei Agenten auf das Schiff ,um das Platin zu bewachen. Als der Dampfer Tage später auf der Insel Trinidad stopt, wurden die als spanische Bürger getarnten SIS Agenten beim aufbrechen der deutschen Geheimladung überwältigt und als Diebe den Kapitän vorgeführt. Der war so außer sich, daß die gefangenen SIS Agenten nach Spanien auslieferte.

Der Platinring hatte inzwischen neue Routen eingerichtet und der Agentenkrieg ging Monate später ( schon 1943) in eine neue Runde. Wiederum war es den Amerikanern trotz großen Aufwandes nicht gelungen, die Platinversorgung Großdeutschlands zu zerschlagen und mußten herbe Niederlagen im kolumbianischen Dschungel einstecken.
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Lageüberblick über den Agentenkrieg 1941- 1943 in Südamerika

Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Brasiliens zu Großdeutschland, stellten sich SIS Agenten der brasilianischen Regierung zum Abwehrkampf gegen deutsche Agentenringe zur Verfügung. Binnen kurzer zeit gelang es Funküberwachungskommandos sechs deutsche Geheimsender ausfindig zu machen.dabei half auch das amerikanische FBI mit.

Der deutsche Geheimsender CIT war im Hinterland von Santos geortet worden. Der Mann, der diesen Geheimsender betrieb nannte sich Niels Christian Christensen. Er war bereits am 6.4.1941 mit dem spanischen Dampfer "Hermes" in Rio de Janeiro eingetroffen. Vom deutschen Konsul Otto Übele wurde er nach seiner Ankunft mit 5000 Dollar Starkapital ausgestattet. Schon einen Monat später sendete er erste Funksprüche nach deutschland, hauptsächlich Industriespionage und Schiffsbewegungen. Aus allen karibischen Häfen flossen Christensen Meldungen zu, die er aufgearbeitet, an die deutsche U Boot Flotte sendete. In karibischen Gewässern begann dann dort das große Tankersterben, deutsche U Boote feierten aussergewöhnliche Versenkungserfoge.

Der CIT Sender spionierte sogar das Auslaufdatum des britischen Ozeanriesen "Queen Mary" aus, der mit 10000 Soldaten am 6.März 1942 in Rio de Janeiro einlief.Das FBI konnte aber die CIT Depesche mitlesen und warnte die alliierte Führung. Am 18.März 1942 lief die Queen mary wieder aus, darauf folgte gleich die CIT Meldung nach Hamburg das dieses Schiff jetzt unterwegs sei.Am nächsten Morgen folgte noch der Zusatz, daß der Ozeanriese ohne Sicherung unterwegs sei, aber drei U Jagdgruppen in See bereit ständen. Zum Schluß funkte der deutsche Agent sogar diesen Satz: " Mit der Queen Mary" fällt Churchill. Viel Glück!"

Die "Queen Mary" änderte aber nach den FBI Warnungen den Kurs. Zusätzlich lancierte noch der britische Geheimdienst die Nachricht, daß die Queen Mary torpediert worden sei und deshalb zu den Falklandinseln unterwegs sei. Das wiederum wurde von deutschen und italienischen Stellen aufgefangen und verwertet. Deutsche U Boote stießen deshalb nach Süden und ins Leere. Die "Queen Mary" konnte so entkommen...


die britische Curacoa

Die als Truppentransporter fahrende "Queen Mary" Kollidierte am 2.10 1942 mit dem Flakkreuzer "Curacoa" vor der Nordküste Irlands ,331 Mann von der 430 Mann starken Besatzung des Kreuzers kommen ums Leben. Wegen der Nähe von U 407 wurde vom Kreuzer ein U-Bootalarm gegeben, desshalb wurde auf der Brücke vermutlich nicht mehr genau auf den Kurs geachtet, so zackten die Schiffe aufeinander zu, was bei der hohen Geschwindigkeit beider Schiffe (26kn vom Kreuzer und 28.5kn von der Queen Mary) eine sehr hohe Annäherungsgeschwindigkeit bedeutete. Die Queen Mary traf den Kreuzer fast rechtwinklig und rannte diesen regelrecht über den Haufen. Er brach in zwei Teile und sank innerhalb von fünf Minuten...


die "Queen Mary"


Fieberhaft wurde nach CIT gefahndet, doch Christensen wechselte häufig seinen Sendeplatz. Erst über die Bestellung eines Meßgerätes kam man auf seine Spur, wenn auch erstmal der auf Christensens Tarnname O.Mendes. Als er länger auf die Bestellung warten mußte, konnte man über seinem Hotel die Spur aufnehmen. Er wurde etwas später in seiner Wohnung in Rio de Janeiro festgenommen. In der Vernehmung kam auch heraus, daß Christensen kein Däne war, sondern ein deutscher Agent namens Josef Jacob Johannes Starziczny...
In Starzicznys Wohnung wurden dann auch noch Hauptcodes, geheime Weisungen für deutsche Agenten und gar weitere Agentennamen gefunden, dazu noch einen Kurzwellensendern der nicht registriert war.

Nach der Ausschaltung Starzicznys, was ein schwerer schlag war, der unter anderem auch den Platinring in seiner Existenz bedrohte, tauchte ein gewisser Albrecht G. Engels in Brasilien auf und wurde in der deutschen Botschaft vorstellig. Engels versorgte jetzt mit exellent recherchierten Meldungen Großdeutschland wieder mit Schiffsmeldungen und anderen wichtigen Spionagenachrichten.
So konnte er auch die amerikanische Luftbasis Natal auskundschaften, von wo amerikanische Bomber und Jäger in den Mittleren Osten flogen.

