Foren » Forum » Was - wäre - wenn ? » Heinrich VI. nicht mit 33 Jahren gestorben wäre..
The Real Blaze
Der Sohn von Kaiser Friedrich I., Barbarossa ,Heinrich VI. und der große makedonische Imperator Alexander hatten einiges gemeinsam: Beide starben im 33 Lebensjahr(32), beide an Krankheiten und beide hatten gewaltige Großreiche erobert und Pläne sie noch weiter zu erweitern. Sie hatten schon männliche Nachkommen, spielten aber wegen dem Tode ihrer berühmten Väter keine Rolle. Es folgten bei Alexander die Diadochenkriege und bei Heinrich VI. der Verfall der kaiserlichen Macht.
Heinrich VI. war ein starker Kaiser, geboren am 20. Oktober 1165 in Nimwegen, bis ihn am 28.September 1197 in Messina die Malaria niederstreckte.

dieses Reich erbte Heinrich VI.(Unteritalien und Sizilien fehlen darauf) und hätte es ohne Krankheitstod mit 32 Jahren zentralistisch ausgebaut
Sein Vater Barbarossa hatte bereits für seinen Sohn folgendes erreicht:
-die deutschen Fürsten bezwungen
-die Toskana erobert
-das Papsttum bezwungen
-seinem Sohn Heinrich VI. das normanische Erbe in Sizilien und Unteritalien gesichert
Heinrich hat dann die Erblichkeit der Königswürde im Staufferhaus betrieben und den Plan einer Säkularisierung des Kirchenstaates gefaßt. Sein Vorrang wurde von den englischen und französischen Königen anerkannt, die Almohaden in Nordafrika zahlten einen Jahrestribut, und die Herrscher von Klein-Armenien und Cypern ließen sich von ihm krönen.
1193 wurde der Kreuzzug ins Heilige Land geplant, die Wirren nach den Tod Saladins, ließen den Erwerb für möglich erscheinen.
Darüber hinaus plante Heinrich die orthodoxe Kirche wieder mit der katholischen zu vereinen und nach Absetzung von Alexios III. im Jahre 1195 das griechische Kaiserreich zu erobern, was 7 Jahre nach seinem Tode 1204 auch noch geschah.
Sein früher Tod wird als furchtbarste Katastrophe der mittelalterlichen Geschichte Deutschlands von deutschen Historikern gewertet.(Hampe,1929)
Johannes Haller meinte dazu: "Die Dinge hätten ganz anders laufen können..."(1928)
Heinrich VI. hätte beim Erreichen einer normalen Lebenspanne in der Tat das Imperium Teutonicum begründen können.Er hat auf dem Weg dazu die Gefahren realistisch eingeschätzt: den Haß auf die Deutschen der Italiener, die Autorität des Papstes und des hohen Klerus, vorallem aber die unausrottbaren Eigeninteressen der deutschen Fürsten, die lieber ihren Landesbesitz ausbauen wollten, als in Kreuzzügen auszubluten.

Heinrich VI. bekräftigte seinen Anspruch ein gesamt-abendländischer Herrscher zu sein.
Ohne Heinrichs frühen Tod, wären diese Probleme weiter unter Kontrolle der Staufferdynastie geblieben, das Deutsche Reich sich nach französischen Muster zum Absolutismus entwickelt.Friedrich II., Heinrichs Sohn hätte dann das Werk seines Vaters fortgesetzt und das starke deutsche Kaisertum weiter ausgebaut.Die einsetzenden Ostkreuzzüge hätten eine viel stärkere Basis gehabt, es hätte keinerlei Rückschläge der bekannten Art gegeben. Zum einen weil von oben zentral gelenkt und zum anderen ein starkes Kaisertum, die Kräfte des Reiches gebündelt eingesetzt hätte.
Ein absolutistisches deutsches Kaiserreich, hätte sicher auch seine Krisen gehabt, aber Gebietsverluste auf Grund seiner Kraft aber niemals hinnehmen müßen.
Das Imperium Teutonicum unter einer absolutistischen Staufferdynastie hätte Frankreich für immer kontrolliert oder irgendwann sogar völlig erobert.Es hätte im Kriegsfall nichts vergleichbares einem kaiserlich- deutschen Heer entgegenstellen können.
