Dünkirchen ohne Stopbefehl

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The Real Blaze
Guderians Division gegen ein alliiertes Batallion!


Hitler im Februar 1945 über die kriegsentscheidende Versöhnungsgeste von Dünkirchen: "Wir haben absichlich darauf verzich­tet, sie in Dünkirchen zu erledigen."


Dünkirchen ohne diesen Stopbefehl, den Hitler nicht aussprach, sondern nur einen diesbezüglichen Befehl Rundstedts bestätigte...war die Vereitelung der frühstmöglichen Siegeschance aus deutscher Sicht.Bis dahin waren vom Luftkrieg keine deutsche Bomben auf England gefallen, sondern nur englische auf deutsche Städte...


britische Panzertruppen in Flandern 1940...


und so endete ihre Expedition.


Der Großdeutsche Rundfunk meldete am Abend des 24.5.1940:"Deutsche Panzertruppen stoßen aus den am Vortag gewonnenen Aabrückenköpfen bei Holque,St.Pierre-Brouck,St.Nicolas und Bourourgville weiter auf Dünnkirchen vor.Einheiten des I.R."Großdeutschland" und der 1.PzDivision überrannten dabei die alliierten Stellungen bei Bourbourgville und stießen bis zum Abend auf Dünkirchen zu, den letzten großem Hafen des englischen Expeditionskorps...


einen Tag später im Rundfunk:
"...Dünkirchen wurde vollständig unter die Kontrolle der Deutschen Wehrmacht gebracht.Tausende englische und französische Soldaten ergeben sich deutschen Soldaten.Es ist nicht zu viel gesagt,liebe deutsche Hörer, daß heute mit diesen Tag ein historischer Sieg über die Feinde Deutschland gefeiert werden darf.
Doch wir wollen großmütig sein.Angesichts über 300000 alliierter Soldaten die in deutsche Kriegsgefangenschaft kommen, ist die Aussicht den Krieg in Europa zu beenden, größer als in den Monaten davor...


Hunderttausende alliierte Soldaten warten auf ihre Einschiffung am Strand von Dünkirchen - vor Guderians Panzerdivision in St. Omer- Gravelines lag nur ein einziges kümmerliches Batallion, was bereits beim ersten Angriff deutscher Panzer in die Flucht geschlagen worden wäre!



Die Kapitulation des englischen Expeditiosnkorps und tausender französischer Soldaten weitete sich zur größten Katastrophe des alliierten Lagers aus.Ein paar wichtige Generäle konnten noch mit dem Flugzeug Richtung England fliehen, das wars aber auch...



Wochen später saßen bei der französischen Waffenstillstandsdeligation auch Vertreter Englands.Es wurde ein beiderseitig akzeptables Waffenstillstandsabkommen ausgehandelt...


Wie also hätte ein Post Dünkirchen Szenario ausgesehen?
Nach den bekannten Friedensangeboten, wäre der Krieg im Westen aus gewesen,wenn England die neuen Grenzen anerkannt hätte. Die Kanalinseln wollte Hitler wegen der kampflosen Übergabe ganz behalten, die deutsch-französische grenze Richtung Verdun vorschieben,inklusive Elsaß-Lothringen,Luxemburg und Eupen -Malmedys...
Die afrikanischen Kolonien wären sämtlich wieder zum Reich gekommen..., wo besonders Hitler sich über Kamerun freute(warum auch immer)
In Drontheim wäre der größte deutsche Kriegshafen entstanden, begonnene Einheiten der Kriegsmarine,die zwischenzeitlich einem kriegsbedingten Baustop unterlagen, wurden fertig gebaut.Auf den Meeren kehrte der friedliche Handel wieder ein.
Italien bekam Malta zugesprochen,Ägypten verblieb bei England...

Stalin hätte wohl auf einen weitgehenden Truppenaufmarsch verzichtet, es wäre kein Molotow im November nach Berlin geflogen ,um die Dardanellen ,Balkanzugeständnisse und ganz Finnland zu fordern...Stalins Rechnung hieß jetzt im Konfliktfall so: Ganz Europa gegen Rußland...und so dumm war dieser Mensch nicht, etwas zu wagen, was riskant war...

Im Juni 1940 Frieden hätte auch das bedeutet:

Die "Bismarck" hätte womöglich nie einen Krieg erlebt, jedenfalls keinen gegen England mehr.

De Gaulles "Freie Franzosen" hätte es auch nicht gegeben und wenn doch,dann wäre die englische Unterstützung aus geblieben, de Gaulles Rebellion wäre irgendwann niedergeschlagen gewesen und kein Mensch auf der Welt würde sich heute an diesen Franzosen erinnern...

Churchill wäre wohl zurückgetreten,Englands Scheitern war auch sein politisches Ende. Womöglich nach Kanada geflohen, weil in England eine deutschfreundliche Regierung an die Macht gekommen wäre.(Edward ,der VIII.)

Und die USA? Das Interesse an Europa wäre schnell wegen pazifischer Probleme erlahmt...Ob es aber überhaupt einen amerikanisch-japanischen Krieg gegeben hätte, weiß man nicht.Japan entschied sich ja gerade deshalb auch für den Krieg,weil England in Europa/Afrika gebunden war. Aber bei einem Frieden, wäre Japan wohl zu anderen Entscheidungen gekommen.

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 07.06.08 16:04 ]
The Real Blaze
Dünkirchen 1940 als Farbfilm kein Problem... Hier wird einem geholfen:

http://www.history-media.de/content/archiv/archiv.htm


gut möglich,daß auf diesem Foto genau jene Filme gedreht wurden.