In einer Blitzaktion wurden 1942 sechs deutsche Agentengruppen mit ihren Sendern ausgehoben, 86 deutsche Agenten kamen vor brasilianische Gerichte und wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. Als die lage für viele deutsche Agenten in Brasilien zu heiß wurde, gelang es einigen sich nach Chile abzusetzen.

In Chile hielt sich die prodeutsche Stimmung nach Argentinien mit am längsten.Deutsche Funknetze arbeiteten dort weiter unangefochten. Darunter wurden auch SIS Agenten enttarnt, die nach kolumbien einsickerten, um dort gegen den deutschen Platinring zu kämpfen. Aufgrund dieser meldungen wurden sehr viele amerikanische SIS Agenten gefaßt, wovon ein Teil für immer verschwand oder wenn es sich anbot ausgetauscht wurde.
Dieser deutsche Agentenstern in Chile ließ so reihenweise SIS Operationen auffliegen. Erst mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Chiles zu Großdeutschland, das von den USA in erpresserische Weise erreicht wurde, drohte diesem deutschen Agentring(PYL) die Zerschlagung.
Im April 1943 wurde der deutsche Sender von eingeschleusten SIS Agenten in der Nähe von Santiago geortet werden, der deutsche Gegenfunkstellen in Bolivien, Peru, Brasilien und Kolumbien hatte. Geleitet wurde der deutsche Agentenstern von einem deutschen Offizier des 1.Weltkrieges, Major Ludwig von Bohlen. Der Sender war so gut in einem Schuppen eines Landgutes versteckt, daß nichtmal der Besitzer davon etwas wußte. Der PYL Ring Bohlens war die große Aufklärungs und Vermittlungsstation für den mittelamerikanischen Raum.

Das Ende kam dann als der chilenische Staat SIS Agenten gewähren lassen mußte, die den georteten Sender zerschlagen wollten. Chile wurde unter anderem von den USA angedroht es auszuhungern und zu blockieren, sogar an die Wegnahme der chilenischen Handeslflotte und die Beschlagnahme chilenischer Guthaben wurde gedacht. Chile wurde so weich gekocht und schwenkte erpreßt aus die USA Schiene. Die amerikanischen SIS Agenten konnten in einer Nacht und Nebelaktion den PYL Sender schließlich ausheben.

Nur keinen deutschen Agenten konnte man fassen, sie hatten aus der chilenischen regierung diskrete Warnungen erhalten.
Erst auf weiteren Druck begannen die Chilenen nach deutschen Agenten zu suchen, wo von sich aber der größte teil schon nach Argentinien abgesetzt hat. Den wenigen gefaßten deutschen Agenten wurde in Valparaiso der Prozess gemacht.Bohlen hatte sogar noch die Gelegenheit für die deutsche Abwehr ein Memorandum zu schreiben, wo er die Fehler deutscher Agentenarbeit analysierte.

Nach der Zerschlagung des PYL Ringes wurde aber von noch verbliebenen deutschen Agenten erneut ein Ring in Chile aufgebaut.Wieder war major von Bohlen involviert und konnte mit großen Geschick das erneute Aufspüren des Ringsenders verhindern. Bohlen konnte dabei auf einen beim SIS eingeschleusten Agenten zurückgreifen, der ihn über alle Suchaktionen rechtzeitig informierte. Die Amerikaner waren dermaßen angefressen von den erfolglosen Suchaktionen, daß sie aus Kolumbien weitere SIS Agenten abziehen mußte, was dort dem deutschen Platinring wieder half.
Die SIS Großaktion in Chile bekam schließlich das Sendenetz unter Kontrolle, einschließlich der Gegenfunkstellen in Peru, Bolivien Ekuador und Brasilien. Nur die Zerschlagung gelang eben noch nicht.
Major von Bohlen blieb bis September 1943 unangefochten weiter in Chile und konnte sich unter falschen Namen sicher bewegen. Erst im Februar 1944 konnte der SIS in Bohlens Netz eindringen und aufrollen. Darunter wurde war auch ein deutscher Agent namens Timmermann, der in die USA verschleppt wurde.
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Als die Platinversorgung aus Kolumbien im Fühjahr 1943 kritisch wurde, befahl Generalmajor Faupel seinen Agenten Sanstede aus der Botschaft Bueanos Aires zu sich nach Madrid, wo er einen Lagebericht abgeben mußte. Besonders der Versuch der amerikanischen SIS Agenten die Platinraffinerie in Buenos Aires zu sabotieren, lies Faupel zu dem Schluß kommen, selbst nach Argentinien zu gehen.


der berühmte Hafen von Cadiz in Spanien, wurde reichlich für deutsche Agentenoperationen genützt

Sein Fernschreiben an das Reichssicherheitsamt um Bitte eines U Bootes von der 12. U Boot Flottille in Bordeaux wurde auch schnell entsprochen. Am 12.4.1943 wurde Faupel verständigt, daß ab 14.4.1943 ein U Boot auf einer bestimmten Position warten würde, um zwei Passagiere nach Argentinien an Bord zu nehmen.
Generalmajor Faupel und Godofredo Sanstede begaben sich am 14.4 morgens nach Cadiz und fuhren nachts mit einem Motorboot aus dem Hafen auf die benannte Warteposition des U Bootes, was auf 10° West und 35°Nord nachts pünktlich um 2.15 Uhr auftauchte. Man ging ohne Zwischenfälle an Bord.


