Wenn Enigma nie geknackt worden wäre

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The Real Blaze
Enigma - Kriegentscheidung durch Entschlüsselung


Großbritaniens größtes Geheimnis während des 2.Weltkrieges war die Dechifrierung der Geheimcodes der Achsenmächte im sogenannten Bletchley Park.


Bletchley Park Herrenhaus

Bletchley Park, nördlich von London gelegen, war ein hässliches Herrenhaus im spätviktorianischen Stil, dessen Gärten durch ganze Reihen von Holzbaracken ersetzt worden waren, in denen die Codeknacker arbeiteten. Gegen Ende des Krieges waren es rund 10000 Mitarbeiter in dieser Denkfabrik.


Baracke im Bletchley Park

Das Ziel all dieser Anstrengungen, die von Mathematikern und Kryptographen geleitet wurden, war die deutsche Chifriermaschine "Enigma", die ungefähr die Größe einer Schreibmaschine hatte.


eine deutsche Enigma-Verschlüsselmaschine

Wer diese Maschine bediente, tippte wie auf einer Schreibmaschine die Buchstaben seiner Botschaft in die Tastatur. Die chiffrierten Buchstaben waren dann auf einer elektrischen Leuchtanzeige zu sehen und in dieser chiffrierten Form wurde die Botschaft in Buchstabengruppen weitergeleitet. Die Verschlüsselung erfolgte dadurch, dass die Buchstaben innerhalb der Maschine durch ein elektrisches Labyrinth geleitet wurden. das aus drei Chiffrierwalzen mit elektrischen Kontakten, Zahnradringen und Kabeln bestand.

Diese drei Walzen wurden aus insgesamt jeweils fünf bei Heer und Luftwaffe und acht bei der Kriegsmarine ausgewählt. Die Auswahl der Chiffrierwalzen wechselte wie deren Startposition und die Auswahl der Schaltkontakte an den Walzen mindestens täglich.

Deutscherseits glaubte man, daß die Enigma Codes absolut sicher und nicht zu knacken seien. Tatsächlich hatten die Polen jedoch schon Anfang der 1930er Jahre den Code geknackt! Die Lösungen wurden dann 1939 an Großbritanien und Frankreich weitergegeben.

Nach den deutschen Siegen in Polen und Frankreich, war England fast zwangsläufig zum letzten Zentrum der Codeknacker geworden.
Britische Kryptographen übernahmen das Kommando und verbesserten die von den Polen erfundene Hochgeschwindigkeits Rechenmaschine, die unter den Namen Bomba bekannt wurde.


nachkonstruierte "Bomba" Rechenmaschine

Diese Dechiffriermaschine war letztlich ein Vorläufer der späteren Computer.Den eigentlichen ersten Computer erfand Konrad Zuse 1941 im Deutschen Reich mit seinem Z 3.

Es wurden also im 2.Weltkrieg erstmals Maschinen entwickelt, um andere Maschinen anzugreifen und zu neutralisieren. Im Großdeutschen Reich wurde die "Enigma" ständig weiterentwickelt, aber nicht weil man glaubte sie könnte entwertet werden, sondern weil man annahm, daß bei dem enormen Verwendungszweck irgendwo ein Leck entstehen könnte.


Chiffrierwalzen der "Enigma"

Zeitweilig konnte die Alliierten die "Enigma"-Botschaften nicht mehr mitlesen. Doch irgendwann waren die Codeknacker wieder auf der Höhe der momentanen Enigmaschlüssel.
Das Knacken der Codes waren kriegsentscheidente "Siege", weil man sich damit entscheidente Vorteile für laufende Kriegsoperationen verschaffte. Auch den Sowjets gelang es während des Ostkrieges in "Enigma" einzubrechen, und die geknackten Botschaften für erfolgreiche Angriffoperationen zu nutzen.


