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Kriegsschiffe der Antike
(dieser Thread wird fortlaufend überarbeitet)

Dieser Thread soll darstellen, wie antike Kriegs- und Handelsschiffe aufgebaut waren und welche Seekriegstaktiken benutzt wurden.

Die erste Seeschlacht, die historisch in Wort und Bild belegt wurde, führte Ramses III. etwa 1200 v.u.Z. gegen die Seevölker. Durch den massiven Einsatz von Feuerpfeilen errang er einen kriegsentscheidenden Sieg.
:haue1:
Hauptangriffsmittel der Kriegsschiffe in der Antike war aber der Rammsporn. Sein erster Einsatz wird den Kretern nachgesagt, mit dem Untergang dieser Hochkultur verschwand diese Idee aber vorübergehend. Homer schien ihn nicht mehr gekannt zu haben. Kurze Zeit später tauchte er aber wieder an den Dieren auf.
:idee1:
Antike Kriegsschiffe hatten höchst selten eine Länge, die über 38m hinausging. Je länger die Schiffe wurden, desdo weniger waren sie aufgrund schwindender Längsstabilität geeignet für den Seekrieg. Deshalb verzichteten die Seemächte auf den Bau von Riesenschiffen. Erst später, mit dem Einsatz von Bronzebeschlägen im Schiffbau, konnten die Schiffe langsam vergrößert werden. Zum Beispiel diente der Bau eines 125m langen 40-Ruderers im ptolemäischen Alexandria lediglich Repräsentationszwecken, für den Seekrieg war das Schiff ungeeignet.

Auch mit einem historischen Irrtum wurde erst vor wenigen Jahren aufgeräumt. Eine Diere hatte zwei Ruderreihen auf jeder Seite, eine Triere drei. Um dieses Schiff zu einem maritimen Kampfinstument zu machen, war eine ausgezeichnete Organisation der Ruderbewegungen notwendig. Wie sah es dann bei einer Pentere (5 Ruderreihen?) oder gar einer Dekatere (10 Ruderreihen?) aus? Eine akzeptable Koordination der Ruder schien bei der Größe dieser Schiffe unmöglich, abgesehen davon hätte die Höhe der Bordwand die Schiffe unweigerlich zum Kentern gebracht!
:ohnein:
Des Rätsels Lösung: die Kriegsschiffe der Antike hatten nie mehr als 3 Ruderreihen übereinander. Eine Pentere hatte am untersten Riemen einen Ruderer, am mittleren und oberen Riemen 2 Ruderer. Zusammen 5 Ruderer! Eine Tetrere hatte oftmals nur 2 Ruderreihen, mit jeweils 2 Rudern am unteren und oberen Riemen. Bei einer Septere verteilten sich auf drei Ruderdecks die Ruderer auf die Riemen meißt 2:2:3.
Typen der eingesetzten Kriegsschiffe

Moneren
Moneren waren im ersten Jahrtausend vor Christi aus Handelsschiffen entwickelte Kriegsschiffe mit einem Deck. Die berühmte "Argo" beispielsweise war eine frühe Monere mit einer Länge von 15m, einer Breite von 3,2m und 9 Rudern auf jeder Seite. Die Größen variierten, man kann auch die folgenden Schiffe zu den Moneren zählen.
Argo

griechische Langschiffe
Die Pentekontere (50-Ruderer), die Triakontere (30-Ruderer) und die Dikontere/Cisocontere (lat.) (20-Ruderer) waren Kriegsschiffe, die im griechischen Raum schon im 12. Jh. v.u.Z. eingesetzt wurden. Diese Schiffe hatten in etwa folgende Maße: Pentekontere 27-30m x 3,5-3,8m, 40-50t, Geschwindigkeit 6kn (10km/h), Trikontere 23-26m x 3,3m, 20-35t, Dikontere 20-23m x 3,2m, ca. 15t.Für längere Fahrten waren sie ungeeignet, aufgrund der geringen Seetüchtigkeit fuhren sie auch meißt in Küstennähe. Die Ruderer waren gleichzeitig auch Krieger. Vorbild für die griechischen Eigenentwicklungen waren höchstwahrscheinlich kretische Kriegsschiffe.
griechische Pentekontere

römische Tricontere

Samaia
Die Samaia waren Weitereinwicklungen der Pentekontere, die etwas schneller als eine Triere waren und auch mehr Soldaten an Bord nehmen konnten. In ihrem Kampfwert lag sie aber deutlich unter dem einer Triere. Die römische Variante der Samaia wurde noch im Krieg gegen Karthago eingesetzt, verschwand aber allgemein im 4. Jh. v.u.Z. aus den Flottenlisten oder fand ihren Einsatz als Piratenschiff.