Im Osten hätte die Kraft der Staufferdynastie für alle Zeiten die eroberten Räume für das Kaiserreich gesichert.Die Expansion der Deutschen Ritterorden hätte aber nicht in den ausufernden Maße stattgefunden, sie wären unter direkter kaiserliche Kontrolle verblieben.Einen Rückschlag wie auf dem Eis des Peipussees gegen die Nowgoroder oder gegen die Polen und Litauer bei Grunewald hätte so jedenfalls nie gegeben und eine Begründung der Schweizer Eidgenossenschaft hätte es in einem starken Staufferreich auch nicht gegeben... und natürlich auch kein "Drittes Reich", weil das erste wohl immer Bestand gehabt hätte...
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 17.10.05 21:18 ]
Heinrich VI. war ein starker Kaiser, geboren am 20. Oktober 1165 in Nimwegen, bis ihn am 28.September 1197 in Messina die Malaria niederstreckte.

dieses Reich erbte Heinrich VI.(Unteritalien und Sizilien fehlen darauf) und hätte es ohne Krankheitstod mit 32 Jahren zentralistisch ausgebaut
Sein Vater Barbarossa hatte bereits für seinen Sohn folgendes erreicht:
-die deutschen Fürsten bezwungen
-die Toskana erobert
-das Papsttum bezwungen
-seinem Sohn Heinrich VI. das normanische Erbe in Sizilien und Unteritalien gesichert
Heinrich hat dann die Erblichkeit der Königswürde im Staufferhaus betrieben und den Plan einer Säkularisierung des Kirchenstaates gefaßt. Sein Vorrang wurde von den englischen und französischen Königen anerkannt, die Almohaden in Nordafrika zahlten einen Jahrestribut, und die Herrscher von Klein-Armenien und Cypern ließen sich von ihm krönen.
1193 wurde der Kreuzzug ins Heilige Land geplant, die Wirren nach den Tod Saladins, ließen den Erwerb für möglich erscheinen.
Darüber hinaus plante Heinrich die orthodoxe Kirche wieder mit der katholischen zu vereinen und nach Absetzung von Alexios III. im Jahre 1195 das griechische Kaiserreich zu erobern, was 7 Jahre nach seinem Tode 1204 auch noch geschah.
Sein früher Tod wird als furchtbarste Katastrophe der mittelalterlichen Geschichte Deutschlands von deutschen Historikern gewertet.(Hampe,1929)
Johannes Haller meinte dazu: "Die Dinge hätten ganz anders laufen können..."(1928)
Heinrich VI. hätte beim Erreichen einer normalen Lebenspanne in der Tat das Imperium Teutonicum begründen können.Er hat auf dem Weg dazu die Gefahren realistisch eingeschätzt: den Haß auf die Deutschen der Italiener, die Autorität des Papstes und des hohen Klerus, vorallem aber die unausrottbaren Eigeninteressen der deutschen Fürsten, die lieber ihren Landesbesitz ausbauen wollten, als in Kreuzzügen auszubluten.

Heinrich VI. bekräftigte seinen Anspruch ein gesamt-abendländischer Herrscher zu sein.
Ohne Heinrichs frühen Tod, wären diese Probleme weiter unter Kontrolle der Staufferdynastie geblieben, das Deutsche Reich sich nach französischen Muster zum Absolutismus entwickelt.Friedrich II., Heinrichs Sohn hätte dann das Werk seines Vaters fortgesetzt und das starke deutsche Kaisertum weiter ausgebaut.Die einsetzenden Ostkreuzzüge hätten eine viel stärkere Basis gehabt, es hätte keinerlei Rückschläge der bekannten Art gegeben. Zum einen weil von oben zentral gelenkt und zum anderen ein starkes Kaisertum, die Kräfte des Reiches gebündelt eingesetzt hätte.
Ein absolutistisches deutsches Kaiserreich, hätte sicher auch seine Krisen gehabt, aber Gebietsverluste auf Grund seiner Kraft aber niemals hinnehmen müßen.
Das Imperium Teutonicum unter einer absolutistischen Staufferdynastie hätte Frankreich für immer kontrolliert oder irgendwann sogar völlig erobert.Es hätte im Kriegsfall nichts vergleichbares einem kaiserlich- deutschen Heer entgegenstellen können.
