Nürnberg - Stadt der Reichsparteitage

Foren » Forum » Visionen Projekte Geheimforschung » Nürnberg - Stadt der Reichsparteitage

FelixS
Nürnberg - Stadt der Reichsparteitage



ab 1935 bekam Nürnberg den Beinamen Stadt der Reichsparteitage




Zitat:

Was ist von diesen 12 Jahren nationalsozialistisches Bauen in Deutschland übriggeblieben? Wie werden die Gebäude heute genutzt und bewertet?
Wie geht man mit dem Erbe Hitlers in der Öffentlichkeit um? Was haben die Nationalsozialisten außer den monumentalen Machtbauten noch gebaut?
Diesen Fragen will bauzeugen.de nachgehen - in einer Stadt die fast wie
keine andere mit dem Nationalsozialismus eng verbunden ist: Nürnberg!


Bauten in Nürnberg

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 31.03.08 13:42 ]
Schwabe
Das Dokumentationszentrum * klick * Reichsparteitagsgelände
Zitat:

Allgemeines zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände


Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Auf elf Quadratkilometern sollte hier eine monumentale Kulisse für die Selbstinszenierung der NSDAP entstehen.

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, umgangssprachlich Doku-Zentrum genannt, befindet sich im Nordflügel der von den Nationalsozialisten für 50.000 Menschen konzipierten, unvollendet gebliebenen Kongresshalle. Mit seinem "Pfeil aus Glas und Stahl", der
sich durch den Nordflügel bohrt, setzt das Dokumentationszentrum auch von außen ein weithin sichtbares architektonisches Zeichen.

Auf 1.300 m² befasst sich die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" mit den Ursachen,
Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Dabei stehen jene Themen, die einen direkten Bezug zu Nürnberg aufweisen, im Mittelpunkt der 19 chronologisch strukturierten Ausstellungsbereiche:
die Geschichte der Reichsparteitage, die Bauten des Reichsparteitagsgeländes, die "Nürnberger Gesetze" von 1935, der "Nürnberger Prozess" gegen Hauptverantwortliche der NS-Verbrechen 1945 / 46 und seine zwölf Nachfolgeprozesse sowie der schwierige Umgang mit dem nationalsozialistischen Architekturerbe nach 1945.

Neben der Dauerausstellung besitzt das angegliederte Studienforum zentrale Bedeutung für die pädagogische Arbeit des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände. interner Link Studienforum http://www.museen.nuernberg.de/dokuzentrum/studienforum.html

In speziellen Seminarräumen auf dem Dach der Kongresshalle bieten die museen der Stadt Nürnberg gemeinsam mit Partnern ein vertieftes pädagogisches Programm für Schulklassen, Jugend- und Erwachsenengruppen an. Das Angebot reicht von der 45minütigen Nachbereitung
des Ausstellungsbesuchs bis hin zu Seminartagen.

Seit Mai 2006 bietet ein umfassendes Informationssystem auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände allen Besuchern die Möglichkeit,
sich vor Ort mit den NS-Parteitagen auseinander zu setzen. (Infos dazu hinter dem nachfolgenden Link)

Geländeinformationssystem * klick * ehemaliges Reichsparteitagsgelände



1. Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
2. Innenhof Kongresshalle
3. Volksfestplatz
4. Grundstein Deutsches Stadion
5. Dutzendteich
6. Stadion
7. Zeppelintribüne
8. Zeppelinfeld
9. Gaststätte Wanner
10. Luitpoldhalle
11. Luitpoldhain
12. Ehrenhalle
13. Ehemaliger Bahnhof Dutzendteich
14. Zeppelintribüne Rückseite
15. Umspannwerk / Arbeiterunterkünfte
16. KdF-Stadt
17. Stadionbad
18. Große Straße
19. Fundamentrest Märzfeld
20. Ehemaliger Bahnhof Märzfeld
21. Silberbuck
22. Baugrube Deutsches Stadion / Silbersee
23. Ehemalige SS-Kaserne





[ Editiert von Administrator Schwabe am 08.11.06 3:32 ]
The Real Blaze
Das Reichsparteitagsgelände
Primärquelle: Ellenbogen, Gigantische Visionen


Speers Reichsparteitagsgelände

Die Nationalsozialisten vermittelten ihre Ideologie durch Massenveran­staltungen, deren Ablauf nicht nur genau geplant, sondern auch psy­chologisch auf bestimmte Themen und Inhalte abgestimmt war.