Überall in der Wehrmacht im Einsatz: die Enigma in Guderians Nachrichtenkompanie an der Ostfront

David Kahn, weltweit ein führender Experte in der Geschichte von Chiffrierung und Dechiffrierung , hat de3shalb auch einmal ein Szenario entworfen, was gewesen wäre, wenn "Enigma" nicht geknackt worden wäre.
Das heißt also es baut auf die Annahme, daß die Alliierten die Schlacht im Atlantik wegen des ungelösten Enigma Codes gegen die deutschen U Boote verloren hatten und auch ,daß es wegen der fehlenden Funkaufklärung in Europa keine erfolgreiche Invasion in der Normandie gegeben hätte.

Doch schon während des Afrikakrieges ab 1940/41 hätte sich eine fehlende alliierte Funkaufklärung dramatisch ausgewirkt, als zum Beispiel das DAK auf Tanker mit Benzin wartete und sie auch unangefochten bekam. Real hatten geknackte Enigma Botschaften zur Versenkung der Achsen Tanker geführt. Rommel konnte deshalb ohne diesen Sprit nicht die 8. britische Armee konsequent weiträumig einschließen, sondern mußte einen kürzeren Weg nehmen und scheiterte schließlich im Stellungslabyrinth der Briten.


10.7.1941
Die deutsche B-Dienst entschlüsselt einen Funkspruch der brit. Admiralität, der wegen der Angabe von U-Boots-Positionen Rückschlüsse auf die »Ultra«-Entzifferung zulässt. Die alliierten Kenntnisse werden jedoch brit. Erfolgen bei der Funkpeilung zugeschrieben und die „Unentschlüsselbarkeit" der Enigma von Experten des deutschen Nachrichtendienstes bestätigt.


Im Prinzip muß man also im Enigma Szenario nicht von einer generellen Unlösbarkeit ausgehen, sondern die deutsche Funkaufklärung hatte es wegen des am 10.7.1941 entschlüsselten Funkspruches selbst in der Hand die richtigen Schlüsse aus diesem Erfolg zu ziehen. Selbst wenn man davon ausging, daß Enigma nicht entwertet war, hätte man aber trotzdem zweigleisig fahren müßen, also annehmen daß Enigma mitgelesen wurde. In der Konsequenz hätte man das überprüfen und ein Ersatzsystem einführen müßen, aber es hätte sich noch rechtzeitig für die kriegsentscheidenten Jahre 1941/42 gelohnt!

Eine erfolgreiche Überprüfung hätte der deutschen Wehrmacht sogar ein Mittel in der Hand gegeben, eigene wichtige Operationen zu verschleiern!

In der Dechiffrierung hatte Bletchley Park eine unterschiedliche Erfolgsbilanz. Während man die Codes der Luftwaffe regelmäßig brechen konnte, war man bei der kriegsmarine mitunter schwer in Zugzwang, viele Botschaften konnten sogar nie entcryptet werden. Deshalb ist es eben auch naheliegend, daß man im 2.Weltkrieg auch die Botschaften für die Spritversorgung des DAK nicht knacken konnte. Rommels Tanker hätten also unangefochten Tobruk erreicht und wären nicht in eine Positionsfalle gefahren, wo sie von der RAF erwartet wurden.

Auch eines steht fest: Hätten Marian Rejewski 1931 in Polen und Alan Turing und Gordon Welchman 1939 in England nicht diese Dechiffrier-Ideen gehabt , wäre die deutsche Verschlüsselmaschine Enigma über die ganze Kriegszeit hinweg niemals geknackt worden! man stelle sich nur vor, wie sich das allein im U Boot Krieg ausgewirkt hätte!
Der Ausfall dieser Personen hätte also bewirkt, daß Bletchley Park keinerlei kriegsentscheidente Erfolge hätte feiern können. Sie hätten keine Ahnung gehabt wo das deutsche U Boot und Hilfskreuzer Versorgungssystem im Atlantik postiert war, keine Ahnung über die Positionen deutscher U Boot Rudel gehabt und deshalb auch keinerlei Möglichkeiten gehabt Konvois um U Boot Aufstellung herumzulotsen. Jeder entdeckte alliierte Konvoi, hätte deshalb auch Verluste gehabt! Selbst nach dem 10.7.1941 hätte bei richtiger Schlußfolgerung Bletchley Park plötzlich im funktechnischen Dunkel gesessen. Und dar der Höhepunkt der Schlacht um den Atlantik noch lange nicht erreicht! Es ist deshalb keinesfalls übertrieben festzustellen, daß sich die dadurch enorm gesteigerten deutschen Versenkungserfolge soweit ausgewirkt hätten, daß man in England wesentlich spürbar, wahrscheinlich kriegsentscheident blockiert war.