Im Osten hätte die Kraft der Staufferdynastie für alle Zeiten die eroberten Räume für das Kaiserreich gesichert.Die Expansion der Deutschen Ritterorden hätte aber nicht in den ausufernden Maße stattgefunden, sie wären unter direkter kaiserliche Kontrolle verblieben.Einen Rückschlag wie auf dem Eis des Peipussees gegen die Nowgoroder oder gegen die Polen und Litauer bei Grunewald hätte so jedenfalls nie gegeben und eine Begründung der Schweizer Eidgenossenschaft hätte es in einem starken Staufferreich auch nicht gegeben... und natürlich auch kein "Drittes Reich", weil das erste wohl immer Bestand gehabt hätte...
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 17.10.05 21:18 ]
The Real Blaze
Listem wir doch noch mal etwas auf, was Heinrich VI. militärisch und politisch bis zu seinem Tod erreicht hatte.
Insgesamt können wohl alle erklärte Nichtdeutsche oder Feinde alles Deutschen froh sein, daß das Schicksal Heinrich VI. nur 32 Lebensjahre schenkte...
- Im Alter von 3 1/2 Jahren wurde Heinrich an Pfingsten 1169 in Bamberg zum König und damit zum designierten Nachfolger seines Vaters erhoben.
- Am 15. August 1169 wurde Heinrich VI. vom Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg in Aachen nach alter Tradition gekrönt.
- Erstmals politisch handelnd trat er 1173 im Alter von acht Jahren auf, als er eine Urkunde seines Vaters bezeugte.
- 1175 begleitete er den Kaiser auf seinem fünften Zug nach Italien, in dessen Verlauf 1177 der Frieden von Venedig geschlossen wurde, der das Schisma seit 1159 beendete.
- Nach der Rückkehr aus Italien und dem Erreichen der Großjährigkeit übernahm Heinrich zunehmend Herrscheraufgaben. Allerdings war er noch nicht in den Kreis der Ritter aufgenommen, da ihm noch die Schwertleite fehlte. Diese empfing er gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich beim Hoftag an Pfingsten 1184 in Mainz, einer der größten und glanzvollsten Versammlungen des Mittelalters.
- Die Hochzeit Heinrichs mit Konstanze, der jüngsten Tochter König Rogers II. von Sizilien (1130-1154) und Tante des gegenwärtigen sizilischen Königs Wilhelm II, fand am 28. Januar 1185 in der Kirche San Ambrogio in Mailand statt. Die Wahl von Ort und Zeit hatten besondere symbolische Bedeutung. Mailand war im Schisma erbittertste Feindin des Kaisers gewesen und von diesem völlig zerstört worden.
- Heinrich rückte mit einem großen Heer in den Kirchenstaat ein. Dabei fand er auch die Unterstützung der aufständischen Römer. Dem Gegner wurde möglichst großer Schaden zugefügt, indem das Land verwüstet, die Städte zerstört und die Bewohner in die Gefangenschaft abgeführt wurden. Im August 1186 war der Kriegszug beendet.
- Heinrich zog bis Jahresende 1187 durch Norditalien, wo er die Aufgaben eines Königs wahrnahm, Gericht hielt und durch seine Anwesenheit die Ansprüche des deutschen Herrschers auf dieses Gebiet unterstrich.
- 1189 beginnt Heinrich VI. einen Kriegszug gegen Welfen in Sachsen, um die verlorene Königsstellung zurück zugewinnen.Ende 1189 rückte er gegen Braunschweig vor, ohne es erobern zu können. Zwar konnte Hannover eingenommen werden, nicht aber die nahe welfische Burg Limmer. Schließlich brach Heinrich den Heereszug ab, mit der Absicht, ihn im folgenden Frühjahr zu erneuern. - Ein wichtiges Ereignis bestimmte aber die Aktivitäten des Königs für die folgenden Jahre: Am 18. November 1189 war König Wilhelm von Sizilien gestorben. Da er kinderlos geblieben war, fiel nun Süditalien und Sizilien kraft Erbrecht über Königin Konstanze Heinrich VI. zu.In Süditalien brach aber ein Aufstand dagegen aus.
- Heinrich entsendet Marschall Heinrich Testa, der eine bewaffnete Macht aufstellte und gegen Süditalien führte.
Dieses Unternehmen scheiterte aber. Lediglich der Nordteil Apuliens wurde verwüstet.