Bereits 1927/29 hatte die NSDAP auf dem Gelände in Nürnberg ihre Parteitage abgehalten. Auf jene Zeit gingen wohl auch Hitlers erste Umgestal­tungspläne zurück.

Mit den Plänen für die Neugestaltung des Geländes wurde zunächst Hitlers Architekt Paul Ludwig Troost, nach dessen Tod Anfang 1934 Albert Speer beauftragt. Die größten Veranstaltungen der NSDAP waren zwischen 1933 und 1939 die Reichsparteitage.


Nürnberg 1937, zum Reichsparteitag

Die „Volksgenossen" sollten in großer Zahl bei diesem einwöchigen Partei­fest erscheinen. Bis zu einer halben Million Deutsche aus dem gesamten Land erschienen bei den Reichsparteitagen. Sie waren die wichtigste
und größte Veranstaltung, die von der NSDAP im Jahr abgehalten wur­de. Um Paraden, Aufmärsche und selbstverständlich Besuchermassen räumlich unterzubringen, brauchte man ein freies Gelände, auf dem in weiterer Folge auch zweckorientierte Bauwerke wie Stadien, Hallen, Arenen und Aufmarschstraßen entstehen konnten. Eine derartige Flä­che, die bereits schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten für patriotische Feiern und dem Gedenken an die Gefallenen diente, befand sich im Südosten Nürnbergs.

Auf dem Luitpoldhain wurde in der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. eine der größten Veranstaltun­gen der Region, die bayrische Landesausstellung 1906, abgehalten, die den Ehrenschutz des bayrischen Prinzregenten Luitpold genoß.


Plakat für den Reichsparteitag

Als Nürnberg den 100. Jahrestag der Zugehörigkeit zu Bayern feierte, ge­lang es dem damals amtierenden Bürgermeister Schuh, die 3. Bayrische Landesausstellung in seine Stadt zu holen. Aus Dankbarkeit versprach der Stadtchef, das Ausstellungsgelände in „Luitpoldhain" umbenennen zu lassen. Doch die Nationalsozialisten entschieden sich auf dem Areal des „Volksparkes Dutzendteich" jene Repräsentationsbauten errichten zu lassen, die den Massenveranstaltungen der NSDAP auch einen un­vergleichbaren visuellen Rahmen geben sollten.

Noch heute geben die Filme einer Leni Riefenstahl, aber auch die vielen zeitgenössischen Be­richte bis hin zu Besuchern aus fernen Ländern und Erdteilen einen Ein­druck von der suggestiven Kraft jener Architektur und der Massenver­anstaltungen jener Zeit.

Die Suggestionspolitik einer perfekt funktionierenden Propagandamaschinerie, die sich damals der modern­sten Medien, wie dem Radio, den Wochenschauen im Kino und sogar schon dem Fernsehen in seinen Anfängen, bediente, erreichten die Na­tionalsozialisten zu dieser Zeit zweifellos bei vielen Besuchern ihr Ziel.

Auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern sollten eine neue Kongreßhalle, ein Stadion, zwei Tribünen, eine am Zeppelinfeld, die andere am Märzfeld, errichtet werden.

Letztere hätte auch wahrhaft gigantische Ausmaße gehabt. Albert Speer wurde 1934 mit der Gesamt­planung beauftragt, und in 16 Jahren sollten alle Bauprojekte bezüglich des Reichsparteitages abgeschlossen sein.


Reichsparteitag 1938

1950 war jenes „magische" Jahr, in dem alle Großbaustellen, wie in Berlin, Linz, München, Ham­burg und eben auch das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, fertigge­stellt sein sollten.

Exakt zur Mitte des 20. Jahrhunderts wollte Hitler seine neue Nachkriegsordnung verwirklichen, so entsprach es seinen Vorstellungen.[...]
The Real Blaze
Die Zeppelintribüne am Zeppelinfeld


Eingang zur Haupttribüne, Zeppelinfeld

Eines der ersten Bauvorhaben, die 1935 begonnen und 1937 abgeschlos­sen wurden, war die „Zeppelintribüne" auf dem Zeppelinfeld. Auf die­sem Gelände landete am 28. August Ferdinand Graf von Zeppelin mit seinem „Zeppelin III".