Patagonien

Die Landung in Südargentinien(Patagonien) fand am Abend des 2.Mai 1943 auf dem riesigen Gelände der Lahousen- Estancia- Company statt, was bereits 1940 von Lahousen gekauft worden war. Von Estancia flog man mit einer Privatmaschine nach Buenos Aires, wo man ein Geheimtreffen mit dem argentinischen Admiral Scasso in der deutschen protestantischen Kirche(Zentrum von Buenos Aires) hatte.
Dort teilte der Admiral den Deutschen mit, daß sämtliche Vorbereitungen für den Putsch getroffen waren.
In den nächsten Tagen traf sich Faupel noch mit weiteren führenden Persönlichkeiten und stellte in Gesprächen sicher, daß der Putsch hauptsächlich auch Großdeutschland nützte. In der deutschen Botschaft von Buenos Aires wurden ebenfalls Geheimbesprechungen geführt. Nach Lage der Dinge war General Farell von den Militärs als neuer Staatschef vorgesehen, Kronprinz blieb aber unbestritten der sehr deutschfreundliche Oberst Peron. Bis Mai flossen erneut Gelder in das System der Putschisten. Am 7.Mai flogen Faupel und Sanstede nach Patagonien zurück. Erneut tauchte ein U Boot vor der Küste auf und man wurde nach Cadiz/Spanien zurückgebracht.

Faupel war zufrieden mit seiner Mission, der Putsch war vorbereitet und auch die Platinversorgung war grundsätzlich weiter gewährleistet. Am Erfolg des Putsches
zweifelte er nicht, er würde Deutschlands Stellung in Südamerika weiter sichern helfen.

Am 4.Juni 1943 brach erfolgreich die Militärrevolte in Argentinien aus. General Arturo Rawson übernahm als dienstältester Offizier die Spitze der Militärregierung.


General Farell

General Farell wurde damit aber ausgebootet, ebenso vorerst der designierte Nachfolger Peron, ohne daß diese aber beseitigt wurden. Nach einigen Monaten gelangte dann General Ramirez an die Macht und am 24.Februar 1944 war es schließlich doch die "deutsche Gruppe" mit Farell und Peron, die endgültig an die Macht Argentiniens kamen.
Auch wenn Argentinien sich pragmatisch dem US Druck anpassen mußte und die diplomatischen Beziehungen nach Großdeutschland abbrechen mußte, konnten deutsche Agenten weiterhin ungestört in Argentinien operieren. Das Platin konnte weiterhin ungestört geliefert werden.
Erst als der erpreßerische Druck der USA zur argentinischen Kriegserklärung führte endete die Platinversorgung, der Krieg war zu dieser Zeit aber auch so schon entschieden.



Oberst Peron wurde am 24.Februar 1946 Präsident von Argentinien.Peron hätte sich bei einem anderen Kriegsverlauf auf jeden Fall mit Großdeutschland verbündet, sein Land als ersten Staat an die Seite der Achse geführt


Maria Eva Duarte war die berühmte erste Frau an Perons Seite


...und Madonna lies es sich nicht nehmen Perons Frau im Film "Evita" zu spielen

Noch während der Regierungszeit von General Farell war es Oberst Peron gelungen, unter der Arbeiterschaft große Anhängermassen zu gewinnen. Unter seiner geheimen Federführung wurde die Partido Laborista ins Leben gerufen, in die auch deutschstämmige Industrielle, Bankchefs und Grundbesitzer Eingang fanden.

Im Konflikt mit der Kirche,ließ Perón katholische Zeitungen verbieten und einige Priester verhaften, legalisierte die Scheidung, uneheliche Kinder und Prostitution und schaffte den Religionsunterricht an Schulen ab. Am 16. Juni 1955 exkommunizierte ihn Papst Pius XII. (der Bann wurde acht Jahre später aufgehoben). Eine blutige Revolte von Marineoffizieren(wahrscheinlich geheimdienstlich von den USA involviert) am gleichen Tag scheiterte noch, im zweiten Anlauf, dem Putsch vom 16. bis 21. September 1955, wurde Perón gestürzt.

Über Stationen in Paraguay, Venezuela und der Dominikanischen Republik ging Peron 1958 nach Spanien ins Exil. Aus dem Exil unterstützte Perón die linksgerichteten Peronisten und die Gewerkschaften. Am 11. März 1973 fanden in Argentinien Wahlen statt. Perón wurde die Kandidatur zwar verweigert, doch entschieden sich die Wähler für einen Gewährsmann Peróns, für Héctor José Cámpora, als Präsident. Cámpora trat schon im Juli 1973 wieder zurück, um Neuwahlen zu ermöglichen. Der innenpolitische Zustand Argentiniens war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon so angespannt, dass viele Politiker Perón zur Rückkehr aufforderten. Perón kehrte in sein Heimatland zurück und gewann die entscheidende Wahl. Im Oktober 1973 wurde er zum zweiten Mal Präsident. Die neue Regierung geriet schnell durch die Spaltung von links- und rechtsgerichten Anhängern in schwere Bedrängnis, besonders als Juan Perón sich selbst immer mehr nach Rechts ausrichtete. Es kam zu einer Welle von Gewaltakten und Terroranschlägen und die Regierung erließ eine Reihe von Notstandsmaßnahmen, um die Ordnung im Lande aufrecht zu erhalten. Perón "Wohlfahrtsminister" López de Rega organisierte die Triple A ("Argentinische Antikommunistische Allianz"), die vor allem inner- und außerparteiliche Gegner ermorderte.

