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The Real Blaze
Der Führer auf der Anklagebank
Primärquelle: Cowley,Was wäre geschehen wenn?
von Roger Spiller - George-C.-Marshall-Professor für Militärgeschichte an der US-Generalstabsakademie in Fort Leavenworth, Kansas
Fragen vom Typ »Was wäre geschehen, wenn?«, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg in Europa befassen, übergehen meistens die Möglichkeit, dass Hitler den Krieg gewonnen hätte. Doch diese Möglichkeit ist nicht so weit hergeholt, wie es scheinen könnte. Der Kriegsausgang war bis zum Herbst des Jahres 1942 im Westen durchaus offen. Dann schafften die Briten allerdings den Durchbruch bei El Alamein und Hitler opferte seine Legionen bei Stalingrad. Danach hätte nur noch eine völlige Fehlkalkulation der Alliierten, etwa im Ausmaß der Niederlage von Stalingrad, das Kriegsglück zu Hitlers Gunsten wenden können. Hätten die Alliierten schon 1943 eine Invasion auf dem Kontinent versucht, worauf die Amerikaner ursprünglich gedrängt hatten, dann wäre das Ergebnis sicher ein Desaster gewesen, das Hitlers Großdeutsches Reich vorerst gerettet hätte.
Nach alliierten Rückschlägen in den Ardennen wandte sich die Fragestellung einem anderen Thema zu: Was sollte mit Deutschland und den NS-Führern geschehen?
Roger Spiller erinnert in seinem Beitrag daran, dass mächtige Stimmen im Kreise der Alliierten eine Lösung favorisierten, die der Lage Karthagos nach der Niederlage gegen die Römer geähnelt hätte: Nach dem kompletten Abtransport der deutschen Industrieanlagen sollte das Land auf den Status eines dauerhaft verarmten Agrarlandes zurückgeführt werden. Damit war die schon beschlossene Umsetzung des berüchtigten Morgenthauplans gemeint!
Die militärischen und zivilen deutschen Führer sollten dabei im großen Stil hingerichtet werden. Hitler stand dabei ganz oben auf der Liste. Man ging davon aus, dass man ihn lebendig verhaften könne ,obgleich Hitler seinen Getreuen im Berliner Führerbunker bereits anvertraut hatte, dass er im schlimmsten Fall bereit sei, sich das Leben zu nehmen. Anders als Lenin sei er kein Feigling, wenn's ums Physische gehe.

Wenn Hitler überlebt hätte, wäre es ausgerechnet Stalin zu verdanken gewesen, wenn er seinen Auftritt vor der Siegerjustiz gehabt hätte - alle anderen westlichen Führer waren für eine Exekution ohne Gerichtsverfahren!
Seltsamerweise war es Stalin, der größte Schlächter des ganzen 20. Jahrhunderts, der sich am nachhaltigsten für ein rechtsstaatliches Verfahren einsetzte: Keine Hinrichtungen ohne vorherige Gerichtsverfahren.
Und anders als bei den großen Säuberungen in Moskau im Jahre 1937 sollten es auch keine Schein- und Schauprozesse sein.
Damit aber wären wir bei der interessanten Frage angekommen: Was wäre geschehen, wenn Hitler überlebt hätte?
»Hitler«, schreibt Roger Spiller, »hätte am Ende genauso leicht zu dem Schluss kommen können, dass er sich nicht selbst umbringen wolle. Man braucht aber nur diesen Entschluss zum Selbstmord zu ändern, und schon hat sich alles von Grund auf verändert.«
Wir schreiben den 20. April 1945: 15 Meter unter dem zerbombten Berlin feiert Adolf Hitler seinen 56. Geburtstag. Es wird sein letzter sein.
In den letzten drei Monaten haben alliierte Luftangriffe Berlin mehr als achtzig Mal heimgesucht. Wie durch ein Wunder leben in dieser Trümmerlandschaft immer noch Menschen. Hitlers prunkvolle Reichskanzlei hat sich in einen schwelenden Trümmerhaufen verwandelt. Dort kann man nicht mehr Geburtstag feiern. Also wird unterirdisch, in den beengten Verhältnissen der bombensicheren Räume und Gänge des Führerbunkers, eine kleine Party arrangiert.
Natürlich ist es vielen Gratulanten, die normalerweise gern zu einem so wichtigen Anlass gekommen wären, jetzt fast unmöglich, dabei zu sein. Doch die meisten von Hitlers engsten Vertrauten befinden sich weiterhin in Reichweite.
Reichsmarschall Hermann Göring kann ein letztes Mal von seinem Landsitz Karinhall herbeigeholt werden. Außenminister Joachim von Ribbentrop und Propagandaminister Joseph Goebbels residieren einen Bunker weiter. Der Minister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, hat einen gefährlichen Anreiseweg, aber er nimmt alle Mühen auf sich, um an diesem Treffen teilnehmen zu können. Denn er hat das Gefühl, seinem Führer persönlich sagen zu müssen, dass er sich dessen Anweisungen widersetzen werde: konkret Hitlers Befehl vom 19. März (Codename »Nero«), dem zufolge durch eine Politik der »verbrannten Erde« dem Feind im gesamten Reichsgebiet alle Früchte seines Sieges zu nehmen seien.
Der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, ist zwar im Augenblick heimlich damit beschäftigt, mit den Westalliierten noch einen Separatfrieden zustande zu bringen, doch auch er kommt zur Geburtstagsfeier natürlich in die Stadt. Einige weitere Anwesende geben sich in der staubigen Luft des Bunkers die Ehre: Leute wie Martin Bormann, der in der immer beklemmender werdenden Atmosphäre des Bunkers schnell zu Hitlers unentbehrlicher rechter Hand avanciert ist, und Artur Axmann, der Führer der Hitlerjugend, der im bevorstehenden Endkampf um Berlin eine große Möglichkeit für seine bewaffnete HJ sieht, sich auszuzeichnen. Admiral Karl Dönitz und die Generäle Wilhelm Keitel und Alfred Jodl sind zugegen, ebenso einige Truppenkommandeure aus dem Großraum Berlin.
Vor einigen Tagen kam Hitlers Geliebte Eva Braun, um sich ebenfalls im Führerbunker einzuquartieren. Das schien ein gewisses Omen zu sein; aber welches, und wofür?
Als die Luftangriffe überhaupt nicht mehr aufhörten und sich die Armeen der Alliierten von allen Seiten nach Berlin, ins Zentrum des Deutschen Reiches, vorkämpften, fragten sich jene, die in Hitlers Umgebung verblieben waren, besorgt, wann er endlich erkennen werde, dass es höchste Zeit sei, die Hauptstadt zu verlassen.
Man hatte ihn sagen hören, dass er Berlin an seinem Geburtstag verlassen werde, dass er sein Hauptquartier in seine Alpenfestung auf dem Obersalzberg verlegen und den Krieg von dort aus weiter führen werde.

Stichwort Alpenfestung: Blieb nur eine Planungsstudie, ohne reale Grundlage
Doch Eva Brauns dramatische Ankunft hatte alle Spekulationen in einem neuen, schrecklichen Licht erscheinen lassen. Konnte es sein, dass Hitler bis zum bitteren Ende in Berlin bleiben wollte? Und was würde dann geschehen?
Vielleicht wußte Hitler inzwischen, dass es vorbei ist. Periodisch erkennt er die Realität, um sich ihr dann doch wieder zu entziehen. Gelegentlich ist er brutal realistisch. Der Krieg ist verloren, und damit ist alles verloren. In seiner Weltsicht gibt es keine Halbheiten, keine Grautöne: Erfolg oder Vergessenheit, totaler Sieg oder totale Niederlage, die Zerstörung seines ganzen Landes, einschließlich aller Kulturschätze und materiellen Reichtümer, Vernichtung des ganzen Volkes, seiner selbst. Dann stellt er sich vor, dass nur der Krieg ihn besiegt habe, dass das deutsche Volk ihn im Stich gelassen habe.

wäre eine nachvollziehbare Variante gewesen: Hitler versucht wegen ihr am Leben zu bleiben: seine Geliebte Eva Braun
Hitler fragt sich, ob sich das deutsche Volk seiner großen Ideale als würdig erwiesen habe. Vielleicht war er nicht fordernd genug. »Hinterher«, sinniert er, »bereut man oft, dass man so freundlich war.« Doch dann fasst er einen Entschluss: Nein, alles wird untergehen - und zu Recht. Selbst aufgegebene Städte sollen jetzt verbrannt werden.
Die Strategie der »verbrannten Erde« gilt ihm nicht als stillschweigendes Eingeständnis der Niederlage, sondern als cleverer taktischer Schachzug, um den Feinden jeglichen Vorteil aus ihren Eroberungen zu verwehren. Zerstreute und zerschlagene Heeresteile sollen für die apokalyptischen Endkämpfe an den Zugangswegen nach Berlin neu formiert werden. Als seine Pläne von einer verjüngten, erneuerten Wehrmacht die Überhand gewinnen, besucht Hitler im März 1945 ein letztes Mal die Front; er wagt sich nach Osten bis zum Hauptquartier seiner 9. Armee vor, das damals in Schloss Freienwalde liegt, rund 50 Kilometer vor Berlin. Dort erlebten die Generäle und Stabsoffiziere einen gebeugten alten Mann mit grauem Haar und eingefallenem Gesicht, der sich gelegentlich ein bemühtes, zuversichtliches Lächeln abrang.

Auch im April 1945 war Hitler lächelnd bei seinem letzten Aufgebot für die Abwehrschlacht um Berlin
Hitlers altes Hauptquartier in Ostpreußen, die »Wolfsschanze« bei Rastenburg, war am 20. Juli 1944 Schauplatz jenes Attentatsversuchs gewesen, der die besten Erfolgsaussichten hatte - letztlich aber nur einer von angeblich 42 Versuchen, wenn Richard Overy richtig gezählt hat.
Seit dieser Bombenexplosion sahen sich einige Historiker immer wieder versucht, darin die Ursache für Hitlers markanten geistigen und körperlichen Verfall zu vermuten. Doch weder die Gefahr, einem Mordanschlag zum Opfer zu fallen, noch die Bombe waren der Katalysator für seinen Verfall. Auch würde man erwarten, dass zwischen dem unablässigen Stress im Krieg und einem gewissen Nachlassen der geistigen und körperlichen Kräfte ein direkter Zusammenhang besteht. Doch nicht alle Menschen reagieren so vordergründig und eindeutig auf dramatische Ereignisse.
Einer von Hitlers Ärzten meinte zum Beispiel, Hitler habe bis 1940 jünger ausgesehen, als er tatsächlich war, weil er
im Dauerstress regelrecht aufgelebt sei, es war die Zeit seiner größten Siege. Zwischen 1940 und 1943 alterte Hitler schneller, so dass seine Erscheinung bald seinem tatsächlichen Alter entsprach.
Joseph Goebbels verstieg sich zu der grandiosen Bemerkung, Hitlers Gesicht sei das »Gesicht eines Atlas, der die ganze Welt auf seinen Schultern trägt«.

Vergiftete den Führer mit wohldosierten Drogencocktails: Hitlers Leibarzt Dr.Theodor Morell
1943 gab Theodor Morell, der als einer von Hitlers Leibärzten fungierte, Hitler Injektionen mit einem Gebräu aus 28 verschiedenen Medikamenten und Drogen.
Hitlers Abwärtstrend hatte schon lange vor dem Bombenanschlag in der Wolfsschanze begonnen. Seine Gliedmaßen zitterten, sein linker Arm und sein linkes Bein manchmal so heftig, dass er sie praktisch nicht mehr gebrauchen konnte. Er begann gebeugt zu gehen und zu schlurfen. Einige von denen, die ihn am häufigsten sahen, glaubten, er leide vielleicht an Parkinson.
Doch die Symptome hätten, so wie sie allgemein beschrieben wurden, genauso gut auch zu einer hysterischen Lähmung gehören können - einer Erscheinung, die im Ersten Weltkrieg bei vielen Soldaten auftrat.
Was indes ziemlich klar ist: Hitlers Ärzte waren ihm eigentlich keine Hilfe. Ganz im Gegenteil, sie trugen wesentlich zu den Leiden ihres Patienten bei.
Im Frühjahr 1944 war Dr. Morell dazu übergegangen, Hitlers Adjutanten und Leibdienern einfach jede Menge Pillen (Dr. Koesters Antigaspillen, bestehend aus einer Mischung von Strychnin und Belladonna) in die Hand zu drücken, die der Patient jederzeit bekommen sollte, wenn er danach verlangte.
Wie die Wirkung dieser wohldosierten Vergiftung auf Hitler einzuschätzen sei, ist eine gute Frage. Denn man kann sie nicht monokausal beantworten. Zu viele andere Einflüsse jener Zeit auf Hitlers Verhalten sind zu berücksichtigen. Gleichwohl kann man sich nur schwer vorstellen, dass irgendeiner dieser Einflüsse dazu beitrug, in den letzten Kriegstagen seine Persönlichkeit und seine Kontrolle über den noch verbliebenen Staat zu stabilisieren.
[...]
Primärquelle: Cowley,Was wäre geschehen wenn?
von Roger Spiller - George-C.-Marshall-Professor für Militärgeschichte an der US-Generalstabsakademie in Fort Leavenworth, Kansas
Fragen vom Typ »Was wäre geschehen, wenn?«, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg in Europa befassen, übergehen meistens die Möglichkeit, dass Hitler den Krieg gewonnen hätte. Doch diese Möglichkeit ist nicht so weit hergeholt, wie es scheinen könnte. Der Kriegsausgang war bis zum Herbst des Jahres 1942 im Westen durchaus offen. Dann schafften die Briten allerdings den Durchbruch bei El Alamein und Hitler opferte seine Legionen bei Stalingrad. Danach hätte nur noch eine völlige Fehlkalkulation der Alliierten, etwa im Ausmaß der Niederlage von Stalingrad, das Kriegsglück zu Hitlers Gunsten wenden können. Hätten die Alliierten schon 1943 eine Invasion auf dem Kontinent versucht, worauf die Amerikaner ursprünglich gedrängt hatten, dann wäre das Ergebnis sicher ein Desaster gewesen, das Hitlers Großdeutsches Reich vorerst gerettet hätte.
Nach alliierten Rückschlägen in den Ardennen wandte sich die Fragestellung einem anderen Thema zu: Was sollte mit Deutschland und den NS-Führern geschehen?
Roger Spiller erinnert in seinem Beitrag daran, dass mächtige Stimmen im Kreise der Alliierten eine Lösung favorisierten, die der Lage Karthagos nach der Niederlage gegen die Römer geähnelt hätte: Nach dem kompletten Abtransport der deutschen Industrieanlagen sollte das Land auf den Status eines dauerhaft verarmten Agrarlandes zurückgeführt werden. Damit war die schon beschlossene Umsetzung des berüchtigten Morgenthauplans gemeint!
Die militärischen und zivilen deutschen Führer sollten dabei im großen Stil hingerichtet werden. Hitler stand dabei ganz oben auf der Liste. Man ging davon aus, dass man ihn lebendig verhaften könne ,obgleich Hitler seinen Getreuen im Berliner Führerbunker bereits anvertraut hatte, dass er im schlimmsten Fall bereit sei, sich das Leben zu nehmen. Anders als Lenin sei er kein Feigling, wenn's ums Physische gehe.