Aus der Fläche wurde 1923 ein Sport- und Erholungsgelände mit einem im Bauhausstil errichteten Stadion gebaut. Seit 1933 fanden hier Veranstaltungen von Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst und der Partei statt.


Das Gelände mißt 400 x 400 Meter, wobei sich das mächtige Gebäu­de im östlichen Teil des Areals befindet. Die 390 Meter lange und 25 Meter hohe Tribüne bestand aus einem zentralen Baukörper, bei dem an der linken und rechten Seite Säulenhallen und Treppen anschlossen.
Den Abschluß zu beiden Seiten bildeten zwei wuchtige Steinmauern, die auf der Oberseite jeweils zwei metallene Feuerschüsseln trugen.

Die Zep­pelintribüne wurde aus Backstein errichtet und mit weißen Kalkplatten verkleidet. Das Bauwerk erinnerte bei näherer Betrachtung zeitgenössi­scher Aufnahmen an einen kolossalen antiken Tempelbau aus dem alten Griechenland.

Tatsächlich nahm Albert Speer bei der Planung und Umgestaltung des Geländes zwischen 1935 und 1937 beispielsweise Anlei­hen beim Pergamonaltar. Denn die Gestalt der Zeppelintribüne sollte bei den Besuchern zu einer Art Weihestätte werden, die man einmal im Jahr aufzusuchen hatte.



Auf der Westseite des Bauwerkes in Blickrich­tung des Zeppelinfeldes befand sich die Rednertribüne, auf der Hitler bei den Reichsparteitagen zu „seinem" vor ihm angetretenen Volk sprach.

Das Zeppelinfeld selbst war durch drei Wälle eingefaßt, die von 28 Türmchen geteilt wurden. Speer wollte mit dieser Gestaltung dem Gelände das Aussehen einer Festung verleihen.


der Lichterdom auf dem Zeppelinfeld

Bei den Parteiveranstal­tungen gelang dies dem „Architekten des Führers" durch den Einsatz spezieller Effekte am Abend, wie den berühmten Lichtdomen, bei denen bis zu 130 Flakscheinwerfer um das Zeppelinfeld gestellt wurden und senkrecht über 6000 Meter in den Nachthimmel hineinleuchteten.

In München und anderen deutschen Städten konnte man noch die Licht­dome an den Reichsparteitagen in der Nacht erkennen.

Derartige Spek­takel forderten einen sehr hohen Stromverbrauch, aus diesem Grund wurde auf dem Reichsparteitagsgelände auch ein eigenes Kraftwerk er­richtet, um den exorbitanten Energieverbrauch abzudecken.


Die Tribüne mit dem Hakenkreuz

Als die US-Armee Nürnberg 1945 einnahm, entfernte ein Spreng­kommando, durch ein Kamerateam effektvoll in Szene gesetzt, das in einem Lorbeerkranz eingefaßte Hakenkreuz.

Da das riesenhafte Bau­werk sehr rasch errichtet wurde, litt die Bauqualität darunter. Bereits in den 1960iger Jahren war es notwendig geworden, die baufällig gewor­denen Säulenhallen, die vom Einsturz bedroht waren, zu sprengen, ebenso wie man die großen Begrenzungsmauern teilweise abgetragen hat.


das Zeppelinfeld im Mai 1945...

Die Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände, so auch die Reste der Zeppelintribüne, stehen heute unter Denkmalschutz. In den 1960er und 70er Jahren wurden auf dem Zeppelinfeld sowohl Autorennen als auch Rockkonzerte abgehalten. Seit 20 Jahren ist im „Goldenen Saal", der
sich im noch bestehenden Mittelteil der Zeppelintribüne befindet, die Dauerausstellung „Faszination und Gewalt" zu sehen, die dem Betrach­ter die ideologische Aussage sowohl der fertiggestellten als auch der geplanten Gebäude vermitteln soll.
[...]

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 14.07.08 20:57 ]
Limes
Zitat:

Teile des Reichtagsgeländes in Nürnberg - im Jahr 2007




Vorab:
Die Beschriftung der einzelnen "Informationstafeln" sollte man besser weniger ernst wie dessen Verfasser nehmen.
Zumal dessen PC-Geblubber und Intuition dahinter, wohl den Meisten relativ schnell offensichtlich werden dürfte.