Perón starb wenige Monate nach seiner Wahl am 1. Juli 1974. Seine dritte Ehefrau, Isabel de Perón, die bereits als Vizepräsidentin vereidigt war, wurde seine Nachfolgerin und gleichzeitig die erste Staatspräsidentin Südamerikas. 1976 wurde ihre Regierung erneut durch einen Militärputsch beendet.

Perón ist auf dem Chacarita-Friedhof in Buenos Aires begraben.
The Real Blaze
1944 - Der große Coup gegen die amerikanische Agentenbasis in Kolumbien


Anfang 1944, als der deutsche Platinschmuggel in Kolumbien wieder zu voller Blüte gelangte und der Ring der Sechzehn sicherer denn je etabliert war, entsandte Direktor Edgar Hoover vom FBI vier seiner Topagenten nach Bogota. Sie sollten mit einer Schar von Helfern dem Platinschmuggel endgültig den Gar­aus machen.


FBI Chef Edgar Hoover konnte trotz großer Anstrengungen bis Kriegsende den deutschen Platinschmuggel nicht verhindern und mußte 1944 eine seiner schlimmsten Pleiten erleben...

Mit Hilfe des US-Außenministers gelang es den vier Agenten, eine Audienz bei Staatspräsident Alfonso Lopez zu erlangen, der 1942 Präsident Santos abgelöst hatte.

In dieser Besprechung legten die eisernen Vier, wie diese vier Agenten genannt wurden, dem Präsidenten den Entwurf eines angestrebten Präsidentenerlasses vor. Darin forderten sie ständige und rückhaltlose Unterstützung durch die kolum­bianische Polizei und die Sicherheitsdienststellen, Polizeibe­fugnisse für sich, Befreiung von allen Hemmnissen als Aus­länder und die Genehmigung, jederzeit jedes Land- und Luft-und Seefahrzeug beschlagnahmen zu dürfen, wenn dies für ihren Einsatz notwendig sein sollte.

Der Hauptpunkt ihrer Forderung war die Gestellung von Kräften der Miliz zum Zweck der Ausschaltung des Ringes der Sechzehn.


Präsident Alfonso Lopez war zu seiner Regierungszeit eine nachweislich rückgratlose amerikanische Marionette und erklärte 1943 auf Drängen der USA dem Deutschen Reich den Krieg

Als der Wortführer der Vier diesen Entwurf vorgelesen hatte, nahm Präsident Lopez seinen Federhalter zur Hand und setzte zunächst die Überschrift auf den Erlaß und unterschrieb diesen am Ende. Er hatte alle Vorschläge der Ameri­kaner ohne die geringsten Abstriche akzeptiert.

Wenig später ging dieses Dekret an alle Polizeidienststellen hinaus. Von der kolumbianischen Dienststelle in Buenaventura erfuhr es sofort auch der deutsche Schmugglerchef Theodor A. Barth...

Unmittelbar nach ihrer Besprechung mit dem Präsidenten von Kolumbien traten die eisernen Vier zu einer internen Beratung zusammen. Es ging um die Aufteilung des gesamten Platingebietes in vier Einsatzräume. An der großen Landkarte, welche die gesamte Schmalwand des großen Bespre­chungsraumes der Fruit and Medicinal Company einnahm, wurden die Reviere abgesteckt und vereinbart, daß jeder jeden zu unterstützen hatte, wenn es an irgendeiner Front brannte.

In diese Karte eingezeichnet waren auch jene vier Untersammelstellen des deutschen Ringes der Sechzehn. Nach ihnen wurden die vier Einsatzgebiete abgesteckt.
Wochen später begannen die Amerikaner und kolumbianische Miliz mit brutalen Methoden die Camps der wilden Platin-Digger auszuräumen. Doch der deutsche Agentenring schlug zurück und zwar so entscheidend, dass der Platinkrieg bis Kriegsende gewonnen wurde!


Lagekarte des kolumbianischen Platingebietes



Überfall auf den amerikanischen Agentenstützpunkt

Primärquelle aus MolinerosUnternehmen Siblerstaub:

Als der deutsche Agent Jorge Herrero die Positionslichter des Flugplatzes von Quibdo im spitzen Winkel zwischen den beiden Bahnlinien unter sich aufleuchten sah, atmete er erleichtert auf. Der Plan den amerikanischen Agenten in Kolumbien eins auszuwischen konnte jetzt umgesetzt werden.

„Wir sind da", sagte er zu Paco, seinen muskelbepackten Indio-Begleiter, der während des ganzen Fluges und sogar während des Gewitters geschlafen hatte.
Der Pilot rief den Tower und erhielt die Landeerlaubnis für Landebahn zwei, die bis zum Lagerschuppen verlängert war.
Sie gingen rasch tiefer, die Landebahn schien direkt auf sie zuzuschießen, doch der Pilot, ein erfahrener Mann, der von der Scadta (kolumbianische Fluglinie) mitsamt seiner Maschine übernommen worden war, setzte die Junkers sicher auf und rollte in Richtung Lagerschuppen aus. Don Theodoro hatte mit ihm einen guten Griff getan.

Vor dem Schuppen wartete ihr Vertrauensmann auf sie. Er verwaltete den Schuppen von Theodor A. Barth. Trotz seiner offiziellen Entmachtung als Chef aller Platinwäscher, war Barth noch eine vielgeschätzte und respektierte Persönlichkeit mit Einfluß auf beinahe alle Stellen. Immerhin besaß er noch Dreiviertel der gesamten Smaragdminen und eine Men­ge Goldanteile. Daß er die wilden Digger zum Ring der Sechzehn vereinigt hatte, war eingeweihten Kreisen kein Geheimnis.