Doch zurück nach Afrika:
Sommer 1941.
Ohne entschlüsselte Enigma Botschaften, wäre eine alliierte Entsatzoperation für das belagerte Tobruk, wohl niemals stattgefunden. Sie fand schließlich nur staat , weil man erfahren hatte, wie das DAK versorgungstechnisch und kräftemäßig in Afrika stand. In der Folge und wenn diese unsichere Aufklärungslage auf jeden Fall sehr viel mehr Zeit in den alliierten Planungen gekostet hätten, wäre Rommels Eroberungsangriff im Spätherbst schon deshalb zeitiger angelaufen, als irgendeine alliierte Gegenoffensive. Auch wäre die Versorgung ohne Bletchley Park Aufklärung wesentlich sicherer für das DAK in Afrika gewesen. Und Rommels Operationen standen und fielen mit dem Eintreffen von Nachschub und Sprit. Nach dem Fall von Tobruk im Spätherbst 1941, wäre das DAK aus dem Raum von Sollum zum Angriff auf Ägypten angetreten und wäre noch im Januar 1942 in der Lage gewesen, den Nil und später den Suez Kanal zu forcieren. In den folgenden Wochen wäre danach der Einbruch in den Nahen Osten erfolgt.Die ägyptische Bevölkerung wäre auf Seiten der Achse gestanden, weil Hitler einen ägyptischen Nationalstaat versprochen hatte. Der Irak hätte sich ebenfalls wieder erhoben, deutsche Truppen hätten deshalb ein gewaltiges Hilfstruppenpotential gehabt. Mit der Eroberung der östlichen Mittelmeerhäfen blieb nur noch Zypern als Fluchtpunkt britscher Kriegsschiffe übrig. Abgeschnitten von allen Nachschubs, wären die britschen Kräfte auf Zypern neutralisiert worden. Ein Ausbruch nach Malta wäre ein Spießrutenlauf geworden, mit einer selbstmörderischen Verlustquote.

Mit dem Erreichen des Persischen Golfes wäre auch die wichtigste alliierte Nachschubroute in die UdSSR ausgefallen, der dann nur noch die wenig effizienten Linien Murmanbahn und Transsibirische Eisenbahn geblieben wären.Ganz Abgesehen von der schon kriegsentscheidenten Sicherung persischer und irakischer Ölquellen, hätten die Sowjets wesentlich geringere Möglichkeiten der Wehrmacht standzuhalten. Der Krieg hätte im Sommer 1942 für die Achse entschieden werden können!


Rommels DAK hätte Tobruk ohne britische Funkaufklärung schon im Herbst 1941 erobern können

Sommer 1942.