Bauphase der Kongresshalle:




Außenansicht 2007:




Beschuss-Spuren an der Außenseite der Kongresshalle:



... und die Geschosse, die daran vorbei gingen:



... und auch an einer völlig anderen Stelle zu finden:




Außengalerie der Kongresshalle:








Das "Dokumentationszentrum Reichsparteitage":




( Zitat rechts: ) "Das Geländeinformationssystem wurde gefördert ... zur FIFA WM 2006"!
(Man muss seinen weltweiten Gästen in der BRD immer etwas besonderes bieten - "passend" v.a. zu einer Fußball-WM!)


Das sog. "Dokumentationszentrum" befindet sich unterhalb von diesem "grauen Fremdkörper", über dem Eck vom nördl. Kopfbau.


"Um die Ecke" davon, geht es zwischen den beiden Kopfbauten in die Kongreßhalle
Hier die Sicht von Innen auf den Haupteingang:








Die Kongresshalle mit "geschlossenem" Dach - was allerdings nie verwirklicht werden konnte.



Zur Kongreßhalle
Primärquelle: Ellenbogen, Gigantische Visionen

Die Kongreßhalle gilt als der größte noch erhaltene Monumentalbau aus der Zeit des Nationalsozialismus und steht unter Denkmalschutz.

Ihr Grundstein wurde 1935 gelegt. Sie ist ein hufeneisenförmiger, direkt am Dutzendteich gelegener Bau für Parteiveranstaltungen im neoklassi­zistischen Stil.

Der Ziegelbau wurde an der Außenfassade mit Granit­platten verkleidet, um das Gebäude noch größer erscheinen zu lassen.

Nach einem siegreichen Kriegsende plante die Führung der NSDAP, die zukünftigen Reichsparteitage ab dem Jahre 1946 auf diesem Gelände zu veranstalten.

Ungefähr 60.000 Parteigenossen hätten in dem Gebäude Platz gefunden, wobei davon 40.000 auch einen Sitzplatz gehabt hät­ten.

Doch die in den oberen Reihen Sitzenden hätten Hitler bei einer Rede kaum mehr richtig erkennen können.

An den oberen Freibünenbegrenzungen wäre ein Säulengang mit einer Länge von 400 Metern ange­schlossen worden. Das heute oben offene Gebäude wäre mit einer Dachkonstruktion aus Stahl in freitragender Bauweise abgedeckt worden.

Aus architektonischer Sicht ein teurer und technisch kaum reali­sierbarer Entwurf, der die unglaubliche Menge von 24.000 Tonnen Stahl benötigt hätte.

Gerade im Krieg, wo der Bedarf an Eisen und Stahl sehr groß war, hätte man eine Realisierung dieses Entwurfes nicht um­setzen können. In der hellen, mit Granitplatten versehenen Fassade des Gebäudes befinden sich Blindfenster, die dem Gebäude das Aussehen eines Klosters verleihen.

Bei der Zeppelintribüne und der Kongreßhalle ist der religiös anmutende Charakter spürbar. Die Teilnahme an den Reichsparteitagen sollte für die Besucher ein mystisches Erlebnis wer­den.

Adolf Hitler und seine NSDAP wollten den „Volksgenossen" mehr vermitteln, als nur die Position der Machthaber des Großdeutschen Rei­ches.

Das Brüderpaar Ludwig und Franz Ruff zeichnete für die Planung und architektonische Gestaltung dieses Gebäudes verantwortlich. Doch der Bau der Kongreßhalle gestaltete sich wegen des Untergrundes, der aus Sand, Ton und Lehm bestand, nicht einfach. Deshalb mußten Bohr­pfähle bis zu einer Tiefe von 16 Metern in den Untergrund getrieben werden. Über die Pfähle wurde eine Betonplatte gezogen, auf der dann die Kongreßhalle errichtet wurde. Der Bau, insbesondere die Überda­chung, blieb unvollendet.

Nach dem Krieg verwendete die US-Armee das gigantische Gebäude als Stauraum für ihr Kriegsgerät.

Mitte der 1950er Jahre erhielt die Stadtverwaltung in Nürnberg die Kongreßhalle und die Zeppelintribü­ne zurück.

Heute sind in der Kongreßhalle zahlreiche Vereine, das Materiallager einer Firma sowie Institutionen aus Nürnberg untergebracht.

Seit dem Jahre 2001 befindet sich im nördlichen Teil des hufeisenförmi­gen Gebäudes das „Dokumentationszentrum Reichsparteitage Nürn­berg".