Rechts vom Schuppen stand ein feuerrot gestrichener Wagen. „Achtung, Nitroglyzerin!" stand auf den Flanken.
Die fünf Männer kletterten erst aus dem Frachtraum heraus, als die Maschine gedreht hatte, und sie weder vom Tower noch von einer anderen Stelle aus gesehen werden konnten.
Zwei der Männer holten einen Kasten mit Sprengpaste aus dem Wagen und verstauten sie in einem im Lagerschuppen stehenden ramponierten Auto, das trotz seines altersschwachen Aussehens noch fahrbereit war. Die beiden Männer, die den Wagen fahren sollten, erhielten ihre letzten Anwei­sungen.

Die anderen verschwanden im Schuppen in dem vorberei­teten Versteck in einer riesigen Kiste, die durch eine zweite Kiste als Durchschlupf erreicht werden konnte.

Fünf Minuten darauf starteten sie. Beängstigend lange kam die Maschine wegen des Gewichts nicht auf Höhe, dann aber flitzte sie dicht über eine Lichtleitung hinweg, überflog die nach Norden führende Bahnlinie und wenig später den Fluß und nahm Kurs nach Westen.

Bei Altagracia gingen sie bei einfallender Dämmerung herunter und suchten die ausgesteckte Landungspiste. Sie fanden sechs rote Lampen, die ihnen die Piste anzeigten, die nur knapp dreihundert Meter lang sein konnte.
Die Maschine setzte rechts neben der ersten Laterne auf und rollte genau auf die nächsten zu, um bei der sechsten stehenzubleiben.

„Gute Arbeit, Leutnant", sagte Jorge.
„Ich warte hier 15 Minuten, ob ich Sie wieder zurückneh­men soll. Wenn Sie bis dahin nicht zurück sind, starte ich."
„In Ordnung", antwortete Jorge und ging mit Paco in die Richtung, wo ein Lastwagenmotor lief. Ein bärtiger Mann in Buschkleidung, mit gekreuzten Patronengürteln über der Brust, einen Patronengurt mit zwei mächtigen Colts um die Hüfte geschlungen, trat aus dem Schatten der Nacht und ging auf Jorge und Paco zu, der sich dicht hinter seinem Herrn hielt.

„Comandante Herrero?" fragte der Bärtige.
„Ich bin Comandante Herrero. Und Sie müssen Amigo de la Muerte sein." Der Bärtige grinste, was man am Aufleuch­ten der Zigarre erkennen konnte, die er im Mundwinkel hielt.
„Sind Ihre Männer bereit?"

„Alle warten nur noch auf Sie und Ihren Begleiter. Don Theodoro hat uns bereits melden lassen, daß Sie nicht allein kommen. Bitte folgen Sie mir!"

Im Camp, mitten im dichten Busch der kleinen Flußschlei­fe, warteten die Guerilleros auf sie. Es war eine bunt zusam­mengewürfelte Schar. Das einzige, was gut an ihnen war, schienen die Waffen zu sein. Sie waren überwiegend amerika­nischen Ursprungs, aber auch ein paar deutsche Pistolen 08 und MPi 38 waren darunter.

Jorge Herrero wurde mit einem beifälligen Gemurmel empfangen, als er in den Lichtbereich des Feuers trat. An einem über zwei Astgabeln gelegtem Stahlrohr schmorte ein Rinderstück.

„Amigos", begann er seine Ansprache, „ich führe euch morgen nacht zu einem großen Schlag gegen die herrschende Klasse, die euch das Land fortgenommen hat, und gegen die Americanos, die euch euren Reichtum stehlen wollen. Wir werden ihr Platinlager in Quibdo erobern, es in die Luft sprengen und mit reicher Beute in den Dschungel zurück­kehren."

Begeisterter Beifall brandete auf, und Jorge zog sich mit dem Anführer und den beiden Unterführern in die Hütte zurück, wo sie berieten.

Zwei Stunden nach Mitternacht brachen sie auf. Das große Motorboot, das die über den Fluß erreichbaren Städte rund um Quibdo anlief und versorgte, hatte diesmal nur einiges Tarn­material an Bord. Unter Deck, in den Laderäumen, waren
die Guerilleros zusammengepfercht und erhielten von Paco und einem der Männer der Besatzung ihre Verpflegung und Schnaps.


Quibdo am Rio Quito

Am Nachmittag liefen sie in den Rio Quito ein und erreichten mit kleiner Fahrt zwei Stunden später den Handelshafen von Quibdo. Erst nach Einbruch der Dunkelheit konnten sie von Bord und sich in einem der großen Lagerschuppen sammeln. Lediglich Jorge und Paco hatten das Schiff gemeinsam mit dem Kapitän verlassen und Kontakt mit den beiden anderen Gruppen aufgenommen, die sich um genau 23 Uhr auf den Weg machen würden.

Die Guerilleros würden auf zwei Lastwagen der Platingesellschaft zum Ziel gefahren werden. Die beiden Wagen waren bereits präpa­riert.

Alle Rollen waren verteilt, und der Kampf konnte begin­nen. Wie hatte noch der Chef gesagt?
„Es soll weh tun! Sie sollen wissen, daß sie für jeden Schlag, den sie uns versetzen, einen Gegenschlag einstecken müssen, der das Zehnfache dessen ist, was wir erleiden."

Daran wollte sich der Comandante halten, und er war sicher, daß sie dies auch schaffen würden, wenn die Guerille­ros zur rechten Zeit angriffen.