Wenn Hitler überlebt hätte, wäre es ausgerechnet Stalin zu verdanken gewesen, wenn er seinen Auftritt vor der Siegerjustiz gehabt hätte - alle anderen westlichen Führer waren für eine Exekution ohne Gerichtsverfahren!
Seltsamerweise war es Stalin, der größte Schlächter des ganzen 20. Jahrhunderts, der sich am nachhaltigsten für ein rechtsstaatliches Verfahren einsetzte: Keine Hinrichtungen ohne vorherige Gerichtsverfahren.
Und anders als bei den großen Säuberungen in Moskau im Jahre 1937 sollten es auch keine Schein- und Schauprozesse sein.
Damit aber wären wir bei der interessanten Frage angekommen: Was wäre geschehen, wenn Hitler überlebt hätte?
»Hitler«, schreibt Roger Spiller, »hätte am Ende genauso leicht zu dem Schluss kommen können, dass er sich nicht selbst umbringen wolle. Man braucht aber nur diesen Entschluss zum Selbstmord zu ändern, und schon hat sich alles von Grund auf verändert.«
Wir schreiben den 20. April 1945: 15 Meter unter dem zerbombten Berlin feiert Adolf Hitler seinen 56. Geburtstag. Es wird sein letzter sein.
In den letzten drei Monaten haben alliierte Luftangriffe Berlin mehr als achtzig Mal heimgesucht. Wie durch ein Wunder leben in dieser Trümmerlandschaft immer noch Menschen. Hitlers prunkvolle Reichskanzlei hat sich in einen schwelenden Trümmerhaufen verwandelt. Dort kann man nicht mehr Geburtstag feiern. Also wird unterirdisch, in den beengten Verhältnissen der bombensicheren Räume und Gänge des Führerbunkers, eine kleine Party arrangiert.
Natürlich ist es vielen Gratulanten, die normalerweise gern zu einem so wichtigen Anlass gekommen wären, jetzt fast unmöglich, dabei zu sein. Doch die meisten von Hitlers engsten Vertrauten befinden sich weiterhin in Reichweite.
Reichsmarschall Hermann Göring kann ein letztes Mal von seinem Landsitz Karinhall herbeigeholt werden. Außenminister Joachim von Ribbentrop und Propagandaminister Joseph Goebbels residieren einen Bunker weiter. Der Minister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, hat einen gefährlichen Anreiseweg, aber er nimmt alle Mühen auf sich, um an diesem Treffen teilnehmen zu können. Denn er hat das Gefühl, seinem Führer persönlich sagen zu müssen, dass er sich dessen Anweisungen widersetzen werde: konkret Hitlers Befehl vom 19. März (Codename »Nero«), dem zufolge durch eine Politik der »verbrannten Erde« dem Feind im gesamten Reichsgebiet alle Früchte seines Sieges zu nehmen seien.
Der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, ist zwar im Augenblick heimlich damit beschäftigt, mit den Westalliierten noch einen Separatfrieden zustande zu bringen, doch auch er kommt zur Geburtstagsfeier natürlich in die Stadt. Einige weitere Anwesende geben sich in der staubigen Luft des Bunkers die Ehre: Leute wie Martin Bormann, der in der immer beklemmender werdenden Atmosphäre des Bunkers schnell zu Hitlers unentbehrlicher rechter Hand avanciert ist, und Artur Axmann, der Führer der Hitlerjugend, der im bevorstehenden Endkampf um Berlin eine große Möglichkeit für seine bewaffnete HJ sieht, sich auszuzeichnen. Admiral Karl Dönitz und die Generäle Wilhelm Keitel und Alfred Jodl sind zugegen, ebenso einige Truppenkommandeure aus dem Großraum Berlin.
Vor einigen Tagen kam Hitlers Geliebte Eva Braun, um sich ebenfalls im Führerbunker einzuquartieren. Das schien ein gewisses Omen zu sein; aber welches, und wofür?
Als die Luftangriffe überhaupt nicht mehr aufhörten und sich die Armeen der Alliierten von allen Seiten nach Berlin, ins Zentrum des Deutschen Reiches, vorkämpften, fragten sich jene, die in Hitlers Umgebung verblieben waren, besorgt, wann er endlich erkennen werde, dass es höchste Zeit sei, die Hauptstadt zu verlassen.
Man hatte ihn sagen hören, dass er Berlin an seinem Geburtstag verlassen werde, dass er sein Hauptquartier in seine Alpenfestung auf dem Obersalzberg verlegen und den Krieg von dort aus weiter führen werde.

Stichwort Alpenfestung: Blieb nur eine Planungsstudie, ohne reale Grundlage
Doch Eva Brauns dramatische Ankunft hatte alle Spekulationen in einem neuen, schrecklichen Licht erscheinen lassen. Konnte es sein, dass Hitler bis zum bitteren Ende in Berlin bleiben wollte? Und was würde dann geschehen?
Vielleicht wußte Hitler inzwischen, dass es vorbei ist. Periodisch erkennt er die Realität, um sich ihr dann doch wieder zu entziehen. Gelegentlich ist er brutal realistisch. Der Krieg ist verloren, und damit ist alles verloren. In seiner Weltsicht gibt es keine Halbheiten, keine Grautöne: Erfolg oder Vergessenheit, totaler Sieg oder totale Niederlage, die Zerstörung seines ganzen Landes, einschließlich aller Kulturschätze und materiellen Reichtümer, Vernichtung des ganzen Volkes, seiner selbst. Dann stellt er sich vor, dass nur der Krieg ihn besiegt habe, dass das deutsche Volk ihn im Stich gelassen habe.

wäre eine nachvollziehbare Variante gewesen: Hitler versucht wegen ihr am Leben zu bleiben: seine Geliebte Eva Braun
Hitler fragt sich, ob sich das deutsche Volk seiner großen Ideale als würdig erwiesen habe. Vielleicht war er nicht fordernd genug. »Hinterher«, sinniert er, »bereut man oft, dass man so freundlich war.« Doch dann fasst er einen Entschluss: Nein, alles wird untergehen - und zu Recht. Selbst aufgegebene Städte sollen jetzt verbrannt werden.
Die Strategie der »verbrannten Erde« gilt ihm nicht als stillschweigendes Eingeständnis der Niederlage, sondern als cleverer taktischer Schachzug, um den Feinden jeglichen Vorteil aus ihren Eroberungen zu verwehren. Zerstreute und zerschlagene Heeresteile sollen für die apokalyptischen Endkämpfe an den Zugangswegen nach Berlin neu formiert werden. Als seine Pläne von einer verjüngten, erneuerten Wehrmacht die Überhand gewinnen, besucht Hitler im März 1945 ein letztes Mal die Front; er wagt sich nach Osten bis zum Hauptquartier seiner 9. Armee vor, das damals in Schloss Freienwalde liegt, rund 50 Kilometer vor Berlin. Dort erlebten die Generäle und Stabsoffiziere einen gebeugten alten Mann mit grauem Haar und eingefallenem Gesicht, der sich gelegentlich ein bemühtes, zuversichtliches Lächeln abrang.

Auch im April 1945 war Hitler lächelnd bei seinem letzten Aufgebot für die Abwehrschlacht um Berlin
Hitlers altes Hauptquartier in Ostpreußen, die »Wolfsschanze« bei Rastenburg, war am 20. Juli 1944 Schauplatz jenes Attentatsversuchs gewesen, der die besten Erfolgsaussichten hatte - letztlich aber nur einer von angeblich 42 Versuchen, wenn Richard Overy richtig gezählt hat.
Seit dieser Bombenexplosion sahen sich einige Historiker immer wieder versucht, darin die Ursache für Hitlers markanten geistigen und körperlichen Verfall zu vermuten. Doch weder die Gefahr, einem Mordanschlag zum Opfer zu fallen, noch die Bombe waren der Katalysator für seinen Verfall. Auch würde man erwarten, dass zwischen dem unablässigen Stress im Krieg und einem gewissen Nachlassen der geistigen und körperlichen Kräfte ein direkter Zusammenhang besteht. Doch nicht alle Menschen reagieren so vordergründig und eindeutig auf dramatische Ereignisse.
Einer von Hitlers Ärzten meinte zum Beispiel, Hitler habe bis 1940 jünger ausgesehen, als er tatsächlich war, weil er
im Dauerstress regelrecht aufgelebt sei, es war die Zeit seiner größten Siege. Zwischen 1940 und 1943 alterte Hitler schneller, so dass seine Erscheinung bald seinem tatsächlichen Alter entsprach.
Joseph Goebbels verstieg sich zu der grandiosen Bemerkung, Hitlers Gesicht sei das »Gesicht eines Atlas, der die ganze Welt auf seinen Schultern trägt«.

Vergiftete den Führer mit wohldosierten Drogencocktails: Hitlers Leibarzt Dr.Theodor Morell
1943 gab Theodor Morell, der als einer von Hitlers Leibärzten fungierte, Hitler Injektionen mit einem Gebräu aus 28 verschiedenen Medikamenten und Drogen.
Hitlers Abwärtstrend hatte schon lange vor dem Bombenanschlag in der Wolfsschanze begonnen. Seine Gliedmaßen zitterten, sein linker Arm und sein linkes Bein manchmal so heftig, dass er sie praktisch nicht mehr gebrauchen konnte. Er begann gebeugt zu gehen und zu schlurfen. Einige von denen, die ihn am häufigsten sahen, glaubten, er leide vielleicht an Parkinson.
Doch die Symptome hätten, so wie sie allgemein beschrieben wurden, genauso gut auch zu einer hysterischen Lähmung gehören können - einer Erscheinung, die im Ersten Weltkrieg bei vielen Soldaten auftrat.
Was indes ziemlich klar ist: Hitlers Ärzte waren ihm eigentlich keine Hilfe. Ganz im Gegenteil, sie trugen wesentlich zu den Leiden ihres Patienten bei.
Im Frühjahr 1944 war Dr. Morell dazu übergegangen, Hitlers Adjutanten und Leibdienern einfach jede Menge Pillen (Dr. Koesters Antigaspillen, bestehend aus einer Mischung von Strychnin und Belladonna) in die Hand zu drücken, die der Patient jederzeit bekommen sollte, wenn er danach verlangte.
Wie die Wirkung dieser wohldosierten Vergiftung auf Hitler einzuschätzen sei, ist eine gute Frage. Denn man kann sie nicht monokausal beantworten. Zu viele andere Einflüsse jener Zeit auf Hitlers Verhalten sind zu berücksichtigen. Gleichwohl kann man sich nur schwer vorstellen, dass irgendeiner dieser Einflüsse dazu beitrug, in den letzten Kriegstagen seine Persönlichkeit und seine Kontrolle über den noch verbliebenen Staat zu stabilisieren.
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The Real Blaze
Das Ende im Bunker
Nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa hatte Hitler mehr Zeit in seinem Hauptquartier in Rastenburg und weniger Zeit in Berlin verbracht. Ende November 1944 hatte ihn das russische Vorrücken aber dazu gezwungen, Ostpreußen endgültig aufzugeben und nach Berlin zurückzukehren. Gegen Mitte Dezember hatte er sich in sein Hauptquartier im Westen begeben, nach Ziegenberg bei Bad Nauheim, um die Weihnachtsoffensive in den Ardennen zu verfolgen, die in schweren Kämpfen zurückgeschlagen wurde. Mitte Januar war Hitler zurück in Berlin, und dort blieb er dann - mit Ausnahme des schon erwähnten Besuches im Hauptquartier der 9. Armee.
Der Führerbunker bei Rastenberg war kein Palast gewesen; er war dunkel, ohne Frischluft, feucht, und bestimmt nicht gerade eine Umgebung, die für gute Laune sorgte. Selbst Hitlers Ärzte rieten ihm, nach dem Attentat vom 20. Juli nicht dorthin zurückzukehren.

Eingang zum Führerbunker in Berlin
Doch der Bunker in Berlin war noch beengter als der in Rastenberg - ebenfalls nicht gerade ein Sanatorium, um darin wieder gesund zu werden. Im Februar 1945 ergänzten Hitlers Ärzte die Liste seiner Leidenssymptome noch um Konzentrationsschwäche und eine gewisse Vergesslichkeit.
Zu diesem Zeitpunkt waren Tag und Nacht im Bunker schon vertauscht; die täglichen Lagebesprechungen der Militärs begannen am späten Abend und waren meistens nicht vor sechs Uhr morgens beendet. Anschließend stand Hitler da, um seinen Sekretärinnen und Adjutanten Instruktionen zu diktieren. Danach sackte er auf einem Sofa zusammen und schlang seine Leibspeisen, Schokolade und Kuchen, in großen Mengen in sich hinein. Während dem Essen »sprach er so gut wie nichts«, wie sich eine seiner Sekretärinnen erinnerte.

Arthur Axmann besucht in Berlin eine Einheit der HJ für den Abwehrkampf gegen die Sowjets
Axmann gestand, er sei schockiert gewesen über den Zustand und das Betragen seines Führers. Hitler schien senil geworden zu sein, und doch meinte Axmann bei ihm noch »Willens- und Entschlusskraft« feststellen zu können.
Die militärische Lagebesprechung jenes Tages - seines Geburtstages - bot absolut keine Hoffnung mehr, dass Berlin der Zerstörung durch die Rote Armee noch würde entgehen können.

General Hans Krebs
General Hans Krebs, der den Vortrag zur Lage hielt, sagte Hitler, dass die Hauptstadt in wenigen Tagen völlig umzingelt sein werde, und wenn es ganz schlimm käme, sogar schon innerhalb weniger Stunden. Nur wenige Wehrmachts- und SS-Formationen hätten überlebt. Die auf Hitlers Lagekarten eingezeichneten militärischen Einheiten stellten nur noch Schatten ihrer ursprünglichen Größe und Kampfkraft dar.
Doch Hitler stellte sie sich als kampfkräftig vor und begann, Truppenbewegungen und -konzentrationen für diese Phantomeinheiten zu entwerfen und auf diese Weise eine fein gesponnene Verteidigungsstrategie gegen die Invasion der Roten Armee zu entwickeln.

SS-Obergruppenführer Felix Steiner
Er unterstellte all diese Einheiten dem Kommando von SS-Obergruppenführer Felix Steiner, und so war zumindest in Hitlers Kopf, wenn auch nirgendwo sonst, die so genannte Steiner-Offensive geboren - ein weiteres Phantom, das durch ein Hirn spukte, dessen Gedanken rapide an Kohärenz verloren.
Zwischen lichten Momenten und fast völliger Erstarrung hin und her schwankend, verkündete Hitler, er werde jetzt doch in Berlin bleiben und sich mit seinem Gefolge nicht auf den Obersalzberg begeben. Einem seiner Adjutanten sagte er, die bevorstehende Schlacht um Berlin sei »die einzige Chance, die totale Niederlage zu verhindern«; doch wie das genau funktionieren sollte, habe Hitler damals noch nicht sagen können. General Alfred Jodl gegenüber wurde Hitler jedoch deutlicher: »Ich werde so lange kämpfen, wie die Getreuen neben mir kämpfen, und mich dann selbst erschießen.«
Es dauerte nicht lange, bis sich die Kunde von den Absichten des Führers über den Bunker hinaus in der ganzen Stadt verbreitet hatte. An jenem Tag machten sämtliche Dienststellen und Ämter des Reiches in Berlin und anderswo endgültig dicht. Läden, Straßenbahnen, U-Bahnen, Polizei, Müllabfuhr und Postzustellung verzichteten hinfort auf den Anschein, noch zu funktionieren. Auch der Berliner Zoo schloss seine Pforten. Am 20. April stellte das Büro des Berliner Stadtkommandanten 2000 Erlaubnisscheine zum Verlassen der Stadt aus. Himmler erfand gute Gründe, warum er den Führerbunker nicht nochmals aufsuchen konnte. Und Reichsmarschall Göring entdeckte »dringendste Aufgaben in Süddeutschland«, die zu erledigen seien. In aller Eile verließ er seinen Landsitz und setzte sich mit einem Lastwagenkonvoi voll Beutegut ab.
Jene beiden, die mit Hitler im apokalyptischen Endkampf ausharrten, konnten einen Mann beobachten, der unausweichlich ins selbst geschaufelte Grab stürzte. Die militärische Lage draußen bildete die perfekte Begleitung zur Atmosphäre Hitlerscher Götterdämmerung im Führerbunker. »Nur Eines will ich noch«, rief Hitler aus, »das Ende, das Ende!« Er musste auch nicht mehr lange warten: Am Morgen des 21. April begann die sowjetische Artillerie mit dem Beschuss der Außenviertel Berlins.

Stalinorgeln beim Beschuß Berlins
Natürlich hatte die Rote Armee ganz gezielt ins Visier genommen. Stalin hatte General Eisenhower zum Schicksal Berlins mit gespielter Indifferenz gesagt, die Stadt habe »ihre frühere strategische Bedeutung verloren«. In Wahrheit glaubte Stalin aber nichts dergleichen: Erst mit der Einnahme Berlins war der Krieg der Roten Armee beendet. Eisenhower hatte Stalin darin zugestimmt, dass Berlin »nur noch ein Ort auf der Landkarte« sei, dessen verbleibende militärische Bedeutung gering sei. Wie es seine Art war, ging Stalin davon aus, dass auch Eisenhower bezüglich seiner Intentionen unaufrichtig war, und verkündete seinem Verteidigungsrat am Tag nach diesem Gespräch: »Die kleinen Alliierten beabsichtigen, noch vor der Roten Armee in Berlin zu sein.«
So hatte ein Wettlauf nach Berlin begonnen, an dem aber letztlich nur die Rote Armee teilnahm. Stalin ließ seine beiden Generäle, Georgi Schukow und Iwan Konew, konkurrieren, um zu sehen, wer von beiden seine Soldaten schneller durch die bröckelnde Abwehrfront der Wehrmacht und der SS hindurchpeitschen könne. Anfang April war Schukow schon etwas näher am Ziel als Konew. Schukow hatte am Brückenkopf bei Küstrin an der Oder vier Infanteriearmeen und zwei Panzerarmeen versammelt. Auf jedem Kilometer seiner Frontlinien hatte er 250 Artilleriegeschütze praktisch Rad an Rad platziert. Elftausend Geschütze warteten nur darauf, Berlin unter Beschuss zu nehmen. Konews genauso starke Streitkräfte schlössen sich im Süden direkt an Schukows Truppen an. Vereint umfassten die nach Berlin vordringenden Sowjetarmeen mehr als eine Million Soldaten, die sich schon auf die bevorstehende Rache freuten.
»Berlin war für uns ein Objekt heftigsten Begehrens«, schrieb Konew, »so dass jeder, vom kleinsten Soldaten bis zum General, es mit eigenen Augen sehen und mit Waffengewalt erobern wollte.«
Nachdem sich das Problem, welche der alliierten Armeen Berlin einnehmen sollte, zugunsten der Sowjets mehr oder weniger von selbst gelöst hatte, stellte sich natürlich die Frage, was mit der Stadt und ihren Bewohnern nach der Eroberung geschehen sollte. Unweigerlich würden in der letzten großen europäischen Schlacht des Zweiten Weltkriegs auch NS-Führer an die Oberfläche kommen - möglicherweise sogar Hitler selbst. Doch zu diesem Punkt musste sich eine Meinung der Alliierten erst noch herausbilden.
Mit anderen Worten: Im letzten Kriegsmonat gab es keine einheitliche alliierte Meinung was passiert,wenn Hitler lebend in die Kriegsgefangenschaft geht...
Es gab zwischen den Alliierten extreme Meinungsverschiedenheiten.
Churchill hatte sich schon im Sommer 1941 Gedanken darüber gemacht, was am Ende mit den Führern der Achsenmächte geschehen solle. Er hatte laut darüber nachgedacht, ob man Hitler und seine Vertrauten auf irgendeine weit entfernte Insel verbannen sollte. St. Helena, Napoleons Exilgefängnis nach der Niederlage bei Waterloo, wäre allerdings nicht nochmals in Betracht gekommen; Churchill wollte den Ort durch eine Internierung von NS-Führern »nicht derartig entweihen«.
Die extremste Strafe sollte nach Meinung Churchills an Mussolini vollzogen werden. Churchill, der ihn als Schmierenschauspieler und Nachahmer des alten Rom titulierte, wollte ihn wie Vercingetorix nach altrömischer Manier stranguliert sehen.
Solche Ansichten und Ideen wurden natürlich, je länger der Krieg dauerte, immer unversöhnlicher.