Das Zeppelinfeld:


Wie mir "ein einheimisches Vögelein (direkt vor Ort) gezwitschert hat", wollte das SPD-regierte Nürnberg Ende der 60er Jahre,
die Überreste des Zeppelinfeldes - v.a. dessen Tribüne - komplett schleifen. Bis deren Art von "Vergangenheitsbewältigung"
in der Öffentlichkeit bekannt wurde, konnte die Sprengungen der beiden Pfeiler-Galerien schon nicht mehr gestoppt werden!
(Siehe auf dem Bild vorab. Sicht im Juni 1967 auf die Rückseite der Zeppelintribüne, mit den "noch" völlig intakten Pfeiler-Galerien!
"Liebe Amis", am 22. April 1945 war der WKII leider noch nicht aus. Was sollte die Siegesparade / heldenhafte Hakenkreuz-Sprengung?
Schon vergessen, wer am 29.04.45 noch so alles und von was "befreit" wurde: »Dachau - [color=yellow]Die Stunde [...] * Klick *?)



Leitplanken für Autorennen - vor der Zeppelintribüne.


Ein "fast" ungetrübter Blick.


Impressionen auf dem Weg "nach Oben":
(Denkmalschutz sieht so aber sicher nicht aus!)











Direkt neben dem jüngeren Nürnberger "Franken-Stadion": Das Zeppelinfeld.
(... also nicht schwer zu finden - einfach den Stadion-Schildern folgen.)





Ein Rundblick von oben:








Blick über das Redner-Podium.


Ein Blick "zurück".



Ein Blick in Richtung "Zukunft" (1. Liga!): Das Nürnberger Franken-Stadion
(... und davor, sind die Startmarkierungen für Autorennen noch gut zu erkennen.)





[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 16.07.08 22:30 ]
The Real Blaze
Das „Deutsche Stadion"
Primärquelle: Ellenbogen, Gigantische Visionen



Die größte Arena der Neuzeit sollte das von Albert Speer entworfene „Deutsche Stadion" auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wer­den.


Während des 9. Reichsparteitages, am 9. September 1937, wurde der heute noch sichtbare Grundstein für die größte Sportstätte der Welt durch Adolf Hitler gelegt.

Allein die Maße des ebenfalls hufeisenförmi­gen Gebäudes sind als gigantisch zu bezeichnen: Mit einer Grundfläche von 540 mal 445 Metern wäre es „das größte Stadion der Welt" gewor­den.

Allein das Fassungsvolumen von etwa 400.000 Personen ist kaum vorstellbar. Zwei Türme von 130 Metern Höhe hätten den Vorderteil des Stadions gebildet. Die Massen wären aufgerufen worden, in dieser Anlage „Nationalsozialistischen Kampfspielen" beizuwohnen.

Bei der Betrachtung der Konzeption dieser Sportstätte sowie deren spätere Ver­wendung ist auch hier eine bewußte Anlehnung an römische und grie­chische Vorbilder deutlich erkennbar.

Das Bauwerk wäre mit allen tech­nischen Errungenschaften, die in den 1930er Jahren realisierbar waren, ausgestattet worden, wie 264 schnellen Aufzügen, 3 die mit einem Fas­sungsvermögen von ca. 100 Personen im Gebäude den Gästen zur Ver­fügung gestanden hätten.

Albert Speer nahm bei der baulichen Gestal­tung des größten auf dem Reichsparteitagsgelände zu errichtenden Bauwerks deutlich Anleihen beim Stadion von Olympia und dem römischen „Circus Maximus".

Tatsächlich sollten hier später die Olympi­schen Spiele „auf alle Zeiten" stattfinden.

Hitler kurz nach dem Ende der Berliner Olympischen Spiele von 1936
„Berlin war die letzte internationale Olympiade, an der Deutschland teilgenommen hat. In Zukunft werden wir hier in Nürnberg die großartigste Sportveranstal­tung der Welt und die größten Sportwettkämpfe, die je stattgefunden haben, in eigener Regie unter uns abhalten."

Und später: „1940 finden die Olympischen Spiele noch einmal in Tokio statt. Aber danach, da werden sie für alle Zeiten in Deutschland stattfinden, in diesem Stadion.
Und wie das Sportfeld zu bemessen ist, das bestimmen dann wir."

