Moneren
Moneren waren im ersten Jahrtausend vor Christi aus Handelsschiffen entwickelte Kriegsschiffe mit einem Deck. Die berühmte "Argo" beispielsweise war eine frühe Monere mit einer Länge von 15m, einer Breite von 3,2m und 9 Rudern auf jeder Seite. Die Größen variierten, man kann auch die folgenden Schiffe zu den Moneren zählen.
Argogriechische Langschiffe
Die Pentekontere (50-Ruderer), die Triakontere (30-Ruderer) und die Dikontere/Cisocontere (lat.) (20-Ruderer) waren Kriegsschiffe, die im griechischen Raum schon im 12. Jh. v.u.Z. eingesetzt wurden. Diese Schiffe hatten in etwa folgende Maße: Pentekontere 27-30m x 3,5-3,8m, 40-50t, Geschwindigkeit 6kn (10km/h), Trikontere 23-26m x 3,3m, 20-35t, Dikontere 20-23m x 3,2m, ca. 15t.Für längere Fahrten waren sie ungeeignet, aufgrund der geringen Seetüchtigkeit fuhren sie auch meißt in Küstennähe. Die Ruderer waren gleichzeitig auch Krieger. Vorbild für die griechischen Eigenentwicklungen waren höchstwahrscheinlich kretische Kriegsschiffe.
griechische PentekontereSamaia
Die Samaia waren Weitereinwicklungen der Pentekontere, die etwas schneller als eine Triere waren und auch mehr Soldaten an Bord nehmen konnten. In ihrem Kampfwert lag sie aber deutlich unter dem einer Triere. Die römische Variante der Samaia wurde noch im Krieg gegen Karthago eingesetzt, verschwand aber allgemein im 4. Jh. v.u.Z. aus den Flottenlisten oder fand ihren Einsatz als Piratenschiff.
Diere/ Bireme (lat.)
Die Diere kam als Kriegsschifftyp vor dem 7. Jh. v.u.Z. auf und wurde höchstwahrscheinlich von den Phöniziern übernommen. Dieses Schiff war etwa 31m lang, 4,2m breit bei einer Wasserverdrängung von 75t, hatte 50 Riemen auf 2 Reihen verteilt auf jeder Seite und eine Gesamtbesatzung von ca. 130 Mann.

Phönizische Diere
Griechische DiereTriere/ Trireme (lat.)
Die Triere war über fast ein halbes Jahrtausend das Standardkriegsschiff im Mittelmeer. Erstmals eingesetzt wurde es in der 2. Hälfte des 6. Jh. v.u.Z., von der Stadt Korinth. Die attische Triere hatte eine Länge von 38m, eine Breite von 4,6m (mit Auslegern 5,5m) und einen Tiefgang von 1,0m. Die Bordhöhe betrug 1,40m in der Schiffsmitte. Sie hatte ein Gewicht von 90t, hinzu kamen etwa 40t Ballast in Form von Steinen im Kiel. Auf dem Marsch erreichte sie eine Geschwindigkeit von 5kn (9km/h), im Angriff 7kn, für den Rammstoß konnte auf 10 kn beschleunigt werden. Für längere Fahrten verfügte jede Triere über ein Hauptsegel mittschiffs und ein kleineres auf dem Vorschiff. Insgesamt gab es auf jedem Schiff 170 Ruderer, verteilt auf je drei Reihen auf beiden Seiten. Hinzu kamen etwa 30 Matrosen und knapp 20 Seesoldaten. Die Anzahl der Soldaten variierte, beispielsweise sollen die römischen Triremen nur 150 Ruderer, aber 90 Soldaten an Bord gehabt haben.