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 07.06.08 13:53 ]
Model
Dünkirchen war der wichtigste Kulminationspunkt des 2. Weltkriegs. Allerdings wäre es weitaus effektiver gewesen, bereits vor dem Frankreichfeldzug Invasionsvorbereitungen für England zu treffen. Zum Beispiel Transportboote bereitzustellen und mit U-Booten den Kanal freizuhalten. Laut Manstein wäre dies möglich gewesen. Durch eine vernichtende Niederlage in Dünkirchen, hätten die Briten ihre besten Soldaten verloren und wären wie gelähmt gewesen. Hätte Deutschland nun auch noch zumindest eine begrenzte Luftherrschaft über Südengland errungen und wäre direkt über den Kanal gegangen, wäre es mit Sicherheit möglich gewesen ein derart geschwächtes England ebensoschnell wie Frankreich zu erobern.
Es hätte nie eine Battle of Britain gegeben die, die deutsche Luftaffe enorme Mengen an Flugzeugen und gute Piloten gekostet hätte. Italien hätte nach einer Unterwerfung des englischen Mutterlandes weit weniger Probleme auf dem Balkan und in Nordafrika gehabt.
Hitler hätte zur Sicherung Englands mit Sicherheit weit weniger Truppen gebraucht, wie er benötigte um Nordfrankreich gegen ein immer noch kampflustiges GB zu verteidigen.
Die englische Flotte hätte keinerlei Nachschub mehr bekommen und hätte sich womöglich selbst versenkt, um nicht in deutsche Hände zu fallen.

Nun wäre Unternehmen Barbarossa angelaufen. Und zwar aufgrund eines fehlenden Balkankrieges (oder zumindest eines Balkankrieges ohne Deutschland) schon im Frühjahr 1941.

Mit verstärkten Truppen (die, die sonst in Frankreich stünden), zu einem früheren Zeitpunkt und mit einer Kriegsmarine die man komplett dazu verwenden könnte eventuelle amerik. Konvois für die Russen abzufangen, wäre es meines Erachtens nach gelungen Moskau und Leningrad vor dem Einsetzen der Herbstregenfälle zu erobern. Stalin hatte Flugangst und hätte mit Sicherheit versucht, mit einem Zug zu fliehen. Dieser wäre von deutschen Stukas zerschossen worden und die SU hätte damit einen wichtigen moralischen Faktor verloren...

Dann hätte Hitler klug genug sein müssen über den Winter halt zu machen und sich einzugraben um eventuelle sowjetische Gegnoffensiven aufzuhalten.
Im Frühjahr 1942 hätte Detuschland, dann den Kamp wieder aufnehmen können und zwar gegen ein Russland, das nun, aufrgrund des in diesem Szenario nicht vorkommenden Sieges bei Moskau, völlig demoralisert und ohne die Führung Stalins mir Sicherheit nicht mehr so werhfähig gewesen wäre.

So, wie es von da an weiter geht, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber vielleicht fällt euch was ein.

Die Panzer hätten jedenfalls niemals halt machen dürfen. Und es hätte nach Dünkirchen eine Invasion geben müssen. Um die Sowjets zu besiegen, hätte es keinen Frieden mit England geben dürfen, England hätte unterworfen werden müssen...

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 07.06.08 13:55 ]
The Real Blaze
Das der Panzerstop kriegsentscheident war, steht außer Frage. Nur wie gesagt sehe ich nicht den unbedingten Zwang danach grundlos gegen die Sowjets vorzugehen.

1940 begann ja schon ein russischer Aufmarsch am Bug. Er wurde aber erst richtig forciert, als Molotow in Berlin auftauchte.Die Russen glaubten mit einen unbesiegten England im deutschen Rücken Ansprüche anzumelden, die aber total provozierend auf die Sicherheitsinteressen Großdeutschlands wirkten.Das war der Anstoß zu "OP Barabarossa".Aber bei der Option,daß England wegen eines Dünkirchens ohne Panzerstop ebenfalls den Waffenstillstand unterschrieben hätte, wäre Stalins Außenpolitik dieser neuen Lage angepaßt worden.

Was Englands Niederlage(sicher mit einigen Einbußen an Rechte und Gebiete/Stützpunkte) bewirkt hätte wäre ja eben die totale Führung Europas durch Großdeutschland gewesen.
Diplomatische Konsultationen zwischen Berlin und Moskau war dann auch immer gleich Europa-Sowjetunion.

Die Petain Regierung in Vichy wäre nach etwas Zeit der Ruhe in die Achse eingetreten,hätte wohl bis auf einige deutsche Atlantikbasen(Lorient,St Nazaire) und ostfranzösische Gebietsverluste auch Nordfrankreich zurückbekommen.

Spanien und Portugal wären ebenfalls in die Achse eingetreten.Spanien hätte Gibraltar bekommen und kein englisches Geld hätte mehr spanische Politik beeinflußt.
Englische Kredite haben ja Francos Wohlwollen gesichert.

Auf dem Balkan hätte es ohne den englischen Einfluß und einer wohl der Lage entsprechenden zurückhaltenden SU Außenpolitik auch keinen Umsturz in Belgrad gegeben.Bei einem griechisch-italienischen Konflikt hätte man deshalb auch nicht Jugoslawien niederwerfen müßen, um den Italiener zu helfen.

Nach einer englisch Niederlage, hätte man nicht die Notwendigkeit gehabt, den "englischen Festlandsdegen" aus der Hand zu schlagen.Die Einigkeit bei Brest -Litowsk wäre fortgesetzt worden.


Wenn überhaupt ein deutsch-europäischer Krieg gegen die SU losgebrochen wäre, dann bei fortgesetzter SU-Provokationen.
Und da bin ich eben ziemlich sicher,daß Stalins Politik jede weitere Provokation unterlassen hätte.Was er im Frieden erreicht hatte ,hätte er im Krieg alles wieder verloren.Es lag einzig allein am russischen Verhalten nach der englischen Niederlage, ob es zu einem Krieg gekommen wäre.Dazu zählt dann auch die Politik Stalins zu Finnland.
Gewisse Konfliktpunkte hätte es wohl immer gegeben, aber da gleich einen Krieg vom Zaun reißen? Mit ganz Europa im Rücken konnte man anders auftreten gegenüber Stalin.