In der Tat waren auch hier wieder die geplanten Abmessungen gigantisch: Die Tribünen wurden in fünf Ränge geteilt. Allein die Entfernungen zu den Darbietungen von den hinteren Rängen des gigantischen Bauwer­kes wären so groß gewesen, daß die Besucher ohne Fernglas nicht viel erkannt hätten.

Tatsächlich wurde die Einführung von Spezialbrillen zu den entsprechenden Ereignissen erwogen. Die „Große Straße" wäre bis an das „Deutsche Stadion" herangeführt worden, dazwischen hätte ein Vorhof mit Säulenhallen sowie eine Ehrentribüne das architektonische Bindeglied werden sollen.

In der nahe Nürnbergs gelegenen Ortschaft Oberklausen ließ die Bauleitung ein Naturmodell nachbauen, allerdings umfaßte dieser Bau lediglich einen kleinen Teil der geplanten Größe des Stadions. Drei Tribünenflächen sollten Erprobungszwecken dienen, mit denen man die Sichtverhältnisse erfahren und gegebenenfalls verbessern wollte.

Die Grundsteinlegung erfolgte 1937.

Der Bau blieb unvollendet. Die gigantische Baugrube in Form eines Hufeisens füllte sich mit der Zeit mit Grundwasser, auf diese Art entstand auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände eine weitere Wasserfläche, im Volksmund heu­te „Silbersee" genannt.

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 22.06.09 18:43 ]
The Real Blaze
Die „Große Straße"
Primärquelle: Ellenbogen, Gigantische Visionen



teilweise schon ausgeführt: die Große Straße, wo ca 60000 Granitplatten verlegt wurden

Die in der NS-Architektur immer dominierende „Achse" findet man auch auf dem Gelände des Reichsparteitagsgeländes.

Als zentrales Ver­bindungselement der Baulichkeiten wurde eine gigantische, zwei Kilometer lange und 60 Meter breite Straße aus Granitplatten gebaut. Die Straße wurde in nordwestliche Richtung auf die Nürnberger Burg ausgerichtet, um dem Betrachter die historische Verbindung zwischen der kaiserlichen Vergangenheit und der „Stadt der Reichsparteitage" in der Gegenwart herzustellen.

Die Bauarbeiten zu diesem Verkehrsweg be­gannen 1935, und vier Jahre später, bei Kriegsbeginn, war die Pracht­straße nahezu vollendet. Doch das mächtige Eingangstor sowie die Standtribünen und Gehsteige zu beiden Seiten der „Großen Straße" wurden nicht errichtet.


1938, Baustelle Große Straße,im Hintergrund das hölzerne Fassadenmodell der Kongresshalle

Nach dem Ende des „siegreichen Weltkrieges", sollten dort Wehrmachtsaufmärsche stattfinden, deren Gruppierungen bis zu 50 Meter breit gewesen wären.

Die Große Straße konnte auf Par­teitagen nie benutzt werden, da nach Kriegsbeginn hier keine Parteiver­anstaltungen mehr abgehalten wurden.

Nach 1945 diente die überdimensionale Straßenanlage der US-Luft­waffe bis zum Jahr 1968 als Start- und Landepiste. Als die Amerikaner den überbreiten Verkehrsweg nicht mehr für ihre Zwecke nutzen woll­ten, wurde dieses Bauwerk der Gemeindeverwaltung Nürnbergs über­antwortet, die es ihren Bewohnern ermöglichte, das ehemals als Parade­straße vorgesehene Bauwerk als Parkplatz bei Großveranstaltungen, wie der Nürnberger Messe oder des Nürnberger Volksfestes, zu nutzen. Allein ein Spaziergang auf der „Großen Straße" verleiht dem nachdenk­lichen Besucher des Reichsparteitagsgeländes den Eindruck, welchen Stellenwert die äußere Größe bei den repräsentativen NS-Bauwerken hatte.

Jedes irgendwo bereits existierende Bauwerk sollte an Größe übertrumpft und damit selbst konkurrenzlos werden. Jedes Volk der Erde sollte in Zukunft auf das neue vom „Großdeutschen Reich" domi­nierte Europa blicken.[...]
The Real Blaze
Das unvollendete Märzfeld


Der Gigantomanie auf dem Reichsparteitagsgelände war kein Ende ge­setzt; neben dem monumentalen Stadion sollte noch ein riesiges Auf­marschgelände mit einer Ausdehnung von 800.000 Quadratmetern ent­stehen, auf dem neben Aufmärschen der Wehrmacht und Verbänden der NSDAP sowie der SS auch Schauübungen durchgeführt werden sollten.