Egal ob nun ein nichtentschlüsseltes Enigma generell oder der entschlüsselte Funkspruch über ULTRA dazu beigetragen hätten, daß die Engländer die Tanker nicht aufhalten konnten, der angekommene Sprit hätte Rommels DAK in die Lage versetzt, die 8. britische Armee erstens frühzeitiger und zweitens großräumig einzukesseln. Eine Krise um den Höhenzug Alam el Halfa, wegen knapper Benzinvorräte hätte4 es nie gegeben. Weder der Tanker Panuco mit 1650 Tonnen Treibstoff, noch der Tanker Proserpina mit 2500 Tonnen Benzin wären versenkt worden. Auch die Tanker Luisiana mit 1500 Tonnen Benzin und Portofino mit 2200 Tonnen Benzin wären sicher angekommen. Da das DAK im Kampf ca 600 Tonnen Sprit verbrauchte, war damit keinerlei Engpass für die Umgehungsoperation aufgetreten. Montgomerys Truppen hätten vergeblich versucht bei Alam el Halfa das DAK auf sich zu ziehen. Man hätte sie praktisch links liegen gelassen und eingekesselt. Und eingekesselte Truppen geben wegen akuten Wassermangels sehr schnell auf.

Auch kam den DAK generell der Umstand zu gute, daß deutsche Codeknacker, den Code des amerikanischen Militärattaches Oberst Bonner Fellers mit lesen konnte( der schwarze Code). Fellers hatte Zugang zu allen britischen Operationsplanungen und kabelte sogar Taktikanalysen in die USA. Natürlich mitgelesen von der deutschen Funkaufklärung. Der Klartext kam über Enigma wieder bei Rommel an, er war also bestens über die Feindlage im Bilde. So wußte er am 23.Januar 1942, daß die briten 270 Flugzeuge aus dem fernen Osten abzogen, um Nordafrika zu verstärken.
Am 29.1.1942 erhielt er die Aufstellung der gesamten britischen Bewaffnung, genau differenziert nach einsatzfähig, beschädigt, verfügbarer Anzahl und Lagerungsort!
Am 6.Februar 1942 wußte Rommel bereits von den britischen Plänen sich bei der Linie Acroma- Bir Hacheim zu verschanzen.


Alexandria heute


Bernard Law Montgomery hätte ohne Bletchley Park Aufklärung den Krieg in Nordafrika verloren

Montgomery hätte deshalb bei El Alamein verloren, deutsche Panzerspitzen Alexandria und später auch Kairo erreicht.
In Alexandria war alles im Hafen zur Sprengung vorbereitet, tatsächlich hätten die Engländer dort auch nach Evakuierung der Flotte alles in die Luft gejagt.Den Stoß des DAK zum Suezkanal und nach Kairo hinab hätte das aber niemals aufgehalten.



Auffahrt zur Nilbrücke in Kairo

Selbst eine Sprengung der Nilbrücken in Kairo hätte Rommels Offenvise kaum behindert. Auch hier hätte die Achse dafürgesorgt(die deutsche Seite), daß Agypten unter dem jungen Sadat ein Nationalstaat geworden wäre!Die Bevölkerung begrüßte frenetisch das siegreiche DAK und feierten das Ende der verhassten britischen Kolonialherrschaft.


so wie die israelische Armee, wäre auch das DAK über den Suez Kanal übergesetzt

Ein ägyptischer Hilfstruppenpool existierte jetzt mit deren Hilfe sich die Achsenmächte in diesen Raum dauerhaft halten konnten. Während nilaufwärts Italiener und ägyptische Hilfstruppen in den Sudan aufgebrochen wären(den dürftigen Resten von Montgomerys Armee), hätte Rommels DAK im August/September 1942 den Einbruch in den Nahen Osten geschafft, mit den gleichen Auswirkungen wie 1941. Ohne Nachschub für die Sowjets über den Persischen Golf, wäre eine Sowjetgegenoffensive bei Stalingrad entweder nie oder viel zu spät und kraftloser angelaufen.
Mit dem Erreichen der türkischen Grenze von Süden her, wären in Istanbul wohl auch die Würfel gefallen, für einen Kriegseintritt auf Seiten der Achse. Transkaukasien wäre durch die nahöstlichen Implikationen des DAK erobert worden. Der Ostkrieg hätte so ausgesprochen erfolgreicher für 1943 gestaltet werden können, inklusive eines Seperatfriedens mit den Sowjets.