Als Jorge Herrero und sein Schatten Paco den Lagerschup­pen am Ende des Frachtplatzes erreichten, stand das ramponierte Auto mit Sprengstoff bereits fahrbereit. Die beiden Männer wußten genau, was zu tun war. Sie brauchten nur rechtzeitig hinter Jorge herzufahren, der mit Saul Goldberg kommen und das Tor öffnen würde.

Dies bedeutete, daß sie sich zuerst den Manager der Schmelzanlage greifen mußten. Zu diesem Zweck fuhren Jorge und Paco eine Stunde vor Mitternacht los. Ihnen dichtauf folgten die drei übrigen Männer des Einsatzkommandos. Die beiden mit dem Sprengstoff warteten noch. Sie würden so losfahren, daß sie genau um Mitternacht beim Tor angelangt sein würden.

Paco und Jorge fuhren durch die nächtliche Stadt. Vorbei am Vergnügungsviertel, wo noch immer das Leben hoch­schäumte, ging es in Richtung Fabrik und Lager der Chocö Pacific Company. Einen halben Kilometer vorher bogen sie in eine Straße ein, die mit Villen bestanden war. Diese waren wiederum von gepflegten Parks umgeben. Hier wohnten die Direktoren und Chefs aller Gesellschaften und Anlagen, die es in Quibdo gab. So auch Saul Goldberg, der Manager der Gold- und Platingesellschaft.

Sie hielten vor dem Vordereingang an, und Jorge klingelte. Ein Diener öffnete. Bevor er nach ihren Wünschen fragen konnte, schnellte Pacos Arm vor. Seine mächtige Faust schloß sich um den Jackenaufschlag und zerrte den Diener ins Freie.

„Ruhig, Freundchen, sonst passiert dir etwas", gurgelte Paco, und seine großen ausdruckslosen Augen starrten den Butler an, daß es ihm eiskalt über den Rücken lief.

Sie gingen hinein. Paco hatte den Butler fest im Griff. „Wo ist dein Chef?" fragte der Comandante. Als der Mann schwieg, drückte Paco dessen rechten Oberarm, daß er leise aufschrie. „Wird's bald?" fragte Jorge, „oder soll Paco dir den Arm zerquetschen?"

Bei den Worten seines Herrn drückte Paco stetig fester zu, bis der Butler aufgab. „Er ist im Salon", keuchte er.
„Dann gehen wir dorthin. Wenn du eine verdächtige Bewegung machst, bist du gewesen. Du meldest Major Georg Schmied an und sprichst sonst kein Wort, verstanden?"

„Si, Comandante, si!" beeilte sich der Butler zu antworten.
Sie erreichten die Tür zum Salon, und der Butler verschwand. Durch den schmalen Spalt konnte Jorge alles hören, was der Butler sagte. Er hielt sich genau an den vorgeschriebenen Text, und Jorge vernahm nach einigen Sekunden die Stimme Goldbergs:
„Major Schmied? - Ist er ein Deutscher?"
„Ich weiß es nicht, Herr!"
„Er soll reinkommen!" entschied Goldberg, und Jorge trat ein, nachdem der Butler in der Vorhalle von Paco in Empfang genommen worden war.

„Guten Abend, Herr Goldberg, ich bin Georg Schmied und leite eine der Routen, deren Karten Sie gerade auf dem Tisch Ihres Schreibtisches ausgebreitet haben", begann Jorge.

Der Manager hatte sich erhoben. Seine zur Begrüßung ausgestreckte Hand fiel wie abgehackt nach unten. Er wurde kreidebleich, dann glitt seine Hand unter die Schreibtisch­kante, wo Jorge die Alarmanlage vermutete.

„Ich würde an Ihrer Stelle die Alarmanlage in Ruhe lassen.
Ich habe nämlich einen Freund von mir dabei, der sehr eklig
sein kann. Paco, komm rein!" rief Jorge halblaut.

Als Paco eintrat, den Butler wie ein Paket Lumpen vor sich herschiebend, als Saul Goldberg diesen mächtigen Kerl aus Muskeln und Knochen sah und in die kältesten Augen blickte, die er jemals gesehen hatte, wußte er Bescheid.

„Zombie?" sagte er, und Jorge nickte nur.
„Was wollen Sie von mir?"
„Sie sollen mich zu einer Fahrt in die Choco Pacific Company begleiten. In dem gepanzerten Ford mit der mobi­len Funkstation, versteht sich. Unterwegs werden Sie die Wache verständigen, daß Sie kommen, damit das große Tor offen ist, wenn wir eintreffen."

„Aber das ist doch Wahnsinn, Herr Schmied. Das werden
Sie nie schaffen. Wir haben vierzig Mann im Streifen- und Wachdienst."

„Von denen dreißig mit Ihrem Freund William Webbs (SIS) unterwegs sind, um unseren Ring auseinanderzusprengen, Herr Goldberg."

„Aber das ist doch unmöglich! Das können Sie doch nicht wissen", stammelte der Manager verblüfft. „Das wissen nicht einmal unsere Wachen."

„Die arbeiten auch nicht für uns. Wir wissen, daß Sie 400 Kilogramm fertig geschmolzene Barren Platin zum Abtransport bereitliegen haben. Wir werden sie als Entschädigung für die uns geraubten Platinmengen der Wäscher des Nordkrei­ses übernehmen. Und Sie sollten froh sein, daß wir Ihre Bude nicht in die Luft sprengen, denn das würden Ihre SIS-Freunde nicht gern sehen."