Der Entwurf von 1938

Um das Publikum auf diesem Gelände unterzubringen, wurden von Albert Speer Tribünenanlagen mit einer Höhe von 14 Metern ge­plant, auf denen nach der Fertigstellung bis zu 160.000 Menschen Platz gefunden hätten. Die Tribünenanlage wäre durch insgesamt 24 Türme unterteilt worden, von denen jeder eine Höhe von 14 Metern gehabt hätte.


Blick auf das Märzfeld nach Albert Speer

Bis Kriegsanfang wurden jedoch nur elf Türme errichtet. Die 60 Meter hohe Ehrentribüne, die sich im Südosten des Märzfeldes befun­den hätte, sollte den zentralen Teil des Bauwerkes darstellen. Das Aus­sehen der gesamten Anlage wäre nach Fertigstellung einer mittelalterli­chen Festung nahegekommen. Für die Großveranstaltungen der Wehrmacht wäre natürlich auch großes Gerät wie schwere Haubitzen und Panzer zum Einsatz gekommen.

Aus diesem Grund hätte man so­gar eine Tunnelanlage errichtet, um Artillerie und Räderfahrzeuge un­terirdisch in die Anlage zu bringen. Während der Kriegsjahre wurde an dieser Anlage nicht mehr weitergebaut, sie blieb unvollendet.


Die amerikanischen Besatzungstruppen nutzten das weitläufige Are­al, wie auch die Kongreßhalle, nicht nur als Lagerplatz für ihr Kriegsge­rät, sondern die Struktur des Märzfeldes bot sich als kleiner Truppen­übungsplatz an, von dem die Besatzungstruppen im Raum Nürnberg auch Gebrauch machten. Um das Jahr 1965 benötigte die US-Armee dieses Gebiet nicht mehr. Es ging in den Besitz der Stadt Nürnberg über, die in den Jahren danach die bereits errichteten elf Türme der geplanten Anlage sprengen ließ. Das umfangreiche Steinmaterial, das von den zer­störten Türmen überblieb, wurde als Baumaterial bei öffentlichen Stra­ßenbauten verwendet.


Das Märzfeld 1960

Auf dem Gelände des ehemaligen Märzfeldes stehen heute Wohnhäuser der Trabantenstadt Langwasser. Von diesem flächenmäßig größten Bauvorhaben auf dem ehemaligen Reichspartei­tagsgelände ist heute nichts mehr zu sehen, lediglich der Verlauf der Straßen in diesem Gebiet deutet noch auf die ehemalige Großbaustelle hin.

Für die Namensgebung „Märzfeld" gibt es zwei Gründe: Da dieses Areal in erster Linie für militärische Aufmärsche genutzt werden sollte, verbirgt sich hinter der Namensgebung der Kriegsgott „Mars". Doch ebenso sollte es an jenen März des Jahres 1935 erinnern, als Adolf Hitler gegen die Bestimmungen von Versailles die allgemeine Wehr­pflicht wiedereinführte.

...

Anmerkung: Die "Bestimmungen" von Versailles, waren das Siegerdiktat von 1919, wonach Deutschland zu einen fast wehrlosen Staat gemacht wurde, danach wurde das Reich zerstückelt und teilweise von den Siegermächten im Westen besetzt. Die allgemeine Wehrpflicht hat heute jeder souveräner Staat, also auch die Bundesrepublik...
The Real Blaze
Nürnberger Bilder 1938










The Real Blaze











[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 21.06.09 20:00 ]
TÖLZ


Einer von zwei 7m hohen Reichsadlern aus Bronze an den beiden Seiten der Ehrentribüne, von Kurt Schmid-Ehmen:
23.10.1901 Torgau – 15.07.1968 Starnberg, Bildhauer, u.a. Studium (1925-1931) Meisterklasse des berühmten Professor Bernhard Bleeker an der Akademie der Bildenden Künste in München


.
The Real Blaze












The Real Blaze








The Real Blaze
Nürnberg 1937









Copyright © 1998 - 2010 www.nexusboard.net - Eigenes Forum kostenlos anmelden