Mit dem Ausfall des Suezkanals für die Briten, hätte man auch Indien viel schlechter versorgen können, an desen Ostgrenze über Burma japanische Truppen angriffen. Deutscher und italienischerseits stand jetzt aber der Kanal für Marineoperationen der Achsenmächte zur Verfügung!
Italienische Kriegsschiffe hätten damit wieder in das Rote Meer eindringen können.

Das jetzt vollständig blockierte Malta erfüllte keinerlei Zweck mehr es wurde aufgegeben und und versucht nächtlich geordnet zu räumen. Statt versorgungstechnisch Malta anzulaufen, mußte die Force H von Gibraltar aufbrechen um die Räumung Maltas zu decken. Sie gelang nur teilweise unter Schweren schiffsverlusten der Briten. Noch im Herbst 1942 wurde Malta von den Italienern besetzt.

Insgesamt wäre der Wüstenkrieg 1941 und 1942 in Afrika gewonnen worden. Durch den Ausfall alliierter Positionen am Golf, im Mittelmeer und in Afrika, war es so gut wie ausgeschlossen, daß Ende November 1942 eine amerikanisch- englische Landung erfolgt wäre. Wenn sowas geschehen wäre, also unter dem Aspekt, daß man nicht entscheidentes im Bletchley Park mehr erfuhr, hätten sich die Alliierten nur noch über England auf eine Invasion Westeuropas vorbereitet.

Ob sie aber auch angelaufen wäre, oder sie den Krieg entschieden hätte ist zweifelhaft. Denn bevor das passiert wäre, hätte der gewonnene Wüstenkrieg mit seinen Auswirkungen, den Ostkrieg wohl seperat beendet in welchem Szenario auch immer. Ein Brest Litowsk 1917 hätte sich wegen des Ausbleibens einer zweiten Front und der versorgungstechnischen Abschnürung(über den persischen Golf) der Sowjets 1943 wiederholt.

[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 26.04.08 10:47 ]
The Real Blaze
Großbritannien am Rande der Niederlage durch deutsche U-Boot Erfolge
Primärquelle: Suworow, Stalins verhinderter Erstschlag

Großbritannien trat am 3. Septem­ber 1939 in den Krieg ein. Als Antwort darauf blockierte die deutsche U-Boot-Flotte Großbritannien. Die U-Boote Hitlers versenkten 1939 222 britische Handelsschiffe. Das besagt die offizielle Statistik.



Statistisch belegt: 1941 brachten deutsche U-Boote Großbritannien an den Rand der Niederlage, ohne Ostkrieg hätte Großbritannien kein 1942 erlebt


Die Deutschen versenkten im Durchschnitt zwei Handelsschiffe täg­lich. Großbritannien, das eine Insel ist, konnte sich damals nicht selbst ernähren. Außerdem wuchsen dort weder Bananen noch Ananas. Oh­ne Bananen halten es die Briten jedoch nicht lange aus. Sie lebten ja nicht in Rußland. Sie waren es nicht gewohnt, Baumrinde zu essen, und auch Froschsuppe zu kochen hatten sie nicht gelernt. Auf brasilia­nischen Kaffee kann ein britischer Gentleman ebenfalls nicht verzich­ten.


1940 verlor Großbritannien 1.056 Handelsschiffe. Das waren drei Handelsschiffe täglich. Die britische Handelsflotte schrumpfte in ei­nem beängstigenden Tempo, während die deutsche U-Boot-Flotte da­mals rasch wuchs.

„In den ersten sechs Monaten des Jahres 1941 ver­loren wir 760 Handelsschiffe und versenkten insgesamt 12 U-Boote." Dies schrieb Captain M. Caswell, Militärattache der britischen Bot­schaft in der UdSSR, 760 Handelsschiffe innerhalb von sechs Monaten - das waren vier Schiffe täglich.

1939 waren es zwei, 1940 drei und 1941 vier täglich!