- Nach Niederlagen mußte Heinrich der Löwe , der Welfenherrscher von Sachsen einlenken. Im Juli 1190 schloß er mit König Heinrich Frieden.
- Unter dem Befehl des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg zogen die Truppen 1190 auf Rom los.
- Heinrich begab sich 1190 nach Thüringen, um dort nach dem Tod des Landgrafen Ludwig beim Kreuzzug den Staufischen Einfluß zu verstärken.
- Am 6. Januar 1191 war er in Bozen in Südtirol, am 18. Januar hatte er sein Heer in Lodi eingeholt.
- Am Ostermontag 1191, dem 15. April, salbte Coelestin III. in der Kirche St. Peter Heinrich VI. zum Kaiser. Heinrich.
- nach der Krönung machte sich Heinrich auf den Weg nach Süden, um das Normannenreich zu erobern. Zunächst stieß er nicht auf Widerstand. Erst vor Neapel, wo das kaiserliche Heer am 24. Mai 1191 ankam, kam es zu größeren Kämpfen, bei denen das Umland vollständig verwüstet wurde.
- Nach einer Seuche im kaiserlichen Heer(auch der Kaiser wurde krank) brach man den Feldzug ab. Im Dezember 1191 ging Heinrich VI. zurück ins Reich.
- In einem neuen Krieg gegen die Sachsen hatte eine antiwelfische Koalition die Oberhand und eroberte Hamburg, Stade und Lübeck. Heinrich der Löwe beteuerte nun, vom Treuebruch seines Sohnes nichts gewußt zu haben.Heinrich von Braunschweig auf einem Hoftag in Worms geächtet.Zwei Wochen später kam es zu einem Waffenstillstand.
- Die Gefangennahme des englischen Königs Richard Löwenherz(1192) durch Herzog Leopold von Österreich nutze Heinrich VI. geschickt aus. Anfang 1193 verhandelte der Kaiser mit Leopold von Österreich über die Auslieferung des Gefangenen. Für 100 000 Mark in Silber, die Richard zu zahlen hatte, übergab Leopold seinen Gefangenen.Außerdem sollte der englische König Truppenkontingente und Schiffe zur Eroberung Siziliens zur Verfügung stellen, schließlich für eine Lösung des österreichischen Herzogs vom Kirchenbann eintreten. Richard wurde auf Burg Trifels in der Pfalz gebracht. Seine Vasallen in England mußten das Lösegeld aufbringen. Ende Juni 1193 kam es in Worms zu einer Einigung zwischen Richard und Heinrich. Dabei wurde dem englischen König die Teilnahme am Kampf gegen Sizilien erlassen. Richard erklärte sich bereit, sein Königreich vom Kaiser zu Lehen zu nehmen und dafür jährlich 5000 Pfund zu entrichten. Anfang 1194 wurde der König freigelassen.
- 1194 betonte Heinrich VI. eindrucksvoll mit seinem Heer in Roncaglia seinen Herrschaftsanspruch auf Reichsitalien, also den Teil nördlich des Kirchenstaates.Neapel ließ dem Kaiser mitteilen, es würde ihm seine Tore öffnen. Damit war ein wichtiger Flottenstützpunkt gewonnen.
- Mitte August 1194 wurde der Feldzug eröffnet. Am 1. September wurde Messina erreicht. Auf dem Weg nach Syrakus schlug das kaiserliche Heer die Truppen der Königin Sybille. Mit der Einnahme von Syrakus war Sizilien praktisch gefallen.
- Am 17. September nahm der Kaiser Rache an Salerno, daß einige Jahre zuvor seine Frau gefangen genommen und ausgeliefert hatte: Die Stadt wurde vollständig zerstört, und die Bewohner konnten bestenfalls das nackte Leben retten.
- Am 20. November 1194 hielt der Kaiser seinen feierlichen Einzug in Palermo, das festlich geschmückt war und deren Bewohner ihren neuen Herrscher mit Jubel begrüßten. Die Bevölkerung war sich der Sitte des Landes folgend vor dem vorbei reitenden Kaiser zu Boden. Für Heinrich VI. muß dies der Augenblick des höchsten Triumphes gewesen sein, da er ein Ziel kaiserlicher Politik erlangt hatte, das alles Erreichte seiner Vorgänger übertraf.