Attische Triere

Pentere/ Quinquireme (lat.)
Die Pentere war eine karthagische Weiterentwicklung der klassischen griechischen Triere im 4. Jh. v.u.Z. Bei einer Länge von 40m und einer Breite von 5,5m war sie etwas schwerer als diese. Etwa 310 Ruderer auf 3 Decks verteilt gaben dem Schiff eine höhere Geschwindigkeit, zusätzlich gab es 65 Soldaten an Bord. Das bessere Länge-Breite-Verhältnis gab dem Schiff auch eine höhere Seestabilität. Für die ersten römischen Quinquiremen werden bei einem Gewicht von 116t 31m Länge, 5,5m Breite und 1,2m Tiefgang angegeben. Die minimale Bordhöhe betrug 1,32m. Eine seleukidische Pentere hatte bei Abmaßen von 42m x 6m 260 Ruderer, 15 Matrosen und 30 Seesoldaten.

Lagiden-Pentere
Seleukidische Pentere
Römische QuinquiremeTetrere/ Quadireme (lat.)
Die Tetrere war die karthagische Weiterentwicklung der Diere im 4. Jh. v.u.Z. Hier waren jeweils 2 Ruderer an allen Riemen auf 2 Ruderreihen verteilt. Auch dieser Schiffstyp wurde von den Römern als Quadireme nachgebaut.
Römische QuadiremeHexeren/ Septeren/ Okteren/ Enneren...
Weiterentwicklungen auf der Basis der karthagischen Pentere. Im ersten punischen Krieg waren Septeren Flottenflaggschiffe. Auch hier dürfte die Verwendung von Bronzebeschlägen eine Vergrößerung der Schiffe ermöglicht haben. So soll eine römische Hexere eine Länge von 50m gehabt haben, eine karthagische Septere Maße von 58 x 7m, eine Lagiden-Oktere 52m x 5,5m x 1,4m bei 160 Seesoldaten.
Griechische Heptere
Lagiden-OktereDekateren/ Deceren (lat.)
Die Dekateren waren mit 10 Ruderern an den Riemen übereinander in 3 Ruderreihen ausgestattet. Erstmalig erschienen sie im 3. Jh. v.u.Z. Es ist durchaus möglich, daß durch die verstärkte Anwendung von korrosionsbeständigen Bronzebeschlägen im Schiffbau diese Schiffe eine Länge von 60-80m erreichten.
Lagiden-TrentereEinige Seemächte, wie z.B. das ptolemäische Ägypten, entwickelten Kriegsschiffe, die gigantische Ausmaße erreichten. Diese Schiffe hatten aber trotz furchteinflößender Bewaffnung und Besatzung nur begrenzten militärischen Wert, da sie kaum seefähig waren. Eine ptolemäische Tesserakontere (40-Ruderer) beispielsweise war als Katamaran ausgelegt und hatte bei Maßen von 125m x 70m 4000 Ruderer, und 2800Mann Besatzung.

Ptolemäische Tettakonteren (30-Ruderer), gebaut um 246-221 v.Chr., waren gleichfalls Katamarane und hatten 1860 Ruderer und 400 Mann Besatzung bei Maßen von 90m x 50m.

Liburne
Die Liburne ist ein sehr schnelles und wendiges Piratenschiff, das ursprünglich seit dem 3. Jh. v.u.Z. von den Illyrern eingesetzt wurde, dessen Wert aber schnell von den Römern erkannt wurde. In der Seeschlacht von Actium im Jahre 31 v.u.Z. setzte Agrippa die Liburne in großer Zahl, mit Katapulten bewaffnet, gegen die größeren Schiffe des Antonius ein und errang einen vollständigen Sieg.
Liburnen hatten bei einem Gewicht von 90t eine Länge von 29m, eine Breite von 3,5m und einen Tiefgang von 1m. Sie wurde von 70 Ruderern auf 2 Ruderdecks angetrieben, dazu kamen etwa 90 Soldaten.

Navis Iusoria
Diese Schiffe wurden als Patrouillenschiffe eingesetzt. Ausgerüstet waren sie mit 30 Riemen auf einem Ruderdeck und Segel.
Navis Actuaria
Dies waren die Truppen- und Materialtransporter der römischen Flotte. Typische Abmessungen: 21x6,5x0,8m, 30 Riemen konnten eingesetzt werden.