Diere/ Bireme (lat.)
Die Diere kam als Kriegsschifftyp vor dem 7. Jh. v.u.Z. auf und wurde höchstwahrscheinlich von den Phöniziern übernommen. Dieses Schiff war etwa 31m lang, 4,2m breit bei einer Wasserverdrängung von 75t, hatte 50 Riemen auf 2 Reihen verteilt auf jeder Seite und eine Gesamtbesatzung von ca. 130 Mann.

Phönizische Diere

Griechische Diere

Triere/ Trireme (lat.)
Die Triere war über fast ein halbes Jahrtausend das Standardkriegsschiff im Mittelmeer. Erstmals eingesetzt wurde es in der 2. Hälfte des 6. Jh. v.u.Z., von der Stadt Korinth. Die attische Triere hatte eine Länge von 38m, eine Breite von 4,6m (mit Auslegern 5,5m) und einen Tiefgang von 1,0m. Die Bordhöhe betrug 1,40m in der Schiffsmitte. Sie hatte ein Gewicht von 90t, hinzu kamen etwa 40t Ballast in Form von Steinen im Kiel. Auf dem Marsch erreichte sie eine Geschwindigkeit von 5kn (9km/h), im Angriff 7kn, für den Rammstoß konnte auf 10 kn beschleunigt werden. Für längere Fahrten verfügte jede Triere über ein Hauptsegel mittschiffs und ein kleineres auf dem Vorschiff. Insgesamt gab es auf jedem Schiff 170 Ruderer, verteilt auf je drei Reihen auf beiden Seiten. Hinzu kamen etwa 30 Matrosen und knapp 20 Seesoldaten. Die Anzahl der Soldaten variierte, beispielsweise sollen die römischen Triremen nur 150 Ruderer, aber 90 Soldaten an Bord gehabt haben.

Attische Triere



Pentere/ Quinquireme (lat.)
Die Pentere war eine karthagische Weiterentwicklung der klassischen griechischen Triere im 4. Jh. v.u.Z. Bei einer Länge von 40m und einer Breite von 5,5m war sie etwas schwerer als diese. Etwa 310 Ruderer auf 3 Decks verteilt gaben dem Schiff eine höhere Geschwindigkeit, zusätzlich gab es 65 Soldaten an Bord. Das bessere Länge-Breite-Verhältnis gab dem Schiff auch eine höhere Seestabilität. Für die ersten römischen Quinquiremen werden bei einem Gewicht von 116t 31m Länge, 5,5m Breite und 1,2m Tiefgang angegeben. Die minimale Bordhöhe betrug 1,32m. Eine seleukidische Pentere hatte bei Abmaßen von 42m x 6m 260 Ruderer, 15 Matrosen und 30 Seesoldaten.


Lagiden-Pentere


Seleukidische Pentere

Römische Quinquireme

Tetrere/ Quadireme (lat.)
Die Tetrere war die karthagische Weiterentwicklung der Diere im 4. Jh. v.u.Z. Hier waren jeweils 2 Ruderer an allen Riemen auf 2 Ruderreihen verteilt. Auch dieser Schiffstyp wurde von den Römern als Quadireme nachgebaut.
Römische Quadireme

Hexeren/ Septeren/ Okteren/ Enneren...
Weiterentwicklungen auf der Basis der karthagischen Pentere. Im ersten punischen Krieg waren Septeren Flottenflaggschiffe. Auch hier dürfte die Verwendung von Bronzebeschlägen eine Vergrößerung der Schiffe ermöglicht haben. So soll eine römische Hexere eine Länge von 50m gehabt haben, eine karthagische Septere Maße von 58 x 7m, eine Lagiden-Oktere 52m x 5,5m x 1,4m bei 160 Seesoldaten.
Griechische Heptere