- Am 26. Dezember 1194 brachte seine Gattin Konstanze in Jesi einen Sohn zur Welt: Friedrich, der spätere Friedrich II.
- - Um die Vereinigung Siziliens mit dem Reich auch politisch abzusichern, war eine Einigung zwischen Kaiser und Papst nötig. Heinrich bemühte sich, eine günstige Ausgangsposition zu erlangen, ehe er Verhandlungen einleitete. Im März 1195 teilte er Papst und Kardinälen brieflich mit, er sei entschlossen, in allernächster Zukunft einen Kreuzzug zu unternehmen. Dieses Angebot konnte der Papst nicht ablehnen. Am Karfreitag 1195 nahm der Kaiser heimlich, wie die Quellen melden, das Kreuz. Am Ostersonntag wurde erstmals öffentlich der Kreuzzug gepredigt. Heinrich VI. gelobte, für ein Jahr 1500 Ritter und eine gleiche Anzahl Fußsoldaten auszurüsten. Als Termin für den Aufbruch wurde der März 1196 festgelegt.
- Heinrich kehrte ins Reich zurück. Dort herrschte weitgehend Friede.
- Die deutschen Fürsten stellten wegen des geplanten Kreuzuges und der geplanten Nachfolgeregelung Bedingungen, um den kleinen Friedrich als König zu akzeptieren. Sie verlangten, daß ihre Lehen erblich werden sollten. Heinrich zeigte dazu Bereitschaft, allerdings nur zu dem Preis, daß das Reich eine Erbmonarchie werden sollte.
- Erst einige Monate später stimmten die Fürsten zögernd zu. Kaiser Heinrichs VI. Erbreichsplan sollte dem staufischen Haus für alle Zeit die Herrschaft sichern, wobei er auch die weibliche Erbfolge vorsah
- Im Juli 1196 verließ der Kaiser letztmals Deutschland, um nach Italien zu ziehen. Sein Ziel war nun, daß der Papst den kleinen Friedrich taufen und krönen sollte - zum König von Sizilien und Kaiser. Als Coelestin III. sich aber weigerte, entband Heinrich auch die deutschen Fürsten von ihrem Wort. Diese waren allerdings bereit, Friedrich zum König zu wählen.
- Zu Weihnachten 1196 wurde der zweijährige Friedrich in Frankfurt zum König gewählt. Es wurden allerdings weder Weihe noch Krönung des Kindes vollzogen.
- Anfang Mai ging der Kaiser nach Messina, wo er sich von den Kreuzzugsvorbereitungen selbst ein Bild machen wollte. Er ahnte nicht, daß dort bereits die Verschwörer auf ihn warteten. Sie hatten den Plan, den Kaiser zu ermorden, ihr Anführer sollte Königin Konstanze heiraten und den Thron besteigen. Allerdings wurde der Plan im letzten Moment verraten, so daß Heinrich rechtzeitig fliehen konnte.
- Die Truppen der Verschwörer sammelten sich bei Catania, wo sie aber einem kaiserlichen Heer nicht standhalten konnten. Der Anführer, dessen Name nicht eindeutig überliefert ist, verschanzte sich in der Burg Castrogiovanni. Ende Juni fiel aber die Burg. Die Strafe für die Besatzung war grausam. Am schlimmsten traf es den Burgherrn, den Anführer des Aufstandes: Heinrich ließ ihm eine glühende Krone auf den Kopf nageln.
- In den folgenden Wochen traf er weiter Vorbereitungen zum Kreuzzug, doch verbot ihm sein angegriffener Gesundheitszustand - er litt vermutlich an Malaria - das Unternehmen selbst zu leiten. Als sein Zustand sich verschlimmerte, ließ der Kaiser sich nach Messina bringen. Ende September schien eine Besserung einzutreten, so daß er bereits Vorbereitungen zu seiner Rückkehr nach Palermo treffen ließ. Doch dann, am 28. September 1197, waren die Kräfte aufgezehrt: Heinrich VI. römischer Kaiser und König von Sizilien, starb im Alter von 32 Jahren. Kaiserin Konstanze ließ ihren toten Gatten zunächst in Messina beisetzen und sandte Bischof Berard von Messina nach Rom, denn Heinrich galt seit der Gefangennahme Richards Löwenherz als exkommuniziert - wer einen Kreuzfahrer angriff, verfiel dieser Strafe. Papst Coelestin III. verweigerte aber die Absolution und damit das christliche Begräbnis. Erst sein Nachfolger Innozenz III. (1198-1216) kam den Wünschen Konstanzes entgegen. Wahrscheinlich wurde Heinrich Anfang Mai 1198 im Dom zu Palermo beigesetzt. Dort befindet sich sein Grab bis heute...