Eisenhower beglückte Lord Halifax 1944 mit einem Massenhinrichtungsplan, der hunderttausenden Deutschen den Tod bedeutet hätte!
Nach der geglückten Invasion in die Normandie hatte Eisenhower Lord Halifax noch mit dem Plan verblüfft, alle Angehörigen des deutschen Generalstabs, der Gestapo und überhaupt jeden Nationalsozialisten vom Majorsrang aufwärts umstandslos hinrichten zu lassen. Selbst alle Soldaten der Waffen-SS und sämtliche Fallschirmjäger sollten nach Eisenhower massakriert werden.
Im Frühjahr 1945 waren sich Churchill und sein Außenministerium dann aber einig, dass die höchsten Führungsränge der Achsenmächte standrechtlich erschossen werden sollten.
Obwohl Churchill zwischen Hitleranhängern und dem Rest der Deutschen differenzierte, taten die meisten seiner Landsleute eben dies nicht. Auch die Amerikaner nicht.
Roosevelt wollte das deutsche Volk von der Verantwortung für die Nationalsozialisten und ihre Gräueltaten absolut nicht freisprechen. Mehr als einmal schlug er Massenkastrationen der Deutschen nach dem sicheren Ende des Krieges vor, um ein Wiederaufleben des Militarismus ein für alle Mal zu verhindern. Überdies stimmte der Präsident, wenigstens anfänglich, seinem Finanzminister Henry Morgenthau zu, der 1944 einen Plan entwickelt hatte, Deutschland zu deindustrialisieren und in einen auf Dauer verarmten, republikanischen Agrarstaat zurückzuverwandeln. Diese Abschnitte des Morgenthau-Plans erregten die meiste Aufmerksamkeit, doch Morgenthau hatte auch Empfehlungen abgegeben, wie mit Kriegsverbrechern verfahren werden solle - Empfehlungen, die ganz auf Churchills Linie lagen.
Es sollte eine Liste mit den »Erzverbrechern« der Achsenmächte erstellt werden, und diese sollten, wenn ihre Identität zweifelsfrei festgestellt war, durch militärische Exekutionskommandos standrechtlich erschossen werden.
Damals schätzte man, dass für solche Hinrichtungen bei Kriegsende in ganz Europa viele tausend Kriegsverbrecher in Frage kamen. Also nur auf Seiten der Verlierer, während auf alliierter Seite Kriegsverbrecher Orden für ihre Verbrechen bekamen!

Henry Stimson
Henry Stimson, der amerikanische Kriegsminister, war entsetzt über Morgenthaus Plan. Präsident Roosevelt fühlte sich zunächst zur Rigidität dieses Planes hingezogen, doch Stimson war absolut nicht kompromissbereit. Dieser Plan sei einer wahrhaft großen Nation nicht würdig, argumentierte er. Die Alliierten hätten ihr Leben und ihre finanziellen Mittel zur Verteidigung hoher moralischer Prinzipien in die Waagschale geworfen, und diese Opfer dürften jetzt nicht dadurch entwertet werden, dass man einen drakonischen Friedensplan nach dem Muster der Vernichtung Karthagos durchsetze. Ungeschminkte Rachegelüste müssten jetzt hinter den höheren Prinzipien des Völkerrechts und der Gerechtigkeit zurücktreten. Unter den gegebenen Umständen sei allein ein Gerichtsverfahren vor einem internationalen Tribunal die angemessene Reaktion, beharrte Stimson. Dabei konnte der Kriegsminister, wie Churchill zu seiner Verblüffung feststellen musste, auf die Unterstützung keines Geringeren als Josef Stalin rechnen.[...]
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 22.06.08 13:10 ]
Nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa hatte Hitler mehr Zeit in seinem Hauptquartier in Rastenburg und weniger Zeit in Berlin verbracht. Ende November 1944 hatte ihn das russische Vorrücken aber dazu gezwungen, Ostpreußen endgültig aufzugeben und nach Berlin zurückzukehren. Gegen Mitte Dezember hatte er sich in sein Hauptquartier im Westen begeben, nach Ziegenberg bei Bad Nauheim, um die Weihnachtsoffensive in den Ardennen zu verfolgen, die in schweren Kämpfen zurückgeschlagen wurde. Mitte Januar war Hitler zurück in Berlin, und dort blieb er dann - mit Ausnahme des schon erwähnten Besuches im Hauptquartier der 9. Armee.
Der Führerbunker bei Rastenberg war kein Palast gewesen; er war dunkel, ohne Frischluft, feucht, und bestimmt nicht gerade eine Umgebung, die für gute Laune sorgte. Selbst Hitlers Ärzte rieten ihm, nach dem Attentat vom 20. Juli nicht dorthin zurückzukehren.

Eingang zum Führerbunker in Berlin
Doch der Bunker in Berlin war noch beengter als der in Rastenberg - ebenfalls nicht gerade ein Sanatorium, um darin wieder gesund zu werden. Im Februar 1945 ergänzten Hitlers Ärzte die Liste seiner Leidenssymptome noch um Konzentrationsschwäche und eine gewisse Vergesslichkeit.
Zu diesem Zeitpunkt waren Tag und Nacht im Bunker schon vertauscht; die täglichen Lagebesprechungen der Militärs begannen am späten Abend und waren meistens nicht vor sechs Uhr morgens beendet. Anschließend stand Hitler da, um seinen Sekretärinnen und Adjutanten Instruktionen zu diktieren. Danach sackte er auf einem Sofa zusammen und schlang seine Leibspeisen, Schokolade und Kuchen, in großen Mengen in sich hinein. Während dem Essen »sprach er so gut wie nichts«, wie sich eine seiner Sekretärinnen erinnerte.

Arthur Axmann besucht in Berlin eine Einheit der HJ für den Abwehrkampf gegen die Sowjets
Axmann gestand, er sei schockiert gewesen über den Zustand und das Betragen seines Führers. Hitler schien senil geworden zu sein, und doch meinte Axmann bei ihm noch »Willens- und Entschlusskraft« feststellen zu können.
Die militärische Lagebesprechung jenes Tages - seines Geburtstages - bot absolut keine Hoffnung mehr, dass Berlin der Zerstörung durch die Rote Armee noch würde entgehen können.

General Hans Krebs
General Hans Krebs, der den Vortrag zur Lage hielt, sagte Hitler, dass die Hauptstadt in wenigen Tagen völlig umzingelt sein werde, und wenn es ganz schlimm käme, sogar schon innerhalb weniger Stunden. Nur wenige Wehrmachts- und SS-Formationen hätten überlebt. Die auf Hitlers Lagekarten eingezeichneten militärischen Einheiten stellten nur noch Schatten ihrer ursprünglichen Größe und Kampfkraft dar.
Doch Hitler stellte sie sich als kampfkräftig vor und begann, Truppenbewegungen und -konzentrationen für diese Phantomeinheiten zu entwerfen und auf diese Weise eine fein gesponnene Verteidigungsstrategie gegen die Invasion der Roten Armee zu entwickeln.

SS-Obergruppenführer Felix Steiner
Er unterstellte all diese Einheiten dem Kommando von SS-Obergruppenführer Felix Steiner, und so war zumindest in Hitlers Kopf, wenn auch nirgendwo sonst, die so genannte Steiner-Offensive geboren - ein weiteres Phantom, das durch ein Hirn spukte, dessen Gedanken rapide an Kohärenz verloren.
Zwischen lichten Momenten und fast völliger Erstarrung hin und her schwankend, verkündete Hitler, er werde jetzt doch in Berlin bleiben und sich mit seinem Gefolge nicht auf den Obersalzberg begeben. Einem seiner Adjutanten sagte er, die bevorstehende Schlacht um Berlin sei »die einzige Chance, die totale Niederlage zu verhindern«; doch wie das genau funktionieren sollte, habe Hitler damals noch nicht sagen können. General Alfred Jodl gegenüber wurde Hitler jedoch deutlicher: »Ich werde so lange kämpfen, wie die Getreuen neben mir kämpfen, und mich dann selbst erschießen.«
Es dauerte nicht lange, bis sich die Kunde von den Absichten des Führers über den Bunker hinaus in der ganzen Stadt verbreitet hatte. An jenem Tag machten sämtliche Dienststellen und Ämter des Reiches in Berlin und anderswo endgültig dicht. Läden, Straßenbahnen, U-Bahnen, Polizei, Müllabfuhr und Postzustellung verzichteten hinfort auf den Anschein, noch zu funktionieren. Auch der Berliner Zoo schloss seine Pforten. Am 20. April stellte das Büro des Berliner Stadtkommandanten 2000 Erlaubnisscheine zum Verlassen der Stadt aus. Himmler erfand gute Gründe, warum er den Führerbunker nicht nochmals aufsuchen konnte. Und Reichsmarschall Göring entdeckte »dringendste Aufgaben in Süddeutschland«, die zu erledigen seien. In aller Eile verließ er seinen Landsitz und setzte sich mit einem Lastwagenkonvoi voll Beutegut ab.
Jene beiden, die mit Hitler im apokalyptischen Endkampf ausharrten, konnten einen Mann beobachten, der unausweichlich ins selbst geschaufelte Grab stürzte. Die militärische Lage draußen bildete die perfekte Begleitung zur Atmosphäre Hitlerscher Götterdämmerung im Führerbunker. »Nur Eines will ich noch«, rief Hitler aus, »das Ende, das Ende!« Er musste auch nicht mehr lange warten: Am Morgen des 21. April begann die sowjetische Artillerie mit dem Beschuss der Außenviertel Berlins.

Stalinorgeln beim Beschuß Berlins
Natürlich hatte die Rote Armee ganz gezielt ins Visier genommen. Stalin hatte General Eisenhower zum Schicksal Berlins mit gespielter Indifferenz gesagt, die Stadt habe »ihre frühere strategische Bedeutung verloren«. In Wahrheit glaubte Stalin aber nichts dergleichen: Erst mit der Einnahme Berlins war der Krieg der Roten Armee beendet. Eisenhower hatte Stalin darin zugestimmt, dass Berlin »nur noch ein Ort auf der Landkarte« sei, dessen verbleibende militärische Bedeutung gering sei. Wie es seine Art war, ging Stalin davon aus, dass auch Eisenhower bezüglich seiner Intentionen unaufrichtig war, und verkündete seinem Verteidigungsrat am Tag nach diesem Gespräch: »Die kleinen Alliierten beabsichtigen, noch vor der Roten Armee in Berlin zu sein.«
So hatte ein Wettlauf nach Berlin begonnen, an dem aber letztlich nur die Rote Armee teilnahm. Stalin ließ seine beiden Generäle, Georgi Schukow und Iwan Konew, konkurrieren, um zu sehen, wer von beiden seine Soldaten schneller durch die bröckelnde Abwehrfront der Wehrmacht und der SS hindurchpeitschen könne. Anfang April war Schukow schon etwas näher am Ziel als Konew. Schukow hatte am Brückenkopf bei Küstrin an der Oder vier Infanteriearmeen und zwei Panzerarmeen versammelt. Auf jedem Kilometer seiner Frontlinien hatte er 250 Artilleriegeschütze praktisch Rad an Rad platziert. Elftausend Geschütze warteten nur darauf, Berlin unter Beschuss zu nehmen. Konews genauso starke Streitkräfte schlössen sich im Süden direkt an Schukows Truppen an. Vereint umfassten die nach Berlin vordringenden Sowjetarmeen mehr als eine Million Soldaten, die sich schon auf die bevorstehende Rache freuten.
»Berlin war für uns ein Objekt heftigsten Begehrens«, schrieb Konew, »so dass jeder, vom kleinsten Soldaten bis zum General, es mit eigenen Augen sehen und mit Waffengewalt erobern wollte.«
Nachdem sich das Problem, welche der alliierten Armeen Berlin einnehmen sollte, zugunsten der Sowjets mehr oder weniger von selbst gelöst hatte, stellte sich natürlich die Frage, was mit der Stadt und ihren Bewohnern nach der Eroberung geschehen sollte. Unweigerlich würden in der letzten großen europäischen Schlacht des Zweiten Weltkriegs auch NS-Führer an die Oberfläche kommen - möglicherweise sogar Hitler selbst. Doch zu diesem Punkt musste sich eine Meinung der Alliierten erst noch herausbilden.
Mit anderen Worten: Im letzten Kriegsmonat gab es keine einheitliche alliierte Meinung was passiert,wenn Hitler lebend in die Kriegsgefangenschaft geht...
Es gab zwischen den Alliierten extreme Meinungsverschiedenheiten.
Churchill hatte sich schon im Sommer 1941 Gedanken darüber gemacht, was am Ende mit den Führern der Achsenmächte geschehen solle. Er hatte laut darüber nachgedacht, ob man Hitler und seine Vertrauten auf irgendeine weit entfernte Insel verbannen sollte. St. Helena, Napoleons Exilgefängnis nach der Niederlage bei Waterloo, wäre allerdings nicht nochmals in Betracht gekommen; Churchill wollte den Ort durch eine Internierung von NS-Führern »nicht derartig entweihen«.
Die extremste Strafe sollte nach Meinung Churchills an Mussolini vollzogen werden. Churchill, der ihn als Schmierenschauspieler und Nachahmer des alten Rom titulierte, wollte ihn wie Vercingetorix nach altrömischer Manier stranguliert sehen.
Solche Ansichten und Ideen wurden natürlich, je länger der Krieg dauerte, immer unversöhnlicher.

Eisenhower beglückte Lord Halifax 1944 mit einem Massenhinrichtungsplan, der hunderttausenden Deutschen den Tod bedeutet hätte!
Nach der geglückten Invasion in die Normandie hatte Eisenhower Lord Halifax noch mit dem Plan verblüfft, alle Angehörigen des deutschen Generalstabs, der Gestapo und überhaupt jeden Nationalsozialisten vom Majorsrang aufwärts umstandslos hinrichten zu lassen. Selbst alle Soldaten der Waffen-SS und sämtliche Fallschirmjäger sollten nach Eisenhower massakriert werden.
Im Frühjahr 1945 waren sich Churchill und sein Außenministerium dann aber einig, dass die höchsten Führungsränge der Achsenmächte standrechtlich erschossen werden sollten.
Obwohl Churchill zwischen Hitleranhängern und dem Rest der Deutschen differenzierte, taten die meisten seiner Landsleute eben dies nicht. Auch die Amerikaner nicht.
Roosevelt wollte das deutsche Volk von der Verantwortung für die Nationalsozialisten und ihre Gräueltaten absolut nicht freisprechen. Mehr als einmal schlug er Massenkastrationen der Deutschen nach dem sicheren Ende des Krieges vor, um ein Wiederaufleben des Militarismus ein für alle Mal zu verhindern. Überdies stimmte der Präsident, wenigstens anfänglich, seinem Finanzminister Henry Morgenthau zu, der 1944 einen Plan entwickelt hatte, Deutschland zu deindustrialisieren und in einen auf Dauer verarmten, republikanischen Agrarstaat zurückzuverwandeln. Diese Abschnitte des Morgenthau-Plans erregten die meiste Aufmerksamkeit, doch Morgenthau hatte auch Empfehlungen abgegeben, wie mit Kriegsverbrechern verfahren werden solle - Empfehlungen, die ganz auf Churchills Linie lagen.
Es sollte eine Liste mit den »Erzverbrechern« der Achsenmächte erstellt werden, und diese sollten, wenn ihre Identität zweifelsfrei festgestellt war, durch militärische Exekutionskommandos standrechtlich erschossen werden.
Damals schätzte man, dass für solche Hinrichtungen bei Kriegsende in ganz Europa viele tausend Kriegsverbrecher in Frage kamen. Also nur auf Seiten der Verlierer, während auf alliierter Seite Kriegsverbrecher Orden für ihre Verbrechen bekamen!