Was wäre anders gewesen bei einem alleinigen deutsch/europäisch- russischen Krieg?

Keine Murmanskkonvois,Englands Ausscheiden im Sommer 1940 hätte keine US Besetzung von Island nachsichgezogen, die USA hätte keinerlei Bedeutung für die Sicherheitslage in Europa bedeutet, wäre als neutrale Macht zum wichtigsten Handelspartner aufgestiegen.

Auch wichtig: Die Russen hatten mit England das neutrale Persien überfallen ,um über dem Golf den wichtigsten Nachschubstrang für die SU zu eröffnen.Wäre auch hinfällig gewesen.Die USA hätte bei der Option überhaupt zu helfen(was ich nicht glaube) nur die Transibirische Bahn gehabt, die damals noch eingleisig vielerorts war.

Im Angesicht eines siegreichen Vormarsches hätte auch die Japaner mitgemacht und es hätte keinen Komflikt mit den USA gegeben.Durch die Niederlage Englands, wäre das Ölembargo hinfällig gewesen (Kriegsgrund der Japaner).

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 07.06.08 13:58 ]
The Real Blaze
John Lukacs über das finale Ende in Dünkirchen

Am 10. Mai 1940 begann die mehrmals verschobene deutsche Westoffensive - Hol­land und Belgien, die nachweislich militärisch mit den Westalliierten zusammenarbeiteten und deshalb keinerlei Neutralitätsstatus mehr hatten, wurden schnell besetzt.

Über Belgien wurden die Franzosen und Engländer aus dem Norden her an­gegriffen. Als die Franzosen dann ihre Stellungen rund um Lille verstärkten, haben die Deutschen eine weitere Offensive über den Süden von Sedan gestartet, um die dort operierenden Truppen vollkom­men einzukesseln. Das war hauptsächlich das englische Expedi­tions-Korps von ungefähr 40. 000 Soldaten.


General Jodl schrieb am 20. Mai 1940 in sein Ta­gebuch (10 Tage nach dem Anfang des Angriffs) , daß Hitler, als er die Nachricht bekam, daß die französischen Truppen in Flandern eingekesselt waren, voller Freude gesagt habe, daß er bald einen Frieden mit Eng­land erreichen würde.

Hitler glaubte,daß die Engländer nach dieser Sahlappe die Freundschaft annehmen würden, die er ihnen seit langer Zeit widmete.

Am 22. Mai erfolgte der Angriff vom Süden her auf den franzö­sischen Hafen von Boulogne und am 23. Mai bis nach Ca­lais.

Die Panzerdivision des Generals Heinz Guderian stand kurz davor den Kessel in Flandern zu schließen!


Es wurde nur das nackte Leben gerettet. Wenn deutsche Panzer in St.Omer die Motoren angelassen hätten, wären sie in 30 Minuten in Dünkirchen gewesen, ein einziges alliiertes Batallion hätte nie und nimmer sie aufhalten können! Der Kriegverlauf wäre danach ein anderer gewesen!

Den alliierten Truppen blieb also kein anderer Ausweg als die See, und zwar über den Hafen von Dünkirchen. Dort gab es dann die viel dokumentierte Evakuierungsoperation der Briten. Churchill feierte die Rettung als einen "Triumph", denn das englische Heer trotz Verlustes sämtlicher Kriegsausrüstung ihr nacktes Leben gerettet. Ausrüstung könne man ersetzen, aber nicht das tausendfache Leben ausgebildeteter Soldaten.

Jeder zu dieser Zeit wußte aber, daß die Rettung nur deutscherseits ermöglicht wurde, in der Hoffnung daß man einen Frieden schließen könne, wo England sein Gesicht wahren konnte.

Der britische Historiker Lidell Hart schreibt folgendes darüber:

"Am 23 Mai kamen die deutschen Panzerdivisionen bis zum Kanals von Gravelines, 16 Kilometer von Dünkirchen entfernt. Das Heer des Generals Reinhardt rückte bis zum Kanal Aire St. Omer - Gravelines vor, wo es nur ein einzigen Bataillon der Alliierten gab. Die deutschen Panzerdi­visionen stellten darauf am 23. Mai zwei Brückenköpfe über den Kanal her,wonach es kein Hindernis mehr gab. Dort in Gravelines haben diese Panzerdivisionen einen ausdrückliche Halte-Befehl bekommen! Ein Befehl, der vom höchsten Kommando des Feindes gegeben worden ist, hat das ganz englische Heer erhalten, als es nichts mehr gab, was das Heer noch retten konnte!"


Die Deutschen hatten 330 000 Franzosen und Belgier
und gefangengenommen, und in der Spanne von
dem 23 Mai bis zum 4. Juni haben die Deutschen 338.226
britische Soldaten aus Dünkirchen abziehen lassen.


In dieser Waffenstillstandszeit ist alles benutzt
worden was irgendwie schwamm, wie Boote, Kähne, Fischkutter und einige größere Schiffe.


Ohne Stopbefehl hätte noch am 23.Mai an den Stränden von Flandern der Krieg enden können, weil sonst nichts die Engländer gerettet hätte! Es hätte niemals eine 11 tägige Evakuierungsoperation gegeben!