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 21.10.05 18:19 ]
Insgesamt können wohl alle erklärte Nichtdeutsche oder Feinde alles Deutschen froh sein, daß das Schicksal Heinrich VI. nur 32 Lebensjahre schenkte...
- Im Alter von 3 1/2 Jahren wurde Heinrich an Pfingsten 1169 in Bamberg zum König und damit zum designierten Nachfolger seines Vaters erhoben.
- Am 15. August 1169 wurde Heinrich VI. vom Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg in Aachen nach alter Tradition gekrönt.
- Erstmals politisch handelnd trat er 1173 im Alter von acht Jahren auf, als er eine Urkunde seines Vaters bezeugte.
- 1175 begleitete er den Kaiser auf seinem fünften Zug nach Italien, in dessen Verlauf 1177 der Frieden von Venedig geschlossen wurde, der das Schisma seit 1159 beendete.
- Nach der Rückkehr aus Italien und dem Erreichen der Großjährigkeit übernahm Heinrich zunehmend Herrscheraufgaben. Allerdings war er noch nicht in den Kreis der Ritter aufgenommen, da ihm noch die Schwertleite fehlte. Diese empfing er gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich beim Hoftag an Pfingsten 1184 in Mainz, einer der größten und glanzvollsten Versammlungen des Mittelalters.
- Die Hochzeit Heinrichs mit Konstanze, der jüngsten Tochter König Rogers II. von Sizilien (1130-1154) und Tante des gegenwärtigen sizilischen Königs Wilhelm II, fand am 28. Januar 1185 in der Kirche San Ambrogio in Mailand statt. Die Wahl von Ort und Zeit hatten besondere symbolische Bedeutung. Mailand war im Schisma erbittertste Feindin des Kaisers gewesen und von diesem völlig zerstört worden.
- Heinrich rückte mit einem großen Heer in den Kirchenstaat ein. Dabei fand er auch die Unterstützung der aufständischen Römer. Dem Gegner wurde möglichst großer Schaden zugefügt, indem das Land verwüstet, die Städte zerstört und die Bewohner in die Gefangenschaft abgeführt wurden. Im August 1186 war der Kriegszug beendet.
- Heinrich zog bis Jahresende 1187 durch Norditalien, wo er die Aufgaben eines Königs wahrnahm, Gericht hielt und durch seine Anwesenheit die Ansprüche des deutschen Herrschers auf dieses Gebiet unterstrich.
- 1189 beginnt Heinrich VI. einen Kriegszug gegen Welfen in Sachsen, um die verlorene Königsstellung zurück zugewinnen.Ende 1189 rückte er gegen Braunschweig vor, ohne es erobern zu können. Zwar konnte Hannover eingenommen werden, nicht aber die nahe welfische Burg Limmer. Schließlich brach Heinrich den Heereszug ab, mit der Absicht, ihn im folgenden Frühjahr zu erneuern. - Ein wichtiges Ereignis bestimmte aber die Aktivitäten des Königs für die folgenden Jahre: Am 18. November 1189 war König Wilhelm von Sizilien gestorben. Da er kinderlos geblieben war, fiel nun Süditalien und Sizilien kraft Erbrecht über Königin Konstanze Heinrich VI. zu.In Süditalien brach aber ein Aufstand dagegen aus.
- Heinrich entsendet Marschall Heinrich Testa, der eine bewaffnete Macht aufstellte und gegen Süditalien führte.
Dieses Unternehmen scheiterte aber. Lediglich der Nordteil Apuliens wurde verwüstet.
- Nach Niederlagen mußte Heinrich der Löwe , der Welfenherrscher von Sachsen einlenken. Im Juli 1190 schloß er mit König Heinrich Frieden.
- Unter dem Befehl des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg zogen die Truppen 1190 auf Rom los.
- Heinrich begab sich 1190 nach Thüringen, um dort nach dem Tod des Landgrafen Ludwig beim Kreuzzug den Staufischen Einfluß zu verstärken.