Henry Stimson
Henry Stimson, der amerikanische Kriegsminister, war entsetzt über Morgenthaus Plan. Präsident Roosevelt fühlte sich zunächst zur Rigidität dieses Planes hingezogen, doch Stimson war absolut nicht kompromissbereit. Dieser Plan sei einer wahrhaft großen Nation nicht würdig, argumentierte er. Die Alliierten hätten ihr Leben und ihre finanziellen Mittel zur Verteidigung hoher moralischer Prinzipien in die Waagschale geworfen, und diese Opfer dürften jetzt nicht dadurch entwertet werden, dass man einen drakonischen Friedensplan nach dem Muster der Vernichtung Karthagos durchsetze. Ungeschminkte Rachegelüste müssten jetzt hinter den höheren Prinzipien des Völkerrechts und der Gerechtigkeit zurücktreten. Unter den gegebenen Umständen sei allein ein Gerichtsverfahren vor einem internationalen Tribunal die angemessene Reaktion, beharrte Stimson. Dabei konnte der Kriegsminister, wie Churchill zu seiner Verblüffung feststellen musste, auf die Unterstützung keines Geringeren als Josef Stalin rechnen.[...]
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 22.06.08 13:10 ]
The Real Blaze
Der Weg zur Siegerjustiz
Als Churchill das Thema Hitler bei seiner Moskau-Reise im Oktober 1944 im Gespräch mit Stalin anschnitt, schlug dieser überraschend eine äußerst respektable Linie ein.
Stalin werde bei dieser Frage nicht mit sich reden lassen, berichtete Churchill Roosevelt später. Stalin habe gesagt: »Es darf keine Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren geben, damit die Welt nicht hinterher sagen kann, man habe Angst davor gehabt, sie vor Gericht zu stellen.«
Angesichts eines unnachgiebigen Stalin und eines schwankenden Roosevelt gab Churchill dann nach und freundete sich mit dem Gedanken eines Prozesses gegen die führenden NS-Führer an.
Hitler konnte von Churchills Einlenken natürlich nichts wissen. Dagegen kannte er höchstwahrscheinlich die Erklärung von St. James, eine offizielle Deklaration, die drei Jahre zuvor von den Vertretern der neun europäischen Exilregierungen in London abgegeben worden war.
Bei der Konstituierung ihrer »Inter-Allied Commission on the Punishment of War Crimes« hatten die Konferenzteilnehmer pauschalen Vergeltungsmaßnahmen gegen feindliche Kriegsverbrecher abgeschworen.
Stattdessen forderten sie »die Bestrafung auf dem Wege der organisierten Gerichtsbarkeit für alle, die sich dieser Verbrechen schuldig gemacht haben oder für sie verantwortlich sind«.
Letztlich kamen die Führer der Alliierten auf diese Position zurück, als sich der Weltkrieg in Europa seinem blutigen Ende näherte. Die Erklärung von St. James mit ihren noblen rechtsstaatlichen Prinzipien hätte natürlich einen Diktator wie Hitler, der das Rechtssystem seines eigenen Landes so gründlich unterwandert und pervertiert hatte, kaum beeindrucken können.
Lange hatte Hitler geglaubt, er und seine Partei stünden außerhalb der Gesetze. Am Vorabend der deutschen Invasion Russlands im Sommer 1941 hatte Hitler dem Gefühl Ausdruck verliehen, sie hätten sich alle moralisch schon so weit kompromittiert, dass kein Weg mehr zurückführe. »Wir haben bereits so viel zu verantworten, dass wir unbedingt siegen müssen«, sagte er zu Goebbels.
Vier Jahre später war somit ein internationales Tribunal das humanste Schicksal, auf das Hitler noch hätte hoffen können; aber in Wirklichkeit hatte er für eine solche Lösung nichts als Verachtung übrig.
Er weigere sich, weil er glaubte, als »Exponat im Moskauer Zoo« herzuhalten, damit sich die »hysterischen Massen« des Feindes an diesem Anblick ergötzen könnten.
Am Nachmittag und Abend des 22. April 1945 lösten sich die Hitler noch verbliebenen Erfolgshoffnungen eine nach der anderen in Wohlgefallen auf. Bei der täglichen militärischen Lagebesprechung im Bunker war jetzt allen Anwesenden klar, dass aus der Steiner-Offensive niemals etwas werden würde. Denn inzwischen löste sich jede Wehrmachtsformation, die der Roten Armee in die Quere kam, entweder augenblicklich auf oder zog sich auf den Straßen ungeordnet in Richtung Berlin zurück. Praktisch ganz Berlin
lag jetzt in Reichweite der Artilleriegeschosse von Marschall Schukows Truppen. Die Stadt wurde mit Artilleriefeuer zugedeckt, und die dumpfen Einschläge waren nun auch im Führerbunker zu hören.
Jeder Gedanke an eine Rettung aus dieser katastrophalen militärischen Lage, jeder Gedanke daran, den Vorstoß des Feindes auf die eigene Hauptstadt noch abzuwehren oder den Russen die Initiative auf irgendeine Weise nochmals zu entwinden, jeder Gedanke an heroischen Widerstand - alles wurde durch die wenigen Berichte zunichte gemacht, die aus den Trümmern der einst so stolzen, scheinbar unbezwingbaren Wehrmacht noch in den Führerbunker gelangten.
Hitler hörte apathisch zu, als ihm die Berichte vorgetragen wurden. Doch plötzlich ließ er die Maske gefasster Ruhe fallen und erging sich in einem Sturm hysterischer Tiraden. Niemand konnte vor ihm bestehen, niemand verdiente seine Achtung. Sein ganzes Umfeld bestehe aus inkompetenten, korrupten, verräterischen Schwächlingen.
Der Anklageschwall zog sich unendlich in die Länge und raubte allen Anwesenden den letzten Rest an Selbstachtung, Energie und Hoffnung. Der Historiker Joachim Fest schildert in seiner Hitler-Biographie eine Szene, die einer Wagner-Oper würdig gewesen wäre: »Während er sprach, schüttelte er die Fäuste, Tränen rannen ihm über die Wangen, und wie immer in den großen Entzauberungskatastrophen seines Lebens brach mit der einen, hysterisch auf die äußerste Spitze getriebenen Erwartung alles zusammen. Das Ende sei jetzt da, sagte er; er könne nicht mehr weiter, ihm bleibe nur noch der Tod; hier in der Stadt werde er ihn erwarten.«
Hitlers Ausbruch war so überwältigend, dass einige der Anwesenden glaubten, jetzt sei er völlig verrückt geworden. Am Tag nach dieser geradezu psychotischen Episode wurde ein Korpskommandeur in den Führerbunker beordert, um den Auftrag zu einem Himmelfahrtskommando entgegenzunehmen: die Hauptstadt zu verteidigen.

General Hellmuth Weidling
General Hellmuth Weidling war entsetzt, als er seinen Führer hinter einem mit Karten übersäten Tisch sitzen sah, mit aufgedunsenem Gesicht »und fiebrigen Augen. Als er versuchte aufzustehen, musste er zu meinem Erschrecken sehen, dass seine Hände und Beine permanent zitterten.
Mit gequältem Lächeln schüttelte er ihm die Hand und fragte mit kaum hörbarer Stimme, ob man sich schon einmal begegnet sei. Als Hitler sich wieder setzte, bemerkte Weidling, dass sein linkes Bein weiter in Bewegung war; wie ein Pendel schwang das Knie hin und her, nur schneller.
Wenn Hitler bereits aufgrund der ihm bekannten Lage in panische Hysterie verfiel, so hätte ihm das, was er (noch) nicht wusste, gewiss den letzten Verstand geraubt. Vor allem zwei kurz nacheinander im Führerbunker eintreffende Berichte waren es, die die Stimmung der Bewohner weiter verdüsterten, sofern dies überhaupt noch möglich war:

Heinrich Himmlers Seperatfriedensangebot sollte mit einem Transfer von tausenden Häftlingen aus Konzentrationslagern eröffnet werden, nur wurden die Schiffe, wie zum Beispiel die Cap Arcona, vollbeladen mit nach Schweden zu transferierenden Häftlingen von britischen Bombern gnadenlos versenkt!
Himmler hatte, ohne Hitlers Wissen, über den schwedischen Grafen Bernadotte Geheimverhandlungen mit den Westalliierten über einen Separatfrieden begonnen. Er präsentierte sich Graf Bernadotte als der »einzige vernünftige Mann, der in ganz Europa noch verblieben ist«, überlegte aber gleichzeitig, wie er die Ukraine mit Hilfe einer religiösen Sekte, die ihm sein Masseur empfohlen hatte, kolonisieren könnte.
Natürlich hatten die Alliierten kein Interesse mehr daran, über irgendetwas anderes zu verhandeln als über eine bedingungslose Kapitulation - Ziel war schließlich die Vernichtung des Deutschen Reiches!
So führten Himmlers Verhandlungen zu nichts - außer dass die Nachrichtenagentur Reuters sie am späten Abend des 28. April publik machte.

Generalfeldmarschall Robert Ritter von Greim wurde 26.April von Hanna Reitsch in einem Fieseler Storch in den Berliner Kessel eingeflogen
Hitler befand sich gerade im Gespräch mit Luftwaffen-Generalfeldmarschall Robert Ritter von Greim, als sein Diener mit dieser Meldung erschien. Wie von Greim berichtete, lief der Führer purpurrot an.
Auf diese Nachricht folgte am nächsten Tag die Kunde, dass italienische Partisanen Mussolini und seine Geliebte , die in die Schweiz fliehen wollten, in der Kleinstadt Mezzagra gefangen genommen und umstandslos erschossen hätten. Die Leichen seien nach Mailand gebracht und dort an einer Tankstelle an der Piazzale Loreto kopfüber aufgehängt worden.

Das Ende von Mussolini an einer Mailänder Tankstelle...
Der Mob habe sich auf seine Weise an den zur Schau gestellten Toten gerächt. Als Hitler diese Nachricht hörte, begann er mit den Vorbereitungen zu seinem Selbstmord. Er werde es ihnen schon zeigen, diesen »kleinbürgerlichen Reaktionären«, die glaubten, sie hätten ihn besiegt. Ohne ihn werde Deutschland führerlos sein - ein Aas, an dem die verdammten Alliierten wie die Geier nach Belieben herumpicken konnten...
Die meisten Berichte von Anwesenden, die diesen letzten Tag im Führerbunker überlebten, besagen übereinstimmend, dass sich Hitler, nachdem er am 29. April den größten Teil des Abends damit verbracht hatte, sein politisches Testament zu verfassen, mit Eva Braun in seine Privaträume zurückzog. Dort empfing er noch vereinzelte Besucher aus den Reihen der immer kleiner werdenden Bunkerbesatzung. Irgendwann im Verlauf des Nachmittags des 30. April nahmen sich Hitler und Braun dann das Leben. Eva Braun benutzte Gift, Hitler seine Pistole. In Befolgung von Hitlers letztem Wunsch brachten Untergebene die beiden Leichen an die Oberfläche und verbrannten sie im Garten der zerstörten Reichskanzlei...
Einige Tage später entdeckten Russen dort die Überreste.
Nahm sich Hitler also aus eigenem Entschluss und mit eigener Hand das Leben? Ohne jeden Zweifel war er hysterisch, aber er war nicht von Sinnen. Weder der Wahnsinn noch der Vormarsch des Feindes, der zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige hundert Meter entfernt im Tiergarten stand, noch die Beschwörungen Goebbels' oder anderer hatten Hitler zu diesem Schritt gezwungen. Auch waren es keine tieferen kulturell verankerten Impulse, die ihn zur Selbstzerstörung trieben. Es handelte sich nicht um einen rituellen Akt, wie beim Seppuku der Japaner. Hitler wollte durch seinen Selbstmord weder seine Ehre zurückgewinnen noch seinen Tod auf irgendeine Weise veredeln. Seine Selbsttötung war schlicht und einfach ein Akt des Trotzes. Er nahm sich mit derselben Einstellung das Leben, die sich auch in seinem Nero-Befehl zur Selbstvernichtung Deutschlands zeigte. Er wollte die Geschichte bestrafen, indem er sich einfach absentierte.
Goebbels folgte mit seiner Familie in kurzem Abstand. Wie er in einem Zusatz zu Hitlers politischem Testament schrieb, habe er sich entgegen Hitlers Befehl entschlossen, »... an der Seite des Führers ein Leben zu beenden, das für mich persönlich keinen Wert mehr besitzt«. Nach einem halbherzigen Versuch, mit den Russen zu verhandeln, tötete Goebbels seine fünf Kinder, seine Frau und sich selbst. Auch Heinrich Himmlers Versuch, sich als Friedensstifter zu profilieren, endete ähnlich; wenige Tage nach Hitler und Goebbels beging er angeblich Selbstmord, an dessen Ablauf jedoch berechtigte Zweifel kursieren, wonach der britische Geheimdienst Himmler ermorden lies.
Göring indes war immer noch am Leben; er wurde bald darauf gefangen genommen und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess vor Gericht gestellt. Was aus Martin Bormann, dem zu diesem Zeitpunkt nach Hitler zweitmächtigsten Politiker in Deutschland, wurde, ist nicht bekannt. Man nimmt an, dass er getötet wurde, als er versuchte, noch in letzter Minute aus dem Führerbunker zu entkommen. Sein Leichnam wurde niemals gefunden. Letzte Ungewissheiten über Hitlers Schicksal wurden niemals ganz beseitigt.

ein 90-jähriger Hitler in einem chilenisch/argentinischen Altersheim? Bilder wie diese sollen das angeblich beweisen...

gegenüber von Hitler Beweisen, wonach er überlebt hätte, gibt es diese Schädelfragmente Hitlers, die bis heute in einem russischen Geheimdienstarchiv lagern. Die Reste seiner Leiche lagen bis 1970 auf einem sowjetischen Militärgelände in Magdeburg, ehe sie ausgegraben und verbrannt wurden. Die Asche streute man in die Kanalisation...
Hitlers Tod wurde ausgerechnet von Admiral Canaris im Rundfunk bekannt gegeben, der ein erwiesener Hochverräter war...
Stalin glaubte nicht, dass Hitler tot war. Wie der sowjetische Historiker Dmitri Wolkogonow berichtet, interessierte sich der Diktator intensiv für das Schicksal seines Todfeindes: »Stalins Triumph wäre komplett gewesen, wenn es ihm gelungen wäre, den NS-Führer lebendig zu fangen und ihn von einem internationalen Tribunal aburteilen zu lassen.«[...]
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 02.02.09 17:30 ]
Als Churchill das Thema Hitler bei seiner Moskau-Reise im Oktober 1944 im Gespräch mit Stalin anschnitt, schlug dieser überraschend eine äußerst respektable Linie ein.
Stalin werde bei dieser Frage nicht mit sich reden lassen, berichtete Churchill Roosevelt später. Stalin habe gesagt: »Es darf keine Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren geben, damit die Welt nicht hinterher sagen kann, man habe Angst davor gehabt, sie vor Gericht zu stellen.«
Angesichts eines unnachgiebigen Stalin und eines schwankenden Roosevelt gab Churchill dann nach und freundete sich mit dem Gedanken eines Prozesses gegen die führenden NS-Führer an.
Hitler konnte von Churchills Einlenken natürlich nichts wissen. Dagegen kannte er höchstwahrscheinlich die Erklärung von St. James, eine offizielle Deklaration, die drei Jahre zuvor von den Vertretern der neun europäischen Exilregierungen in London abgegeben worden war.
Bei der Konstituierung ihrer »Inter-Allied Commission on the Punishment of War Crimes« hatten die Konferenzteilnehmer pauschalen Vergeltungsmaßnahmen gegen feindliche Kriegsverbrecher abgeschworen.
Stattdessen forderten sie »die Bestrafung auf dem Wege der organisierten Gerichtsbarkeit für alle, die sich dieser Verbrechen schuldig gemacht haben oder für sie verantwortlich sind«.
Letztlich kamen die Führer der Alliierten auf diese Position zurück, als sich der Weltkrieg in Europa seinem blutigen Ende näherte. Die Erklärung von St. James mit ihren noblen rechtsstaatlichen Prinzipien hätte natürlich einen Diktator wie Hitler, der das Rechtssystem seines eigenen Landes so gründlich unterwandert und pervertiert hatte, kaum beeindrucken können.
Lange hatte Hitler geglaubt, er und seine Partei stünden außerhalb der Gesetze. Am Vorabend der deutschen Invasion Russlands im Sommer 1941 hatte Hitler dem Gefühl Ausdruck verliehen, sie hätten sich alle moralisch schon so weit kompromittiert, dass kein Weg mehr zurückführe. »Wir haben bereits so viel zu verantworten, dass wir unbedingt siegen müssen«, sagte er zu Goebbels.
Vier Jahre später war somit ein internationales Tribunal das humanste Schicksal, auf das Hitler noch hätte hoffen können; aber in Wirklichkeit hatte er für eine solche Lösung nichts als Verachtung übrig.
Er weigere sich, weil er glaubte, als »Exponat im Moskauer Zoo« herzuhalten, damit sich die »hysterischen Massen« des Feindes an diesem Anblick ergötzen könnten.
Am Nachmittag und Abend des 22. April 1945 lösten sich die Hitler noch verbliebenen Erfolgshoffnungen eine nach der anderen in Wohlgefallen auf. Bei der täglichen militärischen Lagebesprechung im Bunker war jetzt allen Anwesenden klar, dass aus der Steiner-Offensive niemals etwas werden würde. Denn inzwischen löste sich jede Wehrmachtsformation, die der Roten Armee in die Quere kam, entweder augenblicklich auf oder zog sich auf den Straßen ungeordnet in Richtung Berlin zurück. Praktisch ganz Berlin
lag jetzt in Reichweite der Artilleriegeschosse von Marschall Schukows Truppen. Die Stadt wurde mit Artilleriefeuer zugedeckt, und die dumpfen Einschläge waren nun auch im Führerbunker zu hören.
Jeder Gedanke an eine Rettung aus dieser katastrophalen militärischen Lage, jeder Gedanke daran, den Vorstoß des Feindes auf die eigene Hauptstadt noch abzuwehren oder den Russen die Initiative auf irgendeine Weise nochmals zu entwinden, jeder Gedanke an heroischen Widerstand - alles wurde durch die wenigen Berichte zunichte gemacht, die aus den Trümmern der einst so stolzen, scheinbar unbezwingbaren Wehrmacht noch in den Führerbunker gelangten.
Hitler hörte apathisch zu, als ihm die Berichte vorgetragen wurden. Doch plötzlich ließ er die Maske gefasster Ruhe fallen und erging sich in einem Sturm hysterischer Tiraden. Niemand konnte vor ihm bestehen, niemand verdiente seine Achtung. Sein ganzes Umfeld bestehe aus inkompetenten, korrupten, verräterischen Schwächlingen.
Der Anklageschwall zog sich unendlich in die Länge und raubte allen Anwesenden den letzten Rest an Selbstachtung, Energie und Hoffnung. Der Historiker Joachim Fest schildert in seiner Hitler-Biographie eine Szene, die einer Wagner-Oper würdig gewesen wäre: »Während er sprach, schüttelte er die Fäuste, Tränen rannen ihm über die Wangen, und wie immer in den großen Entzauberungskatastrophen seines Lebens brach mit der einen, hysterisch auf die äußerste Spitze getriebenen Erwartung alles zusammen. Das Ende sei jetzt da, sagte er; er könne nicht mehr weiter, ihm bleibe nur noch der Tod; hier in der Stadt werde er ihn erwarten.«
Hitlers Ausbruch war so überwältigend, dass einige der Anwesenden glaubten, jetzt sei er völlig verrückt geworden. Am Tag nach dieser geradezu psychotischen Episode wurde ein Korpskommandeur in den Führerbunker beordert, um den Auftrag zu einem Himmelfahrtskommando entgegenzunehmen: die Hauptstadt zu verteidigen.