Der Militärattache zog daraus die offizielle Schluß­folgerung: „Großbritannien stand 1941 kurz vor der Niederlage."


alptraumhafte Tendenz: 1941 wurden täglich vier feindliche Handelsschiffe versenkt!


Man muß dabei betonen, daß das ein militärischer diplo­matischer Vertreter feststellte. Seine öffentliche Äußerung hätte nur in einem einzigen Fall als Ausdruck seiner persönlichen Meinung aufge­faßt werden können, und zwar dann, wenn seine Regierung seine Worte sofort dementiert, sie zu seiner eigenen Meinung erklärt, den Diplomaten abberufen und durch jemand anderen ersetzt hätte. Das geschah jedoch nicht.

Folglich lautete der offizielle Standpunkt: Groß­britannien stand 1941 kurz vor der Niederlage.


Großbritannien konnte also nicht bis 1942 warten!

Die Lebensmittelvorräte gingen wirklich zu Ende, und die britische Handelsflotte war von den U-Booten Hitlers fast vernichtet. Großbri­tannien war nicht in der Lage, diese Verluste zu ersetzen. Dazu hätte man jeden Tag vier neue Schiffe vom Stapel lassen müssen.

Am gra­vierendsten war jedoch, daß die britische Industrie auf importierte Rohstoffe angewiesen war. Ein gewisser Teil der Rohstoffe war reich­lich vorhanden, aber in den meisten Fällen herrschte Rohstoffmangel. Fehlte nur eine Komponente, so konnte das katastrophale Folgen ha­ben.

Die Wirtschaft eines mächtigen Industriestaates benötigt viele Tausende Dinge gleichzeitig und sofort, und das Fehlen auch nur einer Komponente kann bedeuten, daß die Produktion eines ganzen In­dustriezweiges ins Stocken gerät.

Geht man durch die Straßen britischer Städte, so sieht man an jedem beliebigen monumentalen Gebäude die Spuren des Krieges. Im 19. Jahrhundert blühte das britische Imperium auf, und die imposanten Bauwerke versah man mit nicht weniger imposanten Zäunen aus Metall.

Die meisten dieser Zäune wurden in den Jahren 1940/1941 ab­gesägt und eingeschmolzen. Nach dem Krieg wurde diese ganze Pracht nicht wiederhergestellt.

Betrachtet man den unteren Teil des Hauptgebäudes der Universität Bristol, so erblicken wir das mächtige steinerne Fundament des Zaunes und die Reste der akkurat abgesäg­ten Metallstäbe, die einmal aus dem Fundament emporgeragt hatten. Spaziert man durch die Straßen von Manchester, Newport, Liverpool, Edinburgh, Gloucester, Sheffield, York bemerkt man auch dort die steinernen Fundamente der früheren Zäune, welche Paläste und Parks, Schulen und Friedhöfe, Bahnhöfe und Grünanlagen umgeben hatten, und faktisch überall sind die Metallstäbe abgesägt. Eine Aus­nahme bilden die Londoner Parks beim Buckingham Palace und beim Parlament.

Ohne Rohstoffe drohte die britische Industrieproduktion zum Erliegen zu kommen... In den Colleges von Oxford wurden die wunderschönen Leuchten und Türgriffe entfernt - es wurden dringend Granatzünder benötigt.

Die Vereinigten Staaten halfen Großbritannien. Aber die amerikani­sche Hilfe erreichte Großbritannien nur zum Teil und verrottete größ­tenteils auf dem Meeresgrund.

Die Zahl derer, die Handelsschiffe nach Großbritannien schicken wollten, verringerte sich immer mehr. Hun­ger und Not nahmen in Großbritannien zu.

Präsident Roosevelt konn­te Hitler einfach deswegen nicht den Krieg erklären, weil es in Amerika starke Kräfte gab, die dagegen waren. In den Vereinigten Staaten galt noch die Losung: Sollen sich die Europäer doch gegenseitig abschlach­ten, Amerika hat an fremden Kriegen immer verdient...
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