- Am 6. Januar 1191 war er in Bozen in Südtirol, am 18. Januar hatte er sein Heer in Lodi eingeholt.
- Am Ostermontag 1191, dem 15. April, salbte Coelestin III. in der Kirche St. Peter Heinrich VI. zum Kaiser. Heinrich.
- nach der Krönung machte sich Heinrich auf den Weg nach Süden, um das Normannenreich zu erobern. Zunächst stieß er nicht auf Widerstand. Erst vor Neapel, wo das kaiserliche Heer am 24. Mai 1191 ankam, kam es zu größeren Kämpfen, bei denen das Umland vollständig verwüstet wurde.
- Nach einer Seuche im kaiserlichen Heer(auch der Kaiser wurde krank) brach man den Feldzug ab. Im Dezember 1191 ging Heinrich VI. zurück ins Reich.
- In einem neuen Krieg gegen die Sachsen hatte eine antiwelfische Koalition die Oberhand und eroberte Hamburg, Stade und Lübeck. Heinrich der Löwe beteuerte nun, vom Treuebruch seines Sohnes nichts gewußt zu haben.Heinrich von Braunschweig auf einem Hoftag in Worms geächtet.Zwei Wochen später kam es zu einem Waffenstillstand.
- Die Gefangennahme des englischen Königs Richard Löwenherz(1192) durch Herzog Leopold von Österreich nutze Heinrich VI. geschickt aus. Anfang 1193 verhandelte der Kaiser mit Leopold von Österreich über die Auslieferung des Gefangenen. Für 100 000 Mark in Silber, die Richard zu zahlen hatte, übergab Leopold seinen Gefangenen.Außerdem sollte der englische König Truppenkontingente und Schiffe zur Eroberung Siziliens zur Verfügung stellen, schließlich für eine Lösung des österreichischen Herzogs vom Kirchenbann eintreten. Richard wurde auf Burg Trifels in der Pfalz gebracht. Seine Vasallen in England mußten das Lösegeld aufbringen. Ende Juni 1193 kam es in Worms zu einer Einigung zwischen Richard und Heinrich. Dabei wurde dem englischen König die Teilnahme am Kampf gegen Sizilien erlassen. Richard erklärte sich bereit, sein Königreich vom Kaiser zu Lehen zu nehmen und dafür jährlich 5000 Pfund zu entrichten. Anfang 1194 wurde der König freigelassen.
- 1194 betonte Heinrich VI. eindrucksvoll mit seinem Heer in Roncaglia seinen Herrschaftsanspruch auf Reichsitalien, also den Teil nördlich des Kirchenstaates.Neapel ließ dem Kaiser mitteilen, es würde ihm seine Tore öffnen. Damit war ein wichtiger Flottenstützpunkt gewonnen.
- Mitte August 1194 wurde der Feldzug eröffnet. Am 1. September wurde Messina erreicht. Auf dem Weg nach Syrakus schlug das kaiserliche Heer die Truppen der Königin Sybille. Mit der Einnahme von Syrakus war Sizilien praktisch gefallen.
- Am 17. September nahm der Kaiser Rache an Salerno, daß einige Jahre zuvor seine Frau gefangen genommen und ausgeliefert hatte: Die Stadt wurde vollständig zerstört, und die Bewohner konnten bestenfalls das nackte Leben retten.
- Am 20. November 1194 hielt der Kaiser seinen feierlichen Einzug in Palermo, das festlich geschmückt war und deren Bewohner ihren neuen Herrscher mit Jubel begrüßten. Die Bevölkerung war sich der Sitte des Landes folgend vor dem vorbei reitenden Kaiser zu Boden. Für Heinrich VI. muß dies der Augenblick des höchsten Triumphes gewesen sein, da er ein Ziel kaiserlicher Politik erlangt hatte, das alles Erreichte seiner Vorgänger übertraf.
- Am 26. Dezember 1194 brachte seine Gattin Konstanze in Jesi einen Sohn zur Welt: Friedrich, der spätere Friedrich II.