General Hellmuth Weidling
General Hellmuth Weidling war entsetzt, als er seinen Führer hinter einem mit Karten übersäten Tisch sitzen sah, mit aufgedunsenem Gesicht »und fiebrigen Augen. Als er versuchte aufzustehen, musste er zu meinem Erschrecken sehen, dass seine Hände und Beine permanent zitterten.
Mit gequältem Lächeln schüttelte er ihm die Hand und fragte mit kaum hörbarer Stimme, ob man sich schon einmal begegnet sei. Als Hitler sich wieder setzte, bemerkte Weidling, dass sein linkes Bein weiter in Bewegung war; wie ein Pendel schwang das Knie hin und her, nur schneller.
Wenn Hitler bereits aufgrund der ihm bekannten Lage in panische Hysterie verfiel, so hätte ihm das, was er (noch) nicht wusste, gewiss den letzten Verstand geraubt. Vor allem zwei kurz nacheinander im Führerbunker eintreffende Berichte waren es, die die Stimmung der Bewohner weiter verdüsterten, sofern dies überhaupt noch möglich war:

Heinrich Himmlers Seperatfriedensangebot sollte mit einem Transfer von tausenden Häftlingen aus Konzentrationslagern eröffnet werden, nur wurden die Schiffe, wie zum Beispiel die Cap Arcona, vollbeladen mit nach Schweden zu transferierenden Häftlingen von britischen Bombern gnadenlos versenkt!
Himmler hatte, ohne Hitlers Wissen, über den schwedischen Grafen Bernadotte Geheimverhandlungen mit den Westalliierten über einen Separatfrieden begonnen. Er präsentierte sich Graf Bernadotte als der »einzige vernünftige Mann, der in ganz Europa noch verblieben ist«, überlegte aber gleichzeitig, wie er die Ukraine mit Hilfe einer religiösen Sekte, die ihm sein Masseur empfohlen hatte, kolonisieren könnte.
Natürlich hatten die Alliierten kein Interesse mehr daran, über irgendetwas anderes zu verhandeln als über eine bedingungslose Kapitulation - Ziel war schließlich die Vernichtung des Deutschen Reiches!
So führten Himmlers Verhandlungen zu nichts - außer dass die Nachrichtenagentur Reuters sie am späten Abend des 28. April publik machte.

Generalfeldmarschall Robert Ritter von Greim wurde 26.April von Hanna Reitsch in einem Fieseler Storch in den Berliner Kessel eingeflogen
Hitler befand sich gerade im Gespräch mit Luftwaffen-Generalfeldmarschall Robert Ritter von Greim, als sein Diener mit dieser Meldung erschien. Wie von Greim berichtete, lief der Führer purpurrot an.
Auf diese Nachricht folgte am nächsten Tag die Kunde, dass italienische Partisanen Mussolini und seine Geliebte , die in die Schweiz fliehen wollten, in der Kleinstadt Mezzagra gefangen genommen und umstandslos erschossen hätten. Die Leichen seien nach Mailand gebracht und dort an einer Tankstelle an der Piazzale Loreto kopfüber aufgehängt worden.

Das Ende von Mussolini an einer Mailänder Tankstelle...
Der Mob habe sich auf seine Weise an den zur Schau gestellten Toten gerächt. Als Hitler diese Nachricht hörte, begann er mit den Vorbereitungen zu seinem Selbstmord. Er werde es ihnen schon zeigen, diesen »kleinbürgerlichen Reaktionären«, die glaubten, sie hätten ihn besiegt. Ohne ihn werde Deutschland führerlos sein - ein Aas, an dem die verdammten Alliierten wie die Geier nach Belieben herumpicken konnten...
Die meisten Berichte von Anwesenden, die diesen letzten Tag im Führerbunker überlebten, besagen übereinstimmend, dass sich Hitler, nachdem er am 29. April den größten Teil des Abends damit verbracht hatte, sein politisches Testament zu verfassen, mit Eva Braun in seine Privaträume zurückzog. Dort empfing er noch vereinzelte Besucher aus den Reihen der immer kleiner werdenden Bunkerbesatzung. Irgendwann im Verlauf des Nachmittags des 30. April nahmen sich Hitler und Braun dann das Leben. Eva Braun benutzte Gift, Hitler seine Pistole. In Befolgung von Hitlers letztem Wunsch brachten Untergebene die beiden Leichen an die Oberfläche und verbrannten sie im Garten der zerstörten Reichskanzlei...
Einige Tage später entdeckten Russen dort die Überreste.
Nahm sich Hitler also aus eigenem Entschluss und mit eigener Hand das Leben? Ohne jeden Zweifel war er hysterisch, aber er war nicht von Sinnen. Weder der Wahnsinn noch der Vormarsch des Feindes, der zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige hundert Meter entfernt im Tiergarten stand, noch die Beschwörungen Goebbels' oder anderer hatten Hitler zu diesem Schritt gezwungen. Auch waren es keine tieferen kulturell verankerten Impulse, die ihn zur Selbstzerstörung trieben. Es handelte sich nicht um einen rituellen Akt, wie beim Seppuku der Japaner. Hitler wollte durch seinen Selbstmord weder seine Ehre zurückgewinnen noch seinen Tod auf irgendeine Weise veredeln. Seine Selbsttötung war schlicht und einfach ein Akt des Trotzes. Er nahm sich mit derselben Einstellung das Leben, die sich auch in seinem Nero-Befehl zur Selbstvernichtung Deutschlands zeigte. Er wollte die Geschichte bestrafen, indem er sich einfach absentierte.
Goebbels folgte mit seiner Familie in kurzem Abstand. Wie er in einem Zusatz zu Hitlers politischem Testament schrieb, habe er sich entgegen Hitlers Befehl entschlossen, »... an der Seite des Führers ein Leben zu beenden, das für mich persönlich keinen Wert mehr besitzt«. Nach einem halbherzigen Versuch, mit den Russen zu verhandeln, tötete Goebbels seine fünf Kinder, seine Frau und sich selbst. Auch Heinrich Himmlers Versuch, sich als Friedensstifter zu profilieren, endete ähnlich; wenige Tage nach Hitler und Goebbels beging er angeblich Selbstmord, an dessen Ablauf jedoch berechtigte Zweifel kursieren, wonach der britische Geheimdienst Himmler ermorden lies.
Göring indes war immer noch am Leben; er wurde bald darauf gefangen genommen und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess vor Gericht gestellt. Was aus Martin Bormann, dem zu diesem Zeitpunkt nach Hitler zweitmächtigsten Politiker in Deutschland, wurde, ist nicht bekannt. Man nimmt an, dass er getötet wurde, als er versuchte, noch in letzter Minute aus dem Führerbunker zu entkommen. Sein Leichnam wurde niemals gefunden. Letzte Ungewissheiten über Hitlers Schicksal wurden niemals ganz beseitigt.

ein 90-jähriger Hitler in einem chilenisch/argentinischen Altersheim? Bilder wie diese sollen das angeblich beweisen...

gegenüber von Hitler Beweisen, wonach er überlebt hätte, gibt es diese Schädelfragmente Hitlers, die bis heute in einem russischen Geheimdienstarchiv lagern. Die Reste seiner Leiche lagen bis 1970 auf einem sowjetischen Militärgelände in Magdeburg, ehe sie ausgegraben und verbrannt wurden. Die Asche streute man in die Kanalisation...
Hitlers Tod wurde ausgerechnet von Admiral Canaris im Rundfunk bekannt gegeben, der ein erwiesener Hochverräter war...
Stalin glaubte nicht, dass Hitler tot war. Wie der sowjetische Historiker Dmitri Wolkogonow berichtet, interessierte sich der Diktator intensiv für das Schicksal seines Todfeindes: »Stalins Triumph wäre komplett gewesen, wenn es ihm gelungen wäre, den NS-Führer lebendig zu fangen und ihn von einem internationalen Tribunal aburteilen zu lassen.«[...]
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 02.02.09 17:30 ]
The Real Blaze
Hitler als Gefangener nach Moskau gebracht...
Obwohl Hitlers Überreste von sowjetischen Truppen entdeckt wurden, war Stalin anscheinend nicht bereit, seinen eigenen gerichtsmedizinischen Experten zu vertrauen. Als er im Juli zur Potsdamer Konferenz der Alliierten kam, verblüffte er den amerikanischen Außenminister James Byrnes mit der These, Hitler sei noch am Leben und halte sich irgendwo in Deutschland versteckt.
Stalin war bei weitem nicht der Einzige, der einen solchen Verdacht äußerte. Fluchtgerüchte schwirrten weiterhin durch die Luft, nicht nur bezüglich Hitlers Entkommen, sondern auch mit Bezug auf Martin Bormann. Weil die Vertreter der Nürnberger Siegerjustiz, die damals gerade das Verfahren gegen die NS-Elite vorbereiteten, nicht sicher sein konnten, dass Hitler wirklich tot war, setzten sie seinen Namen für alle Fälle mit auf die Liste der Angeklagten.
All dies wirft deshalb schon die Frage auf: Was wäre gewesen, wenn Hitler sich entschlossen hätte weiterzuleben?
Im Falle Hitlers ist es überhaupt nicht schwer, sich einen Alternativverlauf der Geschichte ohne seinen Selbstmord glaubwürdig vorzustellen. Als Reaktion auf genau dieselben Umstände und mit derselben Mischung aus Realitätssinn und Selbsttäuschung hätte Hitler am Ende genauso leicht zu dem Schluss kommen können, dass er sich nicht selbst umbringen wolle. Man braucht aber nur diesen Entschluss zum Selbstmord zu ändern, und schon hat sich alles von Grund auf verändert.
Ein gewisses Maß an Kontrolle kann man sich bei jedem Alternativszenario allein schon dadurch auferlegen, dass man sich nicht weiter in die Zukunft vorwagt, als es eine ernst zu nehmende Prognose vermöchte.
Wie weit hätte man im April 1945 begründet in die Zukunft vorausschauen können? Es sind verschiedene Antworten möglich, aber die gewählte Grenze sollte man auch mit seinem Alternativszenario nicht überschreiten.
Im April 1945 harrten sehr reale, wichtige Zukunftsfragen einer Antwort. Staatsmänner, Politiker und Soldaten auf der ganzen Welt - sie alle waren auf Vermutungen angewiesen, wie es in einer höchst unsicheren, Ungewissen Welt wohl weitergehen werde. Aber sie entschieden sich für eine Annahme und handelten danach. Man weiß beispielsweise, dass es zwischen den Alliierten keine Übereinstimmung in der Frage gab, was mit den Führern des besiegten Deutschen Reiches geschehen solle - ausgeschlossen war gegen Ende des Krieges eine standrechtliche Erschießung. Somit mussten zu diesem Zeitpunkt vorrangig alle erreichbaren NS-Führer aufgespürt und interniert werden. Nach einer Verständigung der Alliierten untereinander blieb als Nächstes die Aufgabe, die Prozessmaschinerie der Siegerjustiz in Gang zu setzen. All dies brauchte Zeit. Göring verbrachte diese Zwischenzeit mit Frau und Tochter in der Sicherheit und relativen Bequemlichkeit seines Gewahrsams bei den Westalliierten. Die von den Russen ergriffenen Deutschen konnten sich einer solchen Sicherheit und Bequemlichkeit hingegen nicht erfreuen.
Wenn man sich also einen überlebenden Hitler vorstellt, der die Schlacht um Berlin heil überstanden hätte, dann sieht man, dass ein Teil der bestehenden Szenarioeckdaten bereits einige Aussagen vorfertigten. Man weiß, dass General Weidlings Stabschef und mehrere andere offizielle Vertreter am Mittag des 2. Mai um 12.50 Uhr an der Potsdamer Brücke zum Zeichen der Kapitulation die Weiße Fahne hissten, dass sie umgehend in Generaloberst Tschuikows Hauptquartier gebracht wurden und dass unverzüglich ein Waffenstillstand arrangiert wurde. Man weiß ebenfalls, dass ungefähr um dieselbe Zeit russische Truppen die Reichskanzlei einnahmen und nach einigem Durcheinander auch den Führerbunker entdeckten. Wir können uns leicht einen resignierten, sogar indifferenten Hitler vorstellen, der noch am Leben ist, nachdem er General Weidling angewiesen hat, eine Waffenruhe herbeizuführen. Vielleicht hegt er noch immer die Vorstellung von einem Verhandlungsfrieden; aber er hat natürlich nichts mehr in der Hand, worüber er verhandeln könnte. Ebenfalls kann man festhalten, dass die Russen nicht gerade verhandlungsbereit waren, nachdem sie gerade erst allein bei der Eroberung Berlins 100000 Tote zu beklagen hatten.
Hitler wäre auf schnellstem Wege zu einem der beiden kommandierenden Generäle der Russen, Schukow oder Tschuikow, gebracht worden. Umgehend hätte man Stalin eine Nachricht von der Gefangennahme geschickt, gleich darauf auch den Rest der Welt informiert.
Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte sich der Gefangene Hitler noch vor Ablauf desselben Tages auf dem Weg nach Moskau befunden.
Die Variante von Hitlers gelungener Flucht
Wie wahrscheinlich wäre es gewesen, dass Hitler dem Selbstmord die Flucht vorgezogen hätte? Genau davon gingen viele damals aus.

der zerstörte Reichstag in Berlin - Für Hitler gab es bis zum Schluß eine realistische Chance erfolgreich zu fliehen
Es gibt gesicherte Zeugnisse darüber, wie eine solche Flucht zu dieser Zeit und an diesem Ort wohl verlaufen wäre. Sie wäre damals vielleicht gerade noch möglich gewesen. In den chaotischen letzten Stunden des Krieges suchten draußen verschiedene kleine Gruppen ihr Heil in der Flucht - in einer total zerstörten Stadt, unter Artilleriefeuer und im Gewehrfeuer der Straßenkämpfe.
Die Erfolgsaussichten waren minimal. Nach Hitlers und Goebbels' Selbstmorden versuchte ein zusammengewürfelter Haufen aus Soldaten, Sekretärinnen und Parteibonzen, darunter Hitlers Stellvertreter Martin Bormann, durch die Ausgänge der Neuen Staatskanzlei in die Stadt zu entkommen. Man wollte sich den Weg in den Nordwesten der Stadt bahnen. Doch alle wurden getötet oder gefangen genommen. Bormanns Leichnam wurde nicht aufgefunden.
Andere wurden stärker vom Kriegsglück begünstigt. Zum Beispiel Major Willi Johannmeier, Hitlers Heeresadjutant; er wurde damit beauftragt, ein Exemplar von Hitlers letztem Testament zu Feldmarschall Schoerner, dem neu ernannten Oberkommandierenden der Wehrmacht, zu bringen. Sein Weg hätte auch Hitlers Fluchtweg sein können...
Zwei weitere untergeordnete Funktionäre, Wilhelm Zander und Heinz Lorenz, wurden auf ähnliche Missionen geschickt. Ergänzt wurde diese Gruppe durch einen glücklichen Obergefreiten namens Hummerich, der wahrscheinlich Major Johannmeier assistieren sollte.
Johannmeier, ein erfahrener und versierter Soldat, sollte die Gruppe sicher durch die feindlichen Reihen in das noch von Deutschen kontrollierte Gebiet führen. Seine Fähigkeiten wurden sogleich einem Härtetest unterworfen. Denn die Russen hatten drei Belagerungsringe um das Stadtzentrum errichtet: an der Siegessäule, am Bahnhof Zoo und in Picheisdorf.
Johannmeier und seine Gruppe mussten sich in den Abschnitt Pichelsdorf durchschlagen. Am Mittag des 29. April verließen die vier Männer die Reichskanzlei durch den Garagenausgang in der Hermann-Göring-Straße und hielten sich westwärts, um durch den Tiergarten nach Pichelsdorf am nördlichsten Ende des Havelsees zu gelangen. Zwischen vier und fünf Uhr nachmittags erreichte die Gruppe, nachdem sie stundenlang sowjetischen Soldaten ausgewichen war, den Abschnitt Pichelsdorf, der sich damals gerade noch in deutscher Hand befand. Verteidigt wurde er von einem Bataillon der Hitlerjugend, das dringend auf Verstärkung hoffte.
Johannmeier und seine Gruppe warteten bis zur Dunkelheit, bevor sie sich in kleinen Booten auf den See begaben und nach Süden in eine andere von den Deutschen gehaltene Enklave am Westufer des Wannsees fuhren. Dort konnte Johannmeier einen Funkspruch an Admiral Dönitz absetzen, in dem er darum bat, mit einem Wasserflugzeug evakuiert zu werden. Nachdem sich die Gruppe fast den ganzen Tag in einem Bunker aufgehalten hatte, setzte sie auf die Pfaueninsel über, um dort auf die Rettung durch das von Dönitz geschickte Wasserflugzeug zu warten.