In seinen Memoiren hat Churchill dann zugegeben, daß die ganze Ausrüstung des britischen Heeres verloren gegangen ist und von den Deutschen erbeutet wurde:

7.000. 000 kg Munitionen
90.000 Karabiner
120.000 Fahrzeuge
8000 Kanonen
400 Panzerabwehr Waffen



Zum Abschluß sagt der englische Hauptmann und Historiker Lidell Hart noch:

"Diese Flucht des britischen Herres aus Frankreich ist schon öfters als "das Wunder von Dünkirohen oder als "der glorreiche Rückzug aus Dunkirchen bezeichnet worden. Diejenigen die geflüchtet sind fragen sich öfters wie es möglich gewesen sei, daß es dazu kam. Die Antwort darauf ist, daß der Eingriff Hitlers sie gerettet hat als es nichts mehr gab, was sie noch retten konnte Ein plötzlicher Befehl hat die Panzer-Divisionen in dem Augenblick angehalten,als sie Dunkirchen in Sicht bekamen."


John Lukacs

John Lukacs schreibt auf der Seite 108 des Buches Der letzte europäische Krieg "Im Mai des Jahres 1940 war der Anteil der militärischen Produktion kleiner als 15% der gesamten Produktion des Dritten Reiches. Es wurden damals weniger als 40 Tanks pro Monat hergestellt. Im Jahre 1944 waren es dann 200 pro Monat. Der Feldzug und die Eroberung ganz Westeuropas in sechs Wochen, hatte Deutschland 27000 Tote gekostet, weniger als öfters an einem Tag im Krieges 1914-18".


Lukacs zitiert den französischen Intelektuellen An­dre Gide, der sich 1940 folgendermaßen über Hitler ge­äußert hat:

"Falsch und zynisch,wie dem auch sei, aber hier hat Hitler wieder wie ein Genie gehandelt. Seine große zy­nische Kraft bestand darin, sich nicht herabzulassen, irgend ein Anzeichen von Wert mit einzurechnen,sondern nur die Realität. Er hat nie jemanden mit feinen Wor­ten getäuscht. Man kann ihn sogar hassen, aber er muss endgültig in Betracht genommen werden".

Lukacs setzt weiter:
"Der Realismus Hitlers war beeindruckend. Er wollte nicht gegen sie kämpfen. Er hatte für die Engländer so ein zweideutiges Haß-Liebe-Gefühl oder, besser gesagt, so ein Verachtungs-Respekt-Gefühl. Im Sommer des Jahres 1940 war sein Respekt größer als die Verachtung".

"Hitler wollte auch nicht die Welt erobern. ...Er wollte, daß England den Krieg verlassen sollte, durch Überredung oder durch Gewalt. Er wollte England davon überzeugen, daß er das britische Imperium weder schädi­gen noch verkleinern wollte".



Die geschlagenen Heimkehrer aus Dünkirchen, auch sie hatten jetzt auf einen Friedensschluss gehofft!

Als Churchill gedemütigt die Heimkehr seines Expe­ditions-Korps ohne Waffen und volkommen nass sah, das er nach Frankreich gesandt hatte, um Deutschland mit Hilfe der Franzosen zu besiegen, muss er daran gedacht haben,zu sterben, aber er wollte nicht allein sterben. Obwohl er alkoholsüchtig war,wußte er, daß die Soldaten noch lebendig waren und nicht gefangengenommen worden sind, und zwar durch einen Gnaden-Akt oder durch die Gutmütigkeit seines Gegners.

Wahrscheinlich hat Churchill sich im Alkoholrausch dazu entschlossen, weiter zu kämpfen, und das englische Volk um "Blut, Schweiß und Tränen" gebeten, ein Satz den die Presse in einen heldenhaften Ruf ver­wandelte.

Wenn die Verluste auch bis zu dem Augenblick gering waren, so hat die Unnachgiebigkeit Churchills, die Anzahl Kriegsopfer katastrophal explodieren lassen, die bis heute niemand genau kennt. Allein die Zahl der deutschen Zivilopfer der britischen Terrorbombardements werden auf 1 Million Opfer geschätzt!

Es hat in England sogar Stimmen gegeben, die sich gegen Churchill erhoben haben, aber diese sind von der Presse in den Schatten gestellt worden. Der wesentlich friedenswilligere Lord Halifax sagte damals:
"Ich habe die Hoffnung verloren, als Churchill sich von den Gefühlen beherrschen ließ, als er eigentlich hätte nachdenken und überlegen sollen" (Halifax, Seite 458 ,von Birkenhead) .

Lukacs weiter: "Lloyd George sprach weiter auf das Volk ein und er sagte, daß Churchill sich irrte, wenn er Hitler als je­manden darstellte, der leichtsinnig ist, daß ganz im
Gegenteil Hitler einer der größten Männer der Geschichte Europas sei, größer selbst als Napoleon!"

Nach der Niederlage Frankreichs, welche einige Tage nach Dünkirchen geschah, schreibt Lukacs auf Seite 117:
"Alle Zeitungen haben Vertreter zum Foreign Office gesandt, un eine offizielle Reaktion über den Zusammenbruch Frankreichs kennen zu lernen. Den Journalisten wurden einige aus­druckslose Zeilen übergeben, worauf sie fragten, wann der Erste Minister ein Interview geben könnte. Bis gegen Abend haben sie keine Antwort erhalten. Daraul haben die Journalisten energisch darauf gedrungen, daß es unbedingt notwendig sei, daß Churchill dem Lande an dem Abend etwas erklären müßte. Das Ergebnis davon waren einige zögernde Sätze, um zu zeigen, daß die Situation verhängnisvoll sein, aber das alles gut ginge. Ob Churchill betrunken war, oder ob er durch schwere Müdigkeit erschöpft war, weiß ich nicht. Aber das war die übelste seiner Anstrengungen!"


wurde 2007 von Engländern gedreht: Atonement, eine Romanverfilmung u.a. über die Evakuierung aus Dünkirchen. Nach einem Trailer sollen dort klaustrophobische Stukaangriffe zu sehen sein

Einiqe Jahre nach dieser Tatsache werden Fälle zitiert wobei Churchill in alkoholische Ekstasen geriet, als er Nachrichten über den Erfolg der terroristischen Luftangriffe bekam, die durch die RAF gegen kaum verdeitigte deutsche Städte durchgeführt wurden...