Lagiden-Oktere

Dekateren/ Deceren (lat.)
Die Dekateren waren mit 10 Ruderern an den Riemen übereinander in 3 Ruderreihen ausgestattet. Erstmalig erschienen sie im 3. Jh. v.u.Z. Es ist durchaus möglich, daß durch die verstärkte Anwendung von korrosionsbeständigen Bronzebeschlägen im Schiffbau diese Schiffe eine Länge von 60-80m erreichten.
Lagiden-Trentere

Einige Seemächte, wie z.B. das ptolemäische Ägypten, entwickelten Kriegsschiffe, die gigantische Ausmaße erreichten. Diese Schiffe hatten aber trotz furchteinflößender Bewaffnung und Besatzung nur begrenzten militärischen Wert, da sie kaum seefähig waren. Eine ptolemäische Tesserakontere (40-Ruderer) beispielsweise war als Katamaran ausgelegt und hatte bei Maßen von 125m x 70m 4000 Ruderer, und 2800Mann Besatzung.


Ptolemäische Tettakonteren (30-Ruderer), gebaut um 246-221 v.Chr., waren gleichfalls Katamarane und hatten 1860 Ruderer und 400 Mann Besatzung bei Maßen von 90m x 50m.


Liburne
Die Liburne ist ein sehr schnelles und wendiges Piratenschiff, das ursprünglich seit dem 3. Jh. v.u.Z. von den Illyrern eingesetzt wurde, dessen Wert aber schnell von den Römern erkannt wurde. In der Seeschlacht von Actium im Jahre 31 v.u.Z. setzte Agrippa die Liburne in großer Zahl, mit Katapulten bewaffnet, gegen die größeren Schiffe des Antonius ein und errang einen vollständigen Sieg.
Liburnen hatten bei einem Gewicht von 90t eine Länge von 29m, eine Breite von 3,5m und einen Tiefgang von 1m. Sie wurde von 70 Ruderern auf 2 Ruderdecks angetrieben, dazu kamen etwa 90 Soldaten.


Navis Iusoria
Diese Schiffe wurden als Patrouillenschiffe eingesetzt. Ausgerüstet waren sie mit 30 Riemen auf einem Ruderdeck und Segel.

Navis Actuaria
Dies waren die Truppen- und Materialtransporter der römischen Flotte. Typische Abmessungen: 21x6,5x0,8m, 30 Riemen konnten eingesetzt werden.
Handels- und andere Schiffe der Antike

Keftion
Handelsschiff um 2000-1500 v.Chr.


Kepen
Ägyptisches Handelsschiff um 1800-1200 v.Chr., Länge etwa 30m


Kerkouros
Handelsschiff ab 1400 v.Chr., wahrscheinlich zyprische Entwicklung

Kybaia/Cybaea (lat.)
Handelsschiff um 300-100 v.Chr.


Ponte/Ponto (lat.)
Handelschiff, griechisch/römisch


Corbita
Die Corbita war ein römischer Handelssegler um die Zeitenwende und in ihren Maßen dem Hafen Ostia angepaßt. Sie wurde auch auf der Getreideroute Rom-Ägypten eingesetzt. Ihre Frachtzuladung lag bei 100-200t.


Galione
Die Galione war ein kleineres römisches Ruder-Segelschiff. Die Bezeichnung für diesen Schiffstyp hat sich über 2 Jahrtausende erhalten.
passt vielleicht ganz gut dazu...

http://www.zeaharbourproject.dk/News-media/zea.wmv


Von der Seite http://www.zeaharbourproject.dk
hübsche Animation
und sehr guter Sound:daumenzwinkern:
Vielleicht ist es ja recht interessant:
http://nachrichten.t-online.de/c/15/74/04/74/15740474.html
von T-Online.de
Antike Ruderer sind unschlagbar

http://www.focus.de/finanzen/news/perspektiven-antike-rudere...aid_218393.html
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