„Was soll ich sonst noch tun?"

„Sie werden es zu gegebener Zeit erfahren", versicherte Jorge. „Nur noch eins: Jeder Versuch, sei es über Funk oder in anderer Weise, Hilfe zu rufen, würde Sie das Leben kosten. Ich denke, Sie sind noch nicht lebensmüde."

„Darauf können Sie sich verlassen, Herr Schmied. Ich muß den Fahrer wecken, wenn wir den Wagen haben wollen."

Jorge Herrero sah zu, wie Saul Goldberg mit zitternden Fingern die Nummer des Fahrerhauses wählte. Als der Fahrer sich meldete, befahl er ihm, den Ford mit dem Funkgerät herauszusetzen.

Paco fesselte und knebelte nun den Butler. Gemeinsam verließen sie mit Goldberg den Salon, schritten durch die Halle zur Rückfront des Hauses und traten ins Freie. Über der Garagenwand brannte eine Lampe. Der glänzend­schwarze Ford wartete bereits mit laufendem Motor, und der Fahrer erwartete sie, mit der Mütze in der Hand.

Als Paco neben ihn trat, ahnte er noch nichts von dem, was kommen würde. Ein Schlag von der Faust des Riesen traf den Fahrer wie ein mittlerer Schmiedehammer und schleuderte ihn gegen den Wagen. Paco fing den fallenden Körper auf und trug ihn in das flache Haus, das an der Garage angebaut war.
Als er herauskam, saß Jorge Herrero bereits hinter dem Steuer des Wagens. Er hatte sich die Mütze des Fahrers aufgesetzt und trug die dunkelgraue Jacke, die Paco dem Fahrer abgezogen hatte. Goldberg hockte neben ihm, und Paco nahm hinter Goldberg Platz und legte auf einen Wink des Comandante hin, gleichsam prüfend, seine breiten Pranken um den Hals des Managers.

„Wenn er zudrückt, sind Sie hinüber. Mister Goldberg", schärfte Jorge dem Manager ein.

„Ich bin nicht lebensmüde", erwiderte dieser, und seine Stimme zeigte ihnen, daß er es ernst meinte.

Sie fuhren los, und als sie in die lange, baumbestandene Zufahrtsstraße zum Hauptgebäude der Choco Pacific Com­pany einbogen, schloß sich ihnen der Wagen mit den drei Männern an, die die Aufgabe hatten, mit Goldberg und Jorge ins Verwaltungsgebäude einzudringen und die dortigen Wa­chen und das Zentrum des SIS auszuheben, damit von daher keine Warnung über Funk an die Einsatztruppen hinausge­hen konnte.

Die beiden Männer mit dem zerkrumpelten kleinen Wagen wurden angewiesen, mit dem Sprengstoff um den Zaun des riesigen Geländes herumzufahren, und auf die grüne Leucht­kugel hin, die Jorge abschießen würde, den Wagen in die Sperre aus Stacheldraht und elektrisch geladenem Draht-
zaun hineinrollen lassen, und dann die Sprengladung durch einen gezielten Revolverschuß zur Detonation bringen.

Das vordere Tor brauchten sie nun nicht mehr aufzusprengen, da sie ja Goldberg mit seinem „Sesam, öffne dich!" hatten. Durch die Bresche im Zaun würden die dreißig Männer des Guerillachefs eindringen und die Wachen im Zaum halten, das Platin bergen und zu dem einen Lastwagen zurückbrin­gen, mit dem sie sofort wieder zum Fluß und dem großen Boot fahren würden.

Vorher würde Jorge aber mit dem gekaperten Ford heran­fahren, die Platinbarren übernehmen, damit zum Flugplatz losbrausen und dort mit seinen Männern in das Flugzeug klettern, das sie nach Buenaventura zurückbringen würde.
Auf der falschen Fährte der Lastwagen der Guerilleros würden dann Polizei und SIS nach dem Platin suchen und sich im Dschungel mit den Guerilleros ihre Gefechte liefern.

Dies würde den SIS daran hindern, weitere Überfälle auf die übrigen Routen des Rings der Sechzehn zu unternehmen...

Vor dem mächtigen Stahltor der Gesellschaft hielten sie an. Saul Goldberg, der Manager, drückte den Knopf der Sprech­anlage und rief die Postenstelle:
„Hier Goldberg - Kennwort bis Mitternacht Patascoy. Ab null Uhr Mesa de Ortega. Öffnen Sie! Wir haben einen dringenden Transport einzubringen."

„Si, Senor Goldberg!" kam postwendend die Antwort. Beinahe lautlos rollte das Tor zurück, und der Wagen fuhr, dicht gefolgt von dem zweiten mit den drei Kämpfern, auf den Hof, passierte die Öffnung des „Hufeisens" und fuhr direkt zum Hauptgebäude mit dem Hauptquartier des SIS.

Hier angekommen, sprang Jorge aus dem Wagen. Paco hielt zur Vorsicht den Hals des Managers umklammert. Von Goldberg ging nun keine Gefahr mehr aus, das wußte Jorge.

Er gab den drei Männern, die im Wagen hinter dem Ford saßen, einen Wink. Sie sprangen ins Freie und stürmten hinter Jorge die breite Treppe hinauf. In ihren Armbeugen hielten sie Maschinenpistolen.