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 07.06.08 16:05 ]
Saarlänner
Dünkirchen ein Szenario entwickelt von dem bekannten Hitler-Biographen Ian Kershaw


Ian Kershaw

"Nach dem schnellen Vorstoss der deutschen Armee durch Belgien und Frankreich waren im Mai 1940 Hunderttausende britischer, französischer und belgischer Soldaten beim Hafen von Dünkirchen an der nordfranzösischen Küste eingekesselt. Am 24. Mai liess Hitler den Angriff abbrechen. Die Briten nutzten die Zeit, um mit Hilfe der Flotte und sämtlicher verfügbaren zivilen Schiffe die Massenevakuation der 198 000 britischen und 140 000 französischen und belgischen Soldaten ins Werk zu setzen. Die gelungene Aktion stärkte die Moral der britischen Bevölkerung und ihre Entschlossenheit weiterzukämpfen. Aber was wäre geschehen, wenn Hitler den Befehl zur Vernichtung der alliierten Streitkräfte gegeben hätte? Wie hätte sich solch ein Entscheid auf den Kriegsverlauf und die fernere Zukunft ausgewirkt?


Real so geschehen: Rundstedt erlies zuerst den Dünkirchen-Stopbefehl...


Am Morgen des 24. Mai 1940 war Adolf Hitler heiter und bestens aufgelegt. Seine Panzerdivisionen standen keine 25 Kilometer mehr vom Überrest der besiegten englischen Armee entfernt, die beim Hafen von Dünkirchen in der Falle sass. Der endgültige Sieg schien in greifbarer Nähe. Aber in Charleville, dem Hauptquartier der Heeresgruppe A, die den Vorstoss durch die Ardennen getragen hatte, vernahm er zu seinem Erstaunen, dass deren Oberkommandant, Generaloberst Gerd von Rundstedt, den Angriff abbrechen wollte. Rundstedt ging davon aus, dass den Briten alle Fluchtwege abgeschnitten waren und dass die Bombardements der Luftwaffe sie binnen kurzem zur Kapitulation zwingen würden. Er wollte seine Panzerverbände möglichst unversehrt nach Süden gegen die französische Armee führen können.

Hitler zauderte einen Moment. Er beschloss, den Oberkommandanten des Heeres, Walther von Brauchitsch, und den Generalstabschef Franz Halder zu konsultieren, die beide anderer Ansicht als Rundstedt waren. Sie rieten Hitler, die britischen Streitkräfte sofort und endgültig zu zerschlagen. Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Hitlers designierter Nachfolger, stimmte dem ebenfalls bei. Hitler, seiner Sache gewiss, schob Rundstedts Argumente beiseite und befahl den Angriff auf Dünkirchen. Es war ein ungleicher Kampf. Die Briten und ihre Alliierten hatten praktisch alle schweren Waffen bei ihrem überstürzten Rückzug zurückgelassen; sie hatten kaum Munition und wenig Lebensmittel, keine Hoffnung auf Hilfe und keine Chance durchzuhalten.


Ruhe an der Westfront

Am 28. Mai ersuchte Lord Gort, der Oberbefehlshaber der British Expeditionary Force, bei dem kleinen, vom neuen Premierminister Winston Churchill einberufenen Kriegskabinett um Erlaubnis zur Kapitulation. Widerwillig stimmte Churchill zu. Gleichentags ergab sich Belgien; Frankreich, ohne Alliierte und mit einer zusehends aufgeriebenen Armee, folgte binnen kurzem nach. Als es am 28. Mai Mitternacht schlug, verstummten die Kanonen an der Westfront, und ein befristeter Waffenstillstand wurde ausgerufen.


Britische Soldaten auf den Marsch in die Kriegsgefangenschaft

Diejenigen alliierten Soldaten, die bei Dünkirchen nicht gefallen oder schwer verletzt worden waren, wurden zu langen, elenden Marschkolonnen zusammengetrieben und in deutsche Gefangenschaft geführt. Nie zuvor hatte Grossbritannien eine derartige Niederlage erlebt.

In London tagte derweil das Kriegskabinett fast ununterbrochen; in hitzigen Debatten verhandelte man über das weitere Vorgehen. Allem Geschehenen zum Trotz wollte Churchill die Fahne hochhalten – ein ehrenvoller Untergang schien ihm besser als feige Kapitulation. Die anderen Kabinettsmitglieder stellten sich geschlossen gegen den Premierminister: Neville Chamberlain, der vormalige Premierminister und Parteiführer der Konservativen; Lord Halifax, der Aussenminister; Clement Attlee und Arthur Greenwood, Chef und Vizechef der Labourpartei. Churchills Haltung schien ihnen sinnlos und übertrieben emotional, während sich anderweitig ein Ausweg abzuzeichnen schien: Drei Tage zuvor, am 25. Mai, hatte Signor Bastianini, der italienische Botschafter in London, mit Lord Halifax Verbindung aufgenommen und ihm – der hoffnungslosen Lage der eingekesselten britischen Armee wohl bewusst – die Möglichkeit eines durch Benito Mussolini vermittelten Friedensschlusses in Aussicht gestellt.