- - Um die Vereinigung Siziliens mit dem Reich auch politisch abzusichern, war eine Einigung zwischen Kaiser und Papst nötig. Heinrich bemühte sich, eine günstige Ausgangsposition zu erlangen, ehe er Verhandlungen einleitete. Im März 1195 teilte er Papst und Kardinälen brieflich mit, er sei entschlossen, in allernächster Zukunft einen Kreuzzug zu unternehmen. Dieses Angebot konnte der Papst nicht ablehnen. Am Karfreitag 1195 nahm der Kaiser heimlich, wie die Quellen melden, das Kreuz. Am Ostersonntag wurde erstmals öffentlich der Kreuzzug gepredigt. Heinrich VI. gelobte, für ein Jahr 1500 Ritter und eine gleiche Anzahl Fußsoldaten auszurüsten. Als Termin für den Aufbruch wurde der März 1196 festgelegt.
- Heinrich kehrte ins Reich zurück. Dort herrschte weitgehend Friede.
- Die deutschen Fürsten stellten wegen des geplanten Kreuzuges und der geplanten Nachfolgeregelung Bedingungen, um den kleinen Friedrich als König zu akzeptieren. Sie verlangten, daß ihre Lehen erblich werden sollten. Heinrich zeigte dazu Bereitschaft, allerdings nur zu dem Preis, daß das Reich eine Erbmonarchie werden sollte.
- Erst einige Monate später stimmten die Fürsten zögernd zu. Kaiser Heinrichs VI. Erbreichsplan sollte dem staufischen Haus für alle Zeit die Herrschaft sichern, wobei er auch die weibliche Erbfolge vorsah
- Im Juli 1196 verließ der Kaiser letztmals Deutschland, um nach Italien zu ziehen. Sein Ziel war nun, daß der Papst den kleinen Friedrich taufen und krönen sollte - zum König von Sizilien und Kaiser. Als Coelestin III. sich aber weigerte, entband Heinrich auch die deutschen Fürsten von ihrem Wort. Diese waren allerdings bereit, Friedrich zum König zu wählen.
- Zu Weihnachten 1196 wurde der zweijährige Friedrich in Frankfurt zum König gewählt. Es wurden allerdings weder Weihe noch Krönung des Kindes vollzogen.
- Anfang Mai ging der Kaiser nach Messina, wo er sich von den Kreuzzugsvorbereitungen selbst ein Bild machen wollte. Er ahnte nicht, daß dort bereits die Verschwörer auf ihn warteten. Sie hatten den Plan, den Kaiser zu ermorden, ihr Anführer sollte Königin Konstanze heiraten und den Thron besteigen. Allerdings wurde der Plan im letzten Moment verraten, so daß Heinrich rechtzeitig fliehen konnte.
- Die Truppen der Verschwörer sammelten sich bei Catania, wo sie aber einem kaiserlichen Heer nicht standhalten konnten. Der Anführer, dessen Name nicht eindeutig überliefert ist, verschanzte sich in der Burg Castrogiovanni. Ende Juni fiel aber die Burg. Die Strafe für die Besatzung war grausam. Am schlimmsten traf es den Burgherrn, den Anführer des Aufstandes: Heinrich ließ ihm eine glühende Krone auf den Kopf nageln.
- In den folgenden Wochen traf er weiter Vorbereitungen zum Kreuzzug, doch verbot ihm sein angegriffener Gesundheitszustand - er litt vermutlich an Malaria - das Unternehmen selbst zu leiten. Als sein Zustand sich verschlimmerte, ließ der Kaiser sich nach Messina bringen. Ende September schien eine Besserung einzutreten, so daß er bereits Vorbereitungen zu seiner Rückkehr nach Palermo treffen ließ. Doch dann, am 28. September 1197, waren die Kräfte aufgezehrt: Heinrich VI. römischer Kaiser und König von Sizilien, starb im Alter von 32 Jahren. Kaiserin Konstanze ließ ihren toten Gatten zunächst in Messina beisetzen und sandte Bischof Berard von Messina nach Rom, denn Heinrich galt seit der Gefangennahme Richards Löwenherz als exkommuniziert - wer einen Kreuzfahrer angriff, verfiel dieser Strafe. Papst Coelestin III. verweigerte aber die Absolution und damit das christliche Begräbnis. Erst sein Nachfolger Innozenz III. (1198-1216) kam den Wünschen Konstanzes entgegen. Wahrscheinlich wurde Heinrich Anfang Mai 1198 im Dom zu Palermo beigesetzt. Dort befindet sich sein Grab bis heute...
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 21.10.05 18:19 ]
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