Auf dem oberen Treppenabsatz angekommen, zog Jorge die Signalpistole aus der Tasche und schoß in Richtung hinterer Zaun. Die grüne Leuchtkugel stieg in weitem Bogen empor, schien auf der Höhe ihres Fluges für einige Sekunden - aller Schwerkraft spottend - am Himmel stehenbleiben zu wollen, um dann in einem grünen Sternenregen auseinander-zuplatzen.

Die vier Männer drangen in die Hauptverwaltung ein. Der erste schwenkte zur Telefonzentrale, schubste den erschreckt auffahrenden Telefonisten zur Seite und riß die Steckerver­bindungen heraus, die die gesamte Anlage mit der Polizei und der übrigen Außenwelt verbanden.

Die drei übrigen Männer rannten weiter, erreichten den Aufenthaltsraum der SIS-Wachen und stießen die Tür auf. Fünf Männer schliefen hier. Sie wurden überwältigt, und während die Männer um Jorge dabei waren, diese Gegner zu fesseln, erscholl vom jenseitigen Ende des Geländes eine gewaltige Detonation, die sämtliche Fensterscheiben im gro­ßen Verwaltungsgebäude zu Bruch gehen ließ.

Sie drangen in den Chefraum ein, brachen den Schreibtisch auf und bargen alles, was nach beschriebenem Papier aussah. Binnen einer Minute war der Schreibtisch auseinandergenommen und auch der Safe geknackt, aus dem weitere Unterlagen geborgen wurden.

Dann eilten sie weiter, erreichten die Hintertür, die zum Hof mit den anschließenden Lagerräumen führte. Dort ange­kommen, vernahmen sie Gewehr- und MPi-Schüsse jenseits des Lagers. Unangefochten drangen sie ins Lager ein, ein
paar Männer, die hier noch wachten, während das Gros sich mit den Guerilleros ein heftiges Feuergefecht lieferte, erga­ben sich und wurden in einen der sicheren Räume gesperrt, zu denen Saul Goldberg die Schlüssel hatte herausrücken müssen.

Dann schlossen sie die schwere Tür aus Panzerstahl auf, und drangen in den Tresorraum ein. Die beiden mitgenom­menen Schlüssel paßten. Auch die letzte Stahlgittertür sprang auf, und nun sahen sie vor sich auf festen Stahlgestellen die rechteckigen Würfel des erschmolzenen und raffinierten Pla­tins. Mit einem langen Blick überschlug Jorge Herrero die Menge. Es mußten mindestens 500 Kilogramm sein.

„An die Arbeit. Holt den Lastwagen hierher!" befahl Jorge.
Drei, vier Guerilleros drangen in den Raum ein und trugen die Barren Platin zum Lastwagen, der durch die freigesprengte Lücke ins Lager hineingerollt war. Sie beluden ihn rasch, und während noch vereinzelt Schüsse krachten, war der beladene Lastwagen bereits wieder abfahrbereit.

Jorge gab seinen Männern Befehl, sich zu den Guerilleros auf den Wagen zu quetschen und loszufahren. Ein paar Kugeln von einem Wachtturm, der sich gehalten hatte, folgten dem Lastwagen und wurden von dem zweiten Lastwa­gen der Guerilleros aus einem englischen 13-mm-Doppel-MG erwidert.

Jorge rannte über den Hof zum Verwaltungsgebäude zu­rück. Er lief durch die völlig menschenleere Halle, tauchte am anderen Ende auf der breiten Treppe auf und sah, daß Goldberg noch immer, von Paco bewacht, im Wagen hockte.
„Laß ihn heraus, Paco!" befahl Jorge und warf sich hinter das Steuer.

Paco ergriff den willenlosen Manager und stieß ihn hinaus. Der Mann rollte geschickt zur Seite, und schon fuhr der Ford an und preschte in Richtung Stadt davon.
Nachdem sie die lange Zufahrtsallee passiert hatten, drehte Jorge in einen Feldweg ein, den einer der Männer am Vortag erkundet hatte. Er fuhr zunächst direkt nach Westen und dann in einem weiten Bogen zum Hafen hinaus. Als sie die bereits in das große Boot einsteigenden Guerilleros erreichten, wurden die Platinbarren aus dem Lastwagen in den Ford umgeladen und sowohl im Kofferraum, als auch auf dem Boden vor den Rücksitzen verstaut.

„Salud amigos", rief Jorge den Guerilleros zu. Der Anführer erwiderte den Gruß, und die beiden Lastwagen wurden von den Spähern der Guerilleros wieder in die Stadt zurück­gefahren und am Stadtrand in einer der Pflanzungen abge­stellt.

Mit dem Ford fuhren Paco und Jorge im weiten Bogen nach Quibdo zurück und erreichten den Flugplatz. Die beiden Gruppen waren inzwischen hier eingetroffen und an Bord des Flugzeuges gegangen. Die Verladearbeiten waren binnen zehn Minuten beendet. Auch hier wurde der Ford von einem der eigenen Leute in die Stadt zurückgefahren und irgendwo abgestellt.

Als das Flugzeug startete, setzte Jorge Herrero den vereinbarten Funkspruch an Don Theodoro ab:
„Operation Silberstaub beendet. Rückzug angetreten. Tu­che an Bord, Ende."

Don Theodoro, der in seiner Villa auf diesen Anruf gewartet hatte, ließ sich mit dem Polizeichef von Quibdo verbinden. Als dieser an den Apparat geholt war, sagte der Platinchef nur drei Worte: „Bravo, Don Pasqual."

Der Polizeichef wußte, wofür sich Theodor A. Barth bedankte, und er wußte gleichzeitig auch, daß dies den Besitz jener Hazienda bedeutete, die er so sehr wünschte."
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