Churchill sträubte sich, doch die anderen Kabinettsmitglieder liessen sich von Lord Halifax überzeugen. Die Armee war verloren, die Luftwaffe noch immer schwach. Von den Vereinigten Staaten war keine Hilfe zu erwarten. Setzte man den Kampf fort, würde man sich sicher nur weitere sinnlose Zerstörungen und mit einiger Wahrscheinlichkeit eine deutsche Invasion Englands einhandeln. Ein Abkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen würde den dauernden Bombardements britischer Städte ein Ende setzen und das Land vor einer möglichen deutschen Besetzung bewahren.

Anmerkung:
Wenn dies kein Übersetzungsfehler ist, dann lügt Kershaw bewusst an dieser Stelle. Befehlsgemäß fanden erste Angriffe auf englische Städte nicht vor Ende August / Anfang September 1940(!) statt!)

Anmerkung 27.7.2008: In der National-Zeitung wurde diese Textstelle mit den "dauernden Bombardements britischer Städte" nicht erwähnt


....Ein gewichtiges Argument schien Lord Halifax auch die Möglichkeit, dass auf diese Weise das britische Empire noch gerettet werden könnte. Chamberlain stellte sich entschieden hinter Halifax. Attlee und Greenwood, erst unlängst zur Regierungsspitze gestossen, schlossen sich ihnen an. Churchill stand isoliert und erwog, sein Amt niederzulegen; aber er wollte eine sichtbare Spaltung der Regierung vermeiden und stimmte Halifax' Vorschlag mit denkbar schwerem Herzen zu. Er wusste, dass dies den Abschied von all dem bedeutete, wofür er eingestanden war, zudem das Ende seiner politischen Laufbahn und, mit aller Wahrscheinlichkeit, eine Katastrophe für sein Land.

Ungesäumt berief Mussolini auf den 2. und 3. Juni eine Konferenz in Brüssel ein. Die vier Grossmächte hatten sich Ende September 1938 in München getroffen, als England und Frankreich in die Annexion des Sudetenlandes durch das Deutsche Reich einwilligten, statt sich gegen Hitler zu stellen; nun kehrten sie an den Verhandlungstisch zurück. Während sich Mussolini selbstgefällig in der Rolle des Vermittlers sonnte, betrachtete er die möglichen Konsequenzen des Abkommens im Stillen mit gemischten Gefühlen. Er war sicher, dass Italien im Mittelmeerraum einiges Territorium auf Kosten der Briten gewinnen würde – doch verdankte er diese Gewinne deutscher Schlagkraft, nicht den italienischen Siegen in einem europaweiten Krieg, die er sich erhofft hatte. Der Lorbeer gehörte Hitler allein. Und der hochfahrende Sieger liess bei der Brüsseler Konferenz denn auch niemanden – am allerwenigsten Mussolini – im Zweifel über seine Grosstat und seine absolute Vorherrschaft über West- und Mitteleuropa.


Hitlers Bedingungen

Vor der Brüsseler Konferenz hatte Hitler drei Bedingungen für seine Verhandlungsbereitschaft aufgestellt. Erstens musste Churchill sein Amt als Premierminister abgeben und durfte nicht an den Friedensgesprächen teilnehmen. Zur Demission gezwungen, flüchteten Churchill und seine nächsten Angehörigen tags darauf nach Kanada ins Exil. Zweitens durften sich weder die britische noch die französische Flotte von ihrem derzeitigen Standort entfernen. Drittens schliesslich sollte das Friedensabkommen an zwei Orten unterzeichnet werden. Die Briten würden ihre Unterschrift beim Kriegsdenkmal an der Somme unter das Dokument setzen – an dem Ort, wo Hitler 1916 gekämpft hatte und verwundet wurde –, die Franzosen dagegen in dem Eisenbahnwagen im Wald von Compiègne, wo 1918 der Waffenstillstand beschlossen worden war, der den Ersten Weltkrieg beendete und den Hitler als äusserste Demütigung für Deutschland betrachtete. Im Gegenzug war der deutsche Diktator bereit, den Fortbestand der britischen und französischen Kolonialreiche in weitgehend unveränderten Grenzen zuzusichern.

Hitler holte das Maximum aus dem Abkommen heraus. Entgegen Lord Halifax' Versicherungen gab es für die Briten keinen Weg zurück, nachdem sie sich einmal auf Verhandlungen eingelassen hatten. Nach Dünkirchen war die englische Kampfmoral am Boden zerstört. Halifax und der soeben eingesetzte Premierminister Chamberlain, die Grossbritannien in Brüssel vertraten, beugten sich dem Unvermeidlichen. Bedeutende territoriale Verluste mussten in Kauf genommen werden; sogar die Kanalinseln und die Shetlandinseln gingen in deutschen Besitz über. Der irische Freistaat, nominell noch immer neutral, willigte in die Stationierung deutscher Truppen in Dublin ein und gestattete der Luftwaffe die Benutzung irischer Flugplätze, womit Grossbritannien zu militärischer Abwehr ausserstande war.

Obwohl Hitler das britische Empire weiterbestehen liess, reduzierte er es zu einer blossen Hülse dessen, was es einst gewesen war. Die britischen Rechte an den Ölfeldern im Mittleren Osten gingen an Deutschland, ebenso die Mandatsverwaltung in jener Region und die Kontrolle über den Suezkanal. Sekundiert von seinem bullenbeisserischen Aussenminister Ribbentrop, forderte Hitler einen beträchtlichen Anteil an den britischen, französischen und belgischen Kolonien in Afrika ein und sicherte Deutschland damit beträchtliche Machtansprüche auf dem Schwarzen Kontinent. Malta, Gibraltar, Algerien und Tunesien waren bei der Brüsseler Konferenz Mussolini zugefallen; damit dominierten die Achsenmächte den gesamten Mittelmeerraum.