Die Pfaueninsel hätte einer der letzten Fluchtpunkte Hitlers sein können, wenn er bei der Gruppe Johannmeier dabei gewesen wäre.
Inzwischen war noch eine weitere Flüchtlingsgruppe aus dem
Führerbunker hinzugekommen. Am Morgen des 29. April, gerade als sich Johannmeier und seine Leute auf den Abmarsch vorbereiteten, hatten Major Baron Freytag von Loringhoven, Rittmeister Gerhard Boldt und ein Oberstleutnant namens Weiß um die Erlaubnis zu einem Fluchtversuch gebeten und diese auch erhalten, um sich General Wencks nur auf dem Papier existierender Entsatzarmee anzuschließen.

Major Baron Freytag von Loringhoven
Am folgenden Tag, dem 30. April, hatten sie dieselbe, inzwischen noch gefährlicher gewordene Route nach Westen genommen wie Johannmeier mit seiner Gruppe. Die Russen waren in der Zwischenzeit bis auf wenige Straßen an die Reichskanzlei herangekommen und lagen bereits am Luftfahrtministerium.
Auch im Abschnitt Pichelsdorf an der Havel war der russische Belagerungsring inzwischen fast vollständig geschlossen. Freytag und seine Gruppe hatten sich bereits auf den Weg gemacht, als sich ihnen noch ein weiterer Offizier anschloss, Oberst Nicolaus von Below, Hitlers Luftwaffenadjutant.

Oberst Nicolaus von Below (rechts hinter Hitler) war der letzte aus dem Führerbunker vor Hitlers Selbstmord
Below scheint tatsächlich der Letzte gewesen zu sein, der den Führerbunker vor Hitlers Selbstmord verließ, Hitler hätte also auch hier noch den Anschluß gefunden...
All diese Flüchtlinge hatten sich eine Zeit lang am Wannsee versammelt, um auf das rettende Wasserflugzeug zu warten. Ein solches kam endlich auch tatsächlich, aber sein Pilot entschloss sich angesichts des heftigen Beschusses durch die Feinde im inneren Konflikt zwischen vernünftiger Abwägung und sinnloser Tapferkeit für die Vernunft und flog von dannen, ohne die wartenden Passagiere an Bord genommen zu haben.
Nun waren alle auf sich selbst gestellt. Allein oder in Zweiergruppen konnten sich die meisten Flüchtlinge noch aus dem Staub machen, wurden später jedoch größtenteils gefangen genommen. Johannmeier und seine Gruppe schlugen sich über Potsdam nach Brandenburg durch und überquerten die Elbe bei Magdeburg. Sie gaben sich als Fremdarbeiter aus und kamen einige Tage später auch durch die Reihen des Feindes.
Johannmeier setzte seine Reise einfach in die westfälische Heimat fort. Dort vergrub er Hitlers Testament in einem großen Glas in seinem Garten. Zander gelang es, sich ebenso wie Axmann, der Chef der Hitlerjugend, nach Bayern durchzuschlagen. Nicolaus von Below schrieb sich als Jurastudent in Bonn ein, wo ihn die Alliierten später aus dem Hörsaal holten.
All diese Männer waren jedoch beträchtlich jünger, gesünder und körperlich leistungsfähiger als Hitler. Die Vorstellung, dass Hitler mit all diesen Schwierigkeiten zurechtgekommen wäre, scheidet als Alternative schon deshalb aus, weil sie Hitlers Geistes- und Körperzustand nicht im Geringsten entsprach; er wäre den Anforderungen einer solchen Flucht keineswegs gewachsen gewesen. Das einzige was also vorstellbar war, wäre wenn überhaupt zu dieser Zeit, ein gelandetes Wasserflugzeug vor der Pfaueninsel gewesen, um Hitler so aus den Berliner Kessel zu holen...[...]
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 24.06.08 18:53 ]
Obwohl Hitlers Überreste von sowjetischen Truppen entdeckt wurden, war Stalin anscheinend nicht bereit, seinen eigenen gerichtsmedizinischen Experten zu vertrauen. Als er im Juli zur Potsdamer Konferenz der Alliierten kam, verblüffte er den amerikanischen Außenminister James Byrnes mit der These, Hitler sei noch am Leben und halte sich irgendwo in Deutschland versteckt.
Stalin war bei weitem nicht der Einzige, der einen solchen Verdacht äußerte. Fluchtgerüchte schwirrten weiterhin durch die Luft, nicht nur bezüglich Hitlers Entkommen, sondern auch mit Bezug auf Martin Bormann. Weil die Vertreter der Nürnberger Siegerjustiz, die damals gerade das Verfahren gegen die NS-Elite vorbereiteten, nicht sicher sein konnten, dass Hitler wirklich tot war, setzten sie seinen Namen für alle Fälle mit auf die Liste der Angeklagten.
All dies wirft deshalb schon die Frage auf: Was wäre gewesen, wenn Hitler sich entschlossen hätte weiterzuleben?
Im Falle Hitlers ist es überhaupt nicht schwer, sich einen Alternativverlauf der Geschichte ohne seinen Selbstmord glaubwürdig vorzustellen. Als Reaktion auf genau dieselben Umstände und mit derselben Mischung aus Realitätssinn und Selbsttäuschung hätte Hitler am Ende genauso leicht zu dem Schluss kommen können, dass er sich nicht selbst umbringen wolle. Man braucht aber nur diesen Entschluss zum Selbstmord zu ändern, und schon hat sich alles von Grund auf verändert.
Ein gewisses Maß an Kontrolle kann man sich bei jedem Alternativszenario allein schon dadurch auferlegen, dass man sich nicht weiter in die Zukunft vorwagt, als es eine ernst zu nehmende Prognose vermöchte.
Wie weit hätte man im April 1945 begründet in die Zukunft vorausschauen können? Es sind verschiedene Antworten möglich, aber die gewählte Grenze sollte man auch mit seinem Alternativszenario nicht überschreiten.
Im April 1945 harrten sehr reale, wichtige Zukunftsfragen einer Antwort. Staatsmänner, Politiker und Soldaten auf der ganzen Welt - sie alle waren auf Vermutungen angewiesen, wie es in einer höchst unsicheren, Ungewissen Welt wohl weitergehen werde. Aber sie entschieden sich für eine Annahme und handelten danach. Man weiß beispielsweise, dass es zwischen den Alliierten keine Übereinstimmung in der Frage gab, was mit den Führern des besiegten Deutschen Reiches geschehen solle - ausgeschlossen war gegen Ende des Krieges eine standrechtliche Erschießung. Somit mussten zu diesem Zeitpunkt vorrangig alle erreichbaren NS-Führer aufgespürt und interniert werden. Nach einer Verständigung der Alliierten untereinander blieb als Nächstes die Aufgabe, die Prozessmaschinerie der Siegerjustiz in Gang zu setzen. All dies brauchte Zeit. Göring verbrachte diese Zwischenzeit mit Frau und Tochter in der Sicherheit und relativen Bequemlichkeit seines Gewahrsams bei den Westalliierten. Die von den Russen ergriffenen Deutschen konnten sich einer solchen Sicherheit und Bequemlichkeit hingegen nicht erfreuen.
Wenn man sich also einen überlebenden Hitler vorstellt, der die Schlacht um Berlin heil überstanden hätte, dann sieht man, dass ein Teil der bestehenden Szenarioeckdaten bereits einige Aussagen vorfertigten. Man weiß, dass General Weidlings Stabschef und mehrere andere offizielle Vertreter am Mittag des 2. Mai um 12.50 Uhr an der Potsdamer Brücke zum Zeichen der Kapitulation die Weiße Fahne hissten, dass sie umgehend in Generaloberst Tschuikows Hauptquartier gebracht wurden und dass unverzüglich ein Waffenstillstand arrangiert wurde. Man weiß ebenfalls, dass ungefähr um dieselbe Zeit russische Truppen die Reichskanzlei einnahmen und nach einigem Durcheinander auch den Führerbunker entdeckten. Wir können uns leicht einen resignierten, sogar indifferenten Hitler vorstellen, der noch am Leben ist, nachdem er General Weidling angewiesen hat, eine Waffenruhe herbeizuführen. Vielleicht hegt er noch immer die Vorstellung von einem Verhandlungsfrieden; aber er hat natürlich nichts mehr in der Hand, worüber er verhandeln könnte. Ebenfalls kann man festhalten, dass die Russen nicht gerade verhandlungsbereit waren, nachdem sie gerade erst allein bei der Eroberung Berlins 100000 Tote zu beklagen hatten.
Hitler wäre auf schnellstem Wege zu einem der beiden kommandierenden Generäle der Russen, Schukow oder Tschuikow, gebracht worden. Umgehend hätte man Stalin eine Nachricht von der Gefangennahme geschickt, gleich darauf auch den Rest der Welt informiert.
Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte sich der Gefangene Hitler noch vor Ablauf desselben Tages auf dem Weg nach Moskau befunden.
Die Variante von Hitlers gelungener Flucht
Wie wahrscheinlich wäre es gewesen, dass Hitler dem Selbstmord die Flucht vorgezogen hätte? Genau davon gingen viele damals aus.

der zerstörte Reichstag in Berlin - Für Hitler gab es bis zum Schluß eine realistische Chance erfolgreich zu fliehen
Es gibt gesicherte Zeugnisse darüber, wie eine solche Flucht zu dieser Zeit und an diesem Ort wohl verlaufen wäre. Sie wäre damals vielleicht gerade noch möglich gewesen. In den chaotischen letzten Stunden des Krieges suchten draußen verschiedene kleine Gruppen ihr Heil in der Flucht - in einer total zerstörten Stadt, unter Artilleriefeuer und im Gewehrfeuer der Straßenkämpfe.
Die Erfolgsaussichten waren minimal. Nach Hitlers und Goebbels' Selbstmorden versuchte ein zusammengewürfelter Haufen aus Soldaten, Sekretärinnen und Parteibonzen, darunter Hitlers Stellvertreter Martin Bormann, durch die Ausgänge der Neuen Staatskanzlei in die Stadt zu entkommen. Man wollte sich den Weg in den Nordwesten der Stadt bahnen. Doch alle wurden getötet oder gefangen genommen. Bormanns Leichnam wurde nicht aufgefunden.
Andere wurden stärker vom Kriegsglück begünstigt. Zum Beispiel Major Willi Johannmeier, Hitlers Heeresadjutant; er wurde damit beauftragt, ein Exemplar von Hitlers letztem Testament zu Feldmarschall Schoerner, dem neu ernannten Oberkommandierenden der Wehrmacht, zu bringen. Sein Weg hätte auch Hitlers Fluchtweg sein können...
Zwei weitere untergeordnete Funktionäre, Wilhelm Zander und Heinz Lorenz, wurden auf ähnliche Missionen geschickt. Ergänzt wurde diese Gruppe durch einen glücklichen Obergefreiten namens Hummerich, der wahrscheinlich Major Johannmeier assistieren sollte.
Johannmeier, ein erfahrener und versierter Soldat, sollte die Gruppe sicher durch die feindlichen Reihen in das noch von Deutschen kontrollierte Gebiet führen. Seine Fähigkeiten wurden sogleich einem Härtetest unterworfen. Denn die Russen hatten drei Belagerungsringe um das Stadtzentrum errichtet: an der Siegessäule, am Bahnhof Zoo und in Picheisdorf.
Johannmeier und seine Gruppe mussten sich in den Abschnitt Pichelsdorf durchschlagen. Am Mittag des 29. April verließen die vier Männer die Reichskanzlei durch den Garagenausgang in der Hermann-Göring-Straße und hielten sich westwärts, um durch den Tiergarten nach Pichelsdorf am nördlichsten Ende des Havelsees zu gelangen. Zwischen vier und fünf Uhr nachmittags erreichte die Gruppe, nachdem sie stundenlang sowjetischen Soldaten ausgewichen war, den Abschnitt Pichelsdorf, der sich damals gerade noch in deutscher Hand befand. Verteidigt wurde er von einem Bataillon der Hitlerjugend, das dringend auf Verstärkung hoffte.
Johannmeier und seine Gruppe warteten bis zur Dunkelheit, bevor sie sich in kleinen Booten auf den See begaben und nach Süden in eine andere von den Deutschen gehaltene Enklave am Westufer des Wannsees fuhren. Dort konnte Johannmeier einen Funkspruch an Admiral Dönitz absetzen, in dem er darum bat, mit einem Wasserflugzeug evakuiert zu werden. Nachdem sich die Gruppe fast den ganzen Tag in einem Bunker aufgehalten hatte, setzte sie auf die Pfaueninsel über, um dort auf die Rettung durch das von Dönitz geschickte Wasserflugzeug zu warten.

Die Pfaueninsel hätte einer der letzten Fluchtpunkte Hitlers sein können, wenn er bei der Gruppe Johannmeier dabei gewesen wäre.
Inzwischen war noch eine weitere Flüchtlingsgruppe aus dem
Führerbunker hinzugekommen. Am Morgen des 29. April, gerade als sich Johannmeier und seine Leute auf den Abmarsch vorbereiteten, hatten Major Baron Freytag von Loringhoven, Rittmeister Gerhard Boldt und ein Oberstleutnant namens Weiß um die Erlaubnis zu einem Fluchtversuch gebeten und diese auch erhalten, um sich General Wencks nur auf dem Papier existierender Entsatzarmee anzuschließen.

Major Baron Freytag von Loringhoven
Am folgenden Tag, dem 30. April, hatten sie dieselbe, inzwischen noch gefährlicher gewordene Route nach Westen genommen wie Johannmeier mit seiner Gruppe. Die Russen waren in der Zwischenzeit bis auf wenige Straßen an die Reichskanzlei herangekommen und lagen bereits am Luftfahrtministerium.
Auch im Abschnitt Pichelsdorf an der Havel war der russische Belagerungsring inzwischen fast vollständig geschlossen. Freytag und seine Gruppe hatten sich bereits auf den Weg gemacht, als sich ihnen noch ein weiterer Offizier anschloss, Oberst Nicolaus von Below, Hitlers Luftwaffenadjutant.