Gebrochene Grossmächte

Die totale Unterwerfung der besiegten westlichen Demokratien war mit der Auflösung der französischen und der britischen Flotte besiegelt. Frankreich wurde in zwei Zonen aufgeteilt, wobei der Norden des Landes direkt deutscher Aufsicht unterstand, während der Süden nominell unabhängig war und von einer Marionettenregierung in Vichy verwaltet wurde. Die Franzosen hatten ursprünglich der Brüsseler Konferenz empört den Rücken gekehrt und versucht, ihre ramponierten Streitkräfte erneut ins Feld zu führen; doch die deutschen Truppen hatten den aufflackernden Widerstand rasch gebrochen und Paris besetzt. Danach kapitulierten die Franzosen endgültig.

Hitler behauptete, dass er England – ein Land, das er laut eigenem Bekunden sehr bewunderte – grosszügiger behandelt hätte. England sollte nicht besetzt werden; zumindest nominell würde es unabhängig bleiben und sein (wenn auch verstümmeltes) Empire bewahren können. Aber er bestand auf einer Regierung, welche die deutschen Interessen vertrat. Unmittelbar nach der Brüsseler Konferenz machte Chamberlain gesundheitliche Gründe geltend, um von seinem Amt zurückzutreten – tatsächlich starb er noch im selben Jahr an Krebs. Der vormalige Premierminister David Lloyd George, der England im Ersten Weltkrieg zum Sieg geführt hatte, liess sich zur Bildung einer Marionettenregierung überreden. (Lloyd George hatte sich nach seiner ersten Begegnung mit Hitler im Jahr 1936 bewundernd über ihn geäussert.) Halifax blieb Aussenminister; Oswald Mosley, der erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassene britische Faschistenführer, nahm den neugeschaffenen Posten des Innenministers an. Ribbentrop plädierte dafür, dass König Georg VI. zur Abdankung gezwungen werden und dessen Bruder Edward VIII. – der Deutschland wohlgesinnt war – auf den Thron zurückkehren solle. Die Zeremonie fand Ende Juni statt, George VI. wurde in Balmoral unter Hausarrest gestellt. Als 1940 der Herbst anbrach, war Grossbritannien ein Satellitenstaat des Deutschen Reiches geworden.


Diese gewaltigen Umbrüche zeitigten entsprechende Folgen im globalen Kräfteverhältnis. Churchill versuchte vergeblich, in Kanada eine Exilregierung aufzubauen; denn um dieses Vorhaben erfolgreich zu realisieren, hätte er nicht nur der Unterstützung durch Kanada, sondern auch durch die Vereinigten Staaten bedurft. Die Regierung Roosevelt aber wurde von einer rasch anwachsenden isolationistischen Lobby unter Druck gesetzt und signalisierte Ottawa, dass man nicht bereit sei, Churchill zu unterstützen. Bald einmal war offensichtlich, dass sich die amerikanischen Interessen auf die eigene Hemisphäre beschränken würden; es galt, sich um jeden Preis aus dem Krieg herauszuhalten.

Die Vereinigten Staaten rüsteten weiter auf, um einen allfälligen Angriff durch das von Deutschland dominierte Europa abzuwehren; doch wollte man Hitler in keiner Weise provozieren oder sich auf einen Konflikt im Atlantik einlassen. Roosevelt tendierte vielmehr auf ein Abkommen mit Hitler, das den westlichen Atlantik zur demilitarisierten Zone erklären sollte, damit sich die amerikanische Flotte auf die von Japan her drohende Gefahr im Pazifik konzentrieren konnte. Diese war umso bedrohlicher geworden, als die japanische Regierung den Kollaps französischer und britischer Macht in Europa dazu genutzt hatte, einen Militärschlag gegen Süden zu führen, und dabei binnen nur sechs Wochen Indochina, Thailand und Holländisch-Ostindien unter ihre Kontrolle brachte. Japan verfügte damit über wertvolle Ölressourcen und hatte England ausserstande gesetzt, die Handelswege nach Indien zu schützen.

Siege im Osten

Hitler ruhte unterdessen nicht auf seinen Lorbeeren aus. Nachdem er die westliche Flanke des Reichs gesichert hatte, wandte er sich einem Plan zu, den er seit bald zwanzig Jahren mit sich herumgetragen hatte: der Zerstörung der Sowjetunion und damit dessen, was er als Urquell des «jüdischen Bolschewismus» zu bezeichnen pflegte. Die Armeeführung riet ihm von einem sofortigen Angriff ab: Eine Invasion im August und September erschien nur schon angesichts der Möglichkeit eines verfrühten Wintereinbruchs riskant, und ohnehin würde die Mobilmachung der Armee zu viel Zeit in Anspruch nehmen; nach der Offensive im Westen mussten erst einmal die motorisierten Einheiten wieder kampftüchtig gemacht werden. Man setzte die Offensive also auf den nächsten Frühling an.

Die deutschen Strategen befürchteten auch, dass Widerstand im Balkan den bereits als «Unternehmen Barbarossa» bekannten Militärschlag gegen Russland verzögern könnte. Aber im Herbst 1940 waren Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Jugoslawien und die Türkei fest in der Hand der Achsenmächte; und als die deutsche Armee im Mai 1941 in die Sowjetunion einfiel, eroberte sie binnen kurzem Leningrad, die Ukraine und die Industrieregion im Donezbecken. Anfang August stand die Wehrmacht vor den Toren Moskaus. Stalin flüchtete aus der Stadt und liess eine völlig demoralisierte Bevölkerung zurück, die zudem soeben vernommen hatte, dass sich japanische Einheiten durch die Mongolei bis nach Sibirien vorgekämpft und die Rote Armee an der Ostfront Hals über Kopf in die Flucht geschlagen hätten.