Oberst Nicolaus von Below (rechts hinter Hitler) war der letzte aus dem Führerbunker vor Hitlers Selbstmord
Below scheint tatsächlich der Letzte gewesen zu sein, der den Führerbunker vor Hitlers Selbstmord verließ, Hitler hätte also auch hier noch den Anschluß gefunden...
All diese Flüchtlinge hatten sich eine Zeit lang am Wannsee versammelt, um auf das rettende Wasserflugzeug zu warten. Ein solches kam endlich auch tatsächlich, aber sein Pilot entschloss sich angesichts des heftigen Beschusses durch die Feinde im inneren Konflikt zwischen vernünftiger Abwägung und sinnloser Tapferkeit für die Vernunft und flog von dannen, ohne die wartenden Passagiere an Bord genommen zu haben.
Nun waren alle auf sich selbst gestellt. Allein oder in Zweiergruppen konnten sich die meisten Flüchtlinge noch aus dem Staub machen, wurden später jedoch größtenteils gefangen genommen. Johannmeier und seine Gruppe schlugen sich über Potsdam nach Brandenburg durch und überquerten die Elbe bei Magdeburg. Sie gaben sich als Fremdarbeiter aus und kamen einige Tage später auch durch die Reihen des Feindes.
Johannmeier setzte seine Reise einfach in die westfälische Heimat fort. Dort vergrub er Hitlers Testament in einem großen Glas in seinem Garten. Zander gelang es, sich ebenso wie Axmann, der Chef der Hitlerjugend, nach Bayern durchzuschlagen. Nicolaus von Below schrieb sich als Jurastudent in Bonn ein, wo ihn die Alliierten später aus dem Hörsaal holten.
All diese Männer waren jedoch beträchtlich jünger, gesünder und körperlich leistungsfähiger als Hitler. Die Vorstellung, dass Hitler mit all diesen Schwierigkeiten zurechtgekommen wäre, scheidet als Alternative schon deshalb aus, weil sie Hitlers Geistes- und Körperzustand nicht im Geringsten entsprach; er wäre den Anforderungen einer solchen Flucht keineswegs gewachsen gewesen. Das einzige was also vorstellbar war, wäre wenn überhaupt zu dieser Zeit, ein gelandetes Wasserflugzeug vor der Pfaueninsel gewesen, um Hitler so aus den Berliner Kessel zu holen...[...]
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 24.06.08 18:53 ]
The Real Blaze
Hitler als Angeklagter
Wie der britische Historiker Hugh Trevor-Roper mit gutem Grund schreibt sind Mythen, »nicht wie Wahrheiten; sie stellen den Triumph der Leichtgläubigkeit über die Evidenz dar«.
Sofort nach Kriegsende erhielt Trevor-Roper Zugang zu den alliierten Geheimdienstberichten und Verhörprotokollen, damit er Licht in das verwirrende Dunkel der letzten Tage Hitlers bringe - und dadurch mittelbar auch Hitlers Schicksal endgültig kläre.
Auslöser für Trevor-Ropers Auftrag waren die Gerüchte, die im Sommer 1945 in ganz Europa umherschwirrten: Hitler sei letztlich doch entkommen, hieß es. Er halte sich in Bayern versteckt - oder in Nahost. Nach anderen Versionen hatte er sich bis zur Ostseeküste durchgeschlagen, war dort von einem U-Boot gerettet worden und lebte jetzt inmitten seiner Sympathisanten irgendwo in Südamerika.
Solche Gerüchte begeisterten nicht nur die Leichtgläubigen. Selbst Stalin überraschte bei der Potsdamer Konferenz im Juli den amerikanischen Außenminister mit dem Argument, Hitler sei noch am Leben und halte sich versteckt.
Die alliierten Ankläger achteten bei der Abfassung ihrer Anklageschrift gegen die führenden NS-Führer darauf, dass Adolf Hitler auf jeden Fall angeklagt wurde, wenn auch nur in Abwesenheit.
Nehmen wir also an, Hitler hätte überlebt, dann wäre er zweifellos sofort nach Moskau gebracht worden. Doch diese plausibelste aller Alternativen führt uns sogleich zu einer sehr wichtigen Frage: Wäre Hitler in Moskau geblieben, um dort abgeurteilt zu werden, oder hätte man ihn zum Hauptverfahren nach Nürnberg gebracht?
Die Alliierten hatten vereinbart, ihre Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg, also in der amerikanischen Besatzungszone, abzuhalten, weil die meisten der Haupttäter von Briten und Amerikanern festgenommen worden waren. Die Russen hatten nur sehr wenige Täter in ihrer Gewalt - und zwar aus einem einleuchtenden Grund: Alle NS-Führer hatten versucht nach Westen zu entkommen, weil ihnen, wie sie annahmen, aus dieser Richtung unmittelbar die geringsten Gefahren drohten.
Rechnet man jedoch Hitler zu den in russischer Gewalt befindlichen Gefangenen hinzu, dann geht diese Rechnung nicht mehr so glatt auf. Tatsächlich machten die Russen keine großen Schwierigkeiten beim Verhandlungsort; Hauptsache, es fand überhaupt ein Prozess statt.
Doch wären sie auch so entgegenkommend gewesen, wenn Hitler im Moskauer Lubjanka-Gefängnis gesessen hätte? Oder hätten sie dann auf einem großen Schauprozess in Moskau bestanden?
Es gibt keine Möglichkeit, dies wirklich zu wissen.
Wir können jedoch ganz sicher sein, dass ein lebender Hitler, wäre er nach Nürnberg gebracht worden, für die Alliierten ein beträchtliches Problem dargestellt hätte.
Die nahliegende Frage wäre zweifellos gewesen, ob Hitler überhaupt verhandlungstauglich gewesen wäre. Wo immer er inhaftiert gewesen wäre, man hätte ihn mit Sicherheit korrekt, aber nicht übertrieben freundlich behandelt. Stalin hatte - ebenso wie die Briten und Amerikaner, als sie einem internationalen Tribunal endlich im Prinzip zustimmten -gehofft, Hitler und den ganzen Faschismus vor Gericht bringen zu können. Für ein solches Ereignis wäre ein lädierter oder geistig angeschlagener Hitler allerdings nur von begrenztem Wert gewesen.
Im Gefängnis, wo Hitler nicht länger allein über seine Zeit, seine Ernährung und seine Arzneien hätte entscheiden dürfen und wo er den Klauen des üblen Dr. Morell entrissen gewesen wäre, hätte sich sein körperlicher Zustand möglicherweise gebessert. Den meisten Angeklagten der Nürnberger Prozesse ging es sehr wohl gut. Sogar auf den zügellosen, korpulenten Hermann Göring hatte der Gefängnisalltag eine positive Wirkung: Von seiner Drogenabhängigkeit befreit, verlor er mehr als 35 Kilo Gewicht. Hätte Göring nicht kurz vor seiner Hinrichtung Selbstmord verübt, er wäre als wesentlich gesünderer Mann zum Galgen gegangen...
Sich Hitlers Geisteszustand nach der Gefangennahme vorzustellen, ist viel unproblematischer möglich, als man denken würde. Der Freiheitsentzug und das Leben auf engem Raum hätten als solche für jemanden, der schon aus freien Stücken so sehr dazu neigte, sich zu vergraben, kaum Schrecken mit sich gebracht.

Hitler mit Adjutant Below bei einem seltenen Spaziergang nahe des Führerhauptquartiers Wolfsschanze, Sommer 1944
Wie wir gesehen haben, war Hitler, zunächst in der Wolfsschanze in Rastenburg und dann im Berliner Führerbunker, ohnehin schon fast zum Höhlenbewohner mutiert. Überdies war er bereits mit dem Gefängnisleben vertraut, weil er nach seinem 1923 gescheiterten Putsch im Münchner Bürgerbräukeller im folgenden Jahr einige Monate in Festungshaft verbracht hatte.
Diese Haftstrafe, die mit einer vorzeitigen Begnadigung zu Ende ging, hatte Hitler zweifellos unter dem Regime wohlwollender Wärter absolviert. Er arbeitete in dieser Zeit an seinem Buch Mein Kampf.

der berüchtigte Oberst Burton C. Andrus
Hitlers Gefängniskommandant wäre Oberst Burton C. Andrus (er kam aus der US Army) gewesen, der sicher einen gewaltigen Unterschied zu Hitlers 1923er Haftzeit ausgemacht hätte. Andrus verhängte ziemlich strenge Haftbedingungen: nur ein Brief pro Woche, ein
Ausgang pro Tag, keine Unterhaltungen mit Mitgefangenen, außer beim Mittagessen, und exakt dieselben Essensrationen, die auch die deutsche Flüchtlingsbevölkerung in jenem strengen Hungerwinter nach der Niederlage zugeteilt bekam. Letzteres hätte Hitler aber kaum beeindruckt, der im Eintopfessen oder Rohkostessen ziemlich spartanisch auskommen konnte.
Darauf, dass die Beschränkung der Bewegungsfreiheit und die Kontaktsperre beim Häftling Hitler eingehalten wurden, hätte Oberst Andrus sicher streng geachtet. Dabei hatte Hitler in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten kaum je etwas anderes getan als zu schreiben und zu reden.
Nun durfte er beides nicht mehr. Zu einem neuen Werk vom Schlage Mein Kampf wäre es wohl kaum gekommen.
Wenn das strikte Gefängnisregiment Hitlers Geisteszustand nicht verbessert hätte, wäre letztlich auch das für die Prozesseröffnung unerheblich gewesen. Rudolf Heß, Hitlers vormaliger Stellvertreter, dessen berühmter Flug nach Großbritannien Hitler im Jahre 1941 angeblich so erschüttert hatte wie kaum etwas anderes, hatte sich während des Krieges in britischer Haft befunden und kam nun als ein zu Erinnerungen kaum noch fähiges Wrack in Nürnberg an. Er hatte zwar noch lichte Momente, verlor aber immer wieder für längere Zeit den Kontakt zur Realität, war dann kaum ansprechbar und zu sozialer Interaktion nicht fähig. Weil ihn die Alliierten zunächst im Verdacht hatten, geschickt eine Geisteskrankheit zu simulieren, ließen sie ihn eingehend psychiatrisch untersuchen. Zu ihrer Zufriedenheit wurde dabei festgestellt, dass Heß zwar kaum noch funktions-, aber wenigstens verhandlungsfähig war.
Der Frage ,warum der 1941 völlig gesunde Heß in britischer Haft so krank wurde, ist man natürlich nicht nachgegangen, es wurde einfach als gegeben dargestellt...
Ein weiterer Angeklagter, war der antisemitische Hetzpropagandist Julius Streicher. Er erzielte beim Intelligenztest so niedrige Werte, dass er zur weiteren psychiatrischen Begutachtung überwiesen wurde. Ein dritter Angeklagter, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, schaffte es, noch nach Eröffnung der gegen ihn gerichteten Anklage Selbstmord zu begehen.

der japanische Ministerpräsident Hideki Tojo wurde von der amerikanischen Siegerjustiz gehängt...
Wenn es noch weiterer Beweise dafür bedürfte, dass die Alliierten keinerlei Neigung verspürten, zu vergeben, zu vertagen oder auf irgendeine andere Weise den angeklagten Führern des Feindes entgegenzukommen, dann brauchen
wir uns nur an den japanischen Führer während des Krieges, Ministerpräsident Hideki Tojo, zu erinnern. Nachdem dieser sich bei einem misslungenen Selbstmordversuch in den Brustkorb geschossen hatte, kam er trotzdem ins Tokioter Sugamo-Gefängnis und schließlich an den Galgen.
Dieses Schicksal hätte auch Hitler erwartet, wenn es zu einer Verhandlung gegen ihn gekommen wäre.
Die alliierten Offiziere und Juristen, die für den Ablauf des internationalen Kriegsverbrecherprozesses in Nürnberg verantwortlich waren, hatten auch ohne den Angeklagten Hitler genügend Gründe für schlaflose Nächte - zum Beispiel die Sorge, dass einer oder mehrere der Angeklagten mit List oder Rhetorik das Verfahren zu ihren Gunsten umfunktionieren könnten.
Die legalen Möglichkeiten, das Tribunal von ihrer Unschuld zu überzeugen, mussten den Angeklagten natürlich gewährt werden. Darüber hinaus hätten diese einst so mächtigen und gefürchteten Männer aber auch versuchen können, als Helden und Märtyrer aus dem Verfahren hervorzugehen. Doch solche Sorgen waren, wie sich herausstellte, unbegründet. Denn die Richter sorgten für strikte Disziplin im Verhandlungssaal.
Göring durfte Grimassen schneiden, die Stirn runzeln und auf seiner Anklagebank hin und her rutschen, um seine Reaktionen auf Zeugenaussagen zum Ausdruck zu bringen, aber das war auch schon alles. Die direkt hinter der Anklagebank postierten Militärpolizisten mit den weißen Helmen hätten jeden ungebärdigen Angeklagten aus dem Saal geführt, der massiv gegen die Verhaltensregeln im Prozess verstoßen hätte. Das Verhalten aller Angeklagten, auch das Görings, wurde wie die Personen der Angeklagten eher noch strikter kontrolliert als in einem normalen Gerichtsverfahren.
Gesund hätte Hitler, als Meister der Rhetorik sicher seine großen Auftritte gehabt und seine Sichtweisen ausgebreitet. Und aus seiner Sicht wollte er für das deutsche Volk ein starkes Reich errichten und feierte vor Kriegsausbruch außergewöhnliche Erfolge, um die Folgen des Versailler Diktats zu lindern. Er war so gefeiert, daß Schweden ihn zum Friedensnobelpreis vorschlug.
Hätte man diesen Geschichtsabschnitt behandelt, wovon man aber kaum ausgehen konnte, wäre die Siegerjustiz wohl von einer Verlegenheit in die andere gestürzt.
Eine weitere, für Stalin sehr unbequeme Thematik hätte sich im Hitler-Stalin-Pakt eröffnet, wenn ein lebender Hitler über den Besuch Molotows berichtet hätte, wo er die Bedingungen Stalins erfahren hat, unter welchen er der Achse beigetreten wäre. Auch hier muß wohl festgestellt werden: Obwohl für den Hergang des Kriegsbeginns unabdingbar, hätten die Sowjets alles getan, dieses Thema außen vor zu lassen. Schließlich stand am Ende das Drohgespenst von Katyn, daß sicher ein gesunder Hitler dann thematisiert hätte.
Ein weiterer Aspekt wäre der Luftkrieg gewesen, wo besonders Großbritannien in Hitlers Rhetorik sehr schlecht weggekommen, quasi als Kriegsverbrecherland abgestempelt worden wäre. Auch hier hätte Großbritannien dafür gesorgt, daß dieses Thema keine zentrale Bedeutung gehabt hätte.
Die Liste von Themen, die den Siegermächten überhaupt nicht genehm gewesen wäre hätte noch erweitert werden können, bis man zum Punkt kommt: ein gesunder Hitler wäre insgesamt ein Problem gewesen!
Ein kranker Hitler dagegen hätte alles apathisch über sich ergehen lassen und wahrscheinlich jedes Wort verweigert, weil er wie Heß die Rechtmäßigkeit einer ausländischen Siegerjustiz abgelehnt hätte.
In den frühen Morgenstunden des 16. Oktober 1946 wurden die Todesurteile gegen zehn der 21 verurteilten Angeklagten im Nürnberger Prozess vollstreckt. Göring, der als Erster gehängt werden sollte, hatte sich in der Nacht zuvor umgebracht, wohl mit Hilfe eines Sympathisanten unter den Wärtern.
Vielleicht wäre Hitler dasselbe gelungen. Im deutschen Volk wäre sicher, trotz großer Umerziehungsmaßnahmen, eine gewisse Märtyrerlegende geboren worden, die sich bis heute gehalten hätte...
Dieses Alternativszenario hätte Hitler also anderthalb Jahre des Weiterlebens beschert. Als gewählter Staatsmann von ausländischen Siegermächten abgeurteilt, war 1945 ein Novum der Weltgeschichte. Stalins Wunsch einen lebenden Hitler den Prozeß zu machen, hätte genauso zum Bumerang werden können, den in Sachen Kriegsverbrechen haben sich alle Kriegsmächte Schuld aufgeladen! Im Fazit wird deshalb klar, wie bequem doch Hitlers Selbstmord für alle war...
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 26.06.08 19:49 ]
Wie der britische Historiker Hugh Trevor-Roper mit gutem Grund schreibt sind Mythen, »nicht wie Wahrheiten; sie stellen den Triumph der Leichtgläubigkeit über die Evidenz dar«.
Sofort nach Kriegsende erhielt Trevor-Roper Zugang zu den alliierten Geheimdienstberichten und Verhörprotokollen, damit er Licht in das verwirrende Dunkel der letzten Tage Hitlers bringe - und dadurch mittelbar auch Hitlers Schicksal endgültig kläre.
Auslöser für Trevor-Ropers Auftrag waren die Gerüchte, die im Sommer 1945 in ganz Europa umherschwirrten: Hitler sei letztlich doch entkommen, hieß es. Er halte sich in Bayern versteckt - oder in Nahost. Nach anderen Versionen hatte er sich bis zur Ostseeküste durchgeschlagen, war dort von einem U-Boot gerettet worden und lebte jetzt inmitten seiner Sympathisanten irgendwo in Südamerika.
Solche Gerüchte begeisterten nicht nur die Leichtgläubigen. Selbst Stalin überraschte bei der Potsdamer Konferenz im Juli den amerikanischen Außenminister mit dem Argument, Hitler sei noch am Leben und halte sich versteckt.
Die alliierten Ankläger achteten bei der Abfassung ihrer Anklageschrift gegen die führenden NS-Führer darauf, dass Adolf Hitler auf jeden Fall angeklagt wurde, wenn auch nur in Abwesenheit.
Nehmen wir also an, Hitler hätte überlebt, dann wäre er zweifellos sofort nach Moskau gebracht worden. Doch diese plausibelste aller Alternativen führt uns sogleich zu einer sehr wichtigen Frage: Wäre Hitler in Moskau geblieben, um dort abgeurteilt zu werden, oder hätte man ihn zum Hauptverfahren nach Nürnberg gebracht?
Die Alliierten hatten vereinbart, ihre Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg, also in der amerikanischen Besatzungszone, abzuhalten, weil die meisten der Haupttäter von Briten und Amerikanern festgenommen worden waren. Die Russen hatten nur sehr wenige Täter in ihrer Gewalt - und zwar aus einem einleuchtenden Grund: Alle NS-Führer hatten versucht nach Westen zu entkommen, weil ihnen, wie sie annahmen, aus dieser Richtung unmittelbar die geringsten Gefahren drohten.
Rechnet man jedoch Hitler zu den in russischer Gewalt befindlichen Gefangenen hinzu, dann geht diese Rechnung nicht mehr so glatt auf. Tatsächlich machten die Russen keine großen Schwierigkeiten beim Verhandlungsort; Hauptsache, es fand überhaupt ein Prozess statt.
Doch wären sie auch so entgegenkommend gewesen, wenn Hitler im Moskauer Lubjanka-Gefängnis gesessen hätte? Oder hätten sie dann auf einem großen Schauprozess in Moskau bestanden?
Es gibt keine Möglichkeit, dies wirklich zu wissen.
Wir können jedoch ganz sicher sein, dass ein lebender Hitler, wäre er nach Nürnberg gebracht worden, für die Alliierten ein beträchtliches Problem dargestellt hätte.
Die nahliegende Frage wäre zweifellos gewesen, ob Hitler überhaupt verhandlungstauglich gewesen wäre. Wo immer er inhaftiert gewesen wäre, man hätte ihn mit Sicherheit korrekt, aber nicht übertrieben freundlich behandelt. Stalin hatte - ebenso wie die Briten und Amerikaner, als sie einem internationalen Tribunal endlich im Prinzip zustimmten -gehofft, Hitler und den ganzen Faschismus vor Gericht bringen zu können. Für ein solches Ereignis wäre ein lädierter oder geistig angeschlagener Hitler allerdings nur von begrenztem Wert gewesen.
Im Gefängnis, wo Hitler nicht länger allein über seine Zeit, seine Ernährung und seine Arzneien hätte entscheiden dürfen und wo er den Klauen des üblen Dr. Morell entrissen gewesen wäre, hätte sich sein körperlicher Zustand möglicherweise gebessert. Den meisten Angeklagten der Nürnberger Prozesse ging es sehr wohl gut. Sogar auf den zügellosen, korpulenten Hermann Göring hatte der Gefängnisalltag eine positive Wirkung: Von seiner Drogenabhängigkeit befreit, verlor er mehr als 35 Kilo Gewicht. Hätte Göring nicht kurz vor seiner Hinrichtung Selbstmord verübt, er wäre als wesentlich gesünderer Mann zum Galgen gegangen...
Sich Hitlers Geisteszustand nach der Gefangennahme vorzustellen, ist viel unproblematischer möglich, als man denken würde. Der Freiheitsentzug und das Leben auf engem Raum hätten als solche für jemanden, der schon aus freien Stücken so sehr dazu neigte, sich zu vergraben, kaum Schrecken mit sich gebracht.