Stalins Regime, auf die zentralasiatischen Republiken zurückgedrängt, hatte keine andere Wahl mehr, als mit Deutschland ein Abkommen auszuhandeln. Im Vergleich mit den daraus resultierenden Gebietsverlusten erschienen die peinvollen Konzessionen, die Russland 1918 im Rahmen des Friedensvertrags von Brest-Litowsk aufgenötigt wurden, nachgerade gnädig. Die gesamten Ölreserven des Kaukasus fielen an Deutschland, ebenso die Kornkammer der Ukraine. Nachdem Deutschland bereits die enormen Ressourcen Westeuropas unter seine Kontrolle gebracht und rücksichtslos ausgebeutet hatte, bedeuteten die Kriegsgewinne in Russland, dass nun die Wirtschaft des ganzen europäischen Kontinents in seinen Händen lag.

Auch Japan hatte durch die brutale Besetzung weiter Teile Südostasiens seine materiellen Ressourcen beträchtlich vergrössert. Der nationalistische chinesische Führer Tschiang Kai-schek konnte nicht mehr auf Unterstützung durch die Alliierten rechnen und musste sich den harschen Bedingungen unterziehen, die ihm die Japaner diktierten. Das bedeutete unter anderem, dass China der grossostasiatischen Wohlstandssphäre einverleibt wurde – mit diesem Euphemismus bezeichnete Japan den gewaltigen «Lebensraum», den es sich neu erobert hatte.

Zu diesem Zeitpunkt – im Frühling 1942 – hatten die Vereinigten Staaten ihr Aufrüstungsprogramm beträchtlich beschleunigt. Aber obwohl Roosevelt sich bewusst war, dass es früher oder später zur Konfrontation mit den Achsenmächten kommen musste, bemühte er sich nach Kräften, Friktionen im atlantischen wie im pazifischen Raum zu vermeiden. Der Präsident musste die Schlagkraft der Nation sicherstellen und eine isolationistisch gesinnte Öffentlichkeit davon überzeugen, dass der Krieg irgendwann auch die Vereinigten Staaten heimsuchen würde. Amerikas Wissenschafter arbeiteten derweil fieberhaft an einem Projekt, das die Strategen als letztlich entscheidend für den Verlauf des drohenden Krieges ansahen – sofern die Amerikaner sich dabei nicht von den Deutschen überholen liessen. Aber diese machten dank ihren neu gewonnenen Ressourcen gewaltige Fortschritte bei der Entwicklung nuklearer Sprengköpfe wie auch der Langstrecken-Trägerraketen, die jene an ihr Ziel bringen sollten. Bald schon würden New York und Washington im Schatten des deutschen Atombombenarsenals stehen.

Anmerkung: Amerikanische Lngstrecken-Raketen wurden erst mit deutscher Beutetechnik und deutschen Raketeningenieuren gebaut, nach Untergang des Dritten Reiches. Und das US Atombombenprogramm befand sich im April 1945 in der Krise, wonach man zu dieser Zeit keine Ahnung hatte, wie man eine solche Bombe zündet - Diese Krise wurde durch die Raubzüge amerikanischer Alsos Teams im besetzten Deutschland, an Orten des deutschen Atombombenprogramms behoben.


Unter dem Joch

Mai 1945. Fünf Jahre ist es her, dass sich Hitler über Generaloberst Gerd von Rundstedts Rat hinweggesetzt hat. In Germania (vormals Berlin) haben Mitglieder der britischen Regierung zusammen mit Würdenträgern aus ganz Europa unlängst, am 20. April, Hitlers 56. Geburtstag gefeiert und dabei die grösste Militärparade zu sehen bekommen, die je über die Charlottenburger Chaussee marschierte.


Wang Ching-wei unterzeichnete den Friedensvertrag mit Japan

In Tokio heissen Kaiser Hirohito und Premierminister Matsuoka Yosuke – der Chefstratege hinter den grossen Eroberungen von 1940 und 1941 – Wang Ching-wei willkommen, das Oberhaupt der willfährigen Regierung, die seit vier Jahren in China amtiert. Ein paar Operettenfürsten aus Indien – Statthalter japanischer Macht im vormaligen Herzen des British Empire – sind als Ehrengäste mit eingeladen.

In Südostasien wie auch in ganz Europa sind Millionen einst freier Menschen zur Sklaverei im Dienst ihrer deutschen und japanischen Herren verdammt. Das Elend der gedemütigten Chinesen spottet jeder Beschreibung; in Europa sind Zehntausende Slawen in Viehwagen in gigantische Arbeitslager nahe dem Polarkreis und an der sibirischen Grenze verschleppt worden. Unklar ist, was mit den Juden geschah. Sie sind wie vom Erdboden verschwunden, nachdem sie von den Deutschen und ihren Kollaborateuren in den besetzten Gebieten Westeuropas zusammengetrieben und nach Osten verfrachtet worden waren – höchstwahrscheinlich in den äussersten Norden der vormaligen Sowjetunion. Niemand weiss über ihr Schicksal Bescheid.

Manchmal fängt der amerikanische Geheimdienst etwas von den schrecklichen Gerüchten auf, die von Widerstandsbewegungen im Untergrund weitergereicht werden und die behaupten, dass bis zu elf Millionen Juden vernichtet worden sind.

Anmerkung: Die "elf Millionen" wurden in der DDR schon publiziert...

Bemerkenswert sind etwa Berichte, laut denen die Menschen in speziell zu diesem Zweck entwickelten Gaskammern ermordet und ihre Leichen nachher in der Region von Minsk, Kowno, Riga und in den um Moskau gelegenen Wäldern in gleichfalls eigens erbauten gigantischen Verbrennungsanlagen eingeäschert worden seien. Aber diesen Geschichten schenkt niemand Glauben. Sie sind zu irrsinnig, um wahr zu sein.


Primärquelle: Ian Kershaw. Neue Zürcher Zeitung 12.7.08

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 27.07.08 11:22 ]
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