Hitler mit Adjutant Below bei einem seltenen Spaziergang nahe des Führerhauptquartiers Wolfsschanze, Sommer 1944
Wie wir gesehen haben, war Hitler, zunächst in der Wolfsschanze in Rastenburg und dann im Berliner Führerbunker, ohnehin schon fast zum Höhlenbewohner mutiert. Überdies war er bereits mit dem Gefängnisleben vertraut, weil er nach seinem 1923 gescheiterten Putsch im Münchner Bürgerbräukeller im folgenden Jahr einige Monate in Festungshaft verbracht hatte.
Diese Haftstrafe, die mit einer vorzeitigen Begnadigung zu Ende ging, hatte Hitler zweifellos unter dem Regime wohlwollender Wärter absolviert. Er arbeitete in dieser Zeit an seinem Buch Mein Kampf.

der berüchtigte Oberst Burton C. Andrus
Hitlers Gefängniskommandant wäre Oberst Burton C. Andrus (er kam aus der US Army) gewesen, der sicher einen gewaltigen Unterschied zu Hitlers 1923er Haftzeit ausgemacht hätte. Andrus verhängte ziemlich strenge Haftbedingungen: nur ein Brief pro Woche, ein
Ausgang pro Tag, keine Unterhaltungen mit Mitgefangenen, außer beim Mittagessen, und exakt dieselben Essensrationen, die auch die deutsche Flüchtlingsbevölkerung in jenem strengen Hungerwinter nach der Niederlage zugeteilt bekam. Letzteres hätte Hitler aber kaum beeindruckt, der im Eintopfessen oder Rohkostessen ziemlich spartanisch auskommen konnte.
Darauf, dass die Beschränkung der Bewegungsfreiheit und die Kontaktsperre beim Häftling Hitler eingehalten wurden, hätte Oberst Andrus sicher streng geachtet. Dabei hatte Hitler in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten kaum je etwas anderes getan als zu schreiben und zu reden.
Nun durfte er beides nicht mehr. Zu einem neuen Werk vom Schlage Mein Kampf wäre es wohl kaum gekommen.
Wenn das strikte Gefängnisregiment Hitlers Geisteszustand nicht verbessert hätte, wäre letztlich auch das für die Prozesseröffnung unerheblich gewesen. Rudolf Heß, Hitlers vormaliger Stellvertreter, dessen berühmter Flug nach Großbritannien Hitler im Jahre 1941 angeblich so erschüttert hatte wie kaum etwas anderes, hatte sich während des Krieges in britischer Haft befunden und kam nun als ein zu Erinnerungen kaum noch fähiges Wrack in Nürnberg an. Er hatte zwar noch lichte Momente, verlor aber immer wieder für längere Zeit den Kontakt zur Realität, war dann kaum ansprechbar und zu sozialer Interaktion nicht fähig. Weil ihn die Alliierten zunächst im Verdacht hatten, geschickt eine Geisteskrankheit zu simulieren, ließen sie ihn eingehend psychiatrisch untersuchen. Zu ihrer Zufriedenheit wurde dabei festgestellt, dass Heß zwar kaum noch funktions-, aber wenigstens verhandlungsfähig war.
Der Frage ,warum der 1941 völlig gesunde Heß in britischer Haft so krank wurde, ist man natürlich nicht nachgegangen, es wurde einfach als gegeben dargestellt...
Ein weiterer Angeklagter, war der antisemitische Hetzpropagandist Julius Streicher. Er erzielte beim Intelligenztest so niedrige Werte, dass er zur weiteren psychiatrischen Begutachtung überwiesen wurde. Ein dritter Angeklagter, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, schaffte es, noch nach Eröffnung der gegen ihn gerichteten Anklage Selbstmord zu begehen.

der japanische Ministerpräsident Hideki Tojo wurde von der amerikanischen Siegerjustiz gehängt...
Wenn es noch weiterer Beweise dafür bedürfte, dass die Alliierten keinerlei Neigung verspürten, zu vergeben, zu vertagen oder auf irgendeine andere Weise den angeklagten Führern des Feindes entgegenzukommen, dann brauchen
wir uns nur an den japanischen Führer während des Krieges, Ministerpräsident Hideki Tojo, zu erinnern. Nachdem dieser sich bei einem misslungenen Selbstmordversuch in den Brustkorb geschossen hatte, kam er trotzdem ins Tokioter Sugamo-Gefängnis und schließlich an den Galgen.
Dieses Schicksal hätte auch Hitler erwartet, wenn es zu einer Verhandlung gegen ihn gekommen wäre.
Die alliierten Offiziere und Juristen, die für den Ablauf des internationalen Kriegsverbrecherprozesses in Nürnberg verantwortlich waren, hatten auch ohne den Angeklagten Hitler genügend Gründe für schlaflose Nächte - zum Beispiel die Sorge, dass einer oder mehrere der Angeklagten mit List oder Rhetorik das Verfahren zu ihren Gunsten umfunktionieren könnten.
Die legalen Möglichkeiten, das Tribunal von ihrer Unschuld zu überzeugen, mussten den Angeklagten natürlich gewährt werden. Darüber hinaus hätten diese einst so mächtigen und gefürchteten Männer aber auch versuchen können, als Helden und Märtyrer aus dem Verfahren hervorzugehen. Doch solche Sorgen waren, wie sich herausstellte, unbegründet. Denn die Richter sorgten für strikte Disziplin im Verhandlungssaal.
Göring durfte Grimassen schneiden, die Stirn runzeln und auf seiner Anklagebank hin und her rutschen, um seine Reaktionen auf Zeugenaussagen zum Ausdruck zu bringen, aber das war auch schon alles. Die direkt hinter der Anklagebank postierten Militärpolizisten mit den weißen Helmen hätten jeden ungebärdigen Angeklagten aus dem Saal geführt, der massiv gegen die Verhaltensregeln im Prozess verstoßen hätte. Das Verhalten aller Angeklagten, auch das Görings, wurde wie die Personen der Angeklagten eher noch strikter kontrolliert als in einem normalen Gerichtsverfahren.
Gesund hätte Hitler, als Meister der Rhetorik sicher seine großen Auftritte gehabt und seine Sichtweisen ausgebreitet. Und aus seiner Sicht wollte er für das deutsche Volk ein starkes Reich errichten und feierte vor Kriegsausbruch außergewöhnliche Erfolge, um die Folgen des Versailler Diktats zu lindern. Er war so gefeiert, daß Schweden ihn zum Friedensnobelpreis vorschlug.
Hätte man diesen Geschichtsabschnitt behandelt, wovon man aber kaum ausgehen konnte, wäre die Siegerjustiz wohl von einer Verlegenheit in die andere gestürzt.
Eine weitere, für Stalin sehr unbequeme Thematik hätte sich im Hitler-Stalin-Pakt eröffnet, wenn ein lebender Hitler über den Besuch Molotows berichtet hätte, wo er die Bedingungen Stalins erfahren hat, unter welchen er der Achse beigetreten wäre. Auch hier muß wohl festgestellt werden: Obwohl für den Hergang des Kriegsbeginns unabdingbar, hätten die Sowjets alles getan, dieses Thema außen vor zu lassen. Schließlich stand am Ende das Drohgespenst von Katyn, daß sicher ein gesunder Hitler dann thematisiert hätte.
Ein weiterer Aspekt wäre der Luftkrieg gewesen, wo besonders Großbritannien in Hitlers Rhetorik sehr schlecht weggekommen, quasi als Kriegsverbrecherland abgestempelt worden wäre. Auch hier hätte Großbritannien dafür gesorgt, daß dieses Thema keine zentrale Bedeutung gehabt hätte.
Die Liste von Themen, die den Siegermächten überhaupt nicht genehm gewesen wäre hätte noch erweitert werden können, bis man zum Punkt kommt: ein gesunder Hitler wäre insgesamt ein Problem gewesen!
Ein kranker Hitler dagegen hätte alles apathisch über sich ergehen lassen und wahrscheinlich jedes Wort verweigert, weil er wie Heß die Rechtmäßigkeit einer ausländischen Siegerjustiz abgelehnt hätte.
In den frühen Morgenstunden des 16. Oktober 1946 wurden die Todesurteile gegen zehn der 21 verurteilten Angeklagten im Nürnberger Prozess vollstreckt. Göring, der als Erster gehängt werden sollte, hatte sich in der Nacht zuvor umgebracht, wohl mit Hilfe eines Sympathisanten unter den Wärtern.
Vielleicht wäre Hitler dasselbe gelungen. Im deutschen Volk wäre sicher, trotz großer Umerziehungsmaßnahmen, eine gewisse Märtyrerlegende geboren worden, die sich bis heute gehalten hätte...
Dieses Alternativszenario hätte Hitler also anderthalb Jahre des Weiterlebens beschert. Als gewählter Staatsmann von ausländischen Siegermächten abgeurteilt, war 1945 ein Novum der Weltgeschichte. Stalins Wunsch einen lebenden Hitler den Prozeß zu machen, hätte genauso zum Bumerang werden können, den in Sachen Kriegsverbrechen haben sich alle Kriegsmächte Schuld aufgeladen! Im Fazit wird deshalb klar, wie bequem doch Hitlers Selbstmord für alle war...
[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 26.06.08 19:49 ]
Elvis-Fan
Neue These
Hitler soll doch nicht Selbstmord begangen haben
Madrid, 19. August 2008
Ein Forscher will Beweise vorlegen, wonach Hitler sich nie umgebracht hat. Er soll via Österreich und Spanien nach Südamerika geflohen sein.
Der argentinische Journalist Abel Basti sorgt derzeit für Aufsehen. Er will ein FBI-Dokument gesehen haben, aus dem hervorgeht, dass Adolf Hitler am Ende des Zweiten Weltkriegs nicht Selbstmord beging, sondern mit einem Flugzeug von Berlin nach Österreich geflüchtet ist.
Über Linz nach Südamerika
Über Linz flog er in einer Junker 290 nach Spanien weiter, wo er, Eva Braun und 12 hohe Nazis einen Monat versteckt lebten. Dann seien sie mit einem U-Boot nach Südamerika geflüchtet. Basti will Beweise vorlegen, dass sogar Stalin davon überzeugt war, dass Hitler noch am Leben und in Südamerika sei.
Geheime Nazi-Zivilisation in der Antarktis
Vor allem in Südamerika werden Bastis Thesen viele Anhänger finden, glaubt man doch dort seit Jahren, dass Hitler und tausende andere Nazis über Argentinien in die Antarktis flohen und dort in geheimen unterirdischen Bunkern eine neue Zivilisation errichteten.
Diese neue Theorie steht aber im Widerspruch zu Meldungen aus Russland, wonach die Gebeine Hitler eindeutig identifiziert und in den 1970er Jahren verbrannt wurden.
Quelle: http://www.oe24.at/zeitung/wissen/article347468.ece
Hitler soll doch nicht Selbstmord begangen haben
Madrid, 19. August 2008
Ein Forscher will Beweise vorlegen, wonach Hitler sich nie umgebracht hat. Er soll via Österreich und Spanien nach Südamerika geflohen sein.
Der argentinische Journalist Abel Basti sorgt derzeit für Aufsehen. Er will ein FBI-Dokument gesehen haben, aus dem hervorgeht, dass Adolf Hitler am Ende des Zweiten Weltkriegs nicht Selbstmord beging, sondern mit einem Flugzeug von Berlin nach Österreich geflüchtet ist.
Über Linz nach Südamerika
Über Linz flog er in einer Junker 290 nach Spanien weiter, wo er, Eva Braun und 12 hohe Nazis einen Monat versteckt lebten. Dann seien sie mit einem U-Boot nach Südamerika geflüchtet. Basti will Beweise vorlegen, dass sogar Stalin davon überzeugt war, dass Hitler noch am Leben und in Südamerika sei.
Geheime Nazi-Zivilisation in der Antarktis
Vor allem in Südamerika werden Bastis Thesen viele Anhänger finden, glaubt man doch dort seit Jahren, dass Hitler und tausende andere Nazis über Argentinien in die Antarktis flohen und dort in geheimen unterirdischen Bunkern eine neue Zivilisation errichteten.
Diese neue Theorie steht aber im Widerspruch zu Meldungen aus Russland, wonach die Gebeine Hitler eindeutig identifiziert und in den 1970er Jahren verbrannt wurden.
Quelle: http://www.oe24.at/zeitung/wissen/article347468.ece
Skully
Spätestens nachdem Mark Benecke sich die Knochenteile, ein Teil des Kiefers ist auch dabei (nur fehlt das gute Stück oben auf dem Foto), einmal vorgenommen hat ist klar. Da im Russischen Archiv schlummert ein kleiner Teil von Hitler. Nach Abgleich der medizienischen Unterlagen und den Knochenteilen meinte Bennecke das ein weiterleben ohne Kiefer wohl nicht möglich wäre.
Mark Benecke ist vor allem bekannnt dafür das er von Polzei und Staatsanwaltschaft hinzu gezogen wird wenn der Todeszeitpunkt festgestellt werden muss.
http://wiki.benecke.com/index.php?title=2002-12-29_S%C3%BCdd...eben_integriert
Mark Benecke ist vor allem bekannnt dafür das er von Polzei und Staatsanwaltschaft hinzu gezogen wird wenn der Todeszeitpunkt festgestellt werden muss.
http://wiki.benecke.com/index.php?title=2002-12-29_S%C3%BCdd...eben_integriert
Skully
Hier noch zwei Zeitungsberichte, mit Fotos !!!
:look:
http://www.benecke.com/pdf-files/Hitler_National_Geo_BZ.pdf
Hitler_National_Geo_BZ.pdf
Also warum immer wieder diese komischen Theorien auftauchen ist mir schleierhaft :nuts:
Ich glaube nicht das Mark Benecke geschlampt hat oder seiner Fantasie freien Lauf gegeben hat.
Hier noch eine Zugabe; :look:

Jeder Forensiker wird bestätigen das dies Hitlers Zähne sind
Einer geht noch...

Natürlich sind die Bilder kein Beleg dafür das dieses die Zähne sind worum es geht. Aber der Aussage von Benecke sollte man schon Glauben schenken.

:look:
http://www.benecke.com/pdf-files/Hitler_National_Geo_BZ.pdf
Hitler_National_Geo_BZ.pdf
Also warum immer wieder diese komischen Theorien auftauchen ist mir schleierhaft :nuts:
Ich glaube nicht das Mark Benecke geschlampt hat oder seiner Fantasie freien Lauf gegeben hat.
Hier noch eine Zugabe; :look:

Jeder Forensiker wird bestätigen das dies Hitlers Zähne sind
Einer geht noch...

Natürlich sind die Bilder kein Beleg dafür das dieses die Zähne sind worum es geht. Aber der Aussage von Benecke sollte man schon Glauben